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Die vorliegende Arbeit zeigt Chancen und Nutzen des digitalen Gesundheitsmanagements am Beispiel eines weltweit tätigen mittelständischen Unternehmens mit rund 13.000 Mitarbeitern in den Bereichen Medizin- und Sicherheitstechnik auf. Das Unternehmen legt besonderen Wert auf die Arbeitsbedingungen und das Arbeitsumfeld in allen Abteilungen, damit die Gesundheit, die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden der Betriebsangehörigen erhalten und gefördert werden. Den Mitarbeitern werden umfangreiche Programme der etablierten gesundheitsfördernden Maßnahmen angeboten, die unter professioneller Leitung und Anleitung geplant und durchgeführt werden.
Die Digitalisierung der Arbeitswelt gewinnt in der Entwicklung des betrieblichen Gesundheitsmanagements zunehmend an Bedeutung (Mess, 2015, S. 26). Die Nutzung digitaler Medien durch verschiedene Plattformen, Apps oder Wearables kann das BGM ergänzen. Die digitalen Angebote zielen durch verschiedene Strategien auf die Unterstützung der Mitarbeiter, die Eigenverantwortung für ihre Gesundheit weiterzuentwickeln z.B. durch die Stärkung des Ernährungsverhaltens sowie weiterer additiver Maßnahmen der Bereiche Bewegung, Stress und Sucht. Die Digitalisierung ermöglicht die personen- und ortsunabhängige Durchführung von Mitarbeiterbefragungen, psychischen Gefährdungsbeurteilungen sowie Gesundheitskursen. Die Ergebnisse der Befragungen werden anonymisiert ausgewertet, sodass das BGM Handlungsbedarfe erkennen und Maßnahmen einleiten kann. Ob die Einführung digitaler Angebote auch für die Mitarbeiter des Unternehmens sinnvoll ist, wird in dieser Arbeit hinterfragt. Der bestehende Markt wird analysiert und einzelne Strategien auf ihre Qualität, Nutzerfreundlichkeit und Nachhaltigkeit untersucht.
Das Ergebnis dieser Arbeit wird ebenfalls eine kritische Würdigung der Ziele digitaler Tools und der Mitarbeiterakzeptanz sein. Zweckmäßigkeit, Nutzerfreundlichkeit und Mehrwerte sind gleichermaßen zu fordern. Mitarbeiter werden beraten und in der Erreichung persönlicher Ziele motiviert und unterstützt. Es muss geprüft werden, ob digitale Instrumente maßgeblich an der Erreichung dieser Ziele beteiligt sein können.
Körperliche Aktivität unterstützt den Erhalt der Lebensqualität und trägt dazu bei, dass die Nebenwirkungen der Krebserkrankung und der Krebstherapie besser vertragen werden. Mit einer symptomlimitierten körperlichen Leistungsdiagnostik lässt sich die aktuelle maximale Leistungsfähigkeit einer Patientin bzw. eines Patienten bestimmen, um darauf aufbauend eine sichere und effektive Bewegungstherapie konzipieren zu können. Für eine derartige Diagnostik existieren bereits Empfehlungen für Krebspatientinnen und –patienten im Allgemeinen.
Die vorliegende Bachelorarbeit überprüft, ob ein standardisiertes Stufenprotokoll auf hämatoonkologisch erkrankte Patientinnen und Patienten übertragbar ist. Dabei wird untersucht, ob das Stufenprotokoll nach den Empfehlungen durchführbar ist und wie viel Prozent der Patientinnen und Patienten am Ende des Tests ausbelastet sind. Die Ausbelastung wird angelehnt an den Kriterien des American College of Sports Medicine (ACSM) beurteilt. Außerdem wird der Frage nachgegangen, ob die objektive mit der subjektiv wahrgenommenen körperlichen Belastbarkeit korreliert.
