Rosenheimer Beiträge
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1.1. DeinHaus 4.0
Das Forschungsprojekt „DeinHaus 4.0 Oberbayern“ an der Technischen Hochschule Rosenheim (Fördergeber: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege) widmete sich einer der drängendsten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit: Der Frage, wie ein langes und selbstbestimmtes Leben im Alter bzw. bei körperlichen Einschränkungen in den eigenen vier Wänden realisiert werden kann. Das Projekt wurde sowohl an der TH-Rosenheim als auch an der TH-Deggendorf, sowie der OTH-Regensburg durchgeführt. Drei Hochschulen mit jeweils drei übergeordneten Themenfeldern: Therapie und Pflegewissenschaften, Digitale Assistenzsysteme, innovative Möblierungs- und Lichtkonzepte. Die gesellschaftliche Relevanz des Projekts ist dabei offenkundig: Angesichts der demografischen Entwicklung in Deutschland, die eine stagnierende Zahl junger Menschen einer wachsenden älteren Bevölkerung gegenüberstellt, wird der Bedarf an barrierefreiem Wohnraum immer dringlicher. Aktuell liegt der Anteil barrierefreier Wohnungen in Deutschland bei lediglich 2%, der Handlungsbedarf ist riesig (vgl. DESTATIS Statistisches Bundesamt, 2024).
„DeinHaus 4.0 Oberbayern“ gliederte sich in verschiedene Teilprojekte innerhalb der vorbeschriebenen Themenfelder. Der vorliegende Forschungsbericht thematisiert das Teilprojekt 05 „Integrativer Raum und Licht“ innerhalb dessen innovative Möblierungskonzepte, Raum-in-Raum-Systeme, sowie Licht- bzw. Beleuchtungslösungen entwickelt wurden. Die Ergebnisse wurden wahlweise in den beiden Musterwohnungen in Freilassing, im Landkreis Berchtesgadener Land, und Amerang, im Landkreis Rosenheim, oder in einem Forschungscontainer an der TH Rosenheim ausgestellt und erforscht, sowie im Rahmen zahlreicher Veranstaltungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der methodische Part des Teilprojekts stellte eine Mischung aus kreativem Entwerfen und anwendungsbezogener quantitativ-qualitativer Erhebungsmethodik (Fragebogenerhebungen, Think-Aloud-Protokollanalyse) dar. Der vorliegende Bericht liefert einen detaillierten Überblick über die entstandenen Innovationen, von der ersten Idee über die Entwicklungs- und Testphase, bis hin zur abschließenden Evaluation.
1.2. Forschungsfragen und Thesen
Bad
Die ursprüngliche Forschungsfrage lautete wie folgt: „Kann ein zu entwickelndes Raum-in-Raum-System durch räumliche Interaktion und Funktionsintegration die Barrierefreiheit in Bestandsbauten erhöhen?“ Diese galt es im Laufe der Bearbeitungszeit durch den Passus „…mit transferierbarem Erkenntnisgewinn für den Neubau…“ zu ergänzen, da im Laufe der des Projekts die Potentiale des Systems für den Neubau offensichtlich wurden.
Mobiliar
Da kaum ein Gebäude, das älter als zehn Jahre ist, nach den Grundlagen der Barrierefreiheit geplant und gebaut wurde, liegt der Fokus auf der barrierefreien Ertüchtigung von Bestandsbauten. Die Entscheidung das Hauptaugenmerk auf Modularität zu legen, liegt auf der Hand. Modulare Möbelsysteme können seriell, nach Baukasten Prinzip kostengünstig produziert werden und ermöglichen eine effiziente Nachrüstung in Bestandbauten. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass die Systeme sich den Bedürfnissen verschiedener Nutzer individuell anpassen lassen und somit auch Menschen mit Einschränkungen besser unterstützen können. Daher stellt sich folgende Forschungsfrage:
Wie kann integrativer, multifunktionaler Innenausbau in Bestandswohnungen gelingen und inwieweit können auf Modularität und Nachrüstung ausgelegte Möbelsysteme ihren Beitrag zu einem selbstbestimmten Leben im Alter leisten?
Licht
Der Untersuchungsschwerpunkt im Bereich Licht liegt auf dem Aspekt der nicht-visuellen Wirkungen. Visuelle Aspekte werden bei den Themen Ergonomie und Sicherheit (z. B. Sturzprävention) berücksichtigt, sind in der Forschung aber geringer gewichtet. Ein dritter Bereich umfasst die Lichtsteuerung von dynamischen Beleuchtungslösungen und wie diese vor allem von älteren Menschen bedient werden können, ohne ggfs. nachteilige Effekte zu erreichen.
