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Seit Ende der 1980er-Jahre ist die psychiatrische Institutsambulanz (PIA) zur Umsetzung einer leitliniengerechten Versorgung von Menschen mit Demenz im ländlichen Raum im § 118 Sozialgesetzbuch (SGB) V verankert [1, 2]. Die rechtlichen Rahmenbedingungen des § 118 SGB V und die praktische Ausgestaltung entsprechender Krankenhausambulanzen auf Grundlage vertraglicher Regelungen zwischen den Krankenkassen, ihren Landesverbänden und den Krankenhäusern ermöglicht es heute auch in ländlichen Regionen eine leitliniengerechte Versorgung von Menschen mit Demenz umzusetzen. Der folgende Beitrag beleuchtet das Potenzial einer PIA anhand eines Praxisbeispiels und verweist auf die besondere Relevanz für die Versorgung spezifischer Patientengruppen in der Fläche.
Essstörung
(2006)
Fallrekonstruktive Studie von Entwicklungs- und Bewältigungsprozessen bei Essstörungen. Im Mittelpunkt stehen das subjektive Erleben und die sozio-biographische Einbettung von Essstörungen.
Die Studie bietet anhand von erzählten Lebensgeschichten einen systematischen Einblick in die Erlebnis- und Erfahrungswelt von Menschen mit »Essstörungen«. Sichtbar werden Entwicklungsbögen von der Entstehung über die Verfestigung bis zu den verschiedenen Bewältigungsversuchen sowie Ressourcen und Kompetenzen der Protagonistinnen. Diese Perspektive ermöglicht ein Neuverstehen des Phänomens »Essstörung«, das über die gängigen defizitären Konzeptionen hinausgeht und Konsequenzen für eine ressourcenorientierte Begleitung von Betroffenen aufzeigt. Das Buch richtet sich gleichermaßen an Professionelle, Betroffene und Angehörige.
This article presents results of the social-scientific evaluation of an established care model for people with dementia developed by the professionals as a result of acute problems in care in north-east Germany. In addition to the central elements of the model, the conditions of intersectoral and interprofessional cooperation as well as the qualification profile requirements of the professional groups involved are presented in detail. The results can give suggestions for the organization of integrated care for people with dementia in other countries. Further, the author would hereby like to highlight the gain from the scientific examination of solutions to problems in the field.
Eine angemessene Versorgung von Menschen mit Demenz unter Einbeziehung der Angehörigen erfordert spezialisierte, aufeinander abgestimmte Versorgungsstrukturen. Die Autor*innen beschreiben ein in der Praxis etabliertes Versorgungsmodell für Menschen mit Demenz, das unterschiedliche Akteure und ambulante, teilstationäre und Wohnstrukturen integriert. In einem einführenden Kapitel werden auf Grundlage von Fallstudien und der internationalen Fachdiskussion Status quo und Anforderungen an eine leitliniengerechte Versorgung dargestellt. Anschließend wird das Modell einer spezialisierten Komplexvesorgung bei Demenz mit seinen Prinzipien und Bausteinen beschrieben. Abschließend werden Bedingungen gelingender Kooperation, Versorgungsqualität und die Übertragbarkeit in andere Regionen diskutiert.
Im Mittelpunkt des Artikels steht ein Konzept zur Versorgung von Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen im ländlichen Raum, dessen Struktur, Prozesse und rechtliche Rahmenbedingungen. Gezeigt wird, dass auf dem Land bereits heute eine leitliniengerechte Versorgung und ein langfristiger Verbleib in der Häuslichkeit möglich sind, insbesondere auch für Risikogruppen wie alleinlebende ältere Menschen. Hierzu sind über die Fläche verteilte Tageskliniken als Nebenstandort von Krankenhausträgern mit psychiatrischen Abteilungen zu nutzen, spezialisierte Teams zu bilden und Kooperationsstrukturen in der Fläche zu etablieren.
