FG Stadtmanagement
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Wie urban, nachhaltig, divers, offen ist Cottbus? Welche Angebote und Räume braucht die Stadt dafür? Wie kommen die Bewohner:innen und die Aktiven der Stadt ins offene Gespräch? Heutige Stadtentwicklung erfordert Räume und Formate der Eigeninitiative, der Gemeinwohlorientierung sowie des offenen, demokratischen Austauschs aller Beteiligten und Betroffenen. Welche Orte können wir dafür wie nutzen? Wie können wir dort ein Miteinander organisieren? Das explorative Lehrprojekt COTTBUS:labor zielt darauf, sich diesen Fragen in kollaborativer Arbeitsweise gemeinsam anzunähern. Dafür reflektieren wir Theorien des Stadtmachens, sammeln Beispiele und erarbeiten in Teams eigene praxisbezogene Teilprojekte, die auf eine öffentliche, kulturelle Innovationen zielen. Wir entwickeln eigene Vor-Ort-Formate des Austauschs, kooperieren mit Aktiven und vernetzen uns aktiv in der Stadt. Das Projekt soll die Grundlage legen, um einen dauerhaften studentisch betriebenen, transdisziplinären Austauschort in der Cottbuser Innenstadt zu etablieren, an dem mit den Querschnittsthemen Urbanität, Demokratie, Gemeinwohl und Nachhaltigkeit neue Ideen und Formate nutzerbasierter Stadtentwicklung erarbeitet und getestet werden.
Cottbus ist mit knapp 100.000 Einwohner:innen die zweitgrößte Stadt des Landes Brandenburg, und wichtiges Zentrum für seinen südlichen Teil sowie für die durch den Braunkohleabbau bekannte Region „Lausitz“. Die Wiedervereinigung im Jahr 1990 bedeutete für die Region und Cottbus zunächst De-Industralisierung, Stilllegung ganzer Firmen und Industrien, Berufswechsel und Arbeitslosigkeit für zahlreiche Einwohner:innen sowie den Wegzug vieler tausender junger Menschen und Familien.
Heute soll Cottbus, den Konzepten der Stadtverantwortlichen nach, mit dem durch die Energiewende eingeläuteten erneuten Strukturwandel zur „Boomtown“ werden: Nach den städtebaulichen Maßnahmen seit den 2000er Jahren, die die Innenstadt verschönerten und als Wohn-, Arbeits- und Dienstleistungsort stärkten, sollen nun finanzstarke Firmen, wissensbasierte Branchen und Forschungseinrichtungen Einzug in Cottbus halten. Damit sollen gut bezahlte Arbeitskräfte und Fachkräfte, einschließlich ihrer Familien, in die Stadt gelockt werden. Eine lebenswerte und lebendige Stadt benötigt dafür auch offene und konsumfreie Räume, in denen sich eine Stadtgesellschaft demokratische begegnen, austauschen, diskutieren und voneinander lernen kann. Anhand direkt umgesetzter Testprojekte arbeitete das Seminar „COTTBUS:labor“ auf die schrittweise Schaffung eines solchen Raumes in der Cottbuser Innenstadt als Living Lab hin. Der Prozess der Gestaltung des Placemaking ist dafür zentral. Ziel war es beispielhaft zu erkunden, wie Räume organisiert werden können, um Austausch und Miteinander zu initiieren. Wie muss ein Ort dafür beschaffen sein? Welche Rahmenbedingungen benötigt ein solcher Raum? Welche städtischen und zivilgesellschaftlichen Akteur:innen können Partner sein? Welche Formate, Angebote und Methoden benötigt eine Aneignung und Nutzung öffentlicher innerstädtischer Räume durch die Cottbuser:innen? Hierfür reflektierten die Studierenden Theorien des Stadtmachens, diskutierten Beispiele und erarbeiteten in Teams praxisbezogene Teilprojekte, in denen Methoden für Austausch und Co-Creation anwandt wurden. So entstanden Kontakträume, in denen verschiedene Bevölkerungsgruppen ihre Wünsche für Cottbus in vielfältiger Weise ausdrückten.
