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324 anerkannte Ausbildungsberufe (Bundesinstitut für Berufsbildung, 2021) und über 21.000 unterschiedliche Studiengänge (Stiftung zur Förderung der Hochschulrektorenkonferenz, 2021) gibt es in Deutschland. Begleitend dazu informieren Unternehmen, Institutionen und Organisationen in ihrem Employer Branding über ihre Jobangebote. Schulabgänger:innen und Berufseinsteiger:innen werden so mit einer Vielzahl von Karrieremöglichkeiten und einer Flut von Informationen darüber konfrontiert.
Die vorliegende Studie untersucht, inwieweit und mit welchen Effekten Unternehmen mithilfe von Gamification zielgruppenaffin Informationen für berufseinsteigende Bewerber:innen bereitstellen können. Auf Basis einer Inhaltsanalyse werden zunächst gamifizierte Anwendungen (n=88) in der deutschsprachigen Personalbeschaffung aus den Jahren 2001 bis 2021 untersucht und in die vier Ausprägungen Berufsinformationsspiel, e-Assessment, Self-Assessment und Matching typologisiert.
Self-Assessment und Matching werden im Anschluss auf positive Effekte hinsichtlich der Kontaktpunkterzeugung (Touchpoint), der realistischen Einblicke (Realistic Job Preview) und des Passungsabgleichs (P-O-Fit/P-J-Fit) untersucht. Zu diesem Zweck werden zwei quantitative Befragungen mit Mitarbeiter:innen von Personalabteilungen (n=221) und Berufseinsteiger:innen (n=217) durchgeführt und verglichen.
Eine statistische Analyse mit dem Kruskal-Wallis-Test zeigt, dass insbesondere das Matching aus Sicht der Personalabteilungen die stärkeren Effekte hat (p<05), während beide gamifizierten Ansätze auf Seiten der Berufseinsteiger:innen gleich starke Effekte erzielen.
Aufgrund einer alternden Belegschaft, einem steigenden Digitalisierungsgrad von Arbeitsprozessen, unzureichenden Digitalisierungskompetenzen sowie sinkenden Weiterbildungsaktivitäten im Alter, kann eine wachsende Herausforderung für Unternehmen und Gesellschaft angenommen werden, die Erwerbsbevölkerung über 45 Jahre in den notwendigen Digitalen Kompetenzen zu befähigen. Adaptive Lernsysteme können als Hilfsmittel eingesetzt werden, um je nach individuellem Anspruch angepasst an die eigenen Bedürfnisse zu lernen. Da in der bisherigen Forschung sowohl der (Digitale) Kompetenzstand als auch Weiterbildungsverhalten kaum Anwendung als Auslöser für eine Anpassung in einem adaptiven Lernsystem finden, wurden beide Merkmale in dieser Dissertation untersucht und erforscht, ob sich innerhalb der Zielgruppe Weiterbildungstypen im digitalen Raum voneinander abgrenzen und typ-basierte Output-Elemente adaptiver Lernsysteme ableiten lassen.
Um die Ausprägung von Digitaler Kompetenz anschaulich in adaptiven Lernsystemen zu gestalten, wird eine Kompetenz-Ziel-Matrix entwickelt und eine Systematik vorgeschlagen, mit der die Erfüllung der Handlungsziele aus dem Europäischen Referenzrahmen für Digitale Kompetenz gemessen werden kann. In den Tiefeninterviews mit 41 Erwerbstätigen aus Deutschland und der Schweiz wiesen Teilnehmende deutliche Unterschiede in ihrem gelebten Weiterbildungsverhalten auf. Die empfundene Relevanz von Digitaler Kompetenz für die berufliche Rolle war nicht allein ausschlaggebend für eine aktivere Weiterbildungsbeteiligung. Bewusstseinslücken zum eigenen Digitalen Kompetenzstand und/ oder ein geringes Kompetenzerleben im digitalen Raum bewirkten ein passives Weiterbildungsverhalten trotz hoher empfundener Relevanz. Die entstandene Typologie weist fünf Weiterbildungstypen im digitalen Raum auf: Wissbegierige, Effiziente, Sozialaktive, Zufriedene und Unsichere. Diese haben sehr unterschiedliche Anforderungen dahingehend, wie ein adaptives Lernsystem gestaltet sein müsste, um ihren Anforderungen an Lernen gerecht zu werden. Demzufolge weichen auch die vorgeschlagenen priorisierten Output-Elemente je nach Typ voneinander ab, um Anreizpunkte zu setzen, welche die Bereitschaft zum Lernen steigern können.
