Prekäres Wohnen und Wohnungslosigkeit
ISSN 2942-7045
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Die vorliegende Bachelorarbeit dient der Analyse der Bedarfe von psychisch erkrankten obdachlosen Personen im Nürnberger Wohnungsnotfallsystem. Im Rahmen von fünf leitfadengestützten Expert*inneninterviews wurden die lebensweltliche Situation der betroffenen Klient*innen im Hilfesystem
sowie die damit einhergehenden Herausforderungen für die Einrichtungen erörtert. Durch die verschiedenen professionellen Zugänge der interviewten Fachkräfte und die vorgenommenen Perspektivwechsel ergaben sich vielfältige qualitative Daten, aus denen auf Grundlage der Reflexiven
Grounded Theory Methodology theoriegenerierende Ableitungen getroffen werden konnten.
Im Rahmen der Studienarbeit wird dargestellt, inwiefern strukturelle Rahmenbedingungen und individuelle Voraussetzungen wechselwirkend zu einer spezifischen Lebenslage kulminieren, die zwischen den bestehenden Unterstützungszugängen zu verorten ist. Infolge schwerer gesundheitlicher
Belastungen und der eingeschränkten Zugänge zu Unterstützungsleistungen mangelt es an Ressourcen zur Alltagsbewältigung und gesellschaftlicher Teilhabe. Den Anforderungen einer kombinierten bedarfsgerechten Versorgung stehen systemische Hürden, unrealistische gesellschaftliche
Erwartungen und mangelnde finanzielle Ressourcen entgegen, die zu einer Verstetigung der Lebenslage führen.
Grundlegende Veränderungen erfordern eine langfristige Verflechtung psychosozialer und psychiatrischer Dienste. Aus dem erhobenen Material werden integrative Ansätze abgeleitet, die die Bedarfe der Individuen durch ein multiprofessionelles zielgruppenspezifisches Konzept abdecken.
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Ko-kreative Projektformate, in denen Studierende der Sozialen Arbeit gemeinsam mit Adressat*innen künstlerisch tätig werden, gewinnen in der hochschulischen Ausbildung zunehmend an Bedeutung. Der vorliegende Forschungsbericht untersucht das Praxisprojekt Lebenskunst, das von April 2019 bis März 2022 von der Technischen Hochschule Nürnberg und der Hochschule für Musik Nürnberg in Kooperation mit den sozialarbeiterischen Einrichtungen Don Bosco Jugendwerk und Rampe e.V. durchgeführt wurde. In diesem als Reallabor konzipierten Projekt begegneten sich wohnungslose und studierende junge Erwachsene, um durch musikalische und künstlerische Aktivitäten die Lebenswelt der jeweils Anderen zu erkunden. Die zentrale Forschungsfrage richtet sich auf die Möglichkeiten und Grenzen partizipativer
Zusammenarbeit sowie die Bedingungen gegenseitigen Verstehens zwischen Angehörigen unterschiedlicher Lebenswelten. Die wissenschaftliche Begleitforschung folgte einem qualitativen Forschungsdesign: Studentische Hilfskräfte dokumentierten ihre Erfahrungen in Tagebuchaufzeichnungen, die mittels Sequenzanalyse ausgewertet wurden. Die Analyse rekonstruiert
zwei zentrale Befunde: Erstens zeigt sich eine temporäre Umkehr von Hierarchie und Status, in der wohnungslose Teilnehmende Führungspositionen übernahmen und Studierende in eine Position struktureller Abhängigkeit gerieten. Diese Statusumkehr war jedoch kontextgebunden und löste sich außerhalb des Projektrahmens wieder auf. Zweitens werden sechs Mechanismen identifiziert, durch die Verstehensprozesse gefördert wurden, darunter gegenseitige Neugierde auf das Fremde, biografische Parallelen und die Entwicklung von Empathie und Gemeinschaftsgefühl. Der Bericht diskutiert sowohl das transformative Potenzial als auch die strukturellen Grenzen partizipativer Projektarbeit mit
vulnerablen Gruppen.
