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Diese Arbeit untersucht den zeitlichen Aufwand, die Kostenstruktur und die Wirtschaftlich-keit eines Agroforstