Fakultät Sozial- und Gesundheitswissenschaften
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Diese Studie untersucht die türkische Graue-Wölfe-Bewegung aus der Perspektive transnationaler Formen der extremen Rechten und analysiert historische Kontinuitäten sowie aktuelle Wandlungsprozesse entlang der Dimensionen Antisemitismus und Antifeminismus. Im Mittelpunkt stehen die ideologischen Positionen der Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP) sowie der aus dieser Bewegung hervorgegangenen Parteien Zafer Partisi (ZP), Büyük Birlik Partisi (BBP), İYİ-Partei und Anahtar Parti (AP). Methodisch basiert die Untersuchung auf einem qualitativen Forschungsdesign, das Dokumentenanalyse, Diskursanalyse und die thematische Auswertung zivilgesellschaftlicher Aktivitäten miteinander verbindet.
Der Bericht zeigt, dass die ideologischen Grundlagen der Graue-Wölfe-Bewegung wesentlich durch Alparslan Türkeş „Doktrin der Neun Lichter“ (Dokuz Işık Doktrini), den türkisch-nationalistischen und rassistischen Ansatz Nihal Atsız’ sowie die antisemitischen Vorstellungen Cevat Rıfat Atilhans geprägt wurden. Die Analyse verdeutlicht, dass Antisemitismus historisch durch Diskurse reproduziert wurde, die Juden:Jüdinnen als „innere Feinde“, „Verschwörungselemente“ oder „verborgene Bedrohungen“ konstruierten. Gegenwärtig werden diese Narrative vor allem im Zusammenhang mit Israelkritik, Verweisen auf den Zionismus sowie der Kurdenfrage neu artikuliert. Gleichzeitig zeigt die Untersuchung, dass antifeministische Diskurse auf Vorstellungen von Familie, traditionellen Geschlechterrollen und nationalen Werten beruhen, während Feminismus häufig als „anational“ und „zersetzend“ dargestellt wird.
Mit Fokus auf den Zeitraum 2015–2025 untersucht die Studie die gegenwärtigen Erscheinungsformen rechtsextremer Ideologien anhand politischer Reden, sozialer Medien und parteipolitischer Diskurse. Darüber hinaus werden die Gegenstrategien zivilgesellschaftlicher Organisationen analysiert, die durch Dokumentationsarbeit, Interessenvertretung und Erinnerungsarbeit auf diese Entwicklungen reagieren. Die Ergebnisse zeigen, dass die Graue-Wölfe-Bewegung ihre historischen antisemitischen und antifeministischen Elemente weitgehend bewahrt hat, diese jedoch an die gegenwärtigen politischen Rahmenbedingungen anpasst und neu reproduziert.
Hintergrund: Mit dem Einsatz sozialer Roboter gehen ethische und kommunikative Herausforderungen einher, insbesondere, wenn Roboter mit (älteren) Menschen mit Sinneseinschränkungen und/oder kognitiven Einschränken interagieren.
Fragestellung: Das Projekt SoRoP erforscht mit drei Untersuchungsgruppen (ältere Menschen im stationären Setting, jüngere Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung im teilstationären Setting, Vergleichsgruppe allgemeine Bevölkerung) explorativ die Mensch-Roboter-Interaktion anhand des sozialen Roboters „Navel“. Untersucht wer-den Unterschiede in den Bewertungen des Roboters in Bezug Kommunikationsfähig-keit, Reaktions- und Interaktionsfähigkeiten, dessen Einfluss auf die Stimmung und das Wohlbefinden, die empfundene Unheimlichkeit und die Nutzungsabsicht. Ein be-sonderer Fokus liegt auf Technikakzeptanz und deren Zusammenhang mit der Be-wertung.
Methodik: Die Feldstudie basiert auf einem Mixed-Methods-Forschungsdesign, be-stehend aus einer explorativen Feldbeobachtung von Interaktionen (März-April 2026), einem Gruppengespräch und einer nachfolgenden Dual-Mode-Umfrage. In diesem Arbeitspapier werden die Befragung (n=58) und Unterschiede zwischen den Untersuchungsgruppen ältere Menschen (n=17), Menschen mit ASS (n=15) und einer allgemeinen Vergleichsgruppe (n=26) statistisch ausgewertet.
Ergebnisse: Die Untersuchung zeigte insgesamt eine überwiegend positive Bewertung der Begegnung. Besonders positiv wurden die Interaktion, Responsivität und das Sprachverstehen des Roboters beurteilt, während Mimik und Gestik differenzierter bewertet wurden. Die Technikakzeptanz erwies sich als nur begrenzt relevant für die Bewertung des Roboters; wichtiger für die Nutzungsbereitschaft scheint der wahrge-nommene praktische Nutzen zu sein, der insgesamt eher niedrig eingeschätzt wurde. Zudem wurde Navel von den meisten Teilnehmenden nicht als unheimlich wahrge-nommen und zeigte positive kurzfristige Effekte auf Stimmung und Wohlbefinden.
Diskussion: Die Studie ergänzt das aktuelle Forschungsfeld der Mensch-Technik-In-teraktion und speziell sozialer Robotik und verbindet Perspektiven aus Gerontologie, Disability-Studies, Technikfolgenabschätzung und angewandter Ethik.
Schlussfolgerungen: Die Studie belegt einen positiven Einfluss auf Stimmung und Wohlbefinden bei einem kurzfristigen, begleiteten Einsatz des Roboters Navel im Sinne eines Unterhaltungsgeräts. In Bezug auf Effekte im Langzeiteinsatz besteht wei-terer Forschungsbedarf. Für das bisher nicht erforschte Einsatzfeld für Menschen mit ASS sowie die technisch interessierte Allgemeinbevölkerung inklusive Eltern mit Kin-dern zeigen die Befunde in mancher Hinsicht positivere Ergebnisse als für die ur-sprünglich anvisierte Zielgruppe in Pflegeheimen.
Hintergrund
Digitale Assistenzsysteme können Menschen mit Unterstützungsbedarf im Alltag begleiten, indem sie Informationen bereitstellen, Therapien unterstützen oder Kommunikation und soziale Teilhabe ermöglichen. Telepräsenzrobotik (TPR) umfasst physische, mobil im häuslichen Umfeld einsetzbare Systeme, die in der Versorgungspraxis bislang kaum etabliert sind. Ziel der Studie war es, Erwartungen, Erfahrungen und Akzeptanz von Schlaganfallpatient*innen, Angehörigen sowie Pflege- und Therapiepersonal gegenüber TPR zu untersuchen.
Methoden
Vor (t1) und nach (t2) einer 24-wöchigen Testphase mit 2 TPR-Geräten (Feldphase 2021–2023) wurden Patient*innen und Angehörige standardisiert befragt (t1: 48 bzw. 53; t2: 39 bzw. 50). An einer Querschnittbefragung nahmen 31 Fachpersonen teil. Die Auswertung erfolgte mittels deskriptiver und bivariater Statistik. Ergänzend wurden persönliche Gespräche mit Patient*innen und Angehörigen mittels strukturierender Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet.
Ergebnisse
Die anfänglich hohen Erwartungen an TPR hinsichtlich Selbstständigkeit, Sicherheit, Kommunikation und Entlastung der Angehörigen im Alltag konnten häufig nicht erfüllt werden. Keines der Systeme wurde als überzeugender Alltagshelfer wahrgenommen. Autonome Mobilität und Sprachassistenz erwiesen sich als eingeschränkt hilfreich. Die einfache und flexible Tablet-Lösung wurde gegenüber TPR präferiert.
Diskussion
TPR kann grundsätzlich die ambulante Versorgung unterstützen, ist jedoch aktuell noch nicht ausreichend an die Bedürfnisse der Patient*innen und häuslichen Bedingungen angepasst. Technische Einschränkungen, die Abhängigkeit von Angehörigen und die höhere Akzeptanz einfacherer Lösungen zeigen den Weiterentwicklungsbedarf für eine breitere Implementierung assistiver Systeme.
Hintergrund: Mit dem Einsatz von Robotern gehen ethische und kommunika-tive Herausforderungen einher, insbesondere, wenn Roboter mit (älteren) Menschen mit Sinneseinschränkungen und/oder kognitiven Einschränken in-teragieren.
Forschungsfrage: Das Projekt „Soziale Robotik im Praxistest (SoRoP) – Eine ex-plorative Studie mit (älteren) Menschen mit Sinnes- und Kommunikationsein-schränkungen“ erforscht mit drei Untersuchungsgruppen (ältere Menschen im stationären Setting, jüngere Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung im teilstationären Setting, Vergleichsgruppe allgemeine Bevölkerung) die Mensch-Roboter-Interaktion anhand des sozialen Roboters „Navel“ (navel ro-botics München). Untersucht werden Unterschiede in den Bewertungen des Roboters in Bezug auf Mimik, Gestik und Sprache abhängig von der Untersu-chungsgruppe sowie Technikakzeptanz aufseiten der Befragten. Weiterhin wird untersucht, inwieweit der Roboter als unheimlich empfunden wird (Stich-wort: „Uncanny Valley“).
