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Die Hochschule Bochum folgt der Überzeugung, dass Künstliche Intelligenz (KI) als eine grundlegende Technologieentwicklung Studium, Lehre und Prüfungen in allen Fächern nachhaltig beeinflusst. Diese Strategie beschreibt, wie wir diese Entwicklung hochschulweit aufnehmen, gestalten und in die Weiterentwicklung der Hochschulbildung überführen wollen – mit dem Anspruch, Qualität, Zukunftsfähigkeit und Teilhabe gleichermaßen zu stärken.
Die Strategie setzt einen verbindlichen Orientierungs- und Handlungsrahmen für die gesamte Hochschule. Sie formuliert Leitlinien und Mindeststandards, die für alle Fachbereiche gelten. Gleichzeitig gilt: Die angemessene fachliche Nutzung, die curriculare Verankerung und die Ausgestaltung von Lehr- und Prüfungsformaten sind in hohem Maße fachspezifisch geprägt. Daher erfolgt die konkrete Umsetzung dezentral in den Fachbereichen und Studiengängen. Sie interpretieren und operationalisieren die hochschulweiten Leitlinien entsprechend ihrer Fachkulturen, Kompetenzprofile, Berufsbezüge und regulatorischen Anforderungen.
Unser Ziel ist es, die Potenziale von KI so zu nutzen, dass Lehren und Lernen kreativer, effektiver, individueller und inklusiver werden – bei gleichzeitiger Sicherung akademischer Standards, der guten wissenschaftlichen Praxis, der Fairness in Prüfungen sowie der rechtlichen und ethischen Verantwortung der Hochschule. Die Strategie verbindet damit bewusst zwei Ebenen: einen hochschulweiten Mantelteil mit gemeinsamen Leitplanken und eine fachbereichsspezifische Ausgestaltung, die die Vielfalt der Disziplinen als Stärke nutzt. Wir sind uns dabei der Agilität der geschäftlichen und technologischen Entwicklung bewusst und sehen dieses Dokument und die sich daraus ableitenden Prozesse als Startpunkt eines iterativen Prozesses, bei dem proaktive Gestaltung, Fehlerkultur und Innovationsfreude wesentliche Elemente sind.
Vorwort Sehr geehrte Damen und Herren, mit der vorliegenden Strategie verfolgt unsere Hochschule das Ziel, Lehre, Forschung und Verwaltung noch gezielter auf die Anforderungen einer globalisierten Bildungslandschaft auszurichten. Wir legen besonderen Wert auf die Stärkung der Mobilität unserer Studierenden, die Verankerung internationaler Perspektiven in allen Bereichen und den Ausbau strategischer Partnerschaften. Gleichzeitig richten wir unser Augenmerk verstärkt auf internationale Studierende und schaffen die notwendigen strukturellen Voraussetzungen – etwa durch eine mehrsprachige Infrastruktur. So fördern wir nicht nur den Austausch von Wissen und Kulturen, sondern tragen aktiv dazu bei, dem Fachkräftemangel in der Region entgegenzuwirken. Mein besonderer Dank gilt denjenigen, die maßgeblich zur Entwicklung dieser Strategie beigetragen haben: Daniel Czerwonka- Schröder, Claudia Frohn-Schauf, Susanne Hannemann, Katrin Heymann, Karin Lehmann, Anna Mikhof, Daniel Schilberg, Semih Severengiz, Christian Thiel und Marion Werthebach. Dank ihrer Expertise und Unterstützung konnten wir konkrete Maßnahmen entwickeln, um die Lehre gezielt auf die Anforderungen eines globalisierten Arbeitsmarkts weiterzuentwickeln und internationale Perspektiven in Forschung und Transfer konsequent zu integrieren. Die kommenden Jahre stehen im Zeichen der Umsetzung. Schritt für Schritt werden wir die definierten Ziele realisieren und unsere Hochschule als weltoffenen Lehr- und Forschungsstandort nachhaltig stärken.
Die Hochschule Bochum hat bereits früh die Wichtigkeit der Internationalisierung erkannt. Internationalisierung ist ein Qualitätsmerkmal der Hochschullehre, aber auch der Forschung, des Transfers und der Weiterbildung. Mit der Verankerung dieser wichtigen Aufgabe im Leitungsgremium und im Leitbild der Hochschule wird deutlich, welche Bedeutung wir diesem Thema beimessen. Folgerichtig ist die Hochschule auch dem „Nationalen Kodex für das Ausländerstudium an deutschen Hochschulen“ der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) beigetreten. Die Förderung internationaler Kompetenz ist Grundlage unserer Internationalisierungsaktivitäten. Internationale Kompetenz setzt sich für uns insbesondere aus den Bausteinen der kulturellen Sensibilität, der fremdsprachlichen Kompetenz und der Bereitschaft zu Mobilität zusammen. Wir fördern diese Kompetenzen durch geeignete Programme und stellen dafür finanzielle und personelle Ressourcen zur Verfügung. Die internationale Ausrichtung ist bereits ein wesentliches Element unserer Hochschulkultur: Studierende, die ins Ausland gehen, ein nennenswerter Prozentsatz ausländischer Studierender bei uns, ausländische Gastprofessuren, englischsprachige Veranstaltungen sowie der intensive Austausch mit unseren Partnerhochschulen sind hierfür Beispiele. Ziel der Hochschule ist es, jeder und jedem Studierenden ein Angebot zu machen, sich fundiert mit dem Thema Internationalisierung auseinandersetzen zu können und zu müssen sowie gezielte Angebote für ausländische Studieninteressierte. Internationalisierung spiegelt sich aber auch in unseren Forschungskooperationen mit ausländischen Institutionen wider. Dieses Verständnis von Internationalisierung gilt es konsequent weiterzuentwickeln, finanziell und personell abzusichern und zu konkretisieren. Dafür bedarf es einer, mit den dezentralen und zentralen Einheiten der Hochschule abgestimmten, „Internationalisierungsstrategie“, die für Lehre, Forschung, Transfer, Weiterbildung und Verwaltung Orientierung und Leitplanke bietet und für konkrete Maßnahmen Indikatoren zur Evaluierung beinhaltet. Die nun vorliegende Internationalisierungsstrategie ist Ergebnis eines partizipativen Prozesses, an dem Personen verschiedener Statusgruppen mitgewirkt haben. Das Präsidium hat diese Strategie in seiner Sitzung vom 29.03.2021 verabschiedet; Senat und Hochschulrat haben diese Strategie in ihren Sitzungen ausdrücklich begrüßt. Ich bedanke mich im Namen des Präsidiums ganz herzlich bei allen Mitwirkenden, insbesondere dem Koordinator des Ideenforums „Internationalisierung“, Prof. Dr. Rolf Biesenbach.
Das in 2018 beantragte Vorhaben sollte als wissenschaftliches Netzwerk NachwuchswissenschafterInnen die Möglichkeit zum ortsübergreifenden themen- und aufgabenbezogenen Austausch eröffnen. Ziel des Vorhabens war es, durch den Austausch ein gemeinsames Verständnis für die aktuellen Probleme in der ganzheitlichen Gütebestimmung von SHM-Systemen basierend auf geführten Wellen zu entwickeln. Darauf basierend sollten gemeinsam Lösungsansätze erforscht, diskutiert und publiziert werden, um diese als Grundlage für mögliche zu beantragende Forschungsprojekte auszuarbeiten.
Über die Laufzeit des Projektes haben etliche Randbedingungen dazu beigetragen, dass sich insbesondere die Art der Projektgestaltung angepasst hat. Zu diesen Randbedingungen zählen insbesondere die Corona-Pandemie, die kurz nach Beginn des Projektes begann - für ein Projekt, dessen Hauptziel die Übernahme von Reisekosten für Treffen in Person ist, eine riesige Herausforderung - sowie die Familiengründung bei einigen Mitgliedern des Netzwerkes und der Beginn des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine. Dies vorangestellt, beschreibt der Bericht den Verlauf und den Output dieses wissenschaftlichen Netzwerkes für NachwuchswissenschafterInnen im Bereich Structural Health Monitoring (SHM) mit geführten Wellen.
In den letzten Jahren wurden vielfältige Bemühungen zur Umsetzung der schulischen Inklusion unternommen. Eine wichtige Rolle spielen dabei Kooperationen und Vernetzungen mit Akteur*innen aus den schulischen und außerschulischen Unterstützungsangeboten. Eine Besonderheit der Bochumer Schulen ist der Einsatz von Inklusionsfachkräften, die das schulische Bildungsangebot für Schulen des gemeinsamen Lernens ergänzen.
Im Rahmen der Studie sollen die Kenntnisnahme, Inanspruchnahme sowie die Zufriedenheit mit den schulischen und außerschulischen Unterstützungs- und Kooperationsangeboten aus Sicht der Schulleitungen, Lehrkräfte, Fachkräfte, Eltern bzw. Erziehungsberechtigten und der Schüler*innen erfasst und beschrieben werden. Zudem wird die Arbeit der Inklusionsfachkräfte aus dem Inklusionsprojekt gesondert untersucht.
An der Fragebogenstudie beteiligten sich 115 Schülerinnen des Sekundarschulbereichs (10% gaben an, eine Beeinträchtigung zu haben), 19 Erziehungsverantwortliche (knapp ein Drittel hatte ein Kind mit einer Beeinträchtigung), 42 Fachkräfte, 29 Lehrkräfte und 3 Schulleitungen.
Die Studie zur schulischen Inklusion in Bochum zeigt, dass die Rückmeldungen zur Studienbeteiligung deutlich hinter den Erwartungen zurückblieben. Von 91 angesprochenen Schulen antworteten lediglich 15, wobei nur sechs ihre Teilnahme zusagten.
Die Ergebnisse zeigen, dass der schulischen Inklusion in Bochum insgesamt mit Offenheit begegnet wird und Potenziale der Inklusion erlebt werden. So beschreiben zwei Drittel der befragten Schüler*innen positive Erfahrungen mit inklusivem Unterricht gemacht zu haben und berichten von positiven sozialen Interaktionen in inklusiven Klassen. Auch ist mehr als die Hälfte der Eltern zufrieden mit der schulischen Inklusion. Fachkräfte bewerten die schulische Inklusion tendenziell positiv, erkennen jedoch auch Herausforderungen – ebenso wie die Lehrkräfte und Schulleitungen, die im Vergleich am skeptischsten mit der Umsetzung der Inklusion sind. Sie erleben eine hohe Arbeitsbelastung und Schwierigkeiten, allen Schüler*innen gerecht zu werden. Insgesamt wird ein Bedarf an Entlastung sowie an unterstützenden personellen und materiellen Ressourcen gesehen (Mangel an qualifizierten Sonderpädagog*innen und zusätzlichen pädagogischen Kräften, fehlende Unterrichtsmaterialien und differenzierte Unterrichtskonzepte). Weiterhin wird ein Bedarf an kleineren Klassen, um eine individuellere Betreuung zu ermöglichen, sowie an Fachwissen zur Gestaltung inklusiver Lernsituationen beschrieben. Kooperationen und Vernetzungen mit Sonderpädagog*innen, Schulsozialarbeitenden sowie Assistenzen erscheinen dabei ebenso wichtig wie Vernetzungen mit unterschiedlichen außerschulischen Akteur*innen.
Mit Blick auf die Kooperation fordern die verschiedenen Gruppen umfassende Unterstützung durch zusätzliche personelle und strukturelle Ressourcen, systemische Anpassungen zur Bedarfsorientierung, Maßnahmen zur Förderung eines inklusiven Schulklimas und erweiterte Kooperations- und Weiterbildungsmöglichkeiten.
In der zweiten Teilstudie wurde das Bochumer Inklusionsprojekt mit den Inklusionsfachkräften näher betrachtet. Dazu wurden Fokusgruppen und ein Experteninterview mit acht Mitarbeitenden des Leistungserbringers (Leitung und Inklusionsfachkräfte) sowie Fokusgruppen mit fünf Schulleitungen und verantwortlichen Lehrkräften durchgeführt.
Hier zeigt sich, dass das Inklusionsprojekt von den Beteiligten insgesamt als hilfreich und unterstützend bewertet wird. Die Aufgaben der Inklusionsfachkräfte reichen von unterrichtsunterstützenden Angeboten, die eine individuelle Förderung, Begleitung der Lehrkraft sowie ergänzenden Angeboten im Unterricht (z.B. Bewegungspausen) beinhalten können sowie individuelle und gruppenbezogene Förderangebote außerhalb des Unterrichts. Auch werden Angebote zur Unterstützung des (inklusiven) Schullebens sowie zur Kooperation und Netzwerkarbeit in der Schule und im Sozialraum angeboten. Als Herausforderung wurden unklare Rollen und Aufgabenbeschreibungen, eine teilweise hohe Arbeitsbelastung, mangelnde Ressourcen sowie – je nach Einsatz – auch Qualifikationsbedarfe, benannt. Das Projekt wird als wertvoll und unterstützend bewertet, doch finanzielle Unsicherheit und fehlende Kontinuität bleiben problematisch.
In Deutschland leben schätzungsweise 1,2 Millionen blinde oder sehbehinderte Menschen, wobei aufgrund der alternden Bevölkerung ein Anstieg erwartet wird. Sehverlust kann zu geringerer Selbstständigkeit und eingeschränkter sozialer Teilhabe führen, besonders in ländlichen Gebieten.
Diese Bachelorarbeit untersucht, inwiefern blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen von einer mobilen 3D-gedruckten taktilen Karte des Parks am Bergerdenkmal in Witten profitieren. Mithilfe von Open-Source-Software und partizipativem Ansatz wurde ein dreidimensionaler Kartenprototyp mit tastbaren Wegen entwickelt und vor Ort von der Zielgruppe getestet. In Einzelinterviews wurden qualitative Daten zum Nutzwert der Karte erhoben.
Die Auswertung der Daten ergab, dass blinde als auch hochgradig sehbehinderte Menschen durch die Nutzung der mobilen 3D-gedruckten Karte sowohl die Raumzusammenhänge am Bergerdenkmal in Witten haptisch wahrnehmen sowie eine kognitive Karte entwickeln können. Das Mitführen der Tastkarte erleichtert die selbstständige Orientierung im Park für eine selbstbestimmtere Bewegung vor Ort. Aufgrund der verschiedenen Merkmale, Fähigkeiten und spezifischen Bedürfnisse ist der Benefit für jede einzelne Person individuell. Die innovative Methode der Kartenproduktion erlaubt die Individualisierung der taktilen Karte entsprechend den persönlichen Belangen zur potenziellen Nutzensteigerung.
Es wird geschlussfolgert, dass durch die Bereitstellung von mobilen 3D-gedruckten taktilen Karten von öffentlichen Plätzen für blinde und sehbehinderte Menschen ein wichtiger Beitrag für den Zugang und die Nutzung gestalteter Lebensbereiche im Sinne der Umsetzung von Barrierefreiheit geleistet werden könnte.