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Asylsuchende in Bayern
(2018)
Asylsuchende in Bayern
(2017)
Bayern hat im Jahr 2015 deutschlandweit die meisten Asylantragstellenden aufgenommen. Die Zunahme an Asylsuchenden erfordert auch eine verstärkte empirische Datenerhebung. Denn eine valide Datengrundlage kann einerseits zu einem besseren Verständnis von Beweggründen zur Flucht, soziostrukturellen Hintergründen und den Werten der Geflüchteten beitragen. Zum anderen können wissenschaftlich erhobene Daten zu einem Abbau von Vorurteilen führen und zu einer objektiven Einschätzung der aktuellen Sachlage beitragen.
Diese Studie soll Aufschluss geben darüber, wer die Asylsuchenden sind, die nach Bayern kamen, und wie deren Integration gelingen kann. Um entsprechende Informationen zu erhalten und Handlungsempfehlungen erarbeiten zu können, hat die Hanns-Seidel-Stiftung ein Forscherteam der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) unter Leitung von Prof. Dr. Sonja Haug mit einer Pilotstudie beauftragt.
Befragt wurden Asylsuchende aus Syrien, Eritrea, Afghanistan und dem Irak, die 2015 oder 2016 in den Freistaat gekommen sind. Die Pilotstudie wurde in Nürnberg und im Landkreis Ebersberg durchgeführt. Neun Dolmetscher haben die Befragungen in den Sprachen Arabisch, Kurdisch, Paschtu, Farsi und Tigrinya unterstützt.
Ziel der Studie ist die Erhebung und Analyse von Einstellungen, Ressourcen und Bleibeabsichten der Asylsuchenden. So soll die Studie zu einer Versachlichung der Debatte beitragen und weitere Impulse für eine gelingende Integration geben.
Methodische Herausforderungen der qualitativen und quantitativen Datenerhebung bei Geflüchteten
(2017)
Mit der Zunahme an Geflüchteten in Deutschland geht ein erhöhtes Bedürfnis nach empiri-schen Daten zu den angekommenen Menschen einher. Eine valide Datengrundlage ist Vo-raussetzung zu einem besseren Verständnis über Beweggründe, soziostrukturelle Voraus-setzungen und Einstellungen der Geflüchteten und kann dazu beitragen, eine Integration in die Aufnahmegesellschaft an die Bedürfnisse und Kompetenzen der Flüchtlinge anzupassen. Des Weiteren können nach wissenschaftlichen Kriterien erhobene Daten zu einem Abbau von gesellschaftlichen Vorurteilen führen.
Hieraus ergibt sich die Herausforderung, Instrumente zu entwickeln, um empirische Daten unter erschwerten Bedingungen in Flüchtlingsunterkünften zu erheben. Aufgrund der aktuellen, teils unklaren Datenlage über Asylsuchende in Deutschland gibt es keine Aus-wahlgrundlage für eine bundesweite Zufallsstichprobe. Traumatische Erfahrungen in der Hei-mat und auf der Fluchtroute, beengte Unterbringung in Unterkünften sowie unsichere Zu-kunftsaussichten erfordern einen sensiblen Umgang mit den Befragten. Des Weiteren lässt sich eine relativ hohe Zahl an Analphabeten, eine große sprachliche Vielfalt und unterschied-liche Wertvorstellungen unter den Geflüchteten vermuten, was innovative Strategien erfor-dert, um valide Daten zu erheben.
Der Beitrag basiert auf Erfahrungen aus dem Forschungsprojekt „Asylsuchende in Bayern“, einer Pilotstudie, die von der Hanns-Seidel Stiftung in Auftrag gegeben wurde. Die Studie hat zum Ziel, in Bayern lebende Flüchtlinge in Bezug auf Erfahrungen, Einstellungen und Bleibe-absichten zu beschreiben und zu charakterisieren. Eine standardisierte Befragung erhebt Werteorientierung, Religiosität und Bleibeabsichten von 780 Asylsuchenden aus Syrien, Afghanistan, Eritrea und dem Irak in Nürnberg und dem Münchner Umland. In persönlich-mündlichen Interviews werden zudem 12 exemplarische Biographien erhoben. Die Rekrutierung der Teilnehmer basiert auf einem Gatekeeper-Ansatz.
Im Rahmen des Beitrags werden insbesondere methodische Aspekte der Stichprobenziehung und Erfahrungen aus der Datenerhebung in Flüchtlingsunterkünften diskutiert. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Diskussion der Bedeutung von Übersetzung, Dolmetschen und Sprachmittlung in allen Phasen der Erhebung sowie von Effekten sozialer Erwünschtheit oder der Kulturabhängigkeit des Antwortverhaltens.
Die Einstellungen von Asylsuchenden gegenüber Berufsorientierung, Familie, Geschlechterrollen, Religion und religiöser Toleranz sind häufig Gegenstand kontroverser Diskussion geworden und sie spielen eine wichtige Rolle innerhalb der Sozialen Arbeit. Im Rahmen des Forschungsprojekts "Asylsuchende in Bayern" wurden Asylsuchende und Expert_innen danach befragt, jedoch auch zu ihrer Motivation, in Deutschland ihren Platz zu finden und zu ihren Zukunftserwartungen.
Asylsuchende in Bayern
(2018)