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Universität nachhaltig bauen. Vom Architekturwettbewerb zur gebauten Realität am Campus Passau
(2024)
In der Praxis wird für den Bildungssektor, insbesondere für Universitäten, bereits nachhaltig gebaut. Häufig kommen hierzu Architekturwettbewerbe als regulierendes Instrument zum Einsatz. In der Theorie jedoch, im Bereich der Architekturgeschichte, wurde dieses Zusammenspiel noch wenig tiefgreifend behandelt. Vor allem, da es sich um ein architekturhistorisch junges Themenfeld handelt. Speziell über die nachhaltige Bauweise am Campus Passau, der erst in den 1970er Jahren im Zuge eines städtebaulichen Ideen- und Bauwettbewerbes entstand und stetig erweitert wird, und deren Wurzeln ist der Öffentlichkeit wenig bekannt. Um diese Informationslücke zu schließen und die Frage zu beantworten, wie Architekturwettbewerbe im Allgemeinen eine nachhaltige Baukultur für Universitäten begünstigen oder sogar festschreiben können, ist die Dissertation „UNIVERSITÄT NACHHALTIG BAUEN“ entstanden. In ihr wird im Zuge der Erforschung der Architekturgeschichte der Universität Passau analysiert, wie Architekturwettbewerbe die Entstehung ihres nachhaltigen Campus etabliert haben und wie sie das auch weiterhin tun. Somit wird ein signifikanter Beitrag zur architektur- sowie insbesondere ideengeschichtlichen Aufarbeitung von Wettbewerbsverfahren als Instrument nachhaltigen Hochschulbaus geleistet. Im Besonderen wird die Identität der Universität Passau als nachhaltige Hochschule über die Darlegung der Tradition klimafreundlichen Bauens am Campus, welche ihren Ursprung in Konkurrenzen hat, gefestigt. Diese exemplarische Entwicklung mit Leitbildcharakter wird erstmals unter Fokussierung auf ein zukunftsweisendes, aktuell sehr präsentes Thema Nachhaltigkeit, zusammenhängend systematisch dokumentiert, analysiert, kontextualisiert sowie kritisch diskutiert. Ziel dieser Vorgehensweise ist es, einen Nachweis fortdauernder nachhaltiger Baukultur, Architektur sowie nachhaltigen Städtebaus am Beispiel des Campus Passau zu erbringen. Untersucht wird die Zeitspanne ab der Gründung anhand der Analyse der entsprechenden Architekturwettbewerbe, mit Schwerpunkt auf das ursprüngliche Verfahren der 70er Jahre für den Campus am Inn bis hin zum aktuellen Verfahren für den Neubau des Internationalen Wissenschaftszentrums am Spitzberg. Die so entstandenen neuen Erkenntnisse bereichern mittels Brückenschlägen zwischen Theorie und Praxis die Nachhaltigkeitsforschung und den bestehenden architekturwissenschaftlichen Diskurs, eröffnen neue Forschungsperspektiven, werden einer breiten Öffentlichkeit erstmals zugänglich gemacht. Sie können unter anderem als Vorbild und unterstützendes Begleitmaterial zukünftiger Planungen dienen. Hervorzuheben ist dabei immer der Fokus auf die historische Entwicklung, architektonische Revolution und Tradition, die zur heutigen Identität des Campus Passau führte.