Refine
Year of publication
Language
- German (38)
Reviewed
Keywords
- Ethnographie (1)
- Psychiatriekritik (1)
- Soziale Bewegungen (1)
Institute
Nieder mit der Exzellenz? Eine klassismuskritische Perspektive auf den Begriff der ‚Exzellenz‘
(2025)
Solidarisch gegen Klassismus
(2025)
In einem wohlhabenden Viertel einer Großstadt – Speckgürtel, moderne Einfamilien- und kleine Mehrfamilienhäuser, architektonisch interessant, Rasenflächen ordentlich, in den Häusern Bücherwände und Gemälde – lebt Katharina. Ihre Eltern finanzieren ihr privaten Musikunterricht: Sie lernt Geige und Klavier, die Instrumente haben sie ihr gekauft, von bester Qualität; sie kann jederzeit üben. Nur wenige Kilometer weiter, in einem wenig privilegierten Stadtviertel, sieht die Realität anders aus. Zugang zu Musikunterricht haben nur die wenigsten Kinder hier: Eltern, die im Niedriglohnsektor arbeiten oder Grundsicherung beziehen, haben es sehr schwer, ihren Kindern Musikunterricht zu ermöglichen. Privatunterricht und die Anschaffung teurer Musikinstrumente können sich viele nicht leisten. Dieses Beispiel verdeutlicht, wie Klassenunterschiede den Zugang zu Kultureller Bildung beeinflussen. In diesem Artikel zeige ich zunächst, wie Klassismus unser Bildungssystem prägt; anschließend gehe ich näher auf den Bereich der Kulturellen Bildung ein und skizziere Möglichkeiten einer klassismuskritischen Kulturellen Bildung.
Klassismus
(2022)
Im Mittelpunkt dieses Beitrags stehen performative Artikulationen von Psychiatriekritik bei Demonstrationen: Wir betrachten Mad Pride-Paraden, die in verschiedenen deutschen Städten seit 2013 durchgeführt werden, in Relation zu Aktionen der Bremer „Blauen Karawane“ – einer Bewegung, die in den 1980er Jahren im Zuge der Auflösung einer psychiatrischen Großklinik entstand. Obwohl sie in unterschiedlichen zeitlich-lokalen Kontexten situiert sind, setzen beide auf Formen des Straßenprotests, um die Grenzziehung zwischen „normal“ und „verrückt“ infrage zu stellen und die gleichberechtigte Anerkennung psychischer Alterität voranzubringen. Eine detaillierte Untersuchung der Aktionsformen unterstreicht die Bedeutung von karnevaleskem Feiern, Provokationen und Spektakel für beide Formen der Psychiatriekritik. Wir argumentieren, dass diese Formen Kritik erfahrbar und zugleich Entwürfe einer anderen – besseren – Gesellschaft greifbar machen. Um diese Aspekte herauszuarbeiten, greifen wir auf queer- und gendertheoretische Überlegungen sowie auf Ansätze der Performance Studies zurück. Die Betrachtung von Mad Pride-Paraden und Blauer Karawane in ihren jeweiligen Kontexten offenbart Ähnlichkeiten in der Art und Weise, wie Kritik am Ausschluss von psychischer Alterität geübt wird, macht aber auch Unterschiede in Hinblick auf Betroffenheit, Teilhabe und Argumentationen deutlich.
Klassismus überwinden
(2025)
Die Armutsquote in Deutschland ist auf einem neuen Höchststand und angesichts der steigenden Lebensmittelpreise, überfüllten Tafeln und des eklatanten Mangels an bezahlbarem Wohnraum zeigt sich die Klassengesellschaft, in der wir leben, wie unter einem Brennglas. Eine sozial gerechte Gesellschaft lässt sich allerdings nur dann verwirklichen, wenn neben Klassismus auch andere Machtverhältnisse in den Blick genommen, wenn intersektionale Brücken geschlagen und Bündnisse geschmiedet werden. In Klassismus überwinden zeigt Francis Seeck anhand einzelner Gruppen, Initiativen und Bewegungen, die bewusst antiklassistisch handeln, wie das gelingen kann.
Wer wissen möchte, wie wir Klassismus nachhaltig entgegentreten können, welche Wege bereits gegangen wurden und welche noch erprobt werden, wer erfahren möchte, was jede einzelne Person ganz konkret unternehmen kann, um der Vision einer sozial gerechten Gesellschaft näherzukommen, wer sich von Vorbildern und wirkmächtigen Ideen inspirieren lassen möchte, um ins klassismuskritische Handeln zu kommen, der findet in diesem Buch handfeste Vorschläge und ungewöhnliche Denkanstöße.