Fakultät Life Sciences
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Ziel dieser Arbeit ist es, den aktuellen Stand der Sicherheits- und Fehlerkultur im St.-Clemens-Hospital Geldern zu erheben, nach aktuellem Forschungsstand wirksame Maßnahmen zur Steigerung der Patientensicherheit zu recherchieren und beides gegenüberzustellen, um praxisorientierte Handlungsempfehlungen für ein Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung ableiten zu können.
Zur Bedarfsanalyse wurde eine angepasste deutsche Version des HSOPSC an 206 Mitarbeitende ausgegeben. Des Weiteren wurden 66 CIRS-Meldungen des Jahres 2025 kategorisiert und ausgewertet. Als dritte Datengrundlage diente die Debriefing-Befragung einer Simulationsschulung. Parallel erfolgte eine strukturierte, nicht systematische Literaturrecherche in PubMed und der Bibliothek der Hochschule Rhein-Waal inklusive Datenbanken wie Springer Link und Kohlhammer eLibrary.
An der Mitarbeiterbefragung nahmen 19 Personen teil (Rücklaufquote 9,22 %). Die höchsten Anteile positiver Antworten erreichten die Dimensionen „Teamarbeit in der Abteilung“ (74 %) und „Kommunikationsoffenheit“ (71 %), die niedrigsten die Dimensionen „Häufigkeit der Ereignismeldungen“ (21 %) und „Gesamtwahrnehmung der Patientensicherheit“ (32 %). Obwohl 84 % der Befragten das CIRS kennen, gab die Hälfte von ihnen an, in den vergangenen zwölf Monaten keine Meldung abgesetzt zu haben. Die CIRS-Auswertung stützt dieses Bild: 55 % aller Meldungen entfielen auf einen einzigen Prozess (Blutabnahme), 29 % aller Meldungen wurden dem Attribut „Kommunikation“ zugeordnet. Der Room of Error wurde durchgehend positiv bewertet, mit hohem selbst eingeschätztem Lerneffekt und dem Wunsch nach jährlicher Wiederholung. Die Literaturrecherche ergab zwölf Maßnahmen, von denen neun dem Globalen Aktionsplan für Patientensicherheit der WHO entstammen.
Als Handlungsfelder wurden die Melde- und Reaktionskultur sowie die interdisziplinäre Kommunikation an Schnittstellen und bei Übergaben identifiziert. Empfohlen werden daraus abgeleitet Schulungen zu Humanfaktoren und Just Culture über bereits etablierte Formate, ein Multiplikatorenprogramm vor allem für Hoch-Risiko-Bereiche, die Einführung des bereits geplanten SBAR-Modells in Verbindung mit Closed-Loop-Kommunikation sowie die Benennung eines Patientensicherheitsbeauftragten. Aufgrund der geringen Teilnehmerzahl sind die Befragungsergebnisse nicht statistisch belastbar, sondern lediglich als Tendenzen zu interpretieren.
Die Arbeit entwickelt ein praxistaugliches Qualifizierungskonzept für die Planung und Konstruktion sicherer Teststände am ZBT. Durch zehn Interviews wurden Defizite bei Transparenz, Dokumentation und Kompetenzfeststellung identifiziert. Darauf aufbauend wurden vier Kompetenzstufen, eine Qualifikationsmatrix und zwei Verfahren zur Kompetenzfeststellung entwickelt. Die Wirksamkeit des Konzepts muss noch praktisch erprobt werden.
Digitalisierung, neue Arbeitsformen, demografische Entwicklungen und veränderte Belastungsstrukturen beeinflussen die Bedingungen, unter denen Arbeit organisiert, ausgeübt und arbeitsmedizinisch begleitet wird. Obwohl diese Entwicklungen die betriebsärztliche Versorgung unmittelbar betreffen, ist bislang nur begrenzt empirisch erfasst, wie sie sich konkret in der betriebsärztlichen Praxis niederschlagen und welche praktischen Ansatzpunkte und Grenzen sich daraus für Prävention und Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz ergeben.
Um diese Lücke zu adressieren, wurde untersucht, wie Betriebsärzt:innen den Wandel der Arbeitswelt wahrnehmen, welche Auswirkungen sich daraus für ihre Tätigkeit und ihr Rollenverständnis ergeben und welche praxisorientierten Handlungsmöglichkeiten sowie Unterstützungsbedarfe sich für die zukünftige betriebsärztliche Versorgung ableiten lassen. Hierzu wurden qualitative, leitfadengestützte Expert:inneninterviews geführt und mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet.
