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In diesem Band werden die Beiträge der ersten Konferenz „Interdisziplinäre Lehre für nachhaltige Entwicklung“ an der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm aus dem Jahr 2023 präsentiert. Die inhaltliche Vielfalt der 13 Beiträge verdeutlicht, dass die Diskussion der Interdisziplinarität in der hochschulgebundenen Ausbildung junger Menschen für die sich transformierende Gesellschaft gerade erst begonnen hat. Vorgestellt werden unterschiedlich wissenschaftlich verankerte und praxisorientierte Modelle zur Vermittlung notwendiger Kompetenzen, um gesellschaftliche Zukunft zu gestalten. Es gilt am Ball zu bleiben, den Austausch fortzusetzen und Chancen für interdisziplinäre Kooperationen für die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zu identifizieren und zu ergreifen. Die Open Source Publikation soll in diesem Sinne Anschlusskommunikation ermöglichen.
Dieser Sammelband lädt dazu ein, an den Diskussionen und Erkenntnissen, die auf der Fachkonferenz angestoßen wurden, teilzuhaben und versteht sich im Sinne einer Open-Source-Publikation zugleich als Impuls für die weitere Vertiefung und Verbreitung der hier vorgestellten Ideen und Ansätze. Im Mittelpunkt des Sammelbandes stehen Konzepte und Methoden, die darauf abzielen, Studierende sowie Lehrende für die Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft zu befähigen. Mit Blick auf die transformative Rolle von Hochschulen wird deutlich, wie sie mit Kooperationen über Disziplinen und Ländergrenzen hinweg neue Perspektiven eröffnen können.
Versuche und Forderungen für mehr Bürgerbeteiligung gibt es seit den späten 1960er-Jahren. Die „partizipative Revolution“ ist inzwischen abgelöst von der Idee der „demokratischen Innovationen“ oder der „demokratischen Experimente“. Deshalb gewinnen Partizipationsformate wie Bürgerräte als innovative und deliberative Ansätze zunehmend an Popularität. In diesen Mikro-Öffentlichkeiten werden kontroverse Fragen – unter der Bedingung professioneller Moderation – lösungsorientiert diskutiert. Die Teilnehmenden werden aktiv in die Gestaltung des politischen Prozesses einbezogen, beispielsweise in die Diskussion über und die Konzeption von Klimaschutzmaßnahmen und deren Umsetzung. Bis dato hat sich die sozial- und kommunikationswissenschaftliche Forschung auf die Top-down-versus Bottom-up-Implementierung neuartiger Partizipationsansätze aus einem sehr normativen Blickwinkel konzentriert; empirische Untersuchungen hybrider Initiativen liegen bis dato kaum vor. In dem Beitrag werden die Bedingungen für eine erfolgreiche hybride Umsetzung im Kontext der gesellschaftlichen Transformation an Beispielen erklärt. Der Schwerpunkt liegt auf der Analyse der kommunikativen Interaktionen zwischen den beteiligten Akteuren: den Bürgerinnen und Bürgern (auch untereinander), den eingeladenen Expertinnen und Experten, den Beteiligten aus der Politik und der Moderation.
Many people are interested in science. Therefore, scientists in all disciplines are called upon to communicate their findings. In addition to subject-matter expertise, this also requires a willingness and talent for communication. In the meantime, the profession of science communicators has become established. The lecture addresses existing stereotypes about scientists and how they can change them, for example by using approaches such as storytelling.
Die Mediengesellschaft ist auf professionelle Berichterstatter:innen angewiesen, die Desinformationen erkennen und Informationen sachgerecht recherchieren, selektieren, einordnen, bewerten und kommentieren. Die Frage der Ausbildung von Journalist:innen und deren Kompetenzen ist bislang allerdings kein Fokusgebiet innerhalb der Journalismusforschung. Trotz der zunehmenden Relevanz des Themenkomplexes haben sich nur vereinzelte Forschungsarbeiten intensiv damit befasst. Zwar existieren einzelne Publikationen von Wissenschaftler:innen, Studien von Bildungsanbieter:innen, Dokumentationen von Journalist:innenverbänden oder Expert:innenrunden, aber die Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten von professionellen Medienschaffenden sind bis dato nur ansatzweise sowohl theoretisch als auch empirisch erforscht worden; das gilt insbesondere im Kontext der Auswirkungen des digitalen Wandels auf das Berufsfeld. Vor diesem Hintergrund differenziert das Kapitel das betriebliche, akademische und praktische Modell der Qualifizierung von Journalist:innen und präsentiert den Ansatz einer kompetenzorientierten Ausbildung. Im Zentrum stehen dabei nicht nur die tradierten Sach-, Fach-, Vermittlungs- und Rollenkompetenzen, sondern eine inter- oder transdisziplinäre Weiterentwicklung des Konzepts sowie innovative Ansätze wie Data Literacy, Entrepreneurial Skills oder Social Media Competencies.
