„Das Ehrenamt als gesundheitliche Belastung? Eine psychische Gefährdungsbeurteilung in der Freiwilligen Feuerwehr“

  • Hintergrund: Freiwillige Feuerwehreinsatzkräfte sind durch ihre Arbeit vermehrt physischen und psychischen Belastungen, aber auch Gewalt ausgesetzt. Nur sehr wenige Studien beschäftigen sich mit der Komplexität der psychischen Belastungen dieser Einsatzkräfte. Besonders den freiwilligen Feuerwehreinsatzkräften wird bis dato wenig Aufmerksamkeit zu teil. Ziel der Durchführung einer psychischen Gefährdungsbeurteilung war die Identifizierung psychosozialer Arbeitsbelastungen und kurzfristiger Belastungsfolgen. Material und Methoden: In einer quantitativen Querschnittsstudie wurden freiwillige Feuerwehreinsatzkräfte aus dem Landkreis Miesbach über die psychosozialen Belastungsfaktoren bei der Arbeit sowie ihr Erleben von Gewalt im Einsatz mit Hilfe der Kurzversion des COPSOQ schriftlich befragt (71 % Rücklaufquote, n = 755). Die Antworten der Befragten wurden mit Referenzdaten der Berufsfeuerwehreinsatzkräfte aus der COPSOQ-Datenbank verglichen. Die Unterschiede zwischen beiden Gruppen wurden mittels Zweistichproben-t-Test bewertet. Ergebnisse: Freiwillige Feuerwehreinsatzkräfte bewerteten die psychosozialen Arbeitsbedingungen und Belastungsfolgen positiver als Berufsfeuerwehreinsatzkräfte. Von den 22 untersuchten Skalenmerkmalen wurden 18 von den freiwilligen Feuerwehreinsatzkräften signifikant positiver bewertet, als von den Berufsfeuerwehreinsatzkräften. Bei 4 Skalenmerkmalen konnte kein Unterschied festgestellt werden. Des Weiteren wurde im Landkreis Miesbach ein geringes Vorherrschen von Gewalt Dritter gegen freiwillige Feuerwehreinsatzkräfte festgestellt. Handlungsfelder für eine künftige Maßnahmenerarbeitung wurden für die Skalenmerkmale „Entgrenzung“, „Feedback/Rückmeldung“, „Spielraum bei Pausen und Urlaub“ sowie „Arbeitsumgebung/physische Anforderungen“ festgelegt. Diskussion: Gemäß dieser Studie weisen die freiwilligen Feuerwehreinsatzkräfte des Landkreises Miesbach im Vergleich zu den Berufsfeuerwehrkräften positivere Belastungsprofile mit geringerem Gefährdungspotenzial auf, die sich auch in einer positiveren Bewertung der Beanspruchungssituation zeigen. Insbesondere die unterschiedlichen Strukturen in den Feuerwehren scheinen für diesen Unterschied verantwortlich.

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Metadaten
Author:Isabell Gerhard
Examiner:Robert Renner, Florian Krautbauer
Document Type:Master Thesis
Language:German
Date of Publication (online):2019/12/10
Year of first Publication:2019
Publishing Institution:Hochschule Rhein-Waal
Degree-granting institution:Hochschule Rhein-Waal
Date of final exam:2019/10/08
Release Date:2020/01/29
Faculties and Institutes:Fakultät Life Sciences
Licence (German): CC BY-NC-ND 4.0 International - Namensnennung-Nicht kommerziell-Keine Bearbeitungen
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