Diese Dissertation untersucht die strategische Implementierung digitaler Plattformen in Business-to-Business (B2B)- und X-to-Consumer (X2C)-Kontexten. Durch eine Kombination aus narrativgetriebener Literaturrecherche, Experteninterviews und Fallstudienanalysen werden die spezifischen Herausforderungen und Erfolgsfaktoren für Plattformen in beiden Bereichen beleuchtet.
Besondere Schwerpunkte liegen auf der Rolle von Governance, der technischen Architektur und der Wertschöpfung in unterschiedlichen Phasen des Plattformlebenszyklus – von der Entstehung über die Expansion bis hin zur Führerschaft. Die Ergebnisse zeigen, dass erfolgreiche Plattformen im B2B-Bereich stärker auf Spezialisierung, enge Beziehungen zwischen Akteuren und evolutionäre Ansätze setzen, während X2C-Plattformen auf Skalierung und Reichweitenaufbau fokussiert sind.
Diese Arbeit liefert sowohl theoretische als auch praxisnahe Implikationen und bietet Entscheidungsträgern wertvolle Ansätze zur Gestaltung und Optimierung digitaler Plattformen in komplexen Ökosystemen.
Die zunehmende Digitalisierung veranlasst wissensintensive Organisationen, deren Kerngeschäft die Aufbereitung und Kuratierung von Wissen ist, dazu, Künstliche Intelligenz (KI) verstärkt in ihre Arbeitsprozesse zu integrieren. Da verfügbare KI-Lösungen die spezifischen Anforderungen dieser Organisationen häufig nicht vollständig erfüllen können, entwickeln einige von ihnen hausintern eigene KI-Projekte. Dieser Prozess erfordert ein hohes Maß an interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen KI-Anwender*innen, die über das notwendige Kontextwissen verfügen, und KI-Entwickler*innen, die auf dieses Wissen angewiesen sind – ein Spannungsfeld, das bislang nur unzureichend empirisch untersucht wurde.
Die vorliegende Dissertation untersucht, inwiefern dieses Spannungsfeld das Management von KI-Projekten in wissensintensiven Organisationen beeinflusst. Theoretisch verortet sie sich in der Technology-Frame-Theorie nach Orlikowski und Gash (1994). Bibliotheken, im weiteren Sinne, stellen in diesem Zusammenhang ein besonders aufschlussreiches Untersuchungsfeld dar, da sie jahrhundertealte Wissensordnungen mit einer nachgewiesenen Anpassungsfähigkeit an neue Technologien verbinden. Die empirische Arbeit basiert auf einem qualitativen Prozessfallstudiendesign, welches eine Expert*innen-Vorstudie sowie drei vergleichende Prozessfallstudien in deutschen Bibliotheken umfasst. Die Datenerhebung erfolgte in den Jahren 2019 bis 2022.
Die Ergebnisse zeigen, dass auf allen drei Analyseebenen – KI-Funktionen, KI-Strategie und KI-Nutzung – Frame-Inkongruenzen zwischen Entwicklung und Anwendung identifiziert werden konnten. Mangelnde Wertschätzung und mangelnde Unterstützung sind dabei als sich gegenseitig verstärkende Wechselwirkungen besonders salient. Als Reaktion auf diese Herausforderung entwickelten KI-Projektmanager*innen vier Frame-Bridging-Taktiken: klare KI-Kommunikation, agile Interdisziplinarität, transparente Teilhabe und Kompetenzentwicklung. Die Arbeit leistet damit sowohl einen theoretischen Beitrag zur Technology-Frame-Community als auch praktische Handlungshinweise für Organisationen, die KI hausintern entwickeln.
Die Arbeit untersucht die Entwicklung einer Datenkultur am Beispiel eines
deutschen Traditionskonzerns. Auf Basis einer umfassenden Literaturanalyse und
einer induktiven qualitativen Studie wird ein Modell entwickelt, das drei zentrale
Dynamiken bei der Entwicklung einer Datenkultur erfasst. Alle drei Dynamiken
thematisieren zentrale Herausforderungen und Konflikte, die sich auf der
kulturellen Ebene der untersuchten Organisation ergeben, wenn im Zuge ihrer
datenbasierten Transformation neue Formal- und Infrastrukturen eingeführt
werden. In der Diskussion des Modells werden grundlegende Merkmale einer
Datenkultur herausgearbeitet und weiterführende Forschungsfragen aufgezeigt.
Anschließend wird das Modell zur Entwicklung einer Datenkultur in eine
methodische Ableitung für die Praxis überführt. Damit leistet die Arbeit einen
Beitrag zum besseren Verständnis der organisationskulturellen Herausforderungen
der datenbasierten Transformation von Organisationen und entwirft einen
Leitfaden für die Praxis.