Technische Hochschule Georg-Simon-Ohm / Hochschulkommunikation
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Der Ausschuss für Arbeit und Soziales des Deutschen Bundestages hat am 12.1.2026 eine öffentliche Anhörung zu den beiden Anträgen „Mindestlohngesetz reformieren – 15 Euro pro Stunde sicherstellen“ und „Mindestlohn auf 15 Euro anheben und dauerhaft armutsfest machen“ durchgeführt, an der das IAB teilgenommen hat. In seiner Stellungnahme diskutiert das IAB die wissenschaftlichen Evaluationsergebnisse zum gesetzlichen Mindestlohn und beurteilt die Vorschläge zur Reform des Mindestlohngesetzes
Scarce Workers, High Wages?
(2024)
Labor market tightness tremendously increased in Germany between 2012 and 2022. We analyze the effect of tightness on wages by combining social security data with unusually rich information on vacancies and job seekers. Instrumental variable regressions reveal positive elasticities between 0.004 and 0.011, implying that higher tightness explains between 7 and 19 percent of the real wage increase. We report greater elasticities for new hires, high-skilled workers, the Eastern German labor market, and the service sector. In particular, tightness raised wages at the bottom of the wage distribution, contributing to the decline in wage inequality over the last decade.
We present the first empirical evidence on the 22 percent increase in the German minimum wage, implemented in 2022, raising it from €9.82 to €10.45 in July and to €12 in October. Leveraging the German Earnings Survey, a large and novel data source comprising around 8 million employee-level observations reported by employers each month, we apply a difference-in-difference-in-differences approach to analyze the policy’s impact on hourly
wages, monthly earnings, employment, and working hours. Our findings reveal significant positive effects on wages, affirming the policy’s intended benefits for low-wage workers. Interestingly, we identify a negative effect on working hours, mainly driven by minijobbers. The hours effect results in an implied labor demand elasticity in terms of the employment volume of −0.2 which only partially offsets the monthly wage gains. We neither observe a negative effect on the individual’s employment retention nor the regional employment levels.
Germany introduced a national minimum wage in 2015. While prior studies find limited effects on overall employment, we go into detail and examine its impact on working hours and minijobs. The minimum wage significantly reduces inequality in hourly and monthly wages. While average working hours remain stable, minijobbers experience notable cuts in working hours, which can be explained by the institutional context shaping the effects of the minimum wage. Employment in regular jobs remains unaffected, but minijobs decline, driven by transitions into both regular jobs and non-employment. The latter implies an employment elasticity of for minijob employment. Following the first major minimum wage increase in 2022, we reveal a reduction in working hours that is not limited to minijobs, corresponding to an employment volume elasticity of -0,38.
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Using detailed information on vacancies and job seekers, the authors study the effect of labor market tightness on labor demand for the near-universe of German firms. To this end, novel Bartik instruments are constructed that combine firms’ predetermined employment shares with nationwide shifts at the occupational level. The results show that tightness significantly reduces firms’ labor demand, implying that the observed doubling in tightness between 2012 and 2019 reduced employment by 5%. At the aggregate level, the negative tightness effect creates search externalities, which reduce the own-wage elasticity of labor demand from −0.7 to −0.5 through reallocation of workers between firms. To guide the analysis, the authors embed elements of the canonical search-and-matching model into a labor demand equation, while allowing vacancy posting costs to increase in tight markets. Through the lens of this model, the pre-match component of hiring costs amounts to 16–24% of annual wage payments.
Nach dem Beschluss der Mindestlohnkommission vom 27. Juni 2025 soll der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland zum 1. Januar 2026 auf 13,90 Euro pro Stunde und zum 1. Januar 2027 auf 14,60 Euro pro Stunde steigen. Mit dieser Stellungnahme beurteilen die Autoren den Beschluss auf Basis der wissenschaftlichen Erkenntnisse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung und gehen insbesondere auf die Lohn- und
Beschäftigungswirkungen des gesetzlichen Mindestlohns ein
Vorlaufforschung 2025
(2026)
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
auch 2025 war für die Forschung an unserer Hochschule wieder ein sehr erfolgreiches Jahr. Herausragend waren dabei vor allem zwei Ereignisse im Herbst. Im September wurde der von Kolleginnen und Kollegen aus den Fakultäten Informatik, Sozialwissenschaften und Elektrotechnik Feinwerktechnik Informationstechnik sowie der Nürnberg School of Health beantragte DFG-Forschungsimpuls (Deutsche Forschungsgemeinschaft) SPEECHES bewilligt. Zusammen mit dem bereits 2024 an der Ohm gestarteten Forschungsimpuls DuraFuelCell sind somit von den 15 in Deutschland von der DFG bewilligten Forschungsimpulsen gleich zwei an der Ohm angesiedelt. Welch eine schöne Auszeichnung für die Forschenden unserer Hochschule! Das zweite herausragende und sehr erfreuliche Ereignis fand zwei Monate später statt, als wir im November mit dem Ohm Innovation Center unser langersehntes Forschungsgebäude eröffnen konnten, das in den nächsten Jahren vielen Forschenden mit moderner Laborausstattung erstklassige Rahmenbedingungen für ihre Forschungsaktivitäten bieten wird.
