Institut für Sozialforschung und Technikfolgenabschätzung (IST)
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Hintergrund: Mit dem Einsatz sozialer Roboter gehen ethische und kommunikative Herausforderungen einher, insbesondere, wenn Roboter mit (älteren) Menschen mit Sinneseinschränkungen und/oder kognitiven Einschränken interagieren.
Fragestellung: Das Projekt SoRoP erforscht mit drei Untersuchungsgruppen (ältere Menschen im stationären Setting, jüngere Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung im teilstationären Setting, Vergleichsgruppe allgemeine Bevölkerung) explorativ die Mensch-Roboter-Interaktion anhand des sozialen Roboters „Navel“. Untersucht wer-den Unterschiede in den Bewertungen des Roboters in Bezug Kommunikationsfähig-keit, Reaktions- und Interaktionsfähigkeiten, dessen Einfluss auf die Stimmung und das Wohlbefinden, die empfundene Unheimlichkeit und die Nutzungsabsicht. Ein be-sonderer Fokus liegt auf Technikakzeptanz und deren Zusammenhang mit der Be-wertung.
Methodik: Die Feldstudie basiert auf einem Mixed-Methods-Forschungsdesign, be-stehend aus einer explorativen Feldbeobachtung von Interaktionen (März-April 2026), einem Gruppengespräch und einer nachfolgenden Dual-Mode-Umfrage. In diesem Arbeitspapier werden die Befragung (n=58) und Unterschiede zwischen den Untersuchungsgruppen ältere Menschen (n=17), Menschen mit ASS (n=15) und einer allgemeinen Vergleichsgruppe (n=26) statistisch ausgewertet.
Ergebnisse: Die Untersuchung zeigte insgesamt eine überwiegend positive Bewertung der Begegnung. Besonders positiv wurden die Interaktion, Responsivität und das Sprachverstehen des Roboters beurteilt, während Mimik und Gestik differenzierter bewertet wurden. Die Technikakzeptanz erwies sich als nur begrenzt relevant für die Bewertung des Roboters; wichtiger für die Nutzungsbereitschaft scheint der wahrge-nommene praktische Nutzen zu sein, der insgesamt eher niedrig eingeschätzt wurde. Zudem wurde Navel von den meisten Teilnehmenden nicht als unheimlich wahrge-nommen und zeigte positive kurzfristige Effekte auf Stimmung und Wohlbefinden.
Diskussion: Die Studie ergänzt das aktuelle Forschungsfeld der Mensch-Technik-In-teraktion und speziell sozialer Robotik und verbindet Perspektiven aus Gerontologie, Disability-Studies, Technikfolgenabschätzung und angewandter Ethik.
Schlussfolgerungen: Die Studie belegt einen positiven Einfluss auf Stimmung und Wohlbefinden bei einem kurzfristigen, begleiteten Einsatz des Roboters Navel im Sinne eines Unterhaltungsgeräts. In Bezug auf Effekte im Langzeiteinsatz besteht wei-terer Forschungsbedarf. Für das bisher nicht erforschte Einsatzfeld für Menschen mit ASS sowie die technisch interessierte Allgemeinbevölkerung inklusive Eltern mit Kin-dern zeigen die Befunde in mancher Hinsicht positivere Ergebnisse als für die ur-sprünglich anvisierte Zielgruppe in Pflegeheimen.
Hintergrund
Digitale Assistenzsysteme können Menschen mit Unterstützungsbedarf im Alltag begleiten, indem sie Informationen bereitstellen, Therapien unterstützen oder Kommunikation und soziale Teilhabe ermöglichen. Telepräsenzrobotik (TPR) umfasst physische, mobil im häuslichen Umfeld einsetzbare Systeme, die in der Versorgungspraxis bislang kaum etabliert sind. Ziel der Studie war es, Erwartungen, Erfahrungen und Akzeptanz von Schlaganfallpatient*innen, Angehörigen sowie Pflege- und Therapiepersonal gegenüber TPR zu untersuchen.
Methoden
Vor (t1) und nach (t2) einer 24-wöchigen Testphase mit 2 TPR-Geräten (Feldphase 2021–2023) wurden Patient*innen und Angehörige standardisiert befragt (t1: 48 bzw. 53; t2: 39 bzw. 50). An einer Querschnittbefragung nahmen 31 Fachpersonen teil. Die Auswertung erfolgte mittels deskriptiver und bivariater Statistik. Ergänzend wurden persönliche Gespräche mit Patient*innen und Angehörigen mittels strukturierender Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet.
