@phdthesis{Campen2026, author = {Campen, Christine}, title = {Die Inszenierung von Emp{\"o}rung. Eine Untersuchung der K{\"o}rpersprache bei Politikerinnen und Politikern}, doi = {10.82549/opus4-2706}, url = {https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:kob7-27069}, institution = {Institut f{\"u}r Soziologie und Politikwissenschaft}, school = {Universit{\"a}t Koblenz, Universit{\"a}tsbibliothek}, pages = {330}, year = {2026}, abstract = {Die vorliegende Dissertation untersucht die mimische Inszenierung von Emp{\"o}rung bei Politikerinnen und Politikern. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Emp{\"o}rung in politischen Auseinandersetzungen eine zentrale Rolle spielt, ihre mimische Ausdrucksform jedoch bislang nur unzureichend empirisch erschlossen ist. W{\"a}hrend die sozialwissenschaftliche Forschung Emp{\"o}rung gr{\"o}ßtenteils als sprachlich artikulierte moralische Bewertung oder als individuelle emotionale Reaktion behandelt, bleibt ihre mimische Darstellung in konkreten Interaktionssituationen weitgehend unbeachtet. Vor diesem Hintergrund zielt die Arbeit darauf, Emp{\"o}rung als beobachtbare und intersubjektiv verstehbare Ausdruckshandlung zu rekonstruieren. Die leitende Forschungsfrage lautet: Wie wird Emp{\"o}rung von politischen Akteurinnen und Akteuren mimisch inszeniert? Emp{\"o}rung wird als moralische Emotion gefasst, deren soziologische Relevanz nicht in einem inneren Zustand, sondern in ihrer {\"o}ffentlichen Inszenierung liegt. Sie wird als soziale Handlung begriffen, die in mimischen Ausdrucksformen hervorgebracht wird und a intersubjektiv verstehbar ist. In dieser Perspektive fungiert Emp{\"o}rung als Form {\"o}ffentlicher Bewertung, durch die normative Grenzen markiert und politische Positionierungen vorgenommen werden. Die empirische Untersuchung basiert auf der Analyse audiovisuellen Aufnahmen parlamentarischer Debatten des Deutschen Bundestages sowie eines politischen Statements. Zur systematischen Erfassung mimischer Ausdrucksbewegungen wird das Facial Action Coding System (FACS) in einen soziologischen Untersuchungsrahmen integriert und methodisch angepasst, um mimische Ausdrucksformen in ihrer konkreten Struktur empirisch rekonstruieren zu k{\"o}nnen und soziologisch nutzbar zu machen. Die Ergebnisse zeigen, dass die mimische Inszenierung von Emp{\"o}rung durch einen stabilen Ausdruckskern gekennzeichnet ist, der ihre intersubjektive Verstehbarkeit gew{\"a}hrleistet. Dieser wird situativ durch weitere emotionale und gestische Elemente variiert und eingebettet in szenische Interaktionsverl{\"a}ufe. Zugleich ist Emp{\"o}rung maßgeblich durch Debattenlogiken und Darstellungsbedingungen strukturiert. Emp{\"o}rung ist demnach eine kontextgebundene und strategisch einsetzbare Ausdruckshandlung Die Arbeit tr{\"a}gt zur soziologischen Emotionsforschung bei, indem sie Emp{\"o}rung als mimisch sichtbare Inszenierungsform politischer Kommunikation rekonstruiert und mit der Integration des FACS einen methodischen Zugang zur Analyse mimischer Ausdrucksformen etabliert.}, language = {de} }