Die Ergebnisse zeigen, dass Betriebsärzt:innen den Wandel der Arbeitswelt vor allem durch veränderte und komplexere Beratungs- und Betreuungsanlässe, eine zunehmende Bedeutung psychosozialer und sozialmedizinischer Fragestellungen sowie digitale und hybride Arbeitsformen erleben. Digitale Möglichkeiten werden als Beitrag zu einer effizienteren Organisation und niedrigschwelliger Erreichbarkeit beschrieben, bleiben jedoch dort begrenzt, wo persönlicher Kontakt, betriebliche Präsenz oder körperliche Untersuchungen erforderlich sind. In der betriebsärztlichen Arbeitsweise beschränken sich digitale Entwicklungen überwiegend auf digitale Arbeitsorganisation und Beratung, während weitergehende Potenziale kaum ausgeschöpft werden. Das berufliche Rollenverständnis bleibt im Kern durch Beratung, Prävention und Vermittlung geprägt, während zugleich kommunikative, digitale, psychosoziale, sozialmedizinische sowie organisations- und managementbezogene Kompetenzen an Bedeutung gewinnen. Insgesamt wird deutlich, dass die Arbeitsmedizin durch ihren direkten Zugang zu Beschäftigten, ihren präventiven Auftrag und ihre betriebliche Nähe eine wichtige Rolle bei der Begleitung des Wandels der Arbeitswelt einnehmen kann, dabei jedoch durch begrenzte Sichtbarkeit, eingeschränkte Lösungsmöglichkeiten sowie technische, datenschutzrechtliche und strukturelle Umsetzungshürden herausgefordert wird.
Für die arbeitsmedizinische Versorgung im Wandel der Arbeitswelt ergibt sich daraus die Notwendigkeit, betriebsärztliche Sichtbarkeit, interdisziplinäre Zusammenarbeit, digitale und organisatorische Unterstützungsstrukturen sowie Aus- und Weiterbildung gezielt weiterzuentwickeln, damit Betriebsärzt:innen ihre präventive und beratende Funktion auch unter veränderten Arbeitsbedingungen wirksam wahrnehmen können.
Rice is a vital food crop consumed on a global scale and a staple in most south Asian countries. Although the demand for rice keeps increasing, rice yield is reduced due to the negative impacts of abiotic stresses. Research conducted to develop abiotic stress tolerant rice varieties has shown that promoter choice can affect how stress responsive genes are expressed under stress. OsBBX22 is a rice orthologue gene of Arabidopsis AtBBX21, which is involved in abiotic stress regulation. In this study the promoter region upstream of OsBBX22 from Oryza sativa ssp. indica was analysed. The promoter sequence was retrieved using RAP-DB and it was verified using BLAST. The PLACE database was used to identify cis regulatory elements (CREs) linked to abiotic stress (drought, flooding, salinity and extreme temperature), phytohormonal signalling (ABA, SA, GA and auxin) and light regulation pathways present in the OsBBX22 promoter sequence. The distribution of CREs was visualised using TBtools-II. Based on the in silico results, a 1548 bp promoter region was selected for amplification. Genomic DNA isolated from O. sativa indica leaves was used as the PCR template. The amplified PCR products were confirmed by sanger sequencing and BLASTn. After that, the verified PCR product from trial two was cloned into pGEM-T Easy vector and transformed into DH5alpha competent cells. Plasmid DNA was isolated from six selected recombinant colonies and sequencing was performed using T7 and SP6 primers. T7 based results yielded significant matches to the O. sativa indica sequence (AP027390.1). Overall, the study generated a CRE distribution profile for OsBBX22 and a cloned promoter construct for downstream applications in transgenic rice research.
