800 Literatur und Rhetorik
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Zeichen des Fremden
(2023)
Zuerst erschienen auf: https://www.kultursemiotik.com/forschung/publikationen/schriftenreihe-online/
Inhalt
Zeichen des Fremden
Einleitung
Wolfgang Lukas / Martin Nies
Wessen Rettung?
Geflüchtete Figuren, Sinnproduktion und implizite Poetik in Jenny Erpenbecks 'Gehen, ging, gegangen' und Bodo Kirchhoffs 'Widerfahrnis'
David Brehm
Der falsche Fremde
Auto- und metafiktionale Reflexionen von Identität und Ethnizität in Abbas Khiders 'Der falsche Inder'
Sönke Parpart
„Ich habe kein Bild mehr von mir“
(De-)Konstruktion von Identität und Fremdheit in Jenny Erpenbecks 'Gehen, ging, gegangen' (2015) und Olga Grjasnowas 'Gott ist nicht schüchtern' (2018)
Sara Kreuter
Verfinsterungen des Eigenen
Konstruktionen des Anderen in Wolfram Lotz’ 'Die lächerliche Finsternis'
Patrick Durdel
Die vertraute Fremdheit der Anthropophagie
Franzobels 'Floß der Medusa' (2017)
Donata Weinbach
Intimate Weavings
Tracing Urban and Corporeal Others in Sinéad Morrissey’s Poetry
Lena Pfeifer
Make America en vogue again
Die Konstruktion einer nationalen Identität in der US-amerikanischen Vogue nach dem Trump-Wahlsieg
Jasmin Assadsolimani
Schweiz / Haiti / NEW WORLD PLAZA
Individualgeschichte und Universalgeschichte in Dorothee Elmigers 'Aus der Zuckerfabrik'
Alexander Wagner
Over the course of the nineteenth century, literary manuscripts came to be seen as tangible evidence of the creative process and as a key to the personality of the author. The material traces of writing were understood to outlive their creators and promise to resurrect the authorial body through the magic of the relic. This article reconstructs how authorial script gradually transformed into a collectible object pursued as a memento and a commodity. Letters, drafts, and fair copies by major modern writers found their way into the collections of British aristocrats and American industrialists at the same time that hunting for literary autographs diversified into a middle-class pursuit. Surveying recent scholarship on nineteenth-century collecting and material culture, the essay offers a condensed cultural history of the literary manuscript as a collectible and draws attention to how collectors and collecting feature in fictional texts of the period. It focuses on the artefactual mobility and custodial afterlives of Romantic papers in Victorian literature and culture, exploring a form of collecting which crossed boundaries between periods and national literary traditions.
Ce volume collectif se questionne comment les contacts et les conflits entre l’« Orient » et l’« Occident » se reflètent dans les textes narratifs des femmes écrivains. Les contributrices examinent dans quelle mesure le fait d’être une femme donne lieu à différentes perceptions de soi et de l’autre, et dans quelle mesure les formes internes et externes d’orientalisme jouent un rôle à cet égard. Elles explorent dans quelle mesure les images de soi et de l’autre, les images orientales et occidentales des femmes et des rôles stéréotypés du genre entrent en contact ou en conflit dans ces textes, et quelles conséquences cela a sur l’identité des femmes dans l’entre-deux entre la culture d’origine et la culture d’accueil. Dans un post-orientalisme, si les problématiques culturelles, linguistiques, religieuses et idéologiques sont au centre de nos préoccupations, les autrices accordent également une attention particulière à la manière dont les femmes écrivains étudiées, elles-mêmes voyageuses et migrantes, transcendent la critique du colonialisme traditionnel, récréent et font comprendre un Orient dont l’image et la signification se renouvelle et se rafraîchit constamment.