Ergebnisse
Die anfänglich hohen Erwartungen an TPR hinsichtlich Selbstständigkeit, Sicherheit, Kommunikation und Entlastung der Angehörigen im Alltag konnten häufig nicht erfüllt werden. Keines der Systeme wurde als überzeugender Alltagshelfer wahrgenommen. Autonome Mobilität und Sprachassistenz erwiesen sich als eingeschränkt hilfreich. Die einfache und flexible Tablet-Lösung wurde gegenüber TPR präferiert.
Diskussion
TPR kann grundsätzlich die ambulante Versorgung unterstützen, ist jedoch aktuell noch nicht ausreichend an die Bedürfnisse der Patient*innen und häuslichen Bedingungen angepasst. Technische Einschränkungen, die Abhängigkeit von Angehörigen und die höhere Akzeptanz einfacherer Lösungen zeigen den Weiterentwicklungsbedarf für eine breitere Implementierung assistiver Systeme.
Hintergrund: Mit dem Einsatz von Robotern gehen ethische und kommunika-tive Herausforderungen einher, insbesondere, wenn Roboter mit (älteren) Menschen mit Sinneseinschränkungen und/oder kognitiven Einschränken in-teragieren.
Forschungsfrage: Das Projekt „Soziale Robotik im Praxistest (SoRoP) – Eine ex-plorative Studie mit (älteren) Menschen mit Sinnes- und Kommunikationsein-schränkungen“ erforscht mit drei Untersuchungsgruppen (ältere Menschen im stationären Setting, jüngere Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung im teilstationären Setting, Vergleichsgruppe allgemeine Bevölkerung) die Mensch-Roboter-Interaktion anhand des sozialen Roboters „Navel“ (navel ro-botics München). Untersucht werden Unterschiede in den Bewertungen des Roboters in Bezug auf Mimik, Gestik und Sprache abhängig von der Untersu-chungsgruppe sowie Technikakzeptanz aufseiten der Befragten. Weiterhin wird untersucht, inwieweit der Roboter als unheimlich empfunden wird (Stich-wort: „Uncanny Valley“).
Methode: Die Feldstudie basiert auf einem Mixed-Methods-Forschungsdesign, bestehend aus einer explorativen Feldbeobachtung von Interaktionen, einem Gruppengespräch und einer Dual-Mode-Umfrage. Besonderes Augenmerk wird auf (forschungs-)ethische Aspekte gelegt.
Ergebnis: Es werden erste Ergebnisse aus der Beobachtungsstudie präsentiert. Mit allen Untersuchungsgruppen fanden erfolgreiche Kommunikationen statt. Die Kommunikationsfähigkeiten des Roboters wurden als gut eingeschätzt und der Roboter nicht als unheimlich empfunden. Analysiert werden Unterschiede in den Bewertungen der wahrgenommenen Lustigkeit, Natürlichkeit sowie ver-balen und nonverbalen Kommunikation.
Diskussion: Diskutiert werden ethische und soziale Aspekte auch vor dem Hin-tergrund der Ergebnisse anderer Studien. Einschränkungen der Kommunika-tion bestehen im Verstehen menschlicher Aussagen seitens des Roboters. Eine Limitation der Studie liegt darin, dass ein Kurztest keine verlässlichen Aussa-gen zum Langzeiteinsatz gewährleisten kann.
Fazit: Bei den Zielgruppen besteht in hohem Maße eine grundsätzliche Offen-heit. Bei Betreuung durch Fachkräfte kann geschlussfolgert werden, dass ein Einsatz im Sozial- und Gesundheitsbereich Gespräche anregt und soziale Teil-habe fördert.
The use of social robots is becoming increasingly important. In the context of care, in particular, the use of robots is being discussed and is already being researched and implemented in various facilities, both in inpatient and outpatient settings. Social robots can be a valuable resource in the care context. However, this use of social robots presents ethical and communicative challenges, particularly when robots interact with people with sensory and/or cognitive impairments. The project SoRoP combines an observational field study, focus group discussions and a quantitative survey for an exploratory study design. The triangulation of these three data sources provides a novel approach in analysing the following questions:
1. How are the robots' limited communication skills—in terms of facial expressions, gestures, and speech—evaluated?
2. Are there differences in reactions depending on the person's disability or age?
3. To what extent is human-robot interaction successful for people with limited communication skills?
4. Uncanny Valley: Is the robot perceived as uncanny?
The study evaluates the social robot “Navel” in a real-world setting, with one robot available for testing. Study Group 1 consists of older adults with cognitive, hearing, and/or visual impairments who live in a residential care facility. Study Group 2 consists of younger people with limitations on the autism spectrum in a (semi-) residential setting. These groups are compared with a convenience sample consisting of visitors at Nacht.Schafft.Wissen (Open Day OTH Regensburg).