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Der vorliegende Forschungsbericht widmet sich der Rekonstruktion von Bewältigungshandeln und Deutungsmustern wohnungsloser Frauen. Leitend sind dabei die Fragen, inwiefern Erscheinungsformen weiblicher Wohnungslosigkeit als Modus der Lebensbewältigung zu begreifen sind und wie Betroffene ihre Situation im biografischen Kontext sowie in Relation
zu professionellen Hilfesystemen verorten. Die Untersuchung ist das Ergebnis des explorativen Forschungsprojekts (Ehemals verdeckt lebende) Wohnungslose Frauen und ihre sozialen Netzwerkbeziehungen, das an der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm von 1. April 2021 bis 30. September 2022 durchgeführt wurde. Im theoretischen Teil werden zunächst latente, sichtbare und verdeckte Wohnungslosigkeit als spezifische Erscheinungsformen der Lebensbewältigung differenziert. Der empirische Teil basiert auf der qualitativen Analyse dreier biografischer Interviews, um subjektive Deutungen der Wohnungslosigkeit und die Relevanz sozialarbeiterischer Unterstützung zu untersuchen. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Erschließung geschlechtsspezifischer Wohnungslosigkeit einen biografieorientierten Zugang voraussetzt. Daraus leitet sich für die Soziale Arbeit die Notwendigkeit ab, die Praxis stärker biografisch auszurichten, um die Nutzer*innen der Wohnungslosenhilfe adäquat zu verstehen und zu unterstützen.
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Wohnungslosigkeit in Bonn
(2025)
Diese Arbeit untersucht die Herausforderungen, Bewältigungsstrategien und strukturellen Lösungsansätze bezüglich Obdach- und Wohnungslosigkeit im Öffentlichen Raum von Bonn. Durch eine Koordination qualitativer Forschungsmethoden, einschließlich leitfadengestützter Interviews mit einem*einer Streetworker*in, obdach- und wohnungslosen Menschen sowie einem Walking Interview mit einer obdachlosen Person, werden Einblicke in die Lebensrealitäten dieser marginalisierten Gruppe gewonnen. Die Arbeit positioniert sich im interdisziplinären Feld der Humangeographie und zielt darauf ab, ein tieferes Verständnis der räumlichen und sozialen Dynamiken zu entwickeln, die Obdach- und Wohnungslosigkeit im urbanen Kontext prägen. Indem die Studie die vielfältigen Facetten der Problematik beleuchtet, von den täglichen Herausforderungen über individuelle Bewältigungsstrategien bis hin zu möglichen strukturellen Verbesserungen, leistet sie einen Beitrag zur kritischen Diskussion über soziale Exklusion.
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Das qualitative Forschungsprojekt Securing Housing. Wohnen, Wohnraumverluste und Wohnungslosigkeit in Nürnberg und Wien leistet einen Beitrag zum Verstehen des sozialen Phänomens der Wohnungslosigkeit und versucht auf der Grundlage von Daten aus den Städten Nürnberg (Deutschland) und Wien (Österreich) Faktoren zu identifizieren, die
Wohnraumverluste und Wohnungslosigkeit verhindern und somit Wohnraum sichern. Im Sinne einer empirischen und methodischen Triangulation wurde auf drei Forschungsebenen gearbeitet: Erstens wurde eine wissenssoziologische Diskursanalyse anhand von städtischen Tageszeitungen (Nürnberger Nachrichten & Wiener Zeitung) durchgeführt, zweitens Gruppendiskussionen mit Leitungs- und Fachkräften der städtischen Wohnungslosenhilfe und drittens Gruppendiskussionen mit wohnungslosen Menschen. Die Ergebnisse der Diskursanalyse legen nahe, dass in beiden Städten Nürnberg und Wien ein Diskurs von Wohnungslosigkeit geführt wird. Anhand der Problemdefinitionen System, Krankheit, Tragödie und Krise, Migration, abweichendes oder abgrenzendes Verhalten und Entscheidungsfreiheit handeln die Sprecher*innen im Diskurs aus, ob Wohnungslosigkeit als strukturelles Problem, als individuelles Problem oder als kein Problem zu verstehen ist und welche individuellen oder kollektiven Akteur*innen die Verantwortung tragen. Die Leitungs- und Fachkräfte der Wohnungslosenhilfe deuten Wohnungslosigkeit als mehrdimensionales