Es wurden 20 Patientinnen und 20 Patienten der Uniklinik Köln mit einer akuten Leukämie oder einem Non-Hodgkin Lymphom rekrutiert. Vor Beginn der Induktionstherapie wurde mit ihnen eine symptomlimitierte Leistungsdiagnostik mittels eines Stufenprotokolls auf einem Fahrradergometer durchgeführt. Für die Einschätzung der subjektiven körperlichen Belastungsfähigkeit diente der Fragebogen „EORTC QLQ-C30 (Version 3.0)“.
Das Ergebnis besagt, dass das standardisierte Stufenprotokoll auf hämatoonkologisch erkrankte Patientinnen und Patienten vor Induktionstherapie übertragbar ist. 27,5 % von ihnen waren jedoch nach den Kriterien des ACSM nicht ausbelastet. Eine signifikante Korrelation zwischen der subjektiven und objektiven körperlichen Belastungsfähigkeit ist nicht vorhanden (p=0,055), die objektiven Ergebnisse wurden größtenteils subjektiv überschätzt.
Empfehlenswert ist hier eine Spiroergometrie mit selbigem Stufenprotokoll, um genauere Ergebnisse in Bezug auf die Ausbelastung erzielen zu können oder eine submaximale Fahrradergometrie. Überdies wird eine Leistungsdiagnostik vor Beginn der Induktionstherapie empfohlen, damit die Patientinnen und Patienten schon frühzeitig mit der Bewegungstherapie beginnen können.
„Die ältere Generation stellt ein Humankapital dar, von dem unsere Gesellschaft lebt. Wir brauchen eine Korrektur des negativ akzentuierten Altersbildes auch in Wirtschaft und Industrie, dass die älteren Menschen auch in ihrer Funktion als wichtige Konsumenten und Leistungsträger erkennt.“ (Link, W., zitiert aus Voel-perl/Leibhold/Früchtenicht: Herausforderung 50plus, 2007, S.6). Der demografi-sche Wandel ist präsenter denn je in Deutschland (Herzog 2008, S. 2). Unter-nehmen müssen sich für die Zukunft rüsten und den bevorstehenden Herausfor-derungen entgegentreten. Dies ist nur möglich, wenn im Unternehmen sowohl die jungen Mitarbeiter, als auch die ältere Belegschaft optimal auf diese vorbereitet werden. Das PM ist dafür verantwortlich, dass dies in strukturierter Weise erfolgt (Hafkesbrink und Krause 2017, S.17). Über die Menschen in der Mitte ihres Be-rufslebens ist nur wenig erforscht worden. Es werden die außer Acht gelassen, welche „in hohem Maße zur Effizienz der Unternehmen, aber auch zur Förderung des Nachwuchses beitragen sollten“ (Regnet 2004, S.7) Die FDG hat sich bereits diesen Herausforderungen gestellt und ein BGM in der Personalstruktur einge-bunden. Das BGM ist Bestandteil des PMs und eine wichtige Stellschraube, um den demografischen Wandel mit unternehmensspezifischen Konzepten zu unter-stützen. Damit die Mitarbeiter die Qualifikations- und Kompetenzentwicklung voll gestalten können und ein alternsfreundliches Lernklima in der schnelllebigen Zeit geschaffen werden kann, hat sich das BGM zur Aufgabe gemacht ein AGE-Management bei der FDG einzuführen. Denn schon jetzt sollten sich Unterneh-men mit dem Thema des alternsgerechten Arbeitens im Alter beschäftigen, da der Anteil der älteren Beschäftigten unter den Erwerbstätigen zunimmt und noch wei-ter zunehmen wird (Seitz 2010, S.29).
Die hier vorliegende Thesis zeigt einen Handlungsleitfaden für das AGE-Management auf, welches in die Organisationsstrukturen des Unternehmens ein-gebunden werden soll. Die Entwicklung eines Grundkonzepts zur Einführung des AGE-Managements im Kontext des BGM als ganzheitlicher Ansatz für die FDG im Bezug zum demografischen Wandel stellt das Hauptziel dieser Arbeit dar. In die-sem Zusammenhang sollen die Erfolgsauswirkungen des Umgangs mit unter-schiedlichen Altersgruppen im Unternehmen analysiert werden.