Artificial intelligence (AI) is currently transforming almost all areas of society, from business and politics to education and the media. Non-governmental organizations (NGOs) and non-profits are also affected by this social transformation. As key players in the public interest, they make a significant contribution to civil society participation and social sustainability (1, 2), but these groups have hardly been researched scientifically to date.
The use of AI in public welfare organizations presents a twofold challenge: on the one hand, it opens up potential for reducing workloads through more efficient work processes and savings in resources (such as working time and donations); on the other hand, it requires new structural, cultural, and ethical conditions. This article examines the needs of NGOs, the level of acceptance for the use of AI, and the reasons against its use. In addition, implementation options such as resources, strategies, and framework conditions were examined.
The study is based on a mixed-methods approach. The data comes from the research project Artificial Intelligence in Non-Governmental Organizations (KINiro), which was conducted in Germany between 2023 and 2025. In addition to five exploratory, guided, qualitative interviews, a quantitative online survey (n=343) and a further 10 in-depth interviews with experts from NGOs in various fields of activity were conducted.
Framework conditions and approaches to the use of AI in public welfare organizations were examined. The results show that NGOs in Germany are in the early stages of engaging with AI. While the majority of the organizations surveyed are generally positive about AI, there are also significant gaps in terms of knowledge, resources, and strategic anchoring. AI has so far been tested mainly in the form of low-threshold applications, such as text assistance or translation tools, with initiatives often originating from individual tech-savvy employees.
Overall, the studies make it clear that the implementation of AI in NGOs is not primarily a technological transformation, but rather an organizational and cultural one. Participatory strategies, transparent decision-making processes, and consideration of ethical issues such as data protection and bias are crucial for the responsible, public-interest-oriented use of AI.
The research results provide guidance on the implementation of the European AI strategy (3, 4), which aims to bring the benefits of AI to various sectors such as healthcare, education, industry, and environmental sustainability. By researching the needs and actual implementation possibilities of AI in NGOs, it is possible to derive
policy recommendations. There is also the potential to make the full-time and volunteer
work of non-profit organizations more resource-efficient and sustainable.
Artificial intelligence is steadily being integrated into all areas of medicine. In reproductive medicine, artificial intelligence methods can be utilized to improve the selection and prediction of sperm cells, oocytes, and embryos and to generate better predictive models for in vitro fertilization. The use of artificial intelligence in this field is justified by the suffering of persons or couples who wish to have children but are unable to conceive. However, research into the use of artificial intelligence in reproductive medicine is still in the early experimental stage and furthermore raises complex normative questions. There are ethical research challenges because evidence of the efficacy of certain pertinent systems is often lacking and because of the increased difficulty of ensuring informed consent on the part of the affected persons. Other ethically relevant issues include the potential risks for offspring and the difficulty of providing sufficient information. The opportunity to fulfill the desire to have children affects the welfare of patients and their reproductive autonomy. Ultimately, ensuring more accurate predictions and allowing physicians to devote more time to their patients will have a positive effect. Nevertheless, clinicians must be able to process patient data conscientiously. When using artificial intelligence, numerous actors are involved in making the diagnosis and deciding on the appropriate therapy, raising questions about who is ultimately responsible when mistakes occur. Questions of fairness arise with regard to resource allocation and cost reimbursement. Thus, before implementing artificial intelligence in clinical practice, it is necessary to critically examine the quantity and quality of the data used and to address issues of transparency. In the medium and long term, it would be necessary to confront the undesirable impact and social dynamics that may accompany the use of artificial intelligence in reproductive medicine.
Artificial intelligence (AI) has recently become widely accessible through the public availability of large language models, fundamentally altering how organizations engage with digital technologies. While AI has long been researched and applied in commercial and governmental contexts, little is known about how non-governmental organizations (NGOs) engage with these developments. As key actors of civil society, NGOs operate under conditions of limited resources, strong normative commitments, and high accountability requirements, which shape both the opportunities and constraints of AI adoption.