Problem, dessen drei Problemdimensionen die strukturellen Rahmenbedingungen (gesellschaftlich, ökonomisch, politisch), die wohlfahrtsstaatliche Bearbeitung (Wohnungslosenhilfe) und jene Menschen, die selbst in Wohnungslosigkeit leben, umfasst. Eine gelungene Bearbeitung von Wohnungslosigkeit deuten sie unterschiedlich: manche verstehen
darunter die Bearbeitung von Individuen (z.B. Selbstwertgefühl stärken oder
Wohnfähigkeit aufbauen), während andere die Relevanz der Bearbeitung von Strukturen (Veränderung der strukturellen Rahmenbedingungen) betonen. Auch der Zeitpunkt der Bearbeitung (präventiv, intervenierend, nachsorgend) unterscheidet sich. Daraus konnten sechs sozialarbeiterische Deutungsmuster gelungener Bearbeitung von Wohnungslosigkeit rekonstruiert werden. Die wohnungslosen Diskutant*innen in Wien deuten Wohnungslosigkeit in der Mehrzahl als ein persönliches Scheitern, welches durch die Überwindung
von Schamgefühlen und der eigenmächtigen Annahme von Hilfe gelöst werden kann. Konterkariert wird diese Deutung von einer Diskutant*in, die keine rechtlichen Ansprüche auf Hilfe in der Stadt hat und ihre Situation deshalb als strukturelles Problem markiert. Die Diskutant*innen in Nürnberg hingegen kritisieren die strukturellen Gegebenheiten (z.B. eine mangelnde Klarheit in den Verantwortlichkeiten von Behörden), äußern aber auch Dankbarkeit für die vorhandenen Hilfen, die sie erhalten haben. Aus den Ergebnissen der drei Forschungsebenen wurden folgende Faktoren identifiziert, die Wohnraumverluste und Wohnungslosigkeit verhindern könnten: 1. Recht auf Wohnen, 2. Menschenwohlorientierte Wirtschaftssysteme, 3. Politisierung der Sozialen Arbeit, 4. Präventive
Intervention im Kindes- und Jugendalter, 5. Einfache Zugänge und klare Zuständigkeitsbereiche und 6. Leerstandsbesteuerung. Die Ergebnisse zeigen, dass die Sicherung von Wohnraum und die Verhinderung von Wohnungslosigkeit nur durch das Zusammenwirken struktureller und individueller Ansätze nachhaltig gelingen können. Dies gilt sowohl für Nürnberg als auch für Wien.
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Die vorliegende Arbeit untersucht, wie die Alternative für Deutschland (AfD) das Thema Obdach- und Wohnungslosigkeit in ihrer Migrationspolitik instrumentalisiert. Im Zentrum der Analyse steht die Frage, wie die Partei Konzepte von Zugehörigkeit und Fremdheit in ihrer Kommunikation auf sozialen Plattformen einsetzt, um ihre politische Position zu stärken. Die theoretische Grundlage bilden die soziologischen Ansätze von Georg Simmel, Alfred Schütz und Georg Herbert Meads zur Konstruktion von Fremdheit. Methodisch verfolgt die Analyse einen qualitativen Ansatz, bei dem die Social-Media-Beiträge der AfD mittels der Grounded Theory-Methodologie (GTM) systematisch kodiert und ausgewertet werden. Hierbei wird ein integratives Kodierparadigma entwickelt, das Verbindungen zwischen den (rechts-)populistischen Kommunikationsstrategien der AfD, Mechanismen des Othering und verschiedenen Formen von Fremdheit aufzeigt. Die Ergebnisse veranschaulichen, dass die AfD explizit deutsche obdach- und wohnungslose Personen im Kontext der Wohnraumkrise als „positive Andere“ instrumentalisiert, um Menschen mit Migrationshintergrund,
insbesondere geflüchtete und asylsuchende Personen, als kulturell fremd und
bedrohlich darzustellen. Durch diese konstruierte Differenzierung versucht die Partei, die Ursachen der Wohnungskrise auf vermeintlich Fremde zu projizieren. Gleichzeitig inszeniert sie sich selbst als scheinbare Lösung dieser Krise, indem sie vorgibt, die deutschen Bürger*innen vor der steigenden Obdach- und Wohnungslosigkeit zu schützen. Die Arbeit zeigt auf, wie die AfD durch (rechts-)populistische Kommunikationsstrategien Fremdheit konstruiert, und damit die fortlaufende Stigmatisierung und Marginalisierung von vulnerablen Gruppen in der Gesellschaft fördert.