Hintergrund: Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Rettungsdienstes sind spezifischen physischen und psychischen Arbeitsbelastungen ausgesetzt, die sich besonders durch die Einsatzdichte sowie extremen Einsatzerfahrungen und dem Schichtdienst charakterisieren lassen. Obwohl in einer Vielzahl Studien bereits die Wirksamkeit von Gesundheitsförderungsmaßnahmen bei Einsatzkräften sowie vergleichbaren Berufsgruppen mit Fokus auf einzelne gesundheitliche Parameter identifiziert wurde, existieren wenig
systematische Ansätze mit Fokus auf eine Kombination relevanter gesundheitlicher Parameter innerhalb des Einsatzdienstes. Ziel dieser Arbeit war es, den Effekt eines Interventionsprogramms auf die Parameter subjektives Stressempfinden, Schlafqualität, psychisches Wohlbefinden und körperliche Beschwerden bei kommunalen Einsatzkräften der Stadt Moers zu analysieren und darauf basierend Handlungsempfehlungen zu formulieren.
Methode: Die Untersuchung erfolgte auf Basis eines quasi-experimentellen Vorher-Nachher-Vergleichs mit zwei unabhängigen Stichproben. Die Erhebung erfolgte mittels standardisierter Fragebögen. Zwischen den Erhebungszeiträumen fand eine Interventionsphase von vier Monaten statt, in der über Aushänge die Themenfelder Stress/Achtsamkeit, Bewegung, Schlaf und Ernährung thematisiert wurden.
Ergebnisse: Die Auswertung zeigt, dass sowohl für die körperlichen Beschwerden als auch die subjektive Stresswahrnehmung keine signifikanten Veränderungen zu verzeichnen sind.
Ebenso zeigen auch die psychosozialen Belastungsfaktoren keine statistischen
Veränderungen. Darüber hinaus weisen die Einsatzkräfte für die Schlafqualität einen statistisch signifikanten Unterschied auf. Lediglich im Zusammenhang mit dem psychischen Wohlbefinden lässt sich, nach der Intervention, eine statistisch signifikante Verbesserung verzeichnen.
Schlussfolgerung: Auf Grundlage der Ergebnisanalyse sind Handlungsempfehlungen für ein systematisches Gesundheitsförderungskonzept formuliert worden. Das Konzept umfasst sowohl verhaltens- als auch verhältnisorientierte Maßnahmen. Außerdem erfolgte eine Fokussierung auf die Regeneration sowie das psychischen Wohlbefinden. Darüber hinaus werden auch Maßnahmen zur Stressreduzierung, Verbesserung körperlicher Beschwerden und der Ernährung aufgegriffen, um ein nachhaltig systematisches Konzept zu ermöglichen.
Leistungssportler bewegen sich im Grenzbereich menschlicher Leistungsfähigkeit. Obwohl sportliche Betätigung überwiegend mit positiven Auswirkungen auf die Gesundheit assozi-iert wird, setzt die Erbringung maximaler sportlicher Leistungen die Akzeptanz potenzieller Gesundheitsrisiken voraus. Ein gesunder Körper gehört jedoch zu den Grundvorausset-zungen für eine langfristige und erfolgreiche Teilnahme am Leistungssport. Um mit der Am-bivalenz, welche die Sicherung der Gesundheit der Sportler schwierig gestaltet, umgehen zu können, ist eine Ausprägung der eigenen Gesundheitskompetenzen und die des Um-felds von hoher Relevanz. Ziel der Arbeit ist es herauszufinden in welchen Bereichen der Gesundheitskompetenzen Handlungsbedarf für Leistungssportler, aufgrund von fehlendem Wissen, fehlender Hilfestellung oder verhaltensorientierten Faktoren besteht. Auf Basis dieser Analyse werden Handlungsempfehlungen innerhalb eines Konzeptes erarbeitet, welche die Vereine unterstützen soll, um die Gesundheit ihrer Sportler nachhaltig zu för-dern. Die Studie wurde als quantitative Online-Befragung mit Hilfe eines standardisierten Fragebogens durchgeführt und untersucht verschiedene Bereiche der Gesundheitskom-petenz bei Leistungssportler aus der 1. und 2. Bundesliga im Volleyball und Handball. Die Auswertung erfolgte unter Zuhilfenahme einer deskriptiven Statistik sowie einer Analyse der Problembereiche und der ausgewählten Charakteristika. Auf Basis der identifizierten Problembereiche wurden abschließend Handlungsempfehlungen für die Vereine abgeleitet. Die Ergebnisse zeigen, dass Leistungssportler insgesamt über eine mittlere bis hohe Ge-sundheitskompetenz verfügen, jedoch deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Berei-chen bestehen. Auffällig ist die Diskrepanz zwischen vorhandenem Wissen und der ent-sprechenden Umsetzung, insbesondere bei Stressmanagement, Regeneration und Prä-vention. Für eine nachhaltige Gesundheitsförderung sind daher verhaltensorientierte Maß-nahmen und strukturelle Verbesserungen notwendig.
