Erinnerung an Zukünftiges: Kann Achtsamkeitspraxis das prospektive Gedächtnis verbessern? Ein experimenteller Gruppenvergleich
- Die vorliegende Arbeit untersuchte durch einen experimentellen Gruppenvergleich die Auswirkung einer 10-minütigen Achtsamkeitspraxis auf die prospektive Gedächtnisleistung.
Hierbei wurde sowohl eine fokale als auch eine nonfokale PM-Aufgabe getestet, da für letztere die Notwendigkeit eines stärkeren Einsatzes strategischer Überwachungs- und Kontrollprozesse angenommen wird. Basierend auf Befunden, dass diese exekutiven Funktionen durch eine Achtsamkeitspraxis unterstützt werden können, wurde die Annahme überprüft, dass Meditierende im Vergleich zur Kontrollgruppe eine verbesserte Leistung in der nonfokalen Bedingung zeigen. In beiden Gruppen wurden jeweils 12 Studierende in 45-minütigen Einzelsitzungen getestet. Die statistische Analyse der Reaktionszeiten und Genauigkeiten dieses Between-Within Designs zeigte keine signifikanten Effekte der Gruppenzugehörigkeit und/oder Aufgaben-Bedingung. Auch die erfasste Achtsamkeitsausprägung über die gesamte Stichprobe hinweg, welche mit dem Freiburger Fragebogen zur Achtsamkeit erhoben wurde, zeigte keinen signifikanten Zusammenhang zu der prospektiven Gedächtnisleistung oder den Reaktionszeiten. In der Diskussion werden mögliche Gründe für diese Befunde aufgezeigt sowie vor allem die Limitationen des Versuchsaufbaus kritisch betrachtet. Hervorgehoben werden die hypothesenunterstützenden Tendenzen der Daten, welche auf die Notwendigkeit weiterer Erforschung des erstmals untersuchten Zusammenhangs zwischen Achtsamkeit und prospektiven Gedächtnis hinweisen.