@inproceedings{HeytensSchunkLindemannetal.2025, author = {Heytens, Heike and Schunk, Michaela and Lindemann, Christina and von Sommoggy, Julia and Apfelbacher, Christian}, title = {Determinanten des Transferprozeses von Innovationsfondsprojekten - Eine Analyse mithilfe des Consolidated Framework for Implementation Research}, doi = {10.5281/zenodo.17206352}, year = {2025}, abstract = {Hintergrund Der Innovationsfonds (IF) wurde initiiert, um neue Versorgungsformen zu entwickeln und erfolgreiche Projekte in die Regelversorgung (RV) zu {\"u}berf{\"u}hren. Trotz substanzieller F{\"o}rderung bleiben die Bedingungen f{\"u}r einen erfolgreichen Transfer schwierig. Strukturelle Herausforderungen wie Sektorengrenzen oder fehlende Finanzierungswege sind bekannt, aber relevante Barrieren und F{\"o}rderfaktoren im Forschungs- und F{\"o}rderkontext wurden bislang kaum untersucht. Insbesondere Zielsetzungen, Handlungslogiken und Priorit{\"a}ten der Stakeholder sind unzureichend analysiert. Das Consolidated Framework for Implementation Research (CFIR) bietet einen strukturierten Rahmen zur Erfassung von Implementierungsbedingungen und wurde als Analyseinstrument verwendet. Zielsetzung Ziel dieser Studie war es, hemmende und f{\"o}rderliche Faktoren f{\"u}r den Transfer IF-gef{\"o}rderter Projekte in die RV aus der Perspektive beteiligter Akteure zu identifizieren und mit dem CFIR systematisch zu analysieren. Methode Es wurden 38 leitfadengest{\"u}tzte Interviews mit Projektbeteiligten (n = 29) und Vertreter:innen des F{\"o}rderers (n = 9) gef{\"u}hrt (11/2021-03/2022). Die Transkripte wurden mittels qualitativer Inhaltsanalyse (Kuckartz) in MAXQDA ausgewertet. Grundlage der Codierung war das CFIR, das f{\"u}nf Dom{\"a}nen mit je mehreren Konstrukten zur Verf{\"u}gung stellt. Die Analyse erfolgte deduktiv entlang dieser Konstrukte. Die Auswertung zielte auf thematische Verdichtung entlang der CFIR-Dom{\"a}nen, unabh{\"a}ngig von Akteurszugeh{\"o}rigkeit. Ergebnisse Besonders viele Nennungen fanden sich in den CFIR-Dom{\"a}nen Innovation und {\"A}ußeres Umfeld. Im Bereich des {\"a}ußeren Umfelds wurden zentrale Hemmnisse wie eine unzureichende gesetzliche Grundlage, fehlende Anschlussfinanzierung sowie unklare Zust{\"a}ndigkeiten nach Projektende beschrieben. F{\"o}rderer verwiesen zudem auf mangelnde Evidenzgrundlagen, limitierte {\"U}bertragbarkeit auf bestehende Versorgungsstrukturen sowie begrenzte Umsetzungskompetenz des G-BA. Im Bereich der Innovation thematisierten Projektbeteiligte insbesondere Schwierigkeiten bei Fallzahlplanung und Zielgruppenerreichung. F{\"o}rderliche Faktoren umfassten vor allem die fr{\"u}hzeitige Einbindung relevanter Stakeholder, kontextgerechte Projektplanung und transparente Kommunikation. Themen wie Finanzierungsfragen wurden von Akteuren je nach ihrer Position im Transferprozess unterschiedlich bewertet. Implikation f{\"u}r Forschung und/oder (Versorgungs-)Praxis Die Ergebnisse verdeutlichen, dass das CFIR einen tragf{\"a}higen konzeptionellen Rahmen f{\"u}r die systematische Analyse von Transferbedingungen in komplexen F{\"o}rderkontexten bietet. Die Interviewdaten zeigen, dass sich der Transfer nicht allein auf Evaluationslogiken st{\"u}tzen l{\"a}sst, sondern dass politische, regulatorische und strukturelle Bedingungen auf h{\"o}chst unterschiedliche Weise sowohl die Evaluationslogiken selbst als auch die Projektdurchf{\"u}hrung beeinflussen. Um eine nachhaltige Integration neuer Versorgungsformen zu erreichen, erscheint es sinnvoll, F{\"o}rderformate zu schaffen, in denen relevante Stakeholder die rechtlichen Rahmenbedingungen hinsichtlich der regulatorischen Anschlussf{\"a}higkeit und Skalierbarkeit von Projekten bereits in der Planungsphase kritisch pr{\"u}fen.}, language = {de} }