Methode: Die Feldstudie basiert auf einem Mixed-Methods-Forschungsdesign, bestehend aus einer explorativen Feldbeobachtung von Interaktionen, einem Gruppengespräch und einer Dual-Mode-Umfrage. Besonderes Augenmerk wird auf (forschungs-)ethische Aspekte gelegt.
Ergebnis: Es werden erste Ergebnisse aus der Beobachtungsstudie präsentiert. Mit allen Untersuchungsgruppen fanden erfolgreiche Kommunikationen statt. Die Kommunikationsfähigkeiten des Roboters wurden als gut eingeschätzt und der Roboter nicht als unheimlich empfunden. Analysiert werden Unterschiede in den Bewertungen der wahrgenommenen Lustigkeit, Natürlichkeit sowie ver-balen und nonverbalen Kommunikation.
Diskussion: Diskutiert werden ethische und soziale Aspekte auch vor dem Hin-tergrund der Ergebnisse anderer Studien. Einschränkungen der Kommunika-tion bestehen im Verstehen menschlicher Aussagen seitens des Roboters. Eine Limitation der Studie liegt darin, dass ein Kurztest keine verlässlichen Aussa-gen zum Langzeiteinsatz gewährleisten kann.
Fazit: Bei den Zielgruppen besteht in hohem Maße eine grundsätzliche Offen-heit. Bei Betreuung durch Fachkräfte kann geschlussfolgert werden, dass ein Einsatz im Sozial- und Gesundheitsbereich Gespräche anregt und soziale Teil-habe fördert.
The use of social robots is becoming increasingly important. In the context of care, in particular, the use of robots is being discussed and is already being researched and implemented in various facilities, both in inpatient and outpatient settings. Social robots can be a valuable resource in the care context. However, this use of social robots presents ethical and communicative challenges, particularly when robots interact with people with sensory and/or cognitive impairments. The project SoRoP combines an observational field study, focus group discussions and a quantitative survey for an exploratory study design. The triangulation of these three data sources provides a novel approach in analysing the following questions:
1. How are the robots' limited communication skills—in terms of facial expressions, gestures, and speech—evaluated?
2. Are there differences in reactions depending on the person's disability or age?
3. To what extent is human-robot interaction successful for people with limited communication skills?
4. Uncanny Valley: Is the robot perceived as uncanny?
The study evaluates the social robot “Navel” in a real-world setting, with one robot available for testing. Study Group 1 consists of older adults with cognitive, hearing, and/or visual impairments who live in a residential care facility. Study Group 2 consists of younger people with limitations on the autism spectrum in a (semi-) residential setting. These groups are compared with a convenience sample consisting of visitors at Nacht.Schafft.Wissen (Open Day OTH Regensburg).
Pflege und Technik
(2023)
Die Krise, in der sich berufliches Pflegehandeln befindet, führt dazu, dass Krankenhausbetten nicht belegt werden können, da nicht ausreichend Pflegepersonal zur Verfügung steht. Hanna Wüller ordnet diese Situation in die feministischen Debatten im Zuge der Care-Krise ein und macht die Relevanz von Machtverteilungen sowie den Einfluss materieller Aspekte deutlich. Eine Verknüpfung von Pflegewissenschaft, Science and Technology Studies, Neuen Materialismen und der Objektiven Hermeneutik ermöglicht erweiterte theoretische und methodische Zugänge zur Betrachtung dieses Phänomens. Daraus ergeben sich wertvolle Anschlusspunkte sowohl für die Pflegetheorie als auch für deren Praxisentwicklung.
Die Beschäftigung mit der Frage weiblicher Wehrpflicht verweist auf das Verhältnis von Gender und Militär generell. Die einschlägigen Debatten, die in diesem Zusammenhang zu berücksichtigen sind, können in spezifische Argumentationsstränge aufgeteilt werden, die im Folgenden kurz umrissen werden. Einigkeit besteht in allen Ansätzen darin, dass in der historischen Konstruktion des Militärs beziehungsweise in der Konstituierungsphase moderner Armeen zu Beginn der Frühen Neuzeit das fundamentale gesellschaftliche Ordnungskriterium „Geschlecht“ in beispielhafter Weise mit den Machtstrukturen des Nationalstaates und der individuellen männlichen Identität gekreuzt werden (vgl. Hagemann et al. 2004; Frevert 2009). Das heißt, es ist entscheidend zu sehen, dass es beim Thema „Geschlecht und Militär“ letztlich immer um die Verhandlung der gesamtgesellschaftlichen Geschlechterordnung geht. Dementsprechend attestiert die historische und sozialwissenschaftliche Forschung dem Militär erheblichen Einfluss auf gesamtgesellschaftliche Genderordnungen.
