@phdthesis{Bloßfeldt2026, author = {Bloßfeldt, Stefan}, title = {Studying another boring border? - Scrutinizing the production of a cross-border space from a predominantly local perspective}, doi = {10.82549/opus4-2645}, url = {https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:kob7-26455}, institution = {Institut f{\"u}r Integrierte Naturwissenschaften, Abt. Geographie}, school = {Universit{\"a}t Koblenz, Universit{\"a}tsbibliothek}, pages = {V, 124 Seiten}, year = {2026}, abstract = {Kurzfassung Zu Beginn dieser Dissertation schien der bayerisch-tschechische Grenzraum einen eher langweiligen Fall im europ{\"a}ischen Kontext darzustellen. Anders als an anderen europ{\"a}ischen Binnengrenzen waren dort bisher kaum erneute Grenzkontrollen eingef{\"u}hrt worden, und es gab Anzeichen einer zunehmenden grenz{\"u}bergreifenden Integration. Nichtsdestotrotz stellte sich aufgrund der belasteten Geschichte und der Komplexit{\"a}t dieses Grenzraums die Frage, inwieweit dieser Prozess bereits vorangeschritten war und welche Hindernisse sein weiteres Voranschreiten erschwerten. Besonders interessant war, dass die bayerische Landesplanung sogenannte grenz{\"u}berschreitende Zentrale Orte ausgewiesen hatte, die enge Verbindungen zwischen benachbarten Kommunen unmittelbar an der Grenze nahelegten. Dies bildete den Ausgangspunkt f{\"u}r zwei der drei Untersuchungen, die in dieser Arbeit enthalten sind. Ziel war es einerseits, mittels einer Fokusgruppe die B{\"u}rgermeister der betroffenen Kommunen nach dem Stand der grenz{\"u}berschreitenden Beziehungen und der Rolle des Planungsinstruments im Rahmen ihrer Zusammenarbeit zu befragen. Andererseits sollten die B{\"u}rgerinnen und B{\"u}rger nach ihren Beziehungen zu den jeweils benachbarten Gemeinden befragt werden, um die planerischen Vorgaben mit dem Alltag vor Ort in Beziehung zu setzen. Die urspr{\"u}nglichen Annahmen wurden jedoch durch die Covid-19-Pandemie und deren Auswirkungen teilweise obsolet. Der bayerisch-tschechische Grenzraum entwickelte sich rasch zu einem Hotspot der Pandemie. Vor diesem Hintergrund mussten nicht nur die urspr{\"u}nglichen Ans{\"a}tze angepasst werden, sondern es r{\"u}ckte auch die Rolle der Grenzpendler in der fortlaufenden Aushandlung des Grenzregimes in den Fokus einer dritten Untersuchung. Da sich dieser dritte Ansatz auf {\"a}hnliche Lokalit{\"a}ten bezog wie die beiden anderen, k{\"o}nnen die Ergebnisse als komplement{\"a}re empirische Schlaglichter zusammengef{\"u}hrt und als Teil der sozialen Produktion eines Grenzraums analysiert werden. Dazu wird im Rahmen der Arbeit zun{\"a}chst ein heuristischer Ansatz entwickelt. Einerseits legt dieser den Fokus auf das Zusammenspiel von Prozessen der Grenzziehung und der grenz{\"u}berschreitenden Integration. Andererseits setzt er den lokalen Kontext in Beziehung zu umfassenderen Entwicklungen und Rahmenbedingungen des europ{\"a}ischen Integrationsprozesses. Im Ergebnis lassen sich nicht nur grob zwei unterschiedliche Modi der sozialen Produktion des bayerisch-tschechischen Grenzraums identifizieren, sondern auch deren jeweilige Ambivalenzen. Sie unterstreichen, dass grenz{\"u}berschreitende Integration keinen linearen Prozess darstellt, sondern als offene, vielschichtige und teils widerspr{\"u}chliche Entwicklung begriffen werden sollte. {\"O}rtlichkeiten unmittelbar an einer Grenze erweisen sich als zentrale R{\"a}ume, um diese Spannungsverh{\"a}ltnisse sichtbar zu machen. Hier verdichten sich auch aktuelle Debatten {\"u}ber die {\"U}berwindung von Grenzhindernissen und die St{\"a}rkung der Resilienz von Grenzregionen im Alltag der Bev{\"o}lkerung}, language = {en} }