@phdthesis{Spengler2017, author = {Spengler, Cornelia}, title = {Die Auswirkungen von anthropogenen Temperaturerh{\"o}hungen auf die Crustaceagemeinschaften im Grundwasser - Versuch einer Prognose zur Klimaerw{\"a}rmung und lokalen W{\"a}rmeeintr{\"a}gen}, url = {https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:kola-15546}, institution = {Fachbereich 7}, school = {Universit{\"a}t Koblenz-Landau, Campus Landau, Universit{\"a}tsbibliothek}, pages = {IX, 226 Seiten}, year = {2017}, abstract = {Grundwasser ist eine lebenswichtige Ressource und gleichzeitig ein thermisch stabiler Lebensraum mit einer außergew{\"o}hnlichen Fauna. Aufgrund der Klimageschichte der letzten ca. 1,8 Millionen Jahre in Mitteleuropa war die Ausgangshypothese, dass die meisten Grundwasserarten an Temperaturen unterhalb von 14 °C angepasst sind und sich Temperaturerh{\"o}hungen daher negativ auf die Grundwasserfauna auswirken. Um die Folgen einer Klimaerw{\"a}rmung in situ beurteilen zu k{\"o}nnen, wurden anthropogen erw{\"a}rmte Grundw{\"a}sser als Modelle herangezogen. In ersten Teil dieser Arbeit wurden die Crustaceagemeinschaften nat{\"u}rlich temperierter und anthropogen erw{\"a}rmter Standorte untersucht. Dazu wurden insgesamt 70 Grundwassermessstellen im Oberrheingraben {\"u}ber ein Jahr (2011 bis 2012) sechsmal beprobt. Erg{\"a}nzend zu diesem syn{\"o}kologischen Ansatz wurde in einem zweiten Teil die Temperaturpr{\"a}ferenz ausgew{\"a}hlter Arten {\"u}berpr{\"u}ft. F{\"u}r diese aut{\"o}kologische Betrachtung wurde ein deutschlandweiter Datensatz herangezogen. Die ausgew{\"a}hlten Untersuchungsgebiete haben sich als geeignete Modelle f{\"u}r die prognostizierten Temperaturerh{\"o}hungen herausgestellt. Die Temperatur erwies sich als einer der wichtigsten Parameter f{\"u}r die Crustaceagemeinschaften. Erw{\"a}rmungen beeinflussen die Zusammensetzung der Gemeinschaften und die Diversit{\"a}t. Dabei zeigte sich, dass es artspezifisch unterschiedliche Temperaturpr{\"a}ferenzen gibt. Einige vermutlich weniger streng stygobionte Arten scheinen h{\"o}here Temperaturen zu tolerieren. Der Großteil der stygobionten Grundwasserarten bevorzugt allerdings Temperaturen unterhalb von 14 °C, wobei wenige Arten als „extrem kalt¬steno-therm" einzustufen sind. Diese Arten wurden an Standorten nachgewiesen, die aufgrund der hydrologischen Verh{\"a}ltnisse relativ k{\"u}hl sind und der Fauna auch zuk{\"u}nftig als kalte Refugien Schutz bieten k{\"o}nnten. Einer dieser Standorte ist aufgrund seiner Artenvielalt als „Hot Spot" einzustufen. Die Ergebnisse legen nahe, dass vor allem kaltstenotherme Arten durch eine Klimaerw{\"a}rmung und anthropogene W{\"a}rmeeintr{\"a}ge gef{\"a}hrdet sind. Die Untersuchung zeigt, dass Grundwasserlebensr{\"a}ume vor Temperaturerh{\"o}hungen zu bewahren sind. Lokale anthropogene W{\"a}rmeeintr{\"a}ge sollten keine dauerhafte und großfl{\"a}chige Grundwassererw{\"a}rmung {\"u}ber 14 °C zur Folge haben. Thermische Ein-tr{\"a}ge sollten {\"u}berwacht und bewertet werden. Es wird empfohlen, die bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen den {\"o}kologischen Erfordernissen anzupassen.}, subject = {Grundwasserfauna}, language = {de} }