UNESCO guidelines for the management of historic cities and World Heritage (WH) sites have pointed out that urban heritage can foster social cohesion. Scholars have also suggested that heritage has the potential to (positively) influence social cohesion. However, it remains unclear how this outcome can be achieved. A central challenge is that social cohesion is a contested and mouldable concept that is subject to interpretations and can encompass diverse notions. Hence, before exploring how urban heritage can contribute to social cohesion, it was necessary to investigate what social cohesion can mean in the context of urban heritage. Using discursive institutionalism as a theoretical foundation and integrating perspectives from critical heritage studies, this research examines how social cohesion notions are articulated in discursive repertoires in UNESCO documents that framed the nomination and management of urban areas inscribed as WH between 2017 and 2021. The analyses and discussions of the investigation were structured using a conceptual framework that integrates eleven recurrent notions considered part of or necessary for social cohesion – which in this research are called constituents of the concept – and three typologies into which social cohesion constructs can be grouped: relational, ideational, and distributive.
This research demonstrates that the analysed UNESCO documents articulate multiple notions related to the constituents and typologies of social cohesion. These notions are articulated in various discursive repertoires and provide opportunities to use WH processes to promote social objectives. As for the relational typology, which focuses on fostering and maintaining social relations, the UNESCO documents articulate notions that encourage interaction and enable the regulation and protection of social dynamics. Turning to the ideational typology of social cohesion, which focuses on reinforcing identities, the processes for the identification of Outstanding Universal Values and designation of WH cities move towards critical approaches that acknowledge the power of heritage to shape the acceptance and othering of the many groups converging in cities. In this way, WH can help negotiate and promote intragroup and intergroup social cohesion in cities. Finally, regarding the distributive typology of social cohesion, which aims to address disparities, although the UNESCO guidelines and heritage experts acknowledge unwanted impacts of WH designations related to inequality, such as gentrification and commodification processes, recommendations or statements enabling the use of WH to recognise and address disparities are rarely articulated.
Die Innenstadt stellt für viele Jugendliche einen zentralen Lebensraum dar, in dem sie sich entfalten, soziale Kontakte knüpfen und ihre Freizeit gestalten können. Diese Räume sind nicht nur Zentren von Handel und Kultur, sondern auch Orte der sozialen Interaktion und Identitätsbildung. Gleichzeitig sind Jugendliche auch mit Herausforderungen konfrontiert, wie etwa fehlender Rückzugsorte oder einem Mangel an geeigneten (konsumfreien) Freizeitangeboten. Eingebettet in das hochschulübergreifende Studienprojekt des Wissensnetzwerkes Stadt und Handel e.V. zum Thema „Jugend und Innenstadt“ nahm das Masterprojekt Stadtmanagement im Sommersemester 2025 die Zielgruppe der Jugendlichen und deren Interaktion mit der Innenstadt in den Blick und entwarf Strategien, um eine (für alle Altersstufen) attraktive Innenstadt zu gestalten.
Ausgehend von einer Analyse des Untersuchungsraumes Senftenberg (Brandenburg) entwickelten die Studierenden Szenarien, Leitbilder und anschließend vertiefende Zukunftsbilder für eine jugendgerechte Innenstadt. Im Ergebnis entstanden Ansätze zur Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes, Ideen zur Leerstandsbehebung einbettet in einen partizipativen Prozess, freiräumliche Impulse für die Reaktivierung von Brach- und Stellflächen sowie Vorschläge für die digital-analoge Jugendbeteiligung. Die Ergebnisse wurden abschließend beim WSH-Studienwettbewerb eingereicht. Die vorliegende Publikation dokumentiert diesen Prozess und fasst die entwickelten Ideen, Ansätze und Vorschläge für eine künftige Entwicklung der Innenstadt Senftenbergs zusammen.
