@phdthesis{Kappel2021, author = {Kappel, Mathias}, title = {Informelle Pflege: (k)eine Antwort auf eine dr{\"a}ngende Gesellschaftsfrage?}, url = {https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:kola-22384}, institution = {Fachbereich 6}, school = {Universit{\"a}t Koblenz-Landau, Campus Landau, Universit{\"a}tsbibliothek}, pages = {VIII, 182 Seiten}, year = {2021}, abstract = {Demografische und gesellschaftliche Wandlungsprozesse drohen die informelle Pflege als tragende S{\"a}ule des Pflegesystems in Deutschland zunehmend zu erodieren. W{\"a}hrend einerseits die Zahl an Pflegebed{\"u}rftigen zuk{\"u}nftig ansteigen wird, nimmt andererseits die Zahl derer, die Pfleget{\"a}tigkeiten {\"u}bernehmen k{\"o}nnten ab. Zudem werden Frauen, die heute noch die Hauptlast der Pflegeverantwortung tragen, in Zukunft vermehrt erwerbst{\"a}tig sein. Vor diesem Hintergrund ergibt sich folgendes Problemfeld: Bei der {\"U}bernahme von informellen Pflegeaufgaben entsteht h{\"a}ufig ein Vereinbarkeitsproblem zwischen Pflege- und Erwerbst{\"a}tigkeit. Pflegende reduzieren deshalb nicht selten ihre Erwerbsarbeitszeit oder geben die berufliche T{\"a}tigkeit ganz auf. Im Kontext des deutschen Sozialversicherungssystems bedeutet das, dass sich informell Pflegende erh{\"o}hten sozialen Risiken aussetzen, wenn sie ihre Erwerbs- und Verdienstpotenziale am Arbeitsmarkt nicht vollumf{\"a}nglich aussch{\"o}pfen. Ferner entstehen indirekte Kosten beim Fiskus, die auf verringerte Einkommensteuer- und Sozialversicherungsbeitr{\"a}ge und/oder erh{\"o}hte Transferleistungen zur{\"u}ckzuf{\"u}hren sind. Diese sogenannten fiskalischen Kosten wurden im wissenschaftlichen und gesellschaftspolitischen Diskurs bisher jedoch nur unzureichend ber{\"u}cksichtigt. Demnach ist das Ziel der vorliegenden Arbeit, die fiskalischen Kosten aufgrund informeller Pflege im deutschen Wohlfahrtsstaat empirisch zu prognostizieren. Dazu werden zun{\"a}chst die Auswirkungen einer Pflege{\"u}bernahme auf das Arbeitsangebot evaluiert und dann in ein Steuer- und Sozialversicherungsmodell {\"u}berf{\"u}hrt, um so die fiskalischen Kosten aufgrund informeller Pflege zu quantifizieren. Mithilfe eines dynamischen Populationsmodells erfolgt abschließend die empirische Prognose der fiskalischen Kosten. Im Ergebnis zeigt sich, dass beim Fiskus erhebliche (Mehr-)kosten durch informelle Pflege in Form von entgangenen Einkommensteuer- und Sozialversicherungsbeitr{\"a}gen und/oder erh{\"o}hte Transferleistungen entstehen. Dar{\"u}berhinaus ist die informelle Pflegeerbringung von Frauen aus staatlicher Perspektive kosteng{\"u}nstiger als die von M{\"a}nnern.}, language = {de} }