Tageslicht synchronisiert die innere Uhr des Menschen auf den essenziellen Rhythmus von Tag und Nacht. Idealer Weise resultiert diese Lichtdosis aus einem Aufenthalt im Freien, bevorzugt während des Vormittags. Unser Leben spielt sich jedoch zunehmend in Innenräumen ab, insbesondere wenn durch Krankheit oder Alter die Mobilität im Freien eingeschränkt ist. Künstliche Beleuchtung kann diesen Umstand zumindest teilweise kompensieren. Daraus resultieren die folgenden Forschungsfragen:
1. Wie ist eine altersgerechte und melanopisch wirksame Beleuchtung zu konzipieren?
2. Welchen Beitrag kann Tageslicht im Innenraum leisten?
3. Können die theoretischen Anforderungen für alle Altersgruppen erfüllt werden?
4. Wie kann diese Beleuchtung altersgerecht gesteuert werden?
5. Werden die Lichtsituationen eines solchen Konzeptes von den Teilnehmenden akzeptiert?
1.3. Methoden
Bad
Recherche: Eine Literaturrecherche wurde durchgeführt, um zu überprüfen, ob das Bad ein tatsächliches Bestandsproblem darstellt. Hinzukommend wurden Studien der Deutschen Sanitärwirtschaft (vgl. Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft [VDS], 2017a) und das aktuelle Marktangebot für barrierefreie Bäder analysiert.
Konzeptentwicklung: Aufbauend wurden Entwurfskriterien abgeleitet und erste Skizzen und Modelle entwickelt. Marktübliche Produkte wie Duschklappsitz und barrierefreier Waschtisch wurden integriert, Mock-up-Studien unter Einbeziehung von Fachleuten durchgeführt. Fragebogenerhebung: Auf einem Fachkongress der Technischen Hochschule Rosenheim wurde der Prototyp ExpertInnen vorgestellt und evaluiert. Die Auswertung erfolgte durch eine Kombination aus quantitativer Excel-Codierung und qualitativer Analyse mit MaxQDA.
Beobachtungsstudien: Der Prototyp wurde in mehreren Beobachtungsstudien mittels Altersimulationsanzug und Think-aloud-Protokollanalyse untersucht, sowie fortlaufend modifiziert und weiterentwickelt.
Mobiliar
Planung, Anfertigung und Montage der hinsichtlich Barrierefreiheit modifizierten Erstausstattung von Möbel- und Innenausbauten, mit dem zunächst primären Ziel bereits am Markt verfügbare Systeme zeigen zu können (Funktion Musterwohnung). Zeitgleiche Entwicklung von innovativen Ideen, deren Konzeptionierungsphase, dem anschließenden Bau von Prototypen, Anpassungen in den Musterwohnungen, sowie der abschließenden Überprüfung der verschiedenen Möbelsysteme in der Test- und Evaluationsphase mittels qualitativer und quantitativer Erhebungsmethoden im Rahmen eines Mixed Methods Forschungsdesigns hinsichtlich Akzeptanz, Umsetzbarkeit und Nachhaltigkeit.
Licht
Grundlage der Arbeit ist eine Recherche zum Stand von Forschung und Technik, die Analyse der jeweiligen Bestandssituation in den Musterwohnungen und darauf aufbauend die Planung einer lichttechnischen Intervention auf Basis eines „gealterten Auges“. Ziel ist, die Potentiale nachträglich installierter Lichtlösungen zu zeigen, Steuerungsmöglichkeiten in der konkreten Anwendung zu testen und abschließend die Akzeptanz für ein „smartes Steuerungssystem“ zu überprüfen.
In der Evaluationsphase werden Lichtmessungen durchgeführt und mit der Zieldefinition für verschiedene Altersgruppen abgeglichen. In Workshops werden Probanden informiert und anschließend die Zufriedenheit bzw. Akzeptanz und die eigene Bereitschaft zur Nutzung einer vergleichbaren Licht- und Steuerungslösung im eigenen häuslichen Umfeld abgefragt.
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Die Beteiligten eines betrieblichen Prozesses erzeugen durch ihre meist sequenzielle Zusammenarbeit ein Netzwerk aus fachlichen Beziehungen. Dieses Netzwerk wird in diesem Papier als aufgabenbezogenes Prozessnetzwerk oder auch als Transaktionsnetzwerk bezeichnet. Durch die Arbeitsbeziehungen entstehen weiterhin zwangsläufig persönliche Beziehungen zwischen den Beteiligten. Es entsteht ein zweites, soziales Netzwerk.
