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In der Diskussion um bezahlbares Bauen werden aktuell die Standards im Wohnungsbau hinterfragt, darunter auch die Schallschutzanforderungen. Die Wahrnehmung von Schallschutz ist subjektiv und wird von verschiedenen Faktoren wie Alter und individuellen Empfindlichkeiten beeinflusst. Nachbarschaftslärm kann zu Schlafstörungen und Belästigungen führen, während Verkehrslärm nachweislich Gesundheitsprobleme verursacht. Das Konzept „Einfach Bauen“ zielt darauf ab, das Bauen zu vereinfachen und nachhaltiger zu gestalten. Drei Forschungshäuser, die diesem Konzept folgen, wurden auf Schallschutz überprüft. Dabei erfüllten Wohnungstrennwände und -decken die Anforderungen. Die Untersuchung der Bewohnerzufriedenheit durch Befragungen in diesen Häusern zeigt, dass die Wahrnehmung von Lärm stark variiert. Die Zufriedenheit wird durch die Kommunikation mit den Nachbarn beeinflusst. Das Fallbeispiel verdeutlicht, dass Schallschutzanforderungen oft nicht den individuellen Lärmempfinden gerecht werden, da nicht-akustische Faktoren eine starke Rolle spielen. Die Erwartung eines reduzierten Schallschutzes bei „Einfach Bauen“ kann zu Fehlvorstellungen führen, wie der Auszug von Bewohnern aus Schallschutzgründen zeigt. Die derzeitigen Mindestanforderungen an den Schallschutz erweisen sich für sehr empfindsame Menschen als unzureichend. Es ist wichtig, dass die Bewohner über den zu erwartenden Schallschutz informiert werden, um ein harmonisches Zusammenleben zu ermöglichen.
Die Gärtnerei Demmel in dem knapp 3.000 Einwohner großen Ort Seeshaupt am Starnberger See blickt auf eine über 100-jährige Geschichte zurück. 1902 gegründet, wird das Unternehmen in Familienbesitz von drei Generationen betrieben. 2002 wurde die Gärtnerei an einen langjährigen Mitarbeiter verpachtet, doch 2020 endete die Pacht, um das Gelände weiterentwickeln zu können. Studierende des 3. Semesters Architektur entwickeln Vorschläge für eine Revitalisierung des Geländes. Die Aufgabe ist der Entwurf eines neuen Gebäudes im Eingangsbereich. Es markiert den Zugang zum Gelände und steht beispielhaft für die Verbindung von Tradition und Moderne. Das Konzept basiert auf den suffizienten Prinzipien von „Einfach Bauen“: der Reduktion auf das Wesentliche und dem Verzicht auf alles Überflüssige.
Die steigenden Standards im Wohnungsbau führen in der Praxis häufig dazu, dass weder die prognostizierten Verbrauchswerte noch eine hohe Nutzerzufriedenheit erreicht werden. Das Konzept „Einfach Bauen" zielt auf den Bau robuster Gebäude mit moderatem Energieverbrauch trotz reduzierter Standards ab. Die Mixed-Methods-Untersuchung der drei Forschungshäuser in Bad Aibling belegt, dass ressourceneffiziente und technikarme Häuser eine ausreichende Nutzerzufriedenheit bieten können.
Junge Geflüchtete suchen in Deutschland Schutz aus Gründen wie bewaffneten Konflikten, politischer Verfolgung, wirtschaftlicher Unsicherheit oder dem Klimawandel. Als Minderjährige werden sie nach der Ankunft in Deutschland in Jugendhilfeeinrichtung betreut. Diese sind mit dem Erwachsenwerden nicht mehr für die zuständig, was eine tiefgreifende Veränderung bedeutet. Die intensive Betreuung durch ihre Bezugspersonen endet und sie müssen das vertraute Umfeld verlassen. Auf dem angespannten Münchner Wohnungsmarkt haben junge Menschen mit Fluchthintergrund kaum Chancen eine Wohnung zu finden, wodurch die Unterbringung in einer Gemeinschaftsunterkunft unumgänglich wird. Wünschenswert wären Übergangslösungen wie sozialpädagogisch betreute Wohngruppen, wo Fachkraft den jungen Volljährigen zur Seite stehen und sie weiter auf dem Weg in die Selbstständigkeit begleiten. Hilfe für junge Geflüchtete ist nicht nur eine humanitäre Verpflichtung, sondern auch im Interesse einer inklusiven, vielfältigen und prosperierenden Gesellschaft. Zu entwerfen ist ein mehrgeschossiges Wohn- Schulungs- und Kulturzentrum für Geflüchtete in zentraler Lage in München. Das Zentrum wird nicht nur von den Geflüchteten genutzt, sondern öffnet sich auch für die lokale Gemeinschaft. Durch GEMEIMSAME Aktivitäten und Veranstaltungen wird ein Beitrag zur kulturellen Vielfalt und Integration geleistet. Die Beschäftigung mit dem Stadtraum, der Typologie des Eckhauses und dem Übergang von (halb)-öffentlichen zu privaten Räumen steht im Vordergrund.
