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In einem Lehrforschungsprojekt im Bachelorstudium Soziale Arbeit an der Fakultät Sozialwissenschaften der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm untersuchten Studierende Jugendliche und junge Erwachsene, die in ihren Biografien Erfahrungen der Entkopplung gemacht haben bzw. Situationen erlebten, in denen sie weder in Schule, Ausbildung noch Beruf waren, sie also zu NEETs geworden waren. Die vorliegende Studie möchte die Ergebnisse des Lehrforschungsprojekts präsentieren und dabei die Forschungsfragen beantworten, in welchen Situationen und Lebenslagen sich junge Menschen befinden, wenn sie nicht mehr in die Schule oder Ausbildung gehen oder keine Erwerbsarbeit ausüben, welche Entkopplungsmotive sich bei den jungen Menschen rekonstruieren lassen und welche Kritikpunkte und Verbesserungsvorschläge junge Menschen an bestehenden Strukturen des Bildungs-, Ausbildungs- und Hilfesystems äußern?
Als sensible Situationen und ungünstige Lebenslagen, die zu Entkopplungen führen können, lassen sich Umfeldwechsel, Unterbringung im Heim oder in einer Pflegefamilie, Übergang Schule zum Beruf und Einstufung als „nicht schulfähig“ typisieren. Die jungen Menschen erleben dabei krisenhafte Ereignisse, die häufig mit einem Verlust an Bezugspersonen bzw. sozialen Kontakten sowie Identitätskrisen verbunden waren. Damit einhergehend erleben die interviewten Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Laufe ihrer Biografie ein äußerst geringes Maß an Anerkennung und Wertschätzung.
Die Zuwendung zu Peers, die alternative Lebensformen praktizieren und mitunter illegalen Praktiken nachgehen, lässt sich als Lösung für die fehlgeschlagene Integration in die Gesellschaft interpretieren. Im Alltag der jungen Menschen fehlen daher Strukturen und Aufgaben, die eine Orientierung an eine vorgestellte Normalbiografie ermöglichen.