@inproceedings{L{\"u}kenJakob2025, author = {L{\"u}ken, Jan-Diederich and Jakob, Sch{\"a}uble}, title = {Wo steht die Circular Economy?}, institution = {Fakult{\"a}t f{\"u}r Chemische Technologie und Wirtschaft}, year = {2025}, abstract = {Beim Thema Kreislaufwirtschaft besteht vermutlich eine Diskrepanz zwischen den Messungen der amtlichen Statistik und den realen {\"o}konomischen Entwicklungen. Europaweit {\"u}berwacht Eurostat beispielsweise die Entwicklung der Circular Economy anhand materialbezogener Indikatoren. Diese zeigen f{\"u}r die letzten Jahre zwar leichte Aufw{\"a}rtstrends - etwa bei der Ressourcenproduktivit{\"a}t, der {\"O}ko-Effizienz (Abfallintensit{\"a}t) und der Circular Material Use Rate (CMUR). Doch Wachstumsraten liegen einerseits deutlich unter dem erforderlichen Niveau, um die erkl{\"a}rten Ziele der EU zu erreichen. So soll die CMUR bis 2030 auf 22,4 \% steigen; bislang liegt sie in der EU bei knapp unter 12 \% (Stand: 2023), 2010 waren es 10,7\%. Auch andere kreislaufwirtschaftliche Indikatoren zeigen f{\"u}r die letzten Jahre bestenfalls eine moderate zirkul{\"a}re Performance, bei manchen - wie beim Verpackungsm{\"u}ll - sogar eine negative. Andererseits w{\"a}chst die „Circular Economy" als Narrativ. So zeigt Google Ngrams eine Vervielfachung der Nennungen des Themas in ver{\"o}ffentlichten B{\"u}chern in den Jahren 2015 bis 2020. Google Trends und Web of Science zeigen f{\"u}r den Suchbegriff „Circular Economy" {\"a}hnliche Ergebnisse. Die Kreislaufwirtschaft ist zudem Kernbestandteil zahlreicher europ{\"a}ischer Regulierungsprojekte, von denen der Green Deal und der Industrial Clean Deal die prominentesten sind. In diesem Jahr wurde die nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie in Deutschland ver{\"o}ffentlicht. Bayern verfolgt bereits seit 2024 eine eigene Strategie. Vermutlich gibt die amtliche Statistik den Stand und die Entwicklung der Kreislaufwirtschaft nicht vollst{\"a}ndig wieder. Offizielle Daten erfassen die Kreislaufwirtschaft im klassischen Sinne, also als Abfall-, Verwertungs- und Materialstr{\"o}me. Um sie jedoch umfassend zu vermessen, m{\"u}ssten auch betriebliche zirkul{\"a}re Aktivit{\"a}ten durch Indikatoren erfasst werden, die R-Strategien wie Redistribution, Refurbishment und Remanufacturing abbilden - also Strategien, wie sie etwa vom UN Environment Programme definiert wurden. Eine solche Erweiterung k{\"o}nnte dazu beitragen, den Status quo der Kreislaufwirtschaft als zentrales klimapolitisches Instrument pr{\"a}ziser zu bestimmen. Auf unserem Poster geben wir Anregungen zur Weiterentwicklung der amtlichen Statistik, die auf Erkenntnissen mehrerer Unternehmensbefragungen mit kleineren Stichproben (jeweils n ≤ 150) beruhen. Die Umfragen wurden zwischen 2023 und 2025 durchgef{\"u}hrt. Eine Befragung wurde mithilfe pers{\"o}nlich gef{\"u}hrter, strukturierter Interviews erhoben, die anderen Umfragen wurden mithilfe einer Online-Befragung durchgef{\"u}hrt. In den Umfragen wurden unter anderem Konzepte wie kreislaufwirtschaftliche Strategien, Barrieren und Treiber sowie Status und Orientierung gegen{\"u}ber der Circular Economy untersucht.}, language = {de} }