Interessenkonflikte bezeichnen das Risiko, dass professionelles Handeln oder Urteilen, welches auf ein primäres Interesse gerichtet ist, unangemessen durch ein sekundäres Interesse beeinflusst wird. In Abgrenzung zur Korruption, die eine strafbare und vorsätzliche Handlung ist, beschreibt der Begriff Interessenkonflikte eine Konstellation von Umständen, die unbewusst ein Urteil verzerren können. Hier liegt der Ansatzpunkt im Umgang mit Interessenkonflikten im Gesundheitswesen: Um sie verhindern zu können, sollen sie im Vorfeld möglichst transparent erfasst und bewertet werden. Eine wichtige Voraussetzung hierfür ist auch ein kritischer Umgang mit den medizinischen Urteilen zugrunde liegenden Informationen, weswegen die universitäre Lehre an medizinischen Fakultäten diesbezüglich entscheidend für einen informierten und professionellen Umgang mit Interessenkonflikten ist.
Diese Mixed-Methods-Studie unertsucht den Einfluss von Exoskeletten auf die physische Belastung und Akzeptanz von Pflegekräften. Ziel der Studie war es, die Wirkung eines passiven, rückenunterstützenden Exoskeletts auf Muskelaktivität, Körperhaltung und subjektivem Anstrengungsempfinden während eines simulierten Transfers von Patient*innen zu evaluieren. Dazu wurde eine quantitative Analyse mit 33 Pflegekräften durchgeführt, die ein Exoskelett in drei unterschiedlichen Unterstützungsformen trugen. Die Muskelaktivität zeigte keine signifikanten Unterschiede, gleichzeitig zeigten sich signifikante Ergebnisse in der Reduktion des subjektiven Belastungsempfinden beim Tragen des Exoskeletts und der geringeren Hüftbeugung beim Tragen des Exoskeletts. Eine qualitative Studie ergänzte die Untersuchung, indem die Akzeptanzfaktoren und Implementierungshürden identifiziert wurden. Besonders der Tragekomfort und die Kompatibilität des Exoskeletts mit den spezifischen Pflegeaufgaben sind entscheidend. Weitere Forschung nötig ist, um die langfristigen Effekte auf die muskuloskelettale Gesundheit und die optimale Implementierung dieser Technologie in Pflegeeinrichtungen besser zu verstehen.
This mixed-methods study investigated the influence of exoskeletons on the physical strain and acceptance of nurses. The aim of the study was to evaluate the effect of a passive, back-supporting exoskeleton on muscle activity, posture and subjective perception of exertion during a simulated transfer of patients. For this purpose, a quantitative analysis was conducted with 33 nurses wearing an exoskeleton in three different forms of support. There were no significant differences in muscle activity, but there were significant results in the reduction of the subjective feeling of strain when wearing the exoskeleton and less hip flexion when wearing the exoskeleton. A qualitative study supplemented the investigation by identifying the acceptance factors and implementation hurdles. In particular, wearing comfort and the compatibility of the exoskeleton with specific care tasks are crucial. Further research is needed to better understand the long-term effects on musculoskeletal health and the optimal implementation of this technology in care facilities.
Translated with www.DeepL.com/Translator (free version)
Armut verstehen
(2024)
Um Armut zu bekämpfen, scheint es naheliegend, mehr Geld zu fordern: mehr Geld in Gestalt von Sozialstaatsausgaben, für Entwicklungshilfe etc. Nur: In Zeiten der Klimakrise kann darin nicht die zentrale Lösung für das nach wie vor drängende Problem der nationalen und weltweiten Armut liegen. Was folgt daraus? Natürlich nicht, dass wir Menschen und Staaten das Recht auf Entwicklung absprechen. Unsere exklusiven und exkludierenden Privilegien aufgrund der Zufälligkeit des Geburtsortes lassen sich nicht rechtfertigen. Dennoch ist diese Erkenntnis der Nicht-Verallgemeinerbarkeit relevant. Sie verdeutlicht, dass wir prinzipiell anders über das Phänomen Armut nachdenken müssen. Hierzu möchte dieses Buch einen Beitrag leisten.