- The ongoing global biodiversity loss is a major challenge of our time. It affects all groups of organisms, but is particularly well documented in birds. The Citril Finch Carduelis citrinella , one of the few bird species endemic to Europe, is one example currently suffering from substantial population declines. We here set out to document its population development over the past 14 years (records in 2011 and 2025) in a part of the Bavarian Alps and to identify the environmental factors being crucial for the occurrence of the species. In our study area around Garmisch-Partenkirchen, the Citril Finch has declined by about 48% between 2011 and 2025. Currently occupied territories, as compared to former territories or control sites, were characterised by a richer supply of flowers, particularly of the Asteraceae family, higher numbers ofThe ongoing global biodiversity loss is a major challenge of our time. It affects all groups of organisms, but is particularly well documented in birds. The Citril Finch Carduelis citrinella , one of the few bird species endemic to Europe, is one example currently suffering from substantial population declines. We here set out to document its population development over the past 14 years (records in 2011 and 2025) in a part of the Bavarian Alps and to identify the environmental factors being crucial for the occurrence of the species. In our study area around Garmisch-Partenkirchen, the Citril Finch has declined by about 48% between 2011 and 2025. Currently occupied territories, as compared to former territories or control sites, were characterised by a richer supply of flowers, particularly of the Asteraceae family, higher numbers of solitary trees, and a concentration on south-facing slopes. Moreover, areas with stable rather than declining populations showed a shorter distance to the nearest water source, a higher proportion of Mountain Pine, and a longer distance to forest edges. These findings indicate negative impacts of reduced grazing intensity and climate change (drought periods). Our results highlight that preserving the Citril Finch’s alpine habitats depends strongly on traditional, low-intensity farming and appropriate pasture care to maintain the necessary flower-rich, open to semi-open habitats with solitary trees. Providing supplementary water sources would help to counteract the increasing water shortage caused by climate change. Given the documented population decline, targeted conservation measures in the Bavarian Alps, the species’ stronghold in Germany, are urgently needed.…


- Ein global zurückgehender Endemit unter Druck: Effekte von Habitatveränderung und Klimawandel auf den Zitronenzeisig in den bayerischen Alpen
Der fortschreitende globale Biodiversitätsverlust ist eines der drängendsten Probleme unserer Zeit. Er betrifft alle Organismengruppen, ist aber bei Vögeln besonders gut dokumentiert. Der Zitronenzeisig Carduelis citrinella , eine der wenigen Vogelarten, welche in Europa endemisch sind, ist eine von vielen Arten, die derzeit starke Bestandsrückgänge aufweisen. Wir untersuchen hier die Populationsentwicklung der Art in den vergangenen 14 Jahren (Bestände 2011 und 2025) in einem Teil der bayerischen Alpen sowie die Schlüsselfaktoren für das Vorkommen der Art. In unserem Untersuchungsgebiet in der Umgebung von Garmisch-Partenkirchen nahm der Zitronenzeisig zwischen 2011 und 2025 um ca. 48% ab. AktuellEin global zurückgehender Endemit unter Druck: Effekte von Habitatveränderung und Klimawandel auf den Zitronenzeisig in den bayerischen Alpen
Der fortschreitende globale Biodiversitätsverlust ist eines der drängendsten Probleme unserer Zeit. Er betrifft alle Organismengruppen, ist aber bei Vögeln besonders gut dokumentiert. Der Zitronenzeisig Carduelis citrinella , eine der wenigen Vogelarten, welche in Europa endemisch sind, ist eine von vielen Arten, die derzeit starke Bestandsrückgänge aufweisen. Wir untersuchen hier die Populationsentwicklung der Art in den vergangenen 14 Jahren (Bestände 2011 und 2025) in einem Teil der bayerischen Alpen sowie die Schlüsselfaktoren für das Vorkommen der Art. In unserem Untersuchungsgebiet in der Umgebung von Garmisch-Partenkirchen nahm der Zitronenzeisig zwischen 2011 und 2025 um ca. 48% ab. Aktuell besetzte Reviere, im Vergleich zu aufgegebenen Revieren oder zufälligen Kontrollpunkten, wiesen einen höheren Blütenreichtum, insbesondere von Asteraceen, sowie mehr solitäre Koniferen auf und lagen vornehmlich an Südhängen. Zudem zeigten Gebiete mit stabilen gegenüber solchen mit zurückgehenden Populationen eine kürzere Entfernung zu Gewässern, einen höheren Deckungsgrad an Bergkiefern und eine größere Entfernung zum nächsten geschlossenen Waldrand. Diese Befunde weisen auf negative Einflüsse einer zu geringen Beweidungsintensität sowie des Klimawandels (Trockenperioden) hin. Unsere Befunde legen nahe, dass der Schutz des Zitronenzeisigs in alpinen Habitaten eng mit dem Erhalt der traditionellen Almwirtschaft inklusiver einer angemessenen Weidepflege verbunden ist, um die erforderlichen blütenreichen, (halb-)offenen Strukturen mit Solitärbäumen zu erhalten. Ein verbessertes Wasserangebot, um den negativen Auswirkungen des Klimawandels zu begegnen, wäre zudem hilfreich. Basierend auf den hier dokumentierten Rückgängen sind gezielte Schutzmaßnahmen auch in den bayerischen Alpen, dem wichtigsten Verbreitungsgebiet der Art in Deutschland, dringend erforderlich.…