Zu Beginn der Arbeit wird die Problemstellung des Themas gezeigt. Es werden die Ziele und Vorgehensweise der Arbeit beschrieben. Danach werden die theoreti-schen Grundlagen erörtert, um die Begriffe PM, demografischer Wandel, BGM und AGE-Management voneinander abzugrenzen und die Problematik dessen darzustellen. Danach erfolgt die Einordung in den Kontext, bei welchem das Un-ternehmen FDG vorgestellt wird und im Bezug zum Ist- und Soll-Zustand analy-siert wird. Um die Konzeption für einen Handlungsleitfaden vorzunehmen, dient eine Befragung im Unternehmen dazu, die darauffolgende Analyse zu untermau-ern. Danach erfolgt die Konzeption eines Handlungsleitfadens auf Grundlage eines exemplarisch webbasiert durchgeführten Audits und einer SWOT-Analyse zur Ein-führung des AGE-Managements im gesamten Unternehmen. Die Arbeit schließt mit einem Fazit.
Die von der World Health Organization formulierten Absichten zur Gesundheitsförderung (World Health Organization, 1986) sind Grundlage für die sechs Kernziele der Gesundheitsförderung im Sport. Eines dieser Kernziele ist die Stärkung psychosozialer Ressourcen. Teilnehmende an organisierten, gesund-heitsfördernden Bewegungs¬angeboten sollen durch gezieltes Vorgehen unterstützt werden, eigene psychische und soziale Quellen zur Stabilisierung ihrer Gesundheit zu entwickeln und zu nutzen (Brehm et al., 2014, S. 7-10).
In Angeboten des organisierten Sports werden durch die „systematische Auswahl und Reihung von Aufgaben und Übungen primär die physischen Gesundheitsressourcen“ (Brehm et al., 2014, S. 13) gestärkt, weniger die psychosozialen Gesundheitsressourcen. Deren Förderung soll zukünftig nicht mehr wie bisher von Intuition und Persönlichkeit der Übungsleitung abhängen. In der Übungsleiterausbildung entwickelt sich die vormals am Rande behandelte Thematik zu einem Schwerpunkt (Brehm et al., 2014, S. 13, Landessportbund Nordrhein-Westfalen (Hrsg.), 2017). Gerade wenn es darum geht, als Nichtsportler dauerhaft aktiv zu werden, helfen gut entwickelte psychosoziale Ressourcen, eine nachhaltige Veränderung der Lebensgewohnheiten zu erreichen.
In gesundheitsfördernden Bewegungsangeboten kommt der Übungsleitung eine „zentrale Funktion im Übungsprozess zu“ (Pahmeier, 1994, S. 192). Es gibt bereits ausführliche, schriftliche Arbeitshilfen mit methodischen Hinweisen zur o. g. Thematik. Der Rheinische Turnerbund, der als Dachverband der Turn-vereine Qualifizierungsangebote entwickelt und durchführt, möchte im nächsten Schritt den Übungs-leiterinnen und Übungsleitern weitere Arbeitshilfen zur Verfügung stellen, die direkt im Vereinsalltag umsetzbar sind (Wagner, 2017).
Eine Zusammenstellung wissenschaftlich basierter Konzepte bietet in dieser Arbeit einen Überblick über Möglichkeiten im Hinblick auf die Stärkung psychosozialer Ressourcen in Bewegungsangeboten. Aus Ideen und Erfahrungen von Experten werden Ansatzpunkte für eine verständliche Darstellung der Materie entwickelt. Es werden Maßnahmen dargestellt, die geeignet scheinen, der Übungsleitung mehr Klarheit über ihre Rolle und Sicherheit bei der Umsetzung zu geben.
