WINTERRÄUME FÜR DEN DAV - Projektbericht über das Kooperationsprojekt zwischen der TH Rosenheim und dem Deutschen Alpenverein im WS 2025/2026
- Der Deutsche Alpenverein (DAV) steht vor einer großen Herausforderung. Seit den Anfängen des Alpinismus sind gut 150 Jahre vergangen und viele der Vereinshütten sind stark sanierungsbedürftig. Gleichzeitig stellen Klimawandel, Nachhaltigkeitsanforderungen und erhöhte Sicherheitsauflagen neue Herausforderungen an die alpine Architektur. Insbesondere die verschärften Brandschutzanforderungen führen dazu, Winterräume - als ganzjährig zugängliche Notunterkünfte - künftig als eigenständige Baukörper aus den Hütten auszulagern. Im Mittelpunkt des Projekts steht die Entwicklung einer modularen Gebäudestruktur mit 6 bis 20 Übernachtungsplätzen. Das Entwurfskonzept soll flexibel auf unterschiedliche topografische Bedingungen reagieren können, eine serielle Vorfertigung ermöglichen und zugleich erweiterbar sein. Angestrebt wird eine kombinierte Nutzung als Schutzraum im Winter sowie als Selbstversorgerhütte während der Sommermonate. Der Entwurf wurde exemplarisch am Beispiel des Hallerangerhauses im Karwendelgebirge in Tirol erarbeitet. Zur Einführung in die Thematik hat zum Semesterstart eine Exkursion mit Hüttenübernachtung stattgefunden. Die Projektarbeit entstand in interdisziplinärer Zusammenarbeit von Studierenden des Bachelorstudiengangs Innenarchitektur der Fakultät für Innenarchitektur, Architektur und Design (IAD) und des Masterstudiengangs Bauingenieurwesen mit Studienschwerpunkt Holzbau der Fakultät Holztechnik und Bau (HTB). Hierbei starten die Studierenden - Bauingenieurinnen/Bauingenieure und Innenarchitektinnen/Innenarchitekten - gleich von Beginn an GEMEINSAM. Der Einstieg der BauingenieurInnen in die Planung erfolgt bewusst nicht erst nach Abschluss des Vorentwurfes, sondern die interdisziplinären Gruppen arbeiten sofort gemeinsam an einer Entwurfsidee, wobei jede Fachdisziplin natürlich bei ihren originären Kompetenzen bleibt: Die (Innen)ArchitektInnen starten mit unterschiedlichen Herleitungen und Entwurfsideen, wohingegen die BauingenieurInnen mit der Grundlagenermittlung beginnen und die notwendigen Anforderungen der Aufgabe genauer untersuchen. Sie haben hierbei eine wichtige beratende Funktion inne und weisen die Entwerferinnen und Entwerfer auf Themen des Brandschutzes, der Gründung, der ungefähren Spannweiten eines möglichen Tragwerks, der Modularität und – wie in diesem Fall der Berghütte- auf die möglichen Transportmöglichkeiten mit dem Hubschrauber hin. Zusätzlich wurde in diesem Projekt noch die Ausbildung einer Trockentoilette und die Energiegewinnung bearbeitet. Durch den kontinuierlichen fachlichen Austausch innerhalb der interdisziplinären Gruppen und den ebenso wöchentlich stattfindenden ebenso interdisziplinären Korrekturen mit den Dozierenden lernen die Studierenden neben dem holzspezifischen Fachwissen die Sichtweisen der jeweils anderen Profession kennen und entwickeln auf diese Art ein Verständnis für die jeweiligen Belange des anderen. Durch das gemeinsame Ziel – einen abgestimmten Entwurf (LPH 3) mit Leitdetails (LPH 5) zu entwerfen und zu konstruieren- werden die notwendigen Schnittstellen zwischen den Disziplinen im Holzbau erarbeitet. Nur so - gemeinsam - mit Wertschätzung der anderen Profession, können die Herausforderungen des Bausektors angegangen werden.
| Author: | Denise Dih, Maren KohausORCID, Bernhard MaurerORCID, Daniela NeufferORCID |
|---|---|
| URN: | urn:nbn:de:bvb:861-opus4-32827 |
| ISBN: | 978-3-944025-46-9 |
| Document Type: | Report |
| Language: | German |
| Publication Year: | 2026 |
| Release Date: | 2026/04/08 |
| Tag: | Holzkonstruktion; Klimawandel in den Alpen; Modulares Bauen; Trockentoilette; Winterraum; alpine Architektur |
| Page Number: | 44 |
| faculties / departments: | Fakultät für Holztechnik und Bau |
| Fakultät für Innenarchitektur, Architektur und Design |