Die Innenstädte stehen unter Handlungsdruck. Der Rückgang des Einzelhandels, zunehmende Leerstände, veränderte gesellschaftliche Ansprüche sowie Herausforderungen durch den Klimawandel, demografische Entwicklungen und neue Mobilitätsbedürfnisse machen eine grundlegende Neuorientierung notwendig. Besonders Klein- und Mittelstädten in Brandenburg stehen vor der Aufgabe, ihre Zentren zukunftsfähig zu gestalten. Im Rahmen des Bachelor-Seminars Vertiefung Stadtmanagement – Transformation der Innenstadt beschäftigten sich Studierende der Architektur und Stadtplanung mit ausgewählten Fallstudien brandenburgischer Städte. Ziel war die Analyse bestehender Strukturen, Aktkurskonstellationen und Entwicklungspotenziale sowie die Erarbeitung räumlicher und konzeptioneller Strategien zur Stärkung der Resilienz und Nutzungsvielfalt in den Zentren. Fachvorträge aus der kommunalen Praxis und Einblicke in Modellprojekte des Bundesprogramms „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ lieferten wertvolle Impulse. Die entwickelten Konzepte legen den Fokus auf konsumfreie Aufenthaltsqualitäten, den Umgang mit Leerstand, die Aktivierung von Freiräumen sowie die Förderung sozialräumlicher Kooperationen. Die Ergebnisse zeigen auf, wie durch integrierte, partizipative und experimentelle Ansätze langfristige Perspektiven für die Innenstädte entwickelt werden können.
This publication compiles the results of a study excursion to Naples undertaken by Master’s students in architecture and planning at BTU Cottbus-Senftenberg from 2 to 9 October 2023. Framed by the conceptual tension between continuity and disruption, the excursion examined how these dynamics shape the material, social, and symbolic textures of the city. The publication presents paired posters created by each student: one produced prior to the excursion in response to Elena Ferrante’s novel, and one developed afterward, drawing on situated encounters with urban space. These visualisations reflect how perceptions of Naples shifted through embodied experience and critical engagement with the politics of representation.
While urban life can be characterized by endeavors to settle stable and safe environments, for many people, urban space is rarely stable or safe; it is uncertain, troubled, imbued with challenges and perpetually under pressure. As the concept of unsettled appears to define the contemporary urban experience, this multidisciplinary book investigates the conflicts and possibilities of settling and unsettling through open and speculative analysis. The analytical prism of unsettled renders urban space an indeterminate ground unfolding through routines, temporalities and contestations in constant tension between settling and unsettling. Such contrasting experiences are contingent on how urban societies confront, undergo and overcome turbulence and difficulties in time and space. Contributions drawing on theoretical reflections and empirical accounts—from Argentina, Austria, Germany, Greece, Italy, the Netherlands, the UAE, the UK, the USA and Vietnam—give insights into plural occurrences of the unsettled, which might tie down or unleash transformative, liberatory and emancipatory potentials. This book is for students, professionals and researchers interested in the uncertainties, foundations, disturbances, inconsistencies, residuals and blind fields, which constitute the urban both as lived space and as social, cultural and political ideal.
