@phdthesis{Kehrig2026, author = {Kehrig, Dirk}, title = {Mathematisches Argumentieren im Blick? Kompetenzerwerb angehender Mathematiklehrkr{\"a}fte in Schulpraxisphasen}, address = {Koblenz}, doi = {10.82549/opus4-2618}, url = {https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:kob7-26187}, institution = {Mathematisches Institut}, school = {Universit{\"a}t Koblenz}, pages = {245}, year = {2026}, abstract = {Die vorliegende Studie untersuchte den Kompetenzerwerb angehender Mathematiklehrkr{\"a}fte in Rheinland-Pfalz in deren letzter Praktikumsphase, dem Vertiefenden Praktikum, vor Eintritt in den Vorbereitungsdienst. Um den Lernfortschritt der Studierenden zu erfassen, wurde ein Pre-/Posttest-Vorgehen gew{\"a}hlt, bei dem die Teilnehmer 5 kurze Unterrichtssequenzen in einem Online-Fragebogen analysierten und anschließend Fragen zum mathematischen Argumentieren beantworteten. Damit bildete die Testung einen zentralen Praktikumsinhalt ab, das Beobachten und Reflektieren von Fachunterricht. Alle Videosequenzen waren auf Aspekte mathematischen Argumentierens im Unterricht hin ausgerichtet. Mathematisches Argumentieren beschreibt nicht nur eine der in den Bildungsstandards und in den Lehrpl{\"a}nen f{\"u}r das Fach Mathematik festgeschriebenen allgemeinen Kompetenzen, sondern geht in seiner fundamentalen Bedeutung f{\"u}r die Mathematik und den Mathematikunterricht noch {\"u}ber die der anderen allgemeinen Kompetenzen hinaus. In der Testgruppe wurden in den Jahren 2022 und 2023 in 4 Praktikumszeitr{\"a}umen insgesamt 54 Praktikantinnen und Praktikanten jeweils zu Beginn und am Ende ihres Vertiefenden Praktikums befragt. Die Kontrollgruppe bildeten 28 Studierende der Mathematik, die in einem Abstand von 3 Wochen ebenfalls zweimal befragt wurden, ohne dass zwischenzeitlich ein Schulpraktikum durchlaufen wurde. Die erhobenen Datens{\"a}tze, die im Kern aus Freitextantworten bestehen, wurden nach dem Verfahren einer qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet. Zus{\"a}tzlich wurde die hierbei auftretende interpretatorische Unsicherheit durch eine R{\"u}ckw{\"a}rtstestung minimiert. So konnten f{\"u}r jeden Befragten die Quantit{\"a}t und die Qualit{\"a}t der Videoanalyse sowie das Wissen und Verst{\"a}ndnis zum mathematischen Argumentieren bei beiden Testungen ermittelt und miteinander verglichen werden. Im Ergebnis best{\"a}tigt die Studie vorhergehende Erkenntnisse hinsichtlich der Wahrnehmung von Unterricht durch Experten und Novizen und auch zum grunds{\"a}tzlichen Wissenszuwachs durch Praxisphasen. Zus{\"a}tzlich zeigt sich in der Studie ein sowohl quantitativ als auch qualitativ verbessertes Antwortverhalten nach dem Praktikum und die Testteilnehmer konnten insbesondere fundierter Aspekte des Argumentierens in den Unterrichtsausschnitten identifizieren und deren Bedeutung f{\"u}r guten Mathematikunterricht begr{\"u}nden. Bei Unterrichtssituationen ohne große Dynamik gelang dies allerdings besser als bei Unterrichtssituationen mit großer Dynamik, die beispielsweise durch Gespr{\"a}chssituationen entstehen. Erg{\"a}nzend konnte ein vertieftes Verst{\"a}ndnis der Kompetenz `Mathematisch argumentieren´ nach dem Praktikum nachgewiesen werden und es zeigte sich, dass dieses fachdidaktische Wissen beim Posttest st{\"a}rker mit der F{\"a}higkeit zur Videoanalyse korreliert als vor dem Praktikum. Die Effekte zeigten sich ausschließlich bei der Testgruppe, nicht aber bei der Kontrollgruppe ohne Praktikum.}, language = {de} }