Antimikrobielle Resistenzen (AMR) stellen eine der größten Herausforderungen des Public-Health-Sektors des 21. Jahrhunderts dar. Neben dem Einsatz von antimikrobiellen Mittel rücken heutzutage auch Biozide sowie Tenside, als Treiber für AMR immer mehr in den Fokus der Forschung. Während erste Studien den Einfluss von Tensiden auf die Ausbildung von antimikrobiellen Resistenzen belegen, stellt das Struktur-Wirkungs-Prinzip der chemischen Struktur eines Tensids, seiner physikochemischen Eigenschaften und seiner biologischen Wirkung auf Biofilme weitergehend ein unzureichend erforschtes Gebiet dar. An der Schnittstelle der industriellen Tensidchemie und der mikrobiologischen Resistenzforschung adressiert die vorliegende Arbeit genau diese Forschungslücke.
In Kooperation mit Kao Chemicals GmbH wurden strukturvariable Tenside mit unterschiedlichen Kopfgruppen (Ethoxylate, Ethercarbonsäuren und Phosphatester) und verschiedenen Alkylkettenlängen (C8, C12/14 und C16/18) dazu eingesetzt, die Expression resistenz- und biofilmassoziierter Gene in Reinkulturbiofilmen von Escherichia coli und in Zwei-Spezies-Biofilmen von Escherichia coli und Pseudomonas aeruginosa zu untersuchen. Die Genexpression von csgA und csgD in E. coli und csgA, csgD, intl1, fapA und fapC in gemischten Biofilmen wurde mittels RT-qPCR analysiert. Als Referenztenside dienten Natriumdodecylsulfat und Cocamidopropylbetain, für die bereits erste Studien zu dessen Einfluss auf die Ausbildung von antimikrobiellen Resistenzen vorliegen. Ergänzend zu den mikrobiologischen Untersuchungen wurden die verwendeten Tenside physikochemisch mithilfe der kritischen Mizellbildungskonzentration (CMC) und des Dissoziationsgrads der ionischen Kopfgruppen charakterisiert. Die CMC-Bestimmung erfolgte mithilfe der Wilhelmy-Platten-Methode und der Pendant-Drop-Methode. Die pKs-Werte wurden mit einer pH-metrischen Titration ermittelt.
Die CMC-Bestimmungen zeigten die erwartete Abhängigkeit von der Kettenlänge sowie einen mit der Kettenlänge steigenden pKs-Wert für die Ethercarbonsäuren. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass Fettalkoholethoxylate, Alkylpolyethercarbonsäuren und Phosphatester auch bei subinhibitorischen Konzentrationen einen Einfluss auf die Biofilmbildung haben können, dieser konnte jedoch nicht signifikant belegt werden. Ein Einfluss der untersuchten Tenside auf die Ausbildung resistenzassoziierter Gene, besonders von intl1 konnte nicht gezeigt werden.
Hintergrund:
Durch die demographischen Entwicklungen der letzten Jahre gibt es mittlerweile einen hohen Anteil an älteren Menschen in der deutschen Bevölkerung. Auch chronische Erkrankungen sind in den vergangenen Jahren immer häufiger geworden. Sie treten im hohen Alter öfter auf und gelten als Herausforderung für Gesundheitssystem und Betroffene.
Zudem gehen sie häufig mit einer Beeinflussung der Lebensqualität einher, die als wichtiger Indikator für das subjektive Befinden einer Person gilt. Tiefergehend ist der Zusammenhang allerdings in Deutschland bislang selten untersucht worden.
Zielsetzung:
Das Thema der Arbeit besteht in der Analyse des Zusammenhangs von chronischen Erkrankungen und gesundheitsbezogener Lebensqualität bei über 60-Jährigen unter Beachtung von geschlechts-, altersgruppen- und krankheitsspezifischen Unterschieden. Ziel war es dabei, den Zusammenhang zwischen den Faktoren besser zu verstehen, um daraus Implikationen für die Gesundheitsversorgung in Deutschland abzuleiten.