Über zwei Jahre wurden in den Forschungshäusern in Bad Aibling Raumklima und Verbrauch gemessen und die Bewohner befragt. Die Ergebnisse bestätigen die Strategie »Einfach bauen«, zeigten aber auch Schwachpunkte bei der Ökobilanz auf. Die Reihe wurde deshalb um ein viertes Haus erweitert, das das Forschungsprojekt »Einfach Bauen« fortsetzt und Beton durch Lehm substituiert. Die Ergebnisse wurden in der Veröffentlichung »Einfach Bauen II, Erkenntnisse« veröffentlicht.
Einfach bauen – einfach gut?
(2025)
Die steigenden Standards im Wohnungsbau führen in der Praxis häufig dazu, dass weder die prognostizierten Verbrauchswerte noch eine hohe Nutzerzufriedenheit erreicht werden. Das Konzept „Einfach Bauen" zielt auf den Bau robuster Gebäude mit moderatem Energieverbrauch trotz reduzierter Standards ab. Die Mixed-Methods-Untersuchung der drei Forschungshäuser in Bad Aibling belegt, dass ressourceneffiziente und technikarme Häuser eine ausreichende Nutzerzufriedenheit bieten können.
Einfach Bauen 3.0
(2025)
Wie geht bauen einfacher, insbesondere im Holzbau? Die Forschungshäuser in Bad Aibling beweisen, dass auch reduzierte Gebäudekonzepte ein angenehmes Raumklima ermöglichen. Messungen und Bewohnerbefragungen zeigen, dass selbst die für den Holzbau kritischen Bereiche Schallschutz und sommerlicher Wärmeschutz mit einfachen Mitteln realisierbar sind. Die beim Bau und Betrieb der ersten drei Häuser gewonnenen Erfahrungen wurden zur Optimierung des Konzepts genutzt. Der Einsatz von Holz und Lehm im vierten Forschungshaus verbessert die Umweltbilanz. Die Anpassung der Grundrisse und Freibereiche jeder Wohnung berücksichtigt die Wünsche der Nutzer. Wie geht es weiter mit Einfach Bauen? Der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum und der Wunsch nach einfacheren baulichen Lösungen mit mehr Gestaltungsfreiheit sind weiterhin da. Vor dem Hintergrund der Klimakrise und der Wohnungsnot ist es wichtig, dass Planer und Bauherren die Möglichkeit haben, bauliche Standards abzusenken.
Der Klimawandel hat enormen Einfluss auf unsere Umwelt und unser Leben. Er beeinflusst maßgeblich unsere Natur. Besonders deutlich wird dies im Wald: viele Baumarten leiden unter Starkwetterereignissen wie extremer Trockenheit oder Stürmen. In der Folge sind sie anfälliger für Schädlinge wie den Borkenkäfer. Zudem schrumpft die Artenvielfalt. Gleichzeitig hilft der Wald jedoch, durch die Speicherung von CO2 den Klimawandel zu
bremsen. Die Sensibilisierung für die Veränderung des Waldes und die Information zu den regionalen Auswirkungen des Klimawandels sind wichtige Aufgaben. Zu entwerfen ist ein Veranstaltungs- und Schulungszentrum mitten im Wald: das KLIMAHAUS. Der aufmerksame Umgang mit dem Ort, das behutsame Einfügen eines Baukörpers in die Natur und die Reduktion auf das Wesentliche nach den Prinzipien von „Einfach Bauen“ sind begleitende Themen.
An der TU München wurde 2015 das Forschungszentrum "Einfach Bauen" gegründet. Ziel war die Entwicklung eines Konzepts, das mit weniger technischer Komplexität auskommt, dabei aber Energieeffizienz und nutzerfreundlich bleibt. Realisiert wurden drei Forschungshäuser, in drei weiteren wurde das Konzept weiterentwickelt und angepasst.