Ziel dieser Arbeit ist es, damit wirksame Werkzeuge zu entwickeln, die den Themenkomplex Förderung psychosozialer Ressourcen in gesundheitsfördernden Bewegungsangeboten anschaulich darstellen. Es soll für Leitende leichter werden, das bei den Teilnehmenden anzuwenden. Arbeitshilfen sind praxisnah und direkt in der Sporthalle umsetzbar. Die Förderung psychosozialer Ressourcen wird in den Fokus von Referenten und Übungsleitungen gebracht und erhält einen angemessenen Stellenwert.
Stress wird im Studium als ein bedeutsames Gesundheitsrisiko angesehen (Herbst, Voeth, Eidhoff, Müller & Stief, 2016, S. 5). Durch die Analyse der Herzratenvariabilität kann Stress im Körper anhand der Betrachtung der Aktivität des VNS festgestellt werden (Task Force, 1996).
Ziel: Diese Panelstudie untersucht den Verlauf des Stressniveaus von 32 Studierenden im Durchschnittsalter von 21,7 Jahren (± 2,27), um Aussagen darüber zu treffen, ob Studierende während der Prüfungsvorbereitung, in der Prüfungsphase oder zu Beginn der Ferien maximal unter vegetativem Stress stehen. Zusätzlich sollte erforscht werden, ob Studierende eines gesunden Lebensstils eine bessere HRV haben und daher weniger stressbelastet sind, als solche, die zu einem gesundheitsschädlichen Lebensstil neigen. Zuletzt sollte untersucht werden, ob sich ein geringes mentales Stressempfinden auch im HRV-Bild wiederspiegeln lässt.
Methode: An vier Zeitpunkten vor, während und nach der Prüfungsphase wurden die mentale Stressexposition und das Gesundheitsverhalten mittels Fragebogen erhoben. Die HRV-Parameter wurden durch ein fünfminütiges Kurzzeit-EKG und eine einminütige EKG-Erfassung unter Taktatmung gemessen. Die erhobenen HRV-Parameter waren: mittlere Hf, Stressindex, SDNN, PNN50, E-I-Differenz, Power HF, LF und VLF, Total Power und deren Anteile in Prozent.
Ergebnis: Die parasympathische Aktivität nimmt bereits vor den Prüfungen signifikant ab, damit verbunden steigt das Stressniveau maximal. Bis zum Beginn der Ferien unterliegen die Parameter nur geringen Schwankungen. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass sportliche Aktivität die HRV verbessern kann. Koffein und Alkohol können sich negativ auf die HRV auswirken, Beruhigungsmittel unter Taktatmung positiv. Für die Ernährung und Nikotinkonsum konnte aufgrund unzulänglicher Daten kein eindeutiges Ergebnis gefunden werden. Bei geringem mentalem Stressaufkommen zeigt sich eine Einschränkung der HRV, die aber geringer ausfällt, als bei einem hohen mentalen Stressaufkommen. Studierende sollten ausreichend Sport und Pausen machen, und auf Konsum – und Suchtmittel in der Prüfungszeit verzichten
Durch den Anstieg psychischer Erkrankungen und dem Wandel der Arbeitswelt vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und der Digitalisierung, werden psychische Belastungen am Arbeitsplatz und ihre Folgen heutzutage breit diskutiert. Das Arbeitsschutzgesetz nimmt nach §5 Absatz 3 seit dem 01.01.2014 alle Unternehmen in die Pflicht, psychische Belastungen am Arbeitsplatz zu beurteilen und dadurch entstehende psychische Beanspruchungsfolgen mithilfe von Maßnahmen zu vermeiden (Bauer, 2016, S. 48f).
Für die Durchführung einer psychischen Gefährdungsbeurteilung gibt das Gesetz keine einheitliche Methode vor, sondern überlässt den Unternehmen eine individuelle Anpassung auf bestehende Strukturen und Ressourcen (Beck et al., 2014, S. 13ff). An einem Beispielunternehmen wird in der vorliegenden Arbeit die Analyse mittels einer Mitarbeiterbefragung auf Basis des wissenschaftlich validierten Fragebogens „Copenhagen Psychosocial Questionnaire“ (COPSOQ) durchgeführt.
