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Dieser Bericht in Gestalt eines Leitfadens für eine nachhaltige energetische Modernisierung von historischen Stadtquartieren mit besonderem architektonischen Wert ist das Ergebnis eines Forschungsprojekts an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg, das vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Rahmen der Förderinitiative „Zukunft Bau“ (Projekt Nr. II 3-F20-11-1-038 / SWD-10.08.18.7-12.21) in den Jahren 2012 bis 2014 gefördert wurde. Im Projekt RENARHIS („Regenerative Energieversorgung als Schwerpunkt einer nachhaltigen Modernisierung historischer Stadtquartiere“) wurden am Modell eines genossenschaftlichen Wohnquartiers aus den 1920er Jahren Restaurierungs- und Modernisierungsstrategien erarbeitet. Das „Plato-Wild-Ensemble“ liegt im Regensburger Stadtosten, außerhalb der mittelalterlichen Altstadt. Es steht nicht unter Denkmalschutz, kann aber gleichwohl aus architektonischen und sozialgeschichtlichen Gründen als Beispiel für mustergültigen und schätzenswerten genossenschaftlichen Wohnungsbau gelten. In diesem Leitfaden sollen aus den Erfahrungen und Lösungsansätzen des Projekts allgemeine Handlungsgrund Orientierungshilfen geboten werden, die den Horizont des eigentlichen Projekts erweitern auf eine Vielzahl ähnlicher Bestandssituationen.
RENARHIS - Nachhaltige energetische Modernisierung und Restaurierung historischer Stadtquartiere
(2016)
Die Lebensqualität in einem Stadtquartier lässt sich steigern, wenn Baukunst, Energieeffizienz, regenerative Energieversorgung und kostengünstiges Wohnen zusammenkommen. All das braucht umfassendes Know-how von Architekten, Planern und Betreibern. Forscher der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH) zeigen, wie ein historisches Stadtquartier behutsam modernisiert werden kann und gleichzeitig die Mieten bezahlbar bleiben. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hat die Forschungsarbeit kostenlos herausgegeben. Die Handlungsempfehlungen des Leitfadens richten sich an Planer, Architekten und Eigentümer.
Wie lässt sich eine Gebäudesanierung erfolgreich zum Zwecke des Klimaschutzes und der nachhaltigen Wohnqualität umsetzen? Strategien hierfür entwickelten Professor Oliver Steffens und sein Forschungsteam der OTH am Beispiel des Plato-Wild-Ensembles, einem genossenschaftlichen Wohnquartier aus den 1920er-Jahren im Regensburger Osten. Das Besondere an dem Sanierungskonzept ist sein fachübergreifender Ansatz: 30 Projektbeteiligte aus den technischen sowie wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen erarbeiteten für das Plato-Wild-Ensemble mehrere Lösungsansätze: Das Projektteam verfolgte nach einer eingehenden Bestandsaufnahme das Konzept der Nachverdichtung sowie der energetischen Ertüchtigung der Gebäudehülle. Ziel war dabei, die historische Fassade zu bewahren. Das Projektteam unterlegte die Ansätze der architektonischen Modernisierung sowie der regenerativen Energieversorgung mit zahlreichen Entwürfen, Berechnungen und Simulationen. Bauphysikalische Betrachtungen zum Wärme-, Feuchte- und Schallschutz waren ein weiterer wichtiger Baustein.
Sozialkapital und Migration
(2007)
Zunächst wird kurz der Begriff des in der Migrationssoziologie verwendeten Sozialkapitals erläutert und ein Überblick über die empirische Umsetzung in der Migrationsforschung gegeben. Das Sozialkapital gilt als einflussreiche unabhängige Variable für die Migrationsentscheidung. Anhand von Beispielen aus der Forschung über Migranten in Deutschland und ihre Familien- und Freundschaftsnetzwerke wird die Anwendung des Konzepts veranschaulicht. Insbesondere wird der Einfluss des Sozialkapitals auf die Integration dargelegt. Es zeigt sich, dass eine Präzisierung des begrifflichen Konzepts für die weitere Migrationsforschung sinnvoll ist. So ist eine
Unterscheidung zwischen Sozialkapital am Herkunfts- und Zielort, d.h. zwischen herkunftsland-spezifischem und aufnahmelandspezifischem Sozialkapital notwendig, um die Wirkungsmechanismen des Sozialkapitals bei der Migration und der sozialen Integration präziser beschreiben und erklären zu können.
Nach den Flüchtlingsbewegungen der 1990er Jahre war es in Deutschland lange still um das Thema Flucht und Asyl. Als die Zahl der Asylanträge 2012 allmählich und 2015 rasch anstieg, reagierten die Träger der politischen Bildung auf die veränderte Ausgangslage und passten ihre bestehenden Projekte an oder entwickelten neue. Um deren Spannweite zu explorieren, wurden Angebote politischer Bildung seit 2015, die explizit Geflüchtete als Zielgruppe ansprachen, in unserer Studie hinsichtlich Inhalten und Zielsetzungen analysiert.