Christian Schicha, Professor an der Universität Erlangen-Nürnberg, zählt zu den ausgewiesenen Experten für Medienethik. Sein 2025 erschienener Band Kommunikationsethik empfiehlt sich für Studierende, Lehrende und Praktiker und ergänzt das gemeinsam mit Carsten Brosda herausgegebene Handbuch Medienethik (2010) sowie seinen Band Medienethik (2019). Während das nach wie vor zentrale Handbuch vielfältige theoretische Ansätze und Perspektiven bündelt, führt Schicha nun als Alleinautor durch Grundlagen, Kontroversen, Debattenräume und Lösungsansätze.
Ausbildung für Journalismus
(2022)
Die ökonomische, ökologische und soziale Transformation der mediatisierten Wissensgesellschaft wirkt sowohl auf die Journalistik und die Journalismusforschung als auch auf die Berufsrolle und die Journalistenausbildung. Letztere steht in der Tradition der Integration von Theorie und Praxis sowie der Beschreibung journalismusspezifischer Kompetenzen. In diesem Beitrag wird diskutiert, inwieweit eine Neujustierung der forschungsgeleiteten Gestaltung der Ausbildung sowie deren praxisorientierte Neukonzeption notwendig und umsetzbar sind. Dazu werden aktuelle Ansätze, wie beispielsweise der des Knowledgebrokers, herangezogen. Am Schluss steht ein Vorschlag für eine Neufassung journalistischer Kompetenzen.
Die öffentlichen und medialen Debatten um gendersensible Sprache vor allem in den Feldern Politik und Unternehmen sowie Bildung und Wissenschaft legen offen, dass normative Sprachregelungen als Eingriff in die individuelle und die gesellschaftliche Freiheit interpretiert werden. Rechtlich sind die Meinungsäußerungs- und die Wissenschaftsfreiheit zwar im Grundgesetz Artikel 5 garantiert, aber das gesellschaftspolitische Verständnis dieser abstrakten Begriffe wird auf der semantischen Ebene beeinflusst von der kognitiven Wirklichkeitskonstruktion auf der einen und den pragmatischen Regeln der Gemeinschaft zur Verwendung in der Kommunikation auf der anderen Seite. Dieser Beitrag startet mit einem kurzen Blick in die Etymologie des Wortes Freiheit und einem Exkurs in dessen gesellschaftspolitische Entwicklung. Im Zentrum stehen aktuelle Beispiele zur Veranschaulichung der Debatten um gendersensible Sprache, um die unterschiedlichen Positionen herauszuarbeiten, die mitunter als verhärtet erscheinen.
Der Begriff Fachjournalismus hat sich sowohl in der Medienpraxis als auch der Journalismusforschung nicht durchgesetzt. Gleichzeitig sind andere Begriffe im Umlauf, wie Nutzwert-, Verbraucher- Ratgeber- und Servicejournalismus, die stark die Position des Rezipienten einnehmen, der Orientierung im Markt sucht. Die Redaktion des digitalen Magazins „Games Wirtschaft“ orientiert sich sehr stark am Publikum, dem sie Rat und Service auf Basis ihrer Fachkompetenz bieten will. Dies soll am Beispiel der Berichterstattung über das Hardware-Lieferproblem für die Spielkonsole PlayStation 5 (10/2019 bis 10/2021) analysiert und in den Kontext des Fachjournalismus eingebettet werden.
Die Corona-Pandemie ist ein exzellentes Beispiel für gesundheitliche Risikokommunikation. Allerdings lief sie alles andere als ideal ab, denn die Medienschaffenden mussten unter erschwerten Bedingungen arbeiten: Die Pressekonferenzen von Politikern und Medizinexperten im Frühjahr 2020 fanden eine Zeitlang nur digital statt und waren zugangsbeschränkt. Andererseits waren Medien für Politiker und Wissenschaftler der primäre Kommunikationskanal und für die Bürger:innen die wichtigste Nachrichtenquelle. Deutlicher denn je wurden
in diesen Kommunikationsprozessen spezifische Frames geprägt, also kognitive Schemata, die mehr oder weniger bewusst strategisch eingesetzt wurden. In mehreren Teilstudien ist das Framing von Markus Söder (bayerischer Ministerpräsident) und Lothar H. Wieler (Präsident des Robert Koch Instituts) analysiert worden. Gleichzeitig zeigt die Auswertung der Berichterstattung einer Regionalzeitung, dass Frames häufig direkt und indirekt zitiert wurden. Mit Blick auf zukünftige Krisen müssen Konzepte formuliert werden, wie Journalist:innen und Redaktionen ihre Unabhängigkeit gegen derartige (politische) Einflüsse wahren können. Skizziert werden Prämissen eines diskursethisch entwickelten Krisenplans.