Das Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit ist es, Auffälligkeiten in den Arbeitsbelastungen und den dadurch entstehenden Beanspruchungsfolgen am Arbeitsplatz zu ermitteln und vor dem Hintergrund der jeweiligen Tätigkeitsbereiche einen Abgleich zu Referenzdaten zu schaffen. Weiterhin wird untersucht, ob Mitarbeitende im Außendienst häufiger von Gewaltereignissen sowie Arbeits- und Autounfällen betroffen sind als kaufmännische Mitarbeitende.
In der Evaluation wird der Fokus hierzu auf die Risiken der jeweiligen Tätigkeitsbereiche gelegt, sodass sich Belastungsschwerpunkte in den Anforderungen bei der Arbeit, den Einfluss- und Entwicklungsmöglichkeiten, der Arbeitsorganisation als auch bei den sozialen Beziehungen und der Führung ergeben.
Die Beurteilung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz dient der Vermeidung von Fehlbelastungen der Mitarbeitenden und nicht der Stressreduktion am Arbeitsplatz (Rösler & Reisinger, 2015, S. 660). Durch ein strategisches und ganzheitliches betriebliches Gesundheitsmanagement sollen gezielte Maßnahmen der Verhältnis- und Verhaltens-prävention die bestehenden Belastungen minimieren und die Ressourcen am Arbeitsplatz stärken.
Ein 3-Jahres-Plan berücksichtigt neben der Implementierung geeigneter gesundheits-förderlicher Maßnahmen vor allem die Planung, Steuerung und unternehmensinterne Kommunikation mit dem Ziel, die Gesundheit der Belegschaft langfristig zu stärken und die Mitarbeiterzufriedenheit und -bindung im Beispielunternehmen zu erhöhen.
Die vorliegende Bachelorarbeit betrachtet das Betriebliche Gesundheitsmanagement im Bundesministerium für Gesundheit im Kontext des demografischen Wandels. Der demogra-fische Wandel, welcher durch eine demografische Alterung und einen Bevölkerungsrück-gang gekennzeichnet ist, hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Beeinflusst werden die Entwicklungen durch ein niedriges Geburtenniveau, einen Anstieg der Lebenserwartung und durch Wanderungsprozesse. Das Statistische Bundesamt prog-nostiziert in seiner 13. Koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung einen Anstieg des Anteils der über 65-Jährigen von 21,0 % auf 31,0 % und eine Abnahme der Einwohnerzahl von 82,8 Millionen Personen (2015) auf 70,5 Millionen im Jahr 2060 bei Fortsetzung der langfristigen demografischen Trends (Statistisches Bundesamt [Destatis], 2017a). Auch die Entwicklung der Erwerbsbevölkerung zeichnet sich durch eine Schrumpfung und Alterung aus und lässt damit den demografischen Wandel zu einer immer größeren Herausforderung in der Arbeitswelt werden. Zu erwarten ist, dass bis zum Jahr 2020 die 50- bis 63-Jährigen die 35- bis 49-Jährigen als größte Gruppe der Erwerbsbevölkerung abgelöst haben (Badura et al., 2010, S. 21). Unternehmen, Organisationen und Behörden müssen als Konsequenz ihre Maßnahmen stärker als bisher an die Erfordernisse und Probleme einer älter werden-den Belegschaft, wie beispielsweise die Veränderung der Abwesenheitszeiten, ausrichten. Da die Beschäftigten eine wichtige Ressource in der öffentlichen Verwaltung darstellen, ist die Förderung ihrer Gesundheit sowie Leistungs- und Arbeitsfähigkeit bis zum Rentenein-tritt auch für das Bundesministerium für Gesundheit unabdingbar (Bundesministerium des Inneren, 2012, S. 6).