Methodik:
Es folgte eine Sekundärdatenanalyse der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1) des Robert Koch-Instituts, durchgeführt in den Jahren 2008-2011, hinsichtlich verschiedener soziodemografischer, sozioökonomischer und krankheitsbezogener Faktoren.
Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde mittels des SF-36-Fragebogens erfasst. Die Analyse wurde mithilfe von deskriptiven Analysen, Gruppenvergleichen (z. B. t-Test oder ANOVA) sowie Regressionsanalysen (z. B. multiple lineare Regression) durchgeführt. Die statistische Auswertung erfolgte mit dem Programm PSPP.
Ergebnisse:
Die Analyse zeigte, dass Personen im Alter von ≥ 60 Jahren mit mindestens einer chronischen Erkrankung eine signifikant niedrigere körperliche und psychische Lebensqualität zeigten als gesunde Gleichaltrige. Während Hypertonie und Multimorbidität mit geringerer körperlicher Lebensqualität zusammenhingen, waren chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und Multimorbidität mit geringerer psychischer Lebensqualität assoziiert. Eine längere Krankheitsdauer bei Hypertonie und Diabetes mellitus hing mit einer niedrigeren körperlichen Lebensqualität zusammen. Im Vergleich der ≥ 60-Jährigen mit jüngeren Erwachsenen (< 60 Jahren) nahmen die Werte der körperlichen Lebensqualität mit steigendem Alter ab, für die psychische Lebensqualität zeigten sich höhere Werte für die ≥ 60-Jährigen. Frauen mit mindestens einer chronischen Erkrankung berichteten eine geringere Lebensqualität als Männer. Der sozioökonomische Status war ebenfalls ein signifikanter Prädikator für beide Dimensionen.
Diskussion:
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass chronische Erkrankungen im höheren Lebensalter insbesondere mit Einschränkungen der körperlichen Lebensqualität verbunden sind, während die psychische Lebensqualität vergleichsweise stabil bleibt. Für die Praxis bedeuten die Ergebnisse, dass eine Notwendigkeit für eine ganzheitliche Versorgung älterer Menschen mit chronischen Erkrankungen besteht, die neben der medizinischen Behandlung auch soziale Aspekte berücksichtigt. Zukünftige Forschung sollte vor allem Längsschnittstudien nutzen, um kausale Zusammenhänge und zeitliche Entwicklungen der gesundheitsbezogenen Lebensqualität im Verlauf chronischer Erkrankungen zu untersuchen.
Einleitung: Krebs ist sowohl in Deutschland als auch weltweit eine der häufigsten Todesursachen. Zur Entstehung von Krebs tragen genetische Faktoren und Lebensstilfaktoren bei. In der Phase des jungen Erwachsenenalters werden die im Kindesalter etablierten Ernährungsgewohnheiten und Verhaltensmuster infrage gestellt.
Der neue Lebensabschnitt und die dadurch eintretende eigenständige Verantwortung für Einkauf und Zubereitung von Mahlzeiten kann zu Veränderungen der Gewohnheiten führen. Bisher gibt es in Deutschland nur wenige bis keine Studien, die die Ernährungsgewohnheiten, das Körpergewicht und das Ernährungswissen in Bezug auf das Krebsrisiko bei Studierenden erfassen.
Methodik: Im Rahmen dieser Bachelorarbeit werden Studierende der Hochschule Rhein Waal in Kleve zu ihrem Wissen über ernährungsspezifische Krebsrisiken und Übergewicht als Krebsrisikofaktor sowie zu ihrem individuellen Ernährungsverhalten und Körpergewicht befragt. Die Befragung erfolgt online über einen Fragebogen, der im Rahmen der Bachelorarbeit entwickelt wurde und an bereits standardisierten Fragebögen orientiert ist.
Die Daten werden mit deskriptiver Statistik und Korrelationsanalysen ausgewertet, um Zusammenhänge zwischen Ernährungswissen, Ernährungsverhalten und BMI zu identifizieren.
Ergebnisse: Bei der untersuchten Stichprobe an Studierenden können signifikante geschlechtsspezifische Unterschiede im Wissen über ernährungsspezifische Krebsrisiken erkannt werden, wobei weibliche Studierende über ein signifikant höheres (p = 0,0066) Wissen als die kombinierte Gruppe aus männlichen und diversen Studierenden verfügen.
