@phdthesis{Priefer2018, author = {Priefer, Carmen}, title = {Die Vermeidung von Lebensmittelabf{\"a}llen als nicht-technische Strategie zur Umsetzung der Bio{\"o}konomie}, url = {https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:kola-16433}, institution = {Fachbereich 7}, school = {Universit{\"a}t Koblenz-Landau, Campus Landau, Universit{\"a}tsbibliothek}, pages = {ix, 160, xii Seiten}, year = {2018}, abstract = {Das Konzept der Bio{\"o}konomie beruht auf der Vision einer Wirtschaft, die durch die bevorzugte Verwendung biogener Rohstoffe unabh{\"a}ngiger wird von der Nutzung fossiler Quellen und gleichzeitig einen Beitrag zu Klima- und Ressourcenschutz, Ern{\"a}hrungssicherung und St{\"a}rkung der heimischen Wirtschaft leisten kann. Da die land- und forstwirtschaftliche Bio-masseproduktion aufgrund knapper Fl{\"a}chen jedoch begrenzt ist und sich bereits heute die negativen Folgen einer verst{\"a}rkten Nachfrage zeigen, wird bezweifelt, dass sich die Vision in nachhaltiger Weise realisieren l{\"a}sst. Offizielle Bio{\"o}konomie-Strategien setzen auf einen Technik-basierten Umsetzungspfad, in der Hoffnung, mit Hilfe technischer Innovationen Biomasseproduktion und Umweltverbrauch zu entkoppeln. Kritiker aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft stehen diesem Weg skeptisch gegen{\"u}ber. Sie bef{\"u}rchten, dass Effizienzsteigerungen und die Entwicklung neuer, umweltvertr{\"a}glicher Konversionsprozesse nicht ausreichen werden, um potentiell negative Folgen einer verst{\"a}rkten Biomassenutzung abzuwenden. Angesichts der nat{\"u}rlichen Grenzen der Biosph{\"a}re sehen sie vor allem nicht-technische Ans{\"a}tze zur Ver{\"a}nderung von Produktions- und Konsummustern als unverzichtbare Voraus-setzungen an. Mit der Formulierung eines sozial-{\"o}kologischen Umsetzungspfads wird eine Modifizierung des Bio{\"o}konomie-Konzepts gefordert, von einem bloßen Wandel der Ressourcenbasis hin zu einer umfassenden gesellschaftlichen Transformation, mit dem Ziel, Ressourcenverbrauch und Rohstoffproduktion neu zu justieren. Die Arbeit stellt anhand des Beispiels der Lebensmittelabf{\"a}lle die Bedeutung nicht-technischer Ans{\"a}tze f{\"u}r die Realisierung der Bio{\"o}konomie heraus. Die Basis bilden f{\"u}nf Publikationen, von denen sich drei mit dem Aufkommen von Lebensmittelabf{\"a}llen, den Ursachen ihrer Entstehung und m{\"o}glichen Vermeidungsstrategien befassen. Die anderen beiden Ver{\"o}ffentlichungen behandeln Fl{\"a}chenkonkurrenzen in der Landwirtschaft sowie Implementierungspfade der Bio{\"o}konomie. Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der Beitrag von Lebensmittelabf{\"a}llen zur Bio{\"o}konomie auf zwei Weisen denkbar ist: Entweder k{\"o}nnen diese als Ausgangsstoff f{\"u}r die Biogasproduktion oder die Bioraffinerie genutzt werden, was der aktuell vorherrschenden Vorstellung entspricht. Oder es k{\"o}nnen durch eine Reduktion des Abfallaufkommens Ressourcen, die bisher in die Bereitstellung nicht konsumierter Lebensmittel flossen, f{\"u}r andere Biomassenutzungen freigesetzt werden. Die Analyse des Abfallaufkommens und der damit verbundenen Umweltwirkungen, aber auch vorhandene Studien {\"u}ber die {\"o}kologischen Wirkungen von Abfallvermeidungs- und verwertungsoptionen zeigen, dass die Vermeidung unter dem Gesichtspunkt der Ressourceneffizienz die sinnvollere Option darstellt. Die Arbeit hebt das Potenzial hervor, das sich aus der Ber{\"u}cksichtigung einer Reduktion von Lebensmittelabf{\"a}llen f{\"u}r die Bio{\"o}konomie ergeben k{\"o}nnte. So ist denkbar, dass durch einen effizienteren Umgang mit den bereits produzierten Nahrungsmitteln Ressourcen freigesetzt werden k{\"o}nnen, die den Spielraum f{\"u}r die Realisierung der Bio{\"o}konomie verbessern w{\"u}rden oder aber Perspektiven entstehen f{\"u}r alternative Formen des Landbaus, die eine umweltvertr{\"a}glichere Biomasseproduktion erm{\"o}glichen k{\"o}nnten. Da nicht-technische Ans{\"a}tze in der aktuellen Bio{\"o}konomie-Debatte kaum Ber{\"u}cksichtigung finden, besteht Bedarf, diese in das politische Konzept der Bio{\"o}konomie einzubeziehen und den wissenschaftlichen Diskurs f{\"u}r diese Aspekte zu {\"o}ffnen.}, subject = {Bio{\"o}konomie}, language = {de} }