Lebenskunst. Über ein Praxisprojekt der Sozialen Arbeit

  • Ko-kreative Projektformate, in denen Studierende der Sozialen Arbeit gemeinsam mit Adressat*innen künstlerisch tätig werden, gewinnen in der hochschulischen Ausbildung zunehmend an Bedeutung. Der vorliegende Forschungsbericht untersucht das Praxisprojekt Lebenskunst, das von April 2019 bis März 2022 von der Technischen Hochschule Nürnberg und der Hochschule für Musik Nürnberg in Kooperation mit den sozialarbeiterischen Einrichtungen Don Bosco Jugendwerk und Rampe e.V. durchgeführt wurde. In diesem als Reallabor konzipierten Projekt begegneten sich wohnungslose und studierende junge Erwachsene, um durch musikalische und künstlerische Aktivitäten die Lebenswelt der jeweils Anderen zu erkunden. Die zentrale Forschungsfrage richtet sich auf die Möglichkeiten und Grenzen partizipativer Zusammenarbeit sowie die Bedingungen gegenseitigen Verstehens zwischen Angehörigen unterschiedlicher Lebenswelten. Die wissenschaftliche Begleitforschung folgte einem qualitativen Forschungsdesign: Studentische Hilfskräfte dokumentierten ihre Erfahrungen inKo-kreative Projektformate, in denen Studierende der Sozialen Arbeit gemeinsam mit Adressat*innen künstlerisch tätig werden, gewinnen in der hochschulischen Ausbildung zunehmend an Bedeutung. Der vorliegende Forschungsbericht untersucht das Praxisprojekt Lebenskunst, das von April 2019 bis März 2022 von der Technischen Hochschule Nürnberg und der Hochschule für Musik Nürnberg in Kooperation mit den sozialarbeiterischen Einrichtungen Don Bosco Jugendwerk und Rampe e.V. durchgeführt wurde. In diesem als Reallabor konzipierten Projekt begegneten sich wohnungslose und studierende junge Erwachsene, um durch musikalische und künstlerische Aktivitäten die Lebenswelt der jeweils Anderen zu erkunden. Die zentrale Forschungsfrage richtet sich auf die Möglichkeiten und Grenzen partizipativer Zusammenarbeit sowie die Bedingungen gegenseitigen Verstehens zwischen Angehörigen unterschiedlicher Lebenswelten. Die wissenschaftliche Begleitforschung folgte einem qualitativen Forschungsdesign: Studentische Hilfskräfte dokumentierten ihre Erfahrungen in Tagebuchaufzeichnungen, die mittels Sequenzanalyse ausgewertet wurden. Die Analyse rekonstruiert zwei zentrale Befunde: Erstens zeigt sich eine temporäre Umkehr von Hierarchie und Status, in der wohnungslose Teilnehmende Führungspositionen übernahmen und Studierende in eine Position struktureller Abhängigkeit gerieten. Diese Statusumkehr war jedoch kontextgebunden und löste sich außerhalb des Projektrahmens wieder auf. Zweitens werden sechs Mechanismen identifiziert, durch die Verstehensprozesse gefördert wurden, darunter gegenseitige Neugierde auf das Fremde, biografische Parallelen und die Entwicklung von Empathie und Gemeinschaftsgefühl. Der Bericht diskutiert sowohl das transformative Potenzial als auch die strukturellen Grenzen partizipativer Projektarbeit mit vulnerablen Gruppen.…show moreshow less

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Metadaten
Author:Frank SowaORCiD, Larissa Braun, Nicolas Rochowski, Lars Ullrich
URN:urn:nbn:de:bvb:92-opus4-44329
DOI:https://doi.org/10.34646/thn/ohmdok-4432
ISSN:2942-7045
Series (Serial Number):Prekäres Wohnen und Wohnungslosigkeit (12)
Publisher:Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm
Place of publication:Nürnberg
Document Type:Report
Language:German
Date of first Publication:2026/03/25
Publishing Institution:Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm
Release Date:2026/03/25
Tag:Projektstudium; Reallabor; Statusumkehr; Verstehensprozesse; Wohnungslosigkeit; kunstbasierte Methoden; partizipative Forschung; qualitative Sozialforschung
Pagenumber:60
institutes:Fakultät Sozialwissenschaften
Licence (German):Creative Commons - CC BY - Namensnennung 4.0 International
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