Im Wissen über Übergewicht als Krebsrisikofaktor können keine signifikanten (p = 0,3513) geschlechtsspezifischen Unterschiede festgestellt werden. Ein höheres Wissen über Ernährung und ernährungsbedingte Krebsrisiken geht mit einem gesünderen Ernährungsverhalten einher (p = 0,0009). Zwischen Wissen über Übergewicht als Krebsrisiko und BMI besteht keine signifikante negative Korrelation (p = 0,8662).
Diskussion: Die Ergebnisse zum Wissen über ernährungsspezifische Krebsrisiken und zum Einfluss von Wissen auf das Ernährungsverhalten bestätigen Zusammenhänge, die bereits in internationalen Studien beschrieben wurden. Ein Zusammenhang zwischen Wissen über Übergewicht als Krebsrisikofaktor und BMI von Studierenden wurde bislang nicht untersucht. Zudem wird der Bedarf, bestehende Wissenslücken durch Präventions- und Bildungsmaßnahmen zu schließen, um Übergewicht und ungesunde Ernährungsgewohnheiten sowie deren gesundheitliche Folgen zu verhindern, verdeutlicht.
Hintergrund:
Die Digitalisierung des Gesundheitswesens schreitet zunehmend voran und digitale Gesundheitsangebote der Krankenkassen gelten als ein wichtiger Ansatz für eine effizientere und nutzerorientierte Gesundheitsversorgung. Trotz ihres großen Potenzials zeigen bisherige Studien, dass diese Angebote bislang nur unzureichend genutzt werden. Außerdem wurde die Perspektive der Versicherten dabei bisher nur begrenzt untersucht.
Ziel:
Ziel dieser Masterarbeit ist es zu analysieren, wie digitale Gesundheitsangebote der Krankenkassen aus Sicht der Versicherten wahrgenommen werden und welchen Einfluss sie auf die Steuerung des gesundheitsbezogenen Verhaltens sowie auf den Zugang zu der medizinischen Versorgung haben. Dabei stehen insbesondere die Bekanntheit, Nutzung und Bewertung dieser Angebote sowie der Zusammenhang mit der digitalen Gesundheitskompetenz im Fokus.
Methodik:
Methodisch basiert die Arbeit auf einem Mixed-Methods-Ansatz. Zunächst wurden qualitative leitfadengestützte Interviews mit Versicherten durchgeführt, um ein vertieftes Verständnis individueller Wahrnehmungen und Erfahrungen zu gewinnen. Ergänzend wurde eine Online-Befragung durchgeführt. Die Datenauswertung erfolgte mittels qualitativer Inhaltsanalyse sowie verschiedener statistischer Verfahren. Theoretisch stützt sich die Arbeit unter anderem auf das Health Belief Model, das Technology Acceptance Model sowie das Konzept der eHealth Literacy.
Ergebnisse:
Die Ergebnisse basieren auf 10 durchgeführten Interviews und 172 ausgefüllten Online-Fragebögen. Es zeigt sich, dass digitale Gesundheitsangebote vielen Versicherten bekannt sind und überwiegend positiv bewertet werden aber die tatsächliche Nutzung hinter der Bekanntheit zurückbleibt. Besonders ausgeprägt ist dieser Unterschied bei Angeboten wie der elektronischen Patientenakte und digitalen Gesundheitsanwendungen. Eine zentrale Rolle für Bekanntheit und Nutzung spielen die digitale Gesundheitskompetenz, die Selbstwirksamkeit sowie externe Hinweise auf die Angebote, insbesondere durch Ärzte. Zudem zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen gesetzlich und privat Versicherten. Digitale Gesundheitsangebote werden insgesamt als unterstützend für das Gesundheitsverhalten wahrgenommen und tragen aus Sicht der Versicherten vor allem zu einer schnelleren, jedoch nicht zwingend zu einer einfacheren medizinischen Versorgung bei.
Schlussfolgerung:
Zusammenfassend verdeutlicht die Arbeit, dass digitale Gesundheitsangebote aus Sicht der Versicherten ein hohes Potenzial zur Unterstützung der Gesundheitsversorgung besitzen. Um dieses Potenzial besser auszuschöpfen, sind jedoch gezielte Maßnahmen erforderlich, insbesondere zur Förderung der digitalen Gesundheitskompetenz, zum Abbau konkreter Nutzungshürden sowie zur stärkeren Integration und Empfehlung digitaler Angebote im Versorgungsalltag.