Mit dem steigenden Erstgeburtsalter in Industriestaaten ist ein Anstieg ungewollter Kinderlosigkeit verbunden. Der Bedarf nach Reproduktionsmedizin wächst: 2009 kamen 1,9% der Lebendgeborenen in Deutschland mittels assistierter Reproduktion zur Welt, 2013 wurden 51.242 Frauen behandelt. Die Akzeptanz der Reproduktionsmedizin in der Bevölkerung ist hoch, wobei Erfolgsquoten meist überschätzt werden. Im BMBF-Projekt NeWiRe wird mittels bi- und multivariater Subgruppenanalysen untersucht, wie Frauen mit Migrationshintergrund Wissen über Reproduktionsmedizin erlangen und wie soziale, kulturelle oder religiöse Faktoren auf die Akzeptanz von Verfahren wirken. Datenquelle ist eine deutschlandweite Telefonbefragung von Frauen zwischen 18 und 50 Jahren (N = 1.001; 187 türkischer, 188 polnischer, 151 ex-jugoslawischer, 252 ex-sowjetischer und 182 deutscher Herkunft). Die disproportional geschichtete Zufallsstichprobe wurde mit einem Namensverfahren (Onomastik) aus dem Telefonverzeichnis gezogen, dessen gute Trefferquoten Perspektiven für die Erhebung gesundheitsbezogener Daten eröffnen. Zusammensetzung der Teilstichproben nach Bundesländern gemäß Bevölkerungsanteil der Herkunftsgruppen (Mikrozensus). Die Ergebnisse verdeutlichen die enorme Bedeutung eigener Kinder für das Selbstbild der Migrantinnen; der Kinderwunsch ist deutlich stärker ausgeprägt als bei deutschstämmigen Frauen. Die Akzeptanz der Reproduktionsmedizin ist entsprechend groß, kulturelle/religiöse Differenzen zeigen sich in der Akzeptanz einzelner Techniken. Informationen zur Reproduktionsmedizin erhalten die Frauen primär durch Massenmedien (maßgeblich Fernsehen/Zeitungen/Zeitschriften). Informationen und Beratungsangebote nehmen die Frauen vorrangig bei Ärzten wahr. 40 Prozent der türkeistämmigen Frauen informieren sich eher nicht auf Deutsch, Frauen aus Ex-Jugoslawien nur zu 7,5 Prozent. Die Sprachpräferenz bei Ärzten ist ähnlich. Ihr Wissen über Reproduktionsmedizin schätzen Migrantinnen vergleichsweise niedrig ein. Mit höherem Bildungsgrad steigen die Bekanntheit der Verfahren, das Wissen über Fruchtbarkeitsthemen sowie die Größe des persönlichen Netzwerks, mit dem die Frauen über Kinderwunsch, Schwangerschaft und Reproduktionsmedizin sprechen können. Für Migrantinnen sind im Falle eines unerfüllten Kinderwunsches beratende und therapeutische Angebote der Reproduktionsmedizin von besonderem Interesse. Beim Wissenstransfer zeigt sich Verbesserungspotenzial, sowohl in der Art der Wissensvermittlung (unter Berücksichtigung von Bildungsniveau und Deutschkenntnissen) als auch bei der Auswahl der Informationskanäle.
Asylsuchende in Bayern
(2018)
Asylsuchende in Bayern
(2017)
Bayern hat im Jahr 2015 deutschlandweit die meisten Asylantragstellenden aufgenommen. Die Zunahme an Asylsuchenden erfordert auch eine verstärkte empirische Datenerhebung. Denn eine valide Datengrundlage kann einerseits zu einem besseren Verständnis von Beweggründen zur Flucht, soziostrukturellen Hintergründen und den Werten der Geflüchteten beitragen. Zum anderen können wissenschaftlich erhobene Daten zu einem Abbau von Vorurteilen führen und zu einer objektiven Einschätzung der aktuellen Sachlage beitragen.
Diese Studie soll Aufschluss geben darüber, wer die Asylsuchenden sind, die nach Bayern kamen, und wie deren Integration gelingen kann. Um entsprechende Informationen zu erhalten und Handlungsempfehlungen erarbeiten zu können, hat die Hanns-Seidel-Stiftung ein Forscherteam der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) unter Leitung von Prof. Dr. Sonja Haug mit einer Pilotstudie beauftragt.
Befragt wurden Asylsuchende aus Syrien, Eritrea, Afghanistan und dem Irak, die 2015 oder 2016 in den Freistaat gekommen sind. Die Pilotstudie wurde in Nürnberg und im Landkreis Ebersberg durchgeführt. Neun Dolmetscher haben die Befragungen in den Sprachen Arabisch, Kurdisch, Paschtu, Farsi und Tigrinya unterstützt.
Ziel der Studie ist die Erhebung und Analyse von Einstellungen, Ressourcen und Bleibeabsichten der Asylsuchenden. So soll die Studie zu einer Versachlichung der Debatte beitragen und weitere Impulse für eine gelingende Integration geben.
Der Überblick zeigt Verfahren, die auf standardisierten Messinstrumenten beruhen und sich für Reihenuntersuchungen eignen. Dargestellt werden Sprachtests bei Erwachsenen und Kindern sowie Selbsteinschätzungen der Sprachkenntnisse. Am Ende wird eine Methode beschrieben, die objektive und subjektive Elemente der Messung alltagssprachlicher Kompetenzen von Migranten verbindet.
Italiener in Deutschland
(2010)