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Hintergrund:
Der tatsächliche Stellenwert der prähospitalen Immobilisation der
Halswirbelsäule (HWS) bei schwer verletzten Traumapatienten ist weiterhin unklar.
In Anbetracht möglicher negativer Implikationen durch das Anbringen einer starren
HWS-Orthese muss deren Anwendung während der gesamten prähospitalen Phase
kritisch hinterfragt werden.
Ziel der Arbeit:
Es sollten vergleichende biomechanische Messungen zur Beweglichkeit
der HWS bei Immobilisation mittels Vakuummatratze mit und ohne zusätzliches
Anbringen einer starren HWS-Orthese nach Lagerung auf der Trage durchgeführt
werden.
Material und Methoden:
Die Bewegungen der HWS beim Ein- und Ausladeprozess
in einen modernen RTW sowie während der Fahrt entlang eines vordefinierten
Parkours wurden mit einem Motion-Capture-System aufgezeichnet. Die Probandin,
an der die Messungen durchgeführt wurden, wurde auf einer Vakuummatratze mit
der Möglichkeit zur seitlichen Fixierung des Kopfes sowie Kinn- und Stirngurt auf
einer elektrohydraulischen Fahrtrage immobilisiert. Bei der einen Hälfte der Versuche
erfolgte die zusätzliche Immobilisation der HWS mittels starrer Orthese, bei der
anderen wurde auf die Anwendung einer HWS-Orthese verzichtet.
Ergebnisse:
Statistisch signifikante Unterschiede ergaben sich nur bei einigen
biomechanischen Parametern in der sagittalen Ebene (Flexion und Extension). Für
die anderen Bewegungsrichtungen (axiale Rotation, laterale Beugung) wurden keine
signifikanten Unterschiede für die gemessenen Parameter ermittelt. Generell wurden
sowohl bei den Versuchen mit HWS-Orthese als auch ohne HWS-Orthese nur sehr
geringe Winkelauslenkungen (im Mittel bei axialer Rotation und Flexion/Extension im
Bereich von einem bis 2 Grad, bei der lateralen Beugung höchstens 3 Grad) gemessen.
Schlussfolgerung: Bei einer korrekt durchgeführten Immobilisation mittels einer
Vakuummatratze mit der Möglichkeit zur seitlichen Stabilisierung des Kopfes sowie
Kinn- und Stirngurt auf einer elektrohydraulischen Fahrtrage mit Beladesystem
ergeben sich für den Ein- und Ausladeprozess sowie während der Fahrt in einem
modernen RTW mit luftgefederter Tragenlagerung und Luftfederung der Hinterachse
keine relevanten Vorteile bezüglich der Einschränkung der Bewegung der HWS durch
die zusätzliche Verwendung einer starren HWS-Orthese.
Forschungsbericht 2016
(2016)