Neben den beiden genannten Highlights konnten wir uns über viele weitere Ereignisse freuen. Im Nürnberger Land eröffneten wir unser zweites Technologietransferzentrum, unsere 2024 gegründeten Promotionszentren nahmen mit der Aufnahme der ersten Promovierenden Fahrt auf, Fachtagungen fanden an unserer Hochschule statt, Drittmittelprojekte wurden eingeworben, Forschungslücken geschlossen und Ergebnisse veröffentlicht. Basis für jede Forschungsaktivität ist immer eine Forschungsidee. Und bei der Überführung solcher Forschungsideen in ein öffentlich gefördertes oder extern finanziertes Projekt soll die hochschulinterne Förderlinie der Vorlaufforschung unterstützen. Sie hat das Ziel, neue Forschungsaktivitäten an unserer Hochschule zu initiieren und somit die Forschung zu stärken. Die jährliche Ausschreibung richtet sich dabei sowohl an Neuberufene oder bislang erst wenig in der Forschung aktive Professorinnen und Professoren als auch an bereits vergleichsweise gut etablierte Forschende, die teilweise schon in Instituten unserer Hochschule organisiert sind.
Für das Jahr 2025 sind aus neun Fakultäten insgesamt 33 Anträge auf Förderung eines Vorlaufforschungsprojektes eingegangen. Wie in den vergangenen Jahren bewertete eine interdisziplinär aus Mitgliedern des Sachverständigenausschusses Wissens- und Technologietransfer sowie weiteren Professorinnen und Professoren zusammengesetzte Begutachtungsgruppe die eingegangenen Anträge und wählte für 2025 neun Projekte für eine Förderung aus. Die Projekte wurden mit insgesamt 289.505 Euro unterstützt. Die bewilligten neun Anträge verteilten sich auf fünf Fakultäten.
Die im Berichtsjahr behandelten Themen zeigen wieder das breite Forschungsspektrum unserer Hochschule und machen zugleich deutlich, wie moderne digitale Verfahren in nahezu jedem Fachgebiet gewinnbringend eingesetzt werden. Man findet Fragestellungen aus der Verkehrstechnik genauso wie solche aus der Makromolekularen Chemie, der Produktionstechnik oder der Strömungsmechanik. Dazu gesellen sich Projekte aus den Forschungsschwerpunkten „Gesundheit“ und „Digitalisierung und Künstliche Intelligenz“. Festzustellen ist, dass bei allen Projekten der Vorlaufforschung Methoden der Künstlichen Intelligenz, der Simulation oder der Automatisierung eine große Rolle spielen. Allen Projekten gemein ist die Anwendungsnähe, die die Forschung an der Ohm ganz allgemein kennzeichnet und auf deren Basis mit dem vor Ihnen liegenden Band beziehungsweise dem geöffneten Dokument einmal mehr beeindruckende wissenschaftliche Ergebnisse entstanden sind, zu denen den beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu gratulieren ist und die dazu beitragen, das Forschungsprofil unserer Hochschule weiter zu schärfen. Hoffentlich werden auch die in diesem Band zusammengefassten Untersuchungen ihre Fortsetzung in interessanten Forschungs- oder Transferprojekten finden. Dass die gezeigten Ergebnisse hochspannend sind und eine Weiterverfolgung der Ideen aussichtsreich erscheint, werden Sie beim Lesen sicherlich selbst feststellen. Ich wünsche Ihnen Erkenntnisgewinn und viel Freude beim Studium der Berichte. Tauchen Sie ein in einen kleinen Ausschnitt der vielfältigen Aktivitäten der Forschenden unserer Hochschule.
Prof. Dr. Tilman Botsch
Vizepräsident für Forschung und Transfer