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Franz August O’Etzel/v. Etzel (1783-1850) ist bekannt als geistiger Vater der optischen Telegrafie in Preußen, die er gemeinsam mit dem Geheimen Postrat Carl Philipp Heinrich Pistor (1778–1847) trotz gleichzeitig zu bewältigender Aufgaben in kürzester Zeit erfolgreich entwickelt, aufgebaut und dann als Direktor geleitet hat. Dieses war die umfangreichste Leistung O’Etzels und wird dementsprechend im Beitrag ausführlich in all ihren Facetten beschrieben. Sein Lebensweg war aber nicht geradlinig, sondern auch durch Brüche gekennzeichnet. An sich wollte er aufgrund von Anregungen während seiner Schulzeit in Potsdam Festungsbauer werden, die Ausbildung dazu an der Ingenieur-Akademie in Potsdam wurde ihm wegen des noch nicht wieder anerkannten irischen Adelstitels verwehrt. So studierte er nach einer Apotheker-Ausbildung dann Naturwissenschaften in Berlin sowie Paris. Ab 1810 ging er zum Militär, um seinen Beitrag zur Befreiung von der napoleonischen Okkupation zu erbringen. Dank seiner erfolgreichen Leistungen dabei wurde er in den Generalstab abkommandiert, wodurch er sich dann ab 1830 in den Aufbau der optischen Telegrafie einbringen konnte. Bemerkenswerte Beiträge lieferte er auch in der Wissenschaft mit Vorlesungen und einem Lehrbuch der Terrainlehre. Ein sehr aufwendiges Betätigungsfeld war für ihn auch die Mitgliedschaft bei dem Bund der Freimaurer, in dem er bis zum Nationalen Großmeister aufstieg. Hier hat er trotz vieler verschiedenartiger Würdigung durch die besondere Huldigung des späteren Wilhelm I. als Protektor nicht nur Anerkennung gefunden.
Louis Drucker (geb. etwa 1801, gestorben durch Freitod 1860 in St. Louis) war der damals weithin bekannte Betreiber von Restaurationen von 1837 bis 1849 in Berlin, die er meist Vergnügte Weinhandlung nannte, und einem Sommer-Etablissement auf Tornow, damals bei Potsdam, im Jahre 1839. Berühmt war er durch vielfältige Veranstaltungen in seinen Gaststätten, wie Theater, Konzerte, Vorträge, Feuerwerk, Wettrennen von Hunden und Eseln, seine Schlagfertigkeit in Witzen und Rätseln. Seine durch Wortverdrehungen, in Versform gebrachten und pointierten Formulierungen in Annoncen und politischen Botschaften mit aktuellen Bezügen machten ihn im ganzen deutschsprachigen Raum bekannt. In dem Beitrag werden viele Beispiele aus Zeitungsinseraten und Druckers wenigen Veröffentlichungen gebracht, die seinen Aufstieg, Blütezeit und Niedergang erkennen lassen. Zudem wird erstmalig die politische Haltung Louis Druckers während der 1848 Revolution und der darauf folgenden Konterrevolution beleuchtet. Durch sein mutiges Eintreten für demokratische Ziele war er Ende 1849 genötigt Preußen zu verlassen.
Die Einrichtung der Königlich-Preußischen Optischen Telegraphenlinie von Berlin nach Koblenz in den Jahren 1832/ 1833 stieß in weiten Bevölkerungskreisen auf großes Interesse. Was Zeitzeugen darüber berichteten, ist in vorliegendem Beitrag zusammengefasst worden. Bei den bildlichen Darstellungen dominieren drei mit ‚W. Grünberg‘ signierte Schwarz-Weiß-Lithografien, darunter besonders ‚Inspektoren Station No. 2 in Dahlem‘. Durch die Funde von Eintragungen eines Telegrafisten gleichen Namens mit Adresse Dorf Dahlem 3 in Adressbüchern 1835-1837 erklären sich die Autorenschaft und auch detailgetreue Darstellung der telegrafischen Belange auf den Lithografien. Die gleichen Motive finden sich auch auf kopierten und zudem kolorierten, sowie kleineren Drucken, die im Motiv minimale Unterschiede zeigen, aber bemerkenswerterweise die Signatur weglassen. Dabei handelt es sich auch um zu Zeiten der optischen Telegrafie entstandene Lithografien. Das Motiv wird dann später wegen seiner dekorativen Wirkung immer wieder, sogar in der DDR, als Vorlage verwendet. Die von Telegrafisten verfassten Gedichte waren meist Lobpreisungen, nur das des Untertelegrafisten H. Fusch von erstaunlicher ‚Ichsucht‘ geprägt, gleich nach seiner Einstellung Anfang 1834 verfasst. Er fühlte sich einsam, ohne jegliche Perspektive und wegen seiner Kündbarkeit auf unsicherem Posten. So erbat er sich Umsetzung zum Telegrafendirektor nach Berlin… und hat es geschafft: nach 4 Jahren war er in der Hauptstadt bis zum Ende der preußischen optischen Telegrafie im Dienst und sogar zum Obertelegrafisten befördert.