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Im Rahmen eines explorativen und qualitativ angelegten Forschungsprojekts Lokale Hilfesysteme für wohnungslose Menschen im Wandel (01.11.2022 bis 31.10.2023) untersuchte ein interdisziplinäres Forschungsteam aus Sozialer Arbeit und Soziologie an der Technischen Hochschule Nürnberg die Fragen, wie Wohnungs- und Obdachlosigkeit in urbanen und ländlichen Räumen Nordbayerns bearbeitet werden, welche Perspektiven und Deutungen der beteiligten Akteur*innen zum Tragen kommen und inwiefern sich lokale Hilfesysteme als Netze der Akteur*innen in ihrer jeweiligen Eigendynamik präsentieren und unter besonderer Berücksichtigung des bayerischen Aktionsplans Hilfe bei Obdachlosigkeit wandeln. Auf Basis von leitfadengestützten Expert*inneninterviews mit zentralen Akteur*innen der Hilfesysteme zweier urbaner und zweier ländlicher Regionen wurde eine qualitative Inhaltsanalyse vorgenommen, die eine Beantwortung der Forschungsfragen ermöglichte. Im ersten Teil des Forschungsberichts arbeitete das Forschungsteam eine Funktionsstörung im Hilfesystem für wohnungslose Menschen heraus, die sich grundlegend auf die Bearbeitung der Wohnungs- und Obdachlosigkeit auswirkt, damit das professionelle Handeln der Fachkräfte beeinflusst und schlussfolgernd negativ verstärkend die Lebenslage der wohnungs- und obdachlosen Menschen verschärft. Im zweiten Teil wurden die regionalen Disparitäten in urbanen und ländlichen Hilfesystemen für wohnungslose Menschen anhand der jeweiligen Bearbeitungspraxis rekonstruiert, wobei der Fokus auf die Kooperation und Konkurrenz innerhalb der lokalen Hilfesysteme und die Soziale Arbeit in der ordnungsrechtlichen Unterbringung gesetzt wurden. In einem dritten Teil stellt das Forschungsteam die Erfahrungen der befragten Akteur*innen mit dem Aktionsplan Hilfe bei Obdachlosigkeit, die Netze der Akteur*innen und den Wandel der lokalen Hilfesysteme ins Zentrum der Analyse. Anhand von Illustrationen der Netze der Akteur*innen und deren Zusammenarbeit gelingt es, den lokalen Wandel und die unterschiedliche Bearbeitung der lokalen Hilfesysteme zusammenfassend anhand einer Typisierung zu beschreiben. Die Einordnung der Zukunftsperspektiven der befragten Expert*innen mit anschließender Schlussbemerkung inklusive der Handlungsempfehlungen beschließen den Bericht.
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In dem vom 1. Dezember 2022 bis 30. November 2023 laufenden Forschungsprojekt ‚Smart Kiosk‘: (Digitale) Teilhabe für wohnungslose, junge Menschen in der Stadtgesellschaft der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm wurde das gleichnamige Praxisprojekt von Don Bosco Jugendwerk Nürnberg wissenschaftlich begleitet. Im Zuge des Modellvorhabens konnte ein Angebot in Form eines besonderen Kiosks in der Nürnberger Fußgängerzone aufgebaut werden, der einerseits mit Hilfe einer öffentlichen WLAN- und Ladestation den Zugang zu Strom und Internet sichert und andererseits ein niedrigschwelliges Beratungsangebot durch sozialarbeiterische Fachkräfte und eine*n Peer-Berater*in für wohnungslose und obdachlose Menschen offeriert. Der Fokus der Forschun lag dabei auf den Phasen der Projektinitiierung, der Projektplanung sowie den ersten Wochen der Projektumsetzung. Im Sinne eines ethnografischen Forschungsdesigns konnten leitfadengestützte Interviews, eine Gruppendiskussion und teilnehmende Beobachtungen trianguliert werden, um erweiterte Erkenntnisse über den Forschungsgegenstand Smart Kiosk zu erzielen sowie die Perspektiven der Hilfeanbieter*innen und potenziellen Nutzer*innen zu berück-sichtigen. Die Ergebnisse zeigen deutlich auf, dass der Smart Kiosk enorme Potenziale für eine Anlaufstelle für wohnungslose Menschen im Zentrum der Stadt hat und er sich zu einem entstigmatisierenden Kommunikationsort entwickeln kann, der offen für eigene Relevanzsetzungen durch verschiedene Zielgruppen ist. Die