Zuerst erschienen auf: https://www.kultursemiotik.com/forschung/publikationen/schriftenreihe-online/
Inhalt
Vorwort: Populäres und Artikulationen – ein Überblick
11. Jahrestagung der AG Populärkultur und Medien in der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM)
André Rottgeri, Günter Koch
I. Populäre Artikulationen –
Artikulationen des Populären
Kulturwissenschaftliche Anmerkungen aus der Perspektive der Populären Kultur
Barbara Hornberger
Populäre Artikulationen – Artikulationen des Populären
Sprachwissenschaftliche Perspektiven
Rüdiger Harnisch
II. Musikalische Artikulationen – Popular Music Studies
Populäre Musik & Artikulationen
Entwurf einer Typologie am Beispiel von Joe Satriani
André Rottgeri
Between Salvador and the Recôncavo baiano
Value disputes stemming from the rock bands Cascadura and Escola Pública
Jorge Cardoso Filho
Emphatische Dehnungen und sprechende Pausen
Über rhythmische Artikulationsmuster deutschsprachiger Songtexte am Beispiel der Wise Guys
Johannes Odendahl
Von der Berliner Mauer nach Moskau und Lateinamerika
Wind of Change von den Scorpions auf Russisch und Spanisch
Christina Richter-Ibáñez
III. Text- und Bild-Artikulationen – Literaturwissenschaft und Mediensemiotik
Wertevermittlung in Online-Storytelling-Werbespots der Firma Edeka
Dennis Gräf
Dekonstruktion eines historischen Mythos in Sofia Coppolas MARIE ANTOINETTE (2006)
Oliver Seidel
Zwischen Pille & Minirock
Feminismus und Sexismus als populäre Konzepte der Zeitschrift konkret der 1960er Jahre
Alix Michell
Artikulation als Verrat?
Rotwelsch und die Verweigerung der Übersetzbarkeit in Zeena Parkins’ Mouth=Maul=Betrayer
Benedikt Wolf
In Likes We Trust oder die unmögliche Möglichkeit vom Like als Gabe zu sprechen
Christian Schulz
Papst und Populus im Hochmittelalter
Papsturkunden als Artikulationen des päpstlichen Universalprimats
Daniel Berger/André Rottgeri
IV. Sprachliche Artikulationen – Sprachwissenschaft
Verhörer in der Popmusik
Franz Josef Bauer
WER WIRD MILLIONÄR?
Das Sprachspiel als populärer Einstieg in den Wissenswettbewerb
Günter Koch
Die Autorinnen und Autoren
Das Projekt EEE (429281822) setzt sich zum Ziel, die Wirkung von Theateraufführungen und Filmen mit Darsteller:innen mit „geistiger“ Behinderung auf die Vorstellungsbilder von „geistiger“ Behinderung systematisch darzustellen.
Das Fortsetzungsprojekt EEEM hat zum Ziel, die Ergebnisse des Forschungsprojektes EEE niedrigschwellig einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln.
Vernetzung statt Addition
(2022)
Angehende Lehrkräfte erwerben im Rahmen ihres Studiums fachdidaktisches und fachwissenschaftliches Professionswissen, aber nur selten erhalten sie systematische Gelegenheiten, diese disziplinär und fragmentarisch gelehrten Bereiche zu vernetzen. Es wird angenommen, dass durch de-fragmentierende Lehr-Lernarrangements die Studierenden dabei unterstützt werden können, ein dynamisches mentales Modell von Fachunterricht aufzubauen, das trägem Wissen vorbeugt und synergetisches Lernen, kohärentes Wissen sowie eine erhöhte Reflexionsfähigkeit fördert. Empirisch ungeklärt ist aber bisher, was konkret Gelingensbedingungen kognitiver Vernetzung in der Lehrerbildung sind und wie sich der Erfolg vernetzter Lehre messen lässt.
