@inproceedings{Heytensvon SommoggyLindemannetal.2025, author = {Heytens, Heike and von Sommoggy, Julia and Lindemann, Christina and Schunk, Michaela and Apfelbacher, Christian}, title = {Transferentscheidungen des Innovationsfonds - eine Dokumentenanalyse der Beschl{\"u}sse}, doi = {10.5281/zenodo.17206562}, year = {2025}, abstract = {Hintergrund Der Innovationsfonds f{\"o}rdert seit 2016 neue Versorgungsformen (NVF) mit dem Ziel, der Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung gesetzlich Versicherter. Er adressiert vor allem Projekte mit potenzieller Strukturrelevanz f{\"u}r das Gesundheitssystem. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) gibt auf Basis von Projekt-Evaluationen Transferempfehlungen (TE) zur Integration der NVF in die Versorgung einer gesetzlichen Krankenversicherung, die in Beschl{\"u}ssen festgehalten und ver{\"o}ffentlicht werden. Eine systematische Analyse zur Bewertung von TE und der dabei in den Beschlusstexten erkennbaren Begr{\"u}ndungsmustern fehlt bisher. Zielsetzung Ziel dieser Analyse war eine Identifikation von Determinanten f{\"u}r die Vergabe von TE. Ebenso sollten Kriterien und Entscheidungsprozesse bei der Vergabe von TE identifiziert werden. Methode Es erfolgte eine qualitative Dokumentenanalyse auf Basis der vorliegenden Beschlusstexte zu abgeschlossenen NVF-Projekten (n = 99, Stand 03/2025). Die Analyse folgte einer qualitativen Inhaltsanalyse mit Kategorienbildung [2]. Der Analyseprozess war induktiv ausgerichtet, wobei zentrale Muster und wiederkehrende Argumentationslinien identifiziert wurden. Ziel war die Identifikation allgemeiner Bewertungstendenzen, nicht die Analyse individueller Projekte. Zur Sicherstellung von Konsistenz und Zuverl{\"a}ssigkeit wurden Extraktion und Auswertung gegengepr{\"u}ft. Die Inhalte wurden zu Clustern geb{\"u}ndelt, die u. a. methodische Limitationen und prim{\"a}re Endpunkte sowie {\"u}bergreifende Bewertungskriterien zur Vergabe einer TE abbilden. Ergebnisse Von 99 abgeschlossenen Projekten erhielten 24 eine TE, jedoch erreichten nur 2 davon signifikante Ergebnisse in prim{\"a}ren Endpunkten, 3 Projekte wurden abgebrochen. Am h{\"a}ufigsten wurden Projekte mit positiven Tendenzen ohne statistische Signifikanz f{\"u}r den Transfer empfohlen (10/24). Hingegen zeigten 43 der 72 Projekte ohne TE signifikante Ergebnisse. Bei den identifizierten Limitationen traten h{\"a}ufig unzureichende Fallzahlen, Verzerrungen, Verlust von Teilnehmern, Selektionsbias oder fehlende Randomisierung auf. Begr{\"u}ndungen f{\"u}r eine TE trotz nicht-signifikanter Ergebnisse f{\"u}r das prim{\"a}re Outcome lagen in einer hohen Akzeptanz der NVF basierend auf den Ergebnissen der Prozessevaluation, strukturellen Ankn{\"u}pfungspunkten in der Gesundheitsversorgung sowie eine Erweiterung bestehender Versorgungsbestandteile. Die Diskrepanz zwischen positiv evaluierten Projekten und der Vergabe von TEs deutet darauf hin, dass methodische G{\"u}te aus Sicht des IA allein kein ausschlaggebender Faktor ist. Vielmehr scheinen weitere Versorgungs- und strukturrelevante Aspekte zus{\"a}tzlich entscheidend zu sein. Implikation f{\"u}r Forschung und/oder (Versorgungs-)Praxis Die Analyse zeigt, dass Bewertung der NFV-Projekte zur Vergabe von TEs durch den IA, wie sie in den Beschlusstexten dokumentiert ist, nicht allein auf der kritischen Analyse der methodischen G{\"u}te basiert, sondern kontextbezogene Faktoren im Gesundheitswesen, wie Akzeptanz oder strukturelle Ankn{\"u}pfungspunkte ebenfalls eine Rolle spielen. Diese Erkenntnisse bieten Ansatzpunkte f{\"u}r die Optimierung zuk{\"u}nftiger NVF-Projekte und Evaluationsprozesse im Innovationsfonds.}, language = {de} }