Franz August O’Etzel/ v. Etzel (1783-1850) ist bekannt als geistiger Vater der optischen Telegrafie in Preußen, die er gemeinsam mit dem Geheimen Postrat Carl Philipp Heinrich Pistor (1778–1847) trotz gleichzeitig zu bewältigender Aufgaben in kürzester Zeit erfolgreich entwickelt, aufgebaut und dann als Direktor geleitet hat. Dieses war die umfangreichste Leistung O’Etzels und wird dementsprechend im Beitrag ausführlich in all ihren Facetten, mit neuen, weitgehend unbekannten Portraits beschrie-ben. Sein Lebensweg war aber nicht geradlinig, sondern auch durch von außen bedingte Brüche ge-kennzeichnet. An sich wollte er aufgrund von Anregungen während seiner Schulzeit in Potsdam Fes-tungsbauer werden, die Ausbildung dazu an der dortigen Ingenieurakademie wurde ihm wegen des noch nicht wieder anerkannten irischen Adelstitels verwehrt. So studierte er nach einer Apotheker-Ausbildung dann Naturwissenschaften in Berlin sowie Paris. Ab 1810 ging er zum Militär, um seinen Beitrag zur Befreiung von der napoleonischen Okkupation zu erbringen. Dank seiner erfolgreichen Leistungen dabei wurde er in den Generalstab abkommandiert, wodurch er sich dann ab Ende 1831 in Entwicklung und Aufbau der optischen Telegrafie und später als Telegrafendirektor einbringen konn-te. Bemerkenswerte Beiträge lieferte er auch in der Wissenschaft mit Vorlesungen an der Kriegsschu-le und einem mehrfach aufgelegten Lehrbuch der Terrainlehre. Ein sehr aufwendiges Betätigungsfeld war für ihn auch die Mitgliedschaft im Bund der Freimaurer, in dem er bis zum Nationalen Groß-meister aufstieg. Hier hat er trotz vieler verschiedenartiger Würdigung durch die besondere Huldi-gung des späteren Wilhelm I. als Protektor der preußischen Logen nicht nur Anerkennung gefunden.
Nach einer Einführung der gängigen Methoden der optischen Telegrafie in Deutschland und in Frankreich wird das 1832 in Preußen durch F.A. O'Etzel entwickelte Verfahren im Detail beschrieben. Dazu gehören auch Angaben über die Arbeitsverhältnisse an der preußischen Linie. Die meisten Telegrafisten an den Stationen waren zunächst kündbar und so fühlten sich diese gegenüber den höheren Beamten benachteiligt, was sie auch ausdrückten. Für Berlin war die Arbeitssituation deswegen erschwert, weil die Räumlichkeiten am Sitz der Telegrafenstation auf der Alten Sternwarte zunächst nicht zur Verfügung standen. Ein spezieller Hilfstelegraf musste zusätzlich in der Leipziger Straße aufgebaut werden, dessen Lage rekonstruiert werden konnte. Auch nach der Übernahme der Räume in der Alten Sternwarte wechselten die einzelnen Einrichtungen der optischen Telegrafie (Direktion, Expedition, Inspektion) relativ häufig ihre Quartiere.
Das Hauptaugenmerk der Arbeit liegt auf der Sammlung von Daten über den Inhalt der telegrafischen Depeschen. Wider Erwarten konnten durch umfangreiche Recherchen in Archiven, aber auch in zeitgenössischen Zeitungen Beispiele gefunden werden, dass der Inhalt der telegafischen Depeschen nicht nur amtlichen Informationsaustausch betraf. Bewusst wurden z.B. an Journale Informationen telegrafisch zur Veröffentlichung bereitgestellt, um Einfluss auf das politische Profil der Zeitung zu nehmen. Sogar telegrafisch übermittelte Börsenmeldungen wurden selten veröffentlicht, was zunächst kategorisch abgelehnt worden war. Über den Informationsaustausch mittels optischer Telegrafie während der revolutionären Ereignisse im Frühjahr 1848 in Europa konnten auch einige neue Informationen gefunden werden. Ein Abschnitt beschäftigt sich mit telegrafischen Depeschen im Zusammenhang mit Gerichts- und Polizeiangelegenheiten, so auch bei der Verfolgung von politisch als gefährlich eingestuften Personen. Das waren neben kirchlichen Vertretern auch Friedrich Engels und Karl Marx. Weil an diese beiden ein Brief aus Berlin mit vermutlich aufwieglerischem Inhalt abgegangen war, sollte dieser in Köln abgefangen werden. Dazu wird ein Polizeibeamter nach Köln geschickt, der optische Telegraf nach Köln und zusätzlich auch die schon bestehende elektromagnetische Verbindung nach Frankfurt/ Main genutzt. Eingeschlossen in die Arbeit ist auch die Art und Weise wie die optische Telegrafenlinie und deren Personal abgewickelt und die modernere elektromagnetische Telegrafie installiert worden war. Am Abschluss der Arbeit werden einige Kuriosa aufgeführt, die mit der damaligen Telegrafie in Zusammenhang stehen.