In diesem Arbeitspapier wird experimentell untersucht, wie ein typischer betrieblicher Prozess (zur Auftragsbearbeitung) über sein Transaktionsnetzwerk die entstehenden sozialen Beziehungen zwischen den (studentischen) Akteuren beeinflusst. Die Unterscheidung in Output- und Input-Transaktionen sowie in aktive und passive Bekanntschaft („A kennt B“, „A wird von B gekannt“) erweist sich hierbei als erkenntnisfördernd. Naheliegend spielt auch die Häufigkeit der persönlichen Kontakte eine Rolle.
Damit konzentriert sich dieses Paper auf einen speziellen Aspekt der aktuell kaum beachteten Prozessnetzwerke. Das eigentliche Forschungsinteresse liegt mehr darin, Prozessnetzwerke zur empirisch fundierten, theoretischen Erklärung und Gestaltung von betrieblichen Prozessen einzusetzen. Das dafür zur Verfügung stehende „Instrumentarium“ der Netzwerkforschung wird in diesem Papier bestenfalls angedeutet.
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Die Entwickler und Hersteller von Bauprodukten sind nur selten Experten für statische Nachweise. Entsprechend schwierig gestaltet sich die Diskussion mit Prüfinstituten oder Statikern, wenn es um die Bestimmung oder die Ver-wendung von statischen Kennwerten geht. Während es früher ausreichte, den Mittelwert einer Versuchsreihe auszu-werten, ist heute bereits die statistische Versuchsauswertung hinreichend komplex. Was ist genau gemeint, wenn der Statiker nach dem charakteristischen Wert oder dem Bemessungswert frägt? Der Aufsatz erklärt für den Nicht-Statiker, was bei der Planung und Auswertung von Versuchen zu beachten ist, damit die gewonnen Kennwerte als Basis für statische Nachweise brauchbar sind. Der gesamte Prozess vom Versuch bis zum statischen Nachweis wird dazu in 10 Einzelschritte unterteilt.
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Die empirische Studie „Elektromobilität: Status, Bedarf und Potentiale öffentlicher Ladeinfrastruktur“ beschäftigt sich mit dem Status und den Geschäftsstrukturen von Versorgungsunternehmen im Geschäftsfeld der Elektromobilität sowie dem aktuellen Stand, den Planungen und den Entwicklungen im Bereich der öffentlichen Ladeinfrastruktur. Sie liefert Informationen zu der Bedeutung, der Struktur und der marktseitigen Ausgestaltung von den Geschäftsmodellen der öffentlichen Ladeinfrastruktur von Versorgungsunternehmen sowie den strategischen Implikationen hinsichtlich der zukünftigen Investitionen, Hürden, Anreize sowie dem erforderlichen Netzausbau und den Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle der öffentlichen Ladeinfrastruktur.
Die Studie wurde im Zeitraum April bis Juli 2019 erhoben. Insgesamt haben 33 Energieversorgungsunternehmen (EVU) aus dem gesamten Bundesgebiet an der Studie teilgenommen. Die 33 teilnehmenden Unternehmen sind je zu einem Drittel kleine, mittelgroße und große EVU, wobei sich die Charakterisierung nach der Größe an der Anzahl der Mitarbeiter orientiert.
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Background: Since 2011, pharmaceutical companies have to proof the added benefit of new drugs in Germany. The benefit assessment is in relation to an “appropriate comparator therapy” (ACT) defined by the Federal Joint Committee (FJC). Based on the benefit assessment, a reimbursement price is negotiated. In order to proof added benefit, it is essential to provide evidence on patient-relevant outcomes from direct head-to-head comparisons with the ACT. Indirect treatment comparisons and evidence based on surrogate parameters are usually not sufficient. FJC often splits the indication into different subpopulations.
Objective: The objective was to analyse whether factors beyond the clinical evidence have influence on the benefit assessment of the FJC.
Methods: All benefit assessments between 2011 and 2015 were included in the analysis. The benefit for each drug was calculated by weighting the evidence grade, strength of evidence and size of subpopulations. Drugs were then clustered in high, low or no benefit. Univariate logistic regression was used to identify variables with potential influence (p<0.25). Those variables were included in a multivariate logistic regression model and variables with p>0.1 were excluded in a stepwise approach.
Results: The final multivariate logistic regression identified that following variables increase the chance of getting a higher benefit: pharmacologically innovative drug, drugs in disease areas with high unmet medical need, drugs in oncology or infectious diseases, and drugs for which the FJC can split the assessment into subpopulations.
Conclusions: The analysis identified variables beyond clinical evidence that influence the benefit assessment by the FJC and provided a better understanding of decision making by the FJC.