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Das vorliegende Discussionpaper berichtet über ein konzeptionell strukturiertes Verfahren des Samplings für die Tagesbesuche im Forschungsprojekt DeinHaus 4.0 – Oberbayern. Im Rah-men der Tagesbesuche waren Patientinnen und Patienten aus kooperierenden Rehabilitati-onskliniken in das Wohnkompetenzzentrum Amerang geladen. Die Einladungen erfolgten durch die betreuende Ärzteschaft. Im Wohnkompetenzzentrum fand eine interessenorientierte Beratung zum Thema Hilfsmittel und technische Unterstützungslösungen statt. Die konzeptio-nelle Strukturierung ermöglicht eine am bio-psycho-sozialen Modell von Gesundheit, Patien-tensicherheit und salutogenen Prinzipien orientierte Auswahl der Zielgruppe – mit dem Vorteil, dass maßgeschneidert nach medizinischen Bedarfen und Interesse beraten werden kann.
Für das konzeptionell strukturierte Sampling wurden Ein- und Ausschlusskriterien ICF-basiert identifiziert. Priorität hat die Gewährleistung der Patientensicherheit durch die Identifikation und den Ausschluss von Risikopatientinnen und -patienten. Das Risikoassessement inkludiert die individuellen, funktionalen Kapazitäten der Patientinnen und Patienten (erfasst mithilfe der ICF), sowie pragmatische Überlegungen zu räumlichen Gegebenheiten und Ausstattungs-merkmalen des Wohnkompetenzzentrums.
Die Anwendung der ICF in ihrer vollumfänglichen Form ist unter Einrechnung der zeitlichen Ressourcen der rekrutierenden Ärzteschaft nicht praktikabel. Die Identifikation relevanter ICF-Core-Sets und die Quantifizierung zugehöriger ICF-Kriterien bieten eine probate Alternative. Basierend auf einer Bewertung des verantwortbaren Ausmaßes der gesundheitlichen Ein-schränkungen mittels eines Expertise getragenen Konsensverfahren werden positiv formulier-te Anforderungskriterien entwickelt.
Das vorgestellte Verfahren zum ICF-basierten Sampling zeigt großes Potenzial der Übertrag-barkeit auf andere gesundheitswissenschaftliche, medizinische und gesundheitspädagogische Formate sowie die Anwendung im Alltag medizinisch-therapeutischer Versorgung.