In dem Aufsatz wird gesundheitliche Ungleichheit anhand ausgewählter Indikatoren auf Basis aktueller sozialepidemiologischer Daten beschrieben. Anschließend werden Erklärungsansätze vorgestellt. Hierbei wird auf das Habitus- und Kapitalsorten-Konzept von Pierre Bourdieu (1986, 1987) vertiefend eingegangen. Das Konzept ermöglicht eine Analyse sozialstrukturell bedingter Unterschiede in den gesundheitsbezogenen Lebensstilen, Verhaltensweisen und Kompetenzen und es unterstreicht die Relevanz von kulturellem Kapital neben sozialen und ökonomischen Ressourcen. Daran anschließend findet eine Auseinandersetzung mit dem Konzept Health Literacy statt. Die Gesundheitskompetenz gewinnt an Bedeutung in einer Gesellschaft, in der die Komplexität steigt, mehr gesundheitsbezogene Eigenverantwortung an die Individuen gestellt wird und zahlreiche gesundheitsrelevante Entscheidungen auf Grundlage von Informationsvielfalt zu treffen sind. Nach einer Einführung in das Konzept wird anhand erster repräsentativer Studien gezeigt, dass die Chance auf ein hohes Niveau der Gesundheitskompetenz ebenfalls ungleich verteilt ist. Darüber hinaus wird anhand der Gruppe der chronisch erkrankten Menschen deutlich, dass Gesundheitskompetenz relational zu verstehen ist. Die sozialen und strukturellen Bedingungen der jeweiligen Situation entscheiden mit darüber, ob die individuellen Kompetenzen genügen. Damit rücken Fragen einer nutzerfreundlichen Versorgungsgestaltung in den Blick. Der Text schließt mit einem Ausblick, der die Aktualität der bereits 1986 in der Ottawa- Charta formulierten Strategien und Handlungsfelder der Gesundheitsförderung zur Reduzierung gesundheitlicher Ungleichheit heraushebt und auf den Handlungsbedarf zur Förderung der Gesundheitskompetenzen verweist.
Übergänge ins Heim
(2020)
Im Text wird mit dem Thema Übergang in ein Heim ein kritisches Lebensereignis in der Lebensphase Alter beschrieben, das die psychosoziale Handlungsfähigkeit der betroffenen Menschen beanspruchen und gefährden kann und dessen Bewältigung personale, soziale und strukturelle Ressourcen sowie eine förderliche Gestaltung der Übergangsprozesse bedarf. Fachkräfte der Sozialen Arbeit und Pflege können hierbei umfassende Hilfe zur Lebensbewältigung geben. Anhand aktueller (internationaler) Fachdiskussion und einer eigenen Studie zum Erleben und Bewältigen von Heimübergängen wird das Thema mit Bezug auf das Lebensbewältigungskonzept von Böhnisch bearbeitet.
Im Zuge des demografischen, epidemiologischen und gesellschaftlichen Wandels entstehen zahlreiche Herausforderungen für die Gesundheitsversorgung und –förderung der Bevölkerung. Es werden innovative Lösungsansätze gesucht. Im Fokus der theoretischen Arbeit steht die Auseinandersetzung mit der Entwicklung sozialer Innovationen und der Rolle von Wissenschaft und Forschung bei der Lösung gesellschaftlicher Probleme. Zunächst wird ein an Technologien orientiertes Innovationsverständnis um das von sozialen Innovationen erweitert. Es werden zwei Wege zur Förderung sozialer Innovationen diskutiert: die systematische Entdeckung und Weiterentwicklung von Lösungsansätzen im Praxisfeld sowie die ko-produktive Entwicklung im Sinne transdisziplinärer Forschung. Deutlich wird, dass ein kooperativer und ko-produktiver Forschungs- und Entwicklungsprozess neue Anforderungen für die Wissenschaftspraxis bringen kann und somit die Diskussion über die Gestaltung und Rahmenbedingungen transdisziplinärer Forschung und Entwicklung in der Gesundheits(versorgungs)forschung zu stärken wäre.
Seit Ende der 1980er-Jahre ist die psychiatrische Institutsambulanz (PIA) zur Umsetzung einer leitliniengerechten Versorgung von Menschen mit Demenz im ländlichen Raum im § 118 Sozialgesetzbuch (SGB) V verankert [1, 2]. Die rechtlichen Rahmenbedingungen des § 118 SGB V und die praktische Ausgestaltung entsprechender Krankenhausambulanzen auf Grundlage vertraglicher Regelungen zwischen den Krankenkassen, ihren Landesverbänden und den Krankenhäusern ermöglicht es heute auch in ländlichen Regionen eine leitliniengerechte Versorgung von Menschen mit Demenz umzusetzen. Der folgende Beitrag beleuchtet das Potenzial einer PIA anhand eines Praxisbeispiels und verweist auf die besondere Relevanz für die Versorgung spezifischer Patientengruppen in der Fläche.