Rückwanderung in Kleinstädten : der Beitrag von Rückwanderung in ländlichen strukturschwachen Räumen
(2023)
Die Kleinstädte in ländlichen, strukturschwachen Regionen stehen vor komplexen Herausforderungen, die durch demografische Verschiebungen, wirtschaftliche Schwierigkeiten und soziale Umwälzungen geprägt sind. Die Rückwanderung, als vorherrschende Form der Zuwanderung in diesen Gebieten, (vgl. Meister et al. 2020) hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Zudem hat sich der Umgang mit dem Thema, im Speziellen in der Rückwanderungsförderung, in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. (vgl. G3 (1) 2023) Rückwanderung dient nicht mehr nur der Stabilisierung von Einwohnerzahlen, sondern birgt auch große Potentiale für die lokale und regionale Entwicklung. Diese Studie untersucht die Rolle der Rückkehrer:innen für die Entwicklung von Kleinstädten und fragt, welchen Beitrag sie leisten können. Die Forschungsarbeit basiert auf einer theoretischen Annäherung, in der Wirkungsfelder der Rückwanderung (Wirtschaft, Kultur und Soziales, Bildung und Wissenstransfer sowie Vernetzung) diskutiert und in qualitativen Interviews mit Rückkehrer:innen und Vertreter:innen verschiedener Kleinstädte überprüft werden. Die Ergebnisse zeigen, dass die Kleinstädte trotz ähnlicher Voraussetzungen in der Rückwanderungsförderung an sehr unterschiedlichen Punkten stehen. Dabei werden die Wirkungsfelder der Rückwanderung in Bezug auf den Mehrwert für die Städte sehr unterschiedlich wahrgenommen. Hier stehen vorwiegend die kurzfristigen Effekte von Rückwanderung im Blick von Maßnahmen zur Förderung und Unterstützung. Diese lösen jedoch nicht die grundlegenden, häufig strukturellen Probleme der Kleinstädte. Das Potential der Rückwanderung zeigt sich stattdessen vor allem in langfristigen Effekten. Rückkehrer:innen präsentieren sich als engagierte Personen, die auch nach ihrem Ankommen einen Beitrag zur Stadtentwicklung leisten können. Sie tragen zudem zu einem positiven entwicklungsoffenen Umfeld bei. Dieses Potential wird von den Kleinstädten zwar ebenso wahrgenommen, jedoch ist es noch kein Teil von Maßnahmen zur Förderung und Unterstützung. Die Herausforderung besteht nicht nur darin, Projekte von Engagierten zu unterstützen. Gerade wegen der immer stärkeren Einbindung in Familie und Beruf sind daran angepasste zielgruppengerechte Begegnungs- und Gemeinschaftsräume Rückkehrer:innen, aber auch Gebliebene notwendig. So können persönliche Ressourcen gebündelt und Räume für neue Innovationen entstehen. Dabei ist jedoch zu bemerken, dass die Kleinstädte hier personell und finanziell bereits jetzt an ihre Grenzen kommen. Hierbei ist noch einmal auf die Relevanz der Rückwanderung, nicht nur für die Kleinstädte, sondern auch für die umliegende Region zu betonen. Es ist demnach nicht nur Sache der Kommunen, hier aktiv zu werden. Sie sind hierbei auch auf die politische Unterstützung auf Kreis- und Landesebene angewiesen.
The material authenticity of cultural heritage has been questioned by societies in which the modern paradigm of conservation has not developed from within the native culture. This paper examines the philosophical and practical traditions in Iran regarding the materiality and authenticity of past structures. By reviewing the emergence of the Western conservation paradigm in Iran, this paper highlights two key factors: the rapidness of this paradigm shift and the remarkable contradiction between the new and old paradigms. By borrowing the Deleuzo-Guattarian concept of a ‘body without organs’ (BwO), this paper problematises the rapidness and radicality of the paradigm shift in Iran. It suggests exploring the under-investigated possibilities between the pre-modern and modern paradigms to address the gap between native circumstances and Western standards.
Urban heritage planning in Tehran and beyond : sequences of disrupted spatial-discursive assemblages
(2023)
Despite the impact of ideological rigidity, the primary challenge of heritage planning in Tehran and beyond lies not in the dominance of an inflexible Authorized Heritage Discourse, but rather in the absence of stable spatial-discursive and administrative structures. Solmaz Yadollahi maps the historical trajectory of conservation and urban heritage planning in Iran, depicting a discursive-spatial assemblage that tends to knock down its accumulated resources. This is in line with Katouzian's portrayal of Iran as a pick-axe society. Residing within this society, the studied assemblage strives to deconstruct the prevailing structures and usher in a fresh one, paradoxically perpetuating the very cycle it seeks to escape.