potenziellen Nutzer*innen sehen in dem Smart Kiosks eine zentrale Anlaufstelle für junge Menschen in Wohnungsnot, der die Chance bietet, in unterschiedlicher Weise kurzfristig und unbürokratisch Beratung, Unterstützung und Begleitung erfahren zu können. Daraus ergibt sich ein Möglichkeitsraum für (digitale) Teilhabe der Zielgruppe, der jedoch auch aus Sicht der Nutzer*innen nur durch adäquate personelle, finanzielle und zeitliche Ressourcen realisiert werden kann. Es zeigt sich, dass ein hoher (politischer) Erwartungsdruck mit Modellprojekten einhergeht, der durch begrenzte Fördermittel für Personal und Sachkosten, kurze Förderlaufzeiten, Herausforderungen durch den Projektstandort im öffentlichen Raum und der Erwartung, eine Regelfinanzierung nach der Projektlaufzeit zu erzielen, enormen Stress bei Hilfeanbieter*innen erzeugen kann. Paradoxerweise kommt es zur Erwartung von maximalem Erfolg von Modellversuchen bei knappen Ressourcen von Personal und Zeit, sowie eingeschränkten Möglichkeiten der Qualitätssicherung. Zusätzlich wird deutlich, dass freie Träger*innen Ausgrenzung und Abwertung erfahren, wenn sie versuchen Projekte für benachteiligte Gruppen, wie die der jungen wohnungslosen Menschen, sichtbar im innerstädtischen Bereich zu etablieren.
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Vom 22. bis 24. Februar 2024 fand an der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm die dreitägige wissenschaftliche Konferenz „Fragile Behausungen. Prekäres Wohnen und Wohnungslosigkeit in Zeiten multipler Krisen“ statt. Die Konferenz sollte eine Möglichkeit eröffnen, innerhalb der wissenschaftlichen Disziplinen und Forschungsansätze und mit Akteuren der Politik, Verwaltung, Praxis der Sozialen Arbeit und Selbstvertretungsorganisationen wohnungsloser Menschen über Forschung zu diskutieren. Daher bot die Konferenz vielen Wissenschaftler*innen die Gelegenheit, ihre Forschungen zu Armut, Obdach- und Wohnungslosigkeit sowie prekärem Wohnen den 160 Konferenzteilnehmenden vorzustellen. Darüber hinaus handelt es sich allerdings um eine außergewöhnliche Konferenz, da sich 50 Expert*innen mit Wohnungslosig-keitserfahrungen aktiv einbrachten und einen wertvollen Beitrag leisteten. Neben wissenschaftlichen Vorträgen, Ad-Hoc-Gruppen, Posterpräsentationen, Diskussions-runden und Buchvorstellungen konnten besondere offene Formate als Open Space vorgeschlagen werden. Auf diese Weise wurden vielfältige Gestaltungs- und Partizipationsmöglichkeiten geschaffen. Zudem entstand ein breites künstlerisches und alternatives Begleitprogramm in Form von Lesungen, Film-Vorführungen, Ausstellungen und (virtuellen) Stadtführungen (mit Erfahrungsexpert*innen) sowie in Form eines Poetry Slams und Konzerts. Der vorliegende Band dokumentiert die Veranstaltung und präsentiert Erfahrungsberichte und Impressionen.
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Das studentische Forschungsprojekt ZuWoMi – Zugang zu wohnungslosen Migrant*innen unternimmt einen ersten Versuch, Migration und Wohnungslosigkeit wissenschaftlich zusammenzudenken und sich wohnungslosen Migrant*innen auf verschiedene Arten empirisch zu nähern, um dadurch das Forschungsfeld explorativ zu eröffnen. Die vorliegende Studie fokussiert auf die Generierung erster empirischer Erkenntnisse hinsichtlich der Lebenssituationen und migrationsbedingten Heraus-forderungen der Zielgruppe sowie hinsichtlich der Frage, welche Mittel, Strategien und Zugänge förderlich wären, um wohnungslose Migrant*innen mit Perspektive auf zukünftige Forschungsvorhaben gewinnen zu können. Einer besonderen Bedeutung kommt dabei der Reflektion des hier gewählten methodischen Vorgehens als auch der damit einhergehenden ethischen Bedenken zu. Damit leistet das studentische Forschungsprojekt sowohl einen inhaltlichen als auch einen methodischen Beitrag zum wissenschaftlichen Diskurs zur Schnittstelle von Migration und Wohnungslosigkeit.