Ziel der Arbeit ist es dementsprechend, am Beispiel des Bundesministeriums für Gesund-heit, herauszufinden, welche Veränderungen - insbesondere in der Arbeitswelt - mit den demografischen Entwicklungen einhergehen und wie das Betriebliche Gesundheitsma-nagement als Instrument zur Bewältigung der Folgen und Auswirkungen des demografi-schen Wandels eingesetzt werden kann. Unter dem Gesichtspunkt der älter werdenden Belegschaft werden die Zusammenhänge zwischen dem Alter, der Arbeit, sowie der Leis-tungs- und Arbeitsfähigkeit näher betrachtet, um darauf aufbauend die Erforderlichkeiten im Umgang mit älteren Beschäftigten und deren Rolle in der Arbeitswelt herauszustellen. Die demografische Situation im Bundesministerium wird mithilfe einer Betrachtung der Fehlzei-tenstatistiken und dem Instrument der Altersstrukturanalyse genauer analysiert. Daraus sollen entsprechende Schlussfolgerungen abgeleitet werden. Mittels eines Interviews mit Verantwortlichen für das Betriebliche Gesundheitsmanagement, Personalverantwortlichen, Führungskräften, älteren Beschäftigten sowie Beschäftigten anderer Altersgruppen werden unterschiedliche Aspekte und Einstellungen zur Thematik erforscht und die verschiedenen Themenfelder aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet.
Anliegen der Arbeit ist es, Handlungsmöglichkeiten und -empfehlungen sowie Schlussfolge-run¬gen im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements im Bundesministerium für Gesundheit abzuleiten.
Seit einigen Jahren werden die Folgen des demografischen Wandels immer wieder diskutiert.
Prognosen sagen voraus, dass bis zum Jahr 2060 der Anteil der Menschen in Deutschland, die über 65 Jahre und älter sind, von etwa 21% (Jahr 2017) auf ca. 33% ansteigen soll (Pötzsch und Rößger, 2015, S. 17; Destatis, 2018e). Eine Ursache für den demografischen Wandel ist die steigende Lebenserwartung der Menschen (Felder, 2012, S. 614). In den Zwanzigerjahren lag die durchschnittliche Lebenserwartung bei etwa 58 Jahren (Destatis, 1987, S. 10). Für Kinder die im Jahr 2016 geboren wurden, wird eine Lebensdauer von durchschnittlich 80,6 Jahren prognostiziert (World Bank, 2018c).
Auch hat das steigende Durchschnittsalter der Bevölkerung Deutschlands Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Im Jahr 2013 gehörten 49,2 Millionen der Deutschen zu der Gruppe der Erwerbsfähigen (20 bis 64 Jahre) – im Jahr 2060 sollen es laut Prognosen 23% weniger sein (Pötzsch und Rößger, 2015, S. 6). Diese prognostizierten Entwicklungen sind zum einen eine Herausforderung für das deutsche Sozialversicherungssystem, zum anderen aber auch für die Arbeitgebenden (Adenauer, 2015a, S. 14ff). Neben dem generellen Einfluss der Gesundheit auf Krankenkassenausgaben ist sie auch von großer Bedeutung für das Rentensystem. Beschäftigte mit einem guten Gesundheitsstatus werden mit einer höheren Wahrscheinlichkeit das Renteneintrittsalter erreichen (Ferber et al., 2015, S. 14). Unternehmen wiederum müssen dem Fachkräftemangel entgegenwirken und auch bei den Arbeitskräften im erhöhten Alter eine solide Leistungsfähigkeit aufrechterhalten (Lutz, 2018, S. 73).
Genau hier setzt das Age-Management an: Es bezeichnet einen ganzheitlichen, generationsübergreifenden und lebensphasenorientierten Ansatz, der einen Fokus auf die Arbeitsfähigkeit und Gesundheitserhaltung von (älteren) Beschäftigten legt (Hafkesbrink und Krause, 2017, S. 17; EU-OSHA, 2016). Um den Entwicklungen des demografischen Wandels entgegenwirken zu können, müssen Unternehmen ganzheitliche Maßnahmen ergreifen. Diese sollten es älteren Angestellten ermöglichen, länger zu arbeiten, aber dennoch motiviert, gesund und leistungsfähig zu sein (Hafkesbrink und Krause, 2017, S. 17; Lutz, 2018, S. 73).