Am Beispiel der Vernetzung von Literaturdidaktik und Literaturwissenschaft in der Deutschlehrerbildung konnte in vorliegender Studie gezeigt werden, dass durch ein Treatment, in welchem systematisch vernetzte Hinweisreize (sog. de-fragmentierende Prompts) eingesetzt wurden, eine komplexe, vernetzte Problemstellung (Aufgabenkonstruktion) besser gelöst werden konnte als in der Kontrollgruppe. Mit der fachlichen Spezifizierung auf das Themenfeld Textverstehen und Aufgabenkonstruktion wurden zwei für zukünftige Deutschlehrkräfte zentrale Professionsfacetten adressiert, die beide bezüglich ihrer Binnenstrukturierung und der diesbezüglichen Kompetenzerwerbsforschung noch Desiderate aufweisen. Hinsichtlich des Bereichs Textverstehen konnte ein aus fachspezifischer Perspektive vielversprechendes Modell literarischer Kompetenz auf semiotischer Grundlage (Schilcher & Pissarek, 2015) in diesem Kontext erstmals im hochschulischen Vermittlungsprozess empirisch untersucht werden. Hier konnten insbesondere hinsichtlich der Kategorien Raum, Figur und Handlung positive Effekte auf die Textverstehensleistung Studierender festgestellt werden. Eine grundsätzliche Überlegenheit des literatursemiotischen Modells konnte aber nicht bestätigt werden.
Die Befunde weisen darauf hin, dass das literatursemiotische Modell hinsichtlich einiger zentraler Teilkompetenzen im Textverstehen förderlich sein kann, dass die Studierenden aber im Professionalisierungsprozess in diesem Bereich womöglich noch gezielterer Förderung bedürfen, um hier Expertise aufzubauen. Die Daten bestärken hinsichtlich der Erforschung vernetzter Lehrerbildung die Annahme, dass de-fragmentierende Prompts Wirkungsfaktoren bei der Vernetzung professionellen Wissens darstellen können.
Der Beitrag „Semantische Vielfalt im ‚freien‘ Erzählraum. Semiotische Aspekte der Early-Literacy-Förderung im Kontext von Multimodalität“ von Romina Seefried betrachtet verschiedene Storytelling-Formate, die für eine handlungs- und produktionsorientierte Förderung des mündlichen Erzählens im Rahmen der Early-Literacy-Förderung genutzt werden und analysiert deren multimodales Potenzial.
Der Beitrag „Die innere Gestalt der Worte. Zur Multimodalität von Poesiefilmen“ von Matthias C. Hänselmann widmet sich der relativ neuen Filmgattung des Poesiefilms und lotet aus, welche Modalitäten bei der Überführung einer literarisch-lyrischen Gedichtvorlage in filmische Strukturen wie zum Einsatz kommen, und erweitert damit das systematisch-theoretische Feld ‚klassischer‘ Multimodalität.
Der Beitrag „Multimodale Deutschlandkonzeptionen. Kurt Tucholskys Deutschland, Deutschland über alles (1929) und Nora Krugs Heimat. Ein deutsches Familienalbum (2018)“ von Stephanie Großmann zeigt im Vergleich zweier Text-Bild-Beziehungen, Kurt Tucholskys Deutschland, Deutschland über alles von 1929 und Nora Krugs Heimat. Ein deutsches Familienalbum von 2018, das konzeptuelle Potential dieser Multimodalität wie deren jeweilige historisch-ideologische Instrumentalisierung im Kontext ‚Deutschlandbilder‘ auf.
Die vorliegende Arbeit erforscht den Einsatz von Ekphrasen in audiovisuellen Texten. Der ursprünglich aus der antiken Rhetoriklehre stammende Begriff bezeichnet die literarische Beschreibung von bildender Kunst und wird im Rahmen dieser Untersuchung auf den Film übertragen. Ziel der Analyse filmischer Beschreibungen von Kunst, speziell Malerei, ist es zu eruieren, wie Kunstwerke im Sinne der Bedeutungsvermittlung semantisch aufgeladen respektive funktionalisiert werden. Zentrale Forschungsgegenstände bilden demnach die Medien Bild und Film – somit ist die gesamte Arbeit in den Kontext des Intermedialitätsdiskurses eingebettet. Als Korpus dient ein Konglomerat an Texten, das neben zentralen Schlüsselwerken insbesondere jüngere – zwischen 2011 und 2016 entstandene –, wenig bis kaum erforschte Filme umfasst.