This paper examines the conditions and strategies for the use of AI in public-interest-oriented organizations, focusing on NGOs in Germany. It draws on data from the research project Artificial Intelligence in Non-Governmental Organizations (KINiro), conducted between 2023 and 2025, using a mixed-methods design. The empirical basis includes a scoping review, exploratory qualitative interviews, a nationwide quantitative survey (n = 343), and ten in-depth expert interviews across different fields of NGO activity.
The findings show that most NGOs are still at an early stage of engaging with AI. Current use is largely limited to low-threshold applications such as text generation, translation, and research support. AI adoption is predominantly driven bottom-up by technology-savvy staff and remains weakly institutionalized. Key barriers include limited time, financial resources, digital competencies, and unresolved governance issues, particularly regarding data protection and responsibility. At the same time, NGOs perceive significant potential for efficiency gains and workload reduction.
Overall, the study demonstrates that AI functions less as a purely technical innovation and more as a catalyst for organizational and cultural transformation. Successful implementation depends on leadership support, iterative experimentation, competence building, and the development of enabling governance structures aligned with public-interest values.
Validierung generischer Lebensqualitätsinstrumente bei alten und sehr alten Menschen mit Hüftfraktur
(2023)
Hintergrund und Ziele
Für die Messung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (HRQOL) bei Patientinnen und Patienten nach proximaler Femurfraktur (kolloquial Hüftfraktur) sind verschiedene Instrumente im Einsatz, für die es allerdings teilweise nur wenig, widersprüchliche oder keine Evidenz zu deren psychometrischen Messeigenschaften und praktischen Eigenschaften gibt. In dieser Studie untersuchten wir unter Anwendung der COSMIN Empfehlungen a) die Inhaltsvalidität und Machbarkeit von vier generischen Instrumenten zur Messung der HRQOL (SF-12, EQ-5D-5L deskriptives System, Nottingham Health Profile/NHP, WHOQOL-BREF) bei älteren Menschen (≥ 60 Jahre) nach einer Hüftfraktur und b) die Validität, Reliabilität und Änderungssensitivität der zwei am häufigsten in dieser Zielgruppe verwendeten Instrumente (SF-12, EQ-5D) zur Messung der generischen HRQOL.
Methoden
Für die qualitative Studie (a) rekrutierten wir 32 Patientinnen und Patienten ohne relevante kognitive Beeinträchtigung im Alter von über 60 Jahren während ihres stationären Aufenthaltes nach einer Hüftfraktur (weiblich= 25; Durchschnittsalter= 81 Jahre). Die Patientinnen und Patienten wurden gebeten, bis zu vier HRQOL-Fragebögen auszufüllen. Während die Patientinnen und Patienten die Fragebögen ausfüllten, wurde die think-aloud Technik angewandt, um Probleme bei der Beantwortung zu erkennen. Im Anschluss an die Beantwortung der Fragebögen, wurden die Teilnehmenden mit Hilfe eines semi-strukturierten Interviewleitfadens befragt. Die abgefragten Themen beinhalteten Aspekte der Inhaltsvalidität (Verständlichkeit, Relevanz und Vollständigkeit) und Machbarkeit. Die Interviews wurden aufgezeichnet, verbatim transkribiert und inhaltsanalytisch ausgewertet.
Für die quantitative Studie (b) wurden Daten aus einer bevölkerungsbezogenen prospektiven Beobachtungsstudie namens ProFem ausgewertet, die zwischen Januar 2018 und September 2019 konsekutiv Versicherte mit einer proximalen Femurfraktur (PFF) eingeschlossen hat. Für die psychometrische Analyse wurden Primärdaten von Studienteilnehmenden verwendet, die zu den Zeitpunkten T0 (3 Monate nach Krankenhausentlassung) und T1 (6 Monate nach Krankenhausentlassung) eigenständig teilnahmen. Die Gütekriterien zur Zustandsmessung wurden folgendermaßen evaluiert: Machbarkeit und Interpretierbarkeit wurden anhand von fehlenden Werten sowie Decken- und Bodeneffekten beurteilt; strukturelle Validität anhand einer konfirmatorischen Faktorenanalyse (CFA); Konstruktvalidität anhand des known-groups Ansatzes; Diskriminanz- und Konvergenzvalidität anhand von Spearmans Rho (ρ) Korrelationen mit Referenzmaßen; Reliabilität unter Verwendung der internen Konsistenz anhand Cronbachs Alpha (α) (nur für den SF-12). Die Änderungssensitvität als Gütekriterium der Veränderungsmessung wurde mittels eines Konstrukt- und Kriteriums-basierten Ansatzes ermittelt.