Anhand einer Literaturrecherche wurde in der hier vorliegenden Arbeit untersucht, welche Interventionen zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit und Gesundheit bei älteren Beschäftigten bestehen und wie sich daraus ein Age-Management-Konzept ableiten lässt. Die Erkenntnisse der Literaturrecherche zeigten auf, dass Maßnahmen und Konzepte zur Förderung des Wissenstransfers, der körperlichen Aktivität, einer gesunden Ernährung, der Gesundheitsbildung, der mentalen Gesundheit wie auch zur Gestaltung einer gesundheitsförderlichen Arbeitsorganisation, das Potenzial aufweisen einen positiven Beitrag für die Gesundheit und Arbeitsfähigkeit der älteren Arbeitnehmer zu leisten. Dennoch sind hierbei weitere Studien nötig, um eine evidenzbasierte Aussage treffen zu können. Auf Basis dieser Erkenntnisse, der aufbereiteten Theorie und ergänzender Literatur wurde ein Age-Management-Konzept entwickelt.
Hintergrund:
Freiwillige Feuerwehreinsatzkräfte sind durch ihre Arbeit vermehrt physischen und psychischen Belastungen, aber auch Gewalt ausgesetzt. Nur sehr wenige Studien beschäftigen sich mit der Komplexität der psychischen Belastungen dieser Einsatzkräfte. Besonders den freiwilligen Feuerwehreinsatzkräften wird bis dato wenig Aufmerksamkeit zu teil. Ziel der Durchführung einer psychischen Gefährdungsbeurteilung war die Identifizierung psychosozialer Arbeitsbelastungen und kurzfristiger Belastungsfolgen.
Material und Methoden:
In einer quantitativen Querschnittsstudie wurden freiwillige Feuerwehreinsatzkräfte aus dem Landkreis Miesbach über die psychosozialen Belastungsfaktoren bei der Arbeit sowie ihr Erleben von Gewalt im Einsatz mit Hilfe der Kurzversion des COPSOQ schriftlich befragt (71 % Rücklaufquote, n = 755). Die Antworten der Befragten wurden mit Referenzdaten der Berufsfeuerwehreinsatzkräfte aus der COPSOQ-Datenbank verglichen. Die Unterschiede zwischen beiden Gruppen wurden mittels Zweistichproben-t-Test bewertet.
Ergebnisse:
Freiwillige Feuerwehreinsatzkräfte bewerteten die psychosozialen Arbeitsbedingungen und Belastungsfolgen positiver als Berufsfeuerwehreinsatzkräfte. Von den 22 untersuchten Skalenmerkmalen wurden 18 von den freiwilligen Feuerwehreinsatzkräften signifikant positiver bewertet, als von den Berufsfeuerwehreinsatzkräften. Bei 4 Skalenmerkmalen konnte kein Unterschied festgestellt werden. Des Weiteren wurde im Landkreis Miesbach ein geringes Vorherrschen von Gewalt Dritter gegen freiwillige Feuerwehreinsatzkräfte festgestellt.
Handlungsfelder für eine künftige Maßnahmenerarbeitung wurden für die Skalenmerkmale „Entgrenzung“, „Feedback/Rückmeldung“, „Spielraum bei Pausen und Urlaub“ sowie „Arbeitsumgebung/physische Anforderungen“ festgelegt.
Diskussion:
Gemäß dieser Studie weisen die freiwilligen Feuerwehreinsatzkräfte des Landkreises Miesbach im Vergleich zu den Berufsfeuerwehrkräften positivere Belastungsprofile mit geringerem Gefährdungspotenzial auf, die sich auch in einer positiveren Bewertung der Beanspruchungssituation zeigen. Insbesondere die unterschiedlichen Strukturen in den Feuerwehren scheinen für diesen Unterschied verantwortlich.