Ergebnisse
Die Ergebnisse der qualitativen Studie (a) zeigten, dass die Teilnehmenden kurze Fragebögen mit einem klaren Layout favorisierten. Nur neun Teilnehmende waren in der Lage, die Fragebögen selbst auszufüllen und nur sechs füllten alle vier Fragebögen aus. Bezüglich der Inhaltsvalidität gab es die größten Probleme bei der Verständlichkeit der Items. Items, die zu vage formuliert waren (häufig beim NHP) und Items ohne Beispiel (beim WHOQOL-BREF) waren schwierig zu verstehen. Ein aus Sicht der Teilnehmenden irrelevantes Beispiel (SF-12 und EQ-5D-5L deskriptives System) oder nicht ausreichende dichotome Antwortkategorien (NHP) begründeten eine fehlende Relevanz desjenigen Items. Das deskriptive System des EQ-5D-5L wurde teilweise als zu oberflächlich und damit nicht als vollständig empfunden. Insgesamt umfassten die Instrumente keine der folgenden von den Teilnehmenden als wichtig für deren HRQOL erachtete Themen: Medikamenteneinnahme, Sehschwierigkeiten und Ernährung.
Die Studienteilnehmerinnen und –teilnehmer der quantitativen Studie (b) waren zur Baseline (n= 306) im Durchschnitt 79.1 Jahre alt (69% weiblich). Die anhand der Baseline untersuchten Gütekriterien der Zustandsmessung ergaben folgende Ergebnisse: Beide Instrumente bewiesen eine hohe Machbarkeit und zeigten weder Decken- noch Bodeneffekte. Die CFA zur Beurteilung der strukturellen Validität ergab nur beim EQ-5D-5L einen akzeptablen Modellfit. Bei der Überprüfung der known-groups Validität konnten nur die Unterschiede anhand des subjektiven sozialen Status anhand beider Instrumente signifikant unterschieden werden, was auf eine nur akzeptable known-groups Validität beider Instrumente schließen lies. Anhand der ermittelten ρ-Korrelationen ergab sich eine gute Konvergenz- und Diskriminanzvalidität für den EQ-5D-5L und eine akzeptable für den SF-12. Bezüglich der Reliabilität kann für beide Komponenten des SF-12 eine konsistente Skale angenommen werden. Die Ergebnisse sprachen bei beiden verwendeten Ansätzen und für beide Instrumente für eine geringe Änderungssensitivität.
Schlussfolgerung
Insgesamt können der EQ-5D-5L und der SF-12 zur Messung der generischen HRQOL bei älteren Hüftfrakturpatient:innen empfohlen werden. Im direkten Vergleich mit dem WHOQOL-BREF und NHP schnitten die beiden Fragebögen bei der Bewertung von Machbarkeit und Inhaltsvalidität am besten ab. Die beiden Instrumente zeigten allerdings Schwächen bei der Überprüfung der weiteren psychometrischen Messeigenschaften, die aber trotzdem als akzeptabel eingestuft wurden. Weitere Studien sollten bedenken, dass sich die Messung der HRQOL anhand eines Fragebogens zum Selbstausfüllen als herausfordernd darstellte, selbst wenn keine oder nur eine leichte kognitive Beeinträchtigung bei den Teilnehmenden vorhanden war. Die Ergebnisse dieser Arbeit können gemeinsam mit der vorliegenden Evidenz aus der Literatur den Konsensusprozess informieren, ein geeignetes Instrument für die Messung der generischen HRQOL bei älteren Hüftfrakturpatient:innen festzulegen. Zukünftige Validierungsstudien sollten die Test-Retest-Reliabilität des SF-12 und EQ-5D erforschen sowie die Schätzung von MID- und MIC-Werten (kleinster bedeutsamer Unterschied bzw. kleinste bedeutsame Veränderung) beinhalten.
Integrationsmonitoring
(2026)
Anhand eines Überblicks über Konzepte zur Integrationsberichterstattung auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene wird diskutiert, welche Möglichkeiten das
Integrationsmonitoring bietet, um Integrationsgrenzen aufzuzeigen. Kommunales Integrationsmonitoring zeigt anhand nachvollziehbarer Indikatoren Entwicklungen
auf. Es bestehen jedoch viele Einschränkungen, so fehlen Angaben zum Asylstatus. Um Handlungsfelder der Integrationspolitik besser abzudecken, sind veränderte Indikatoren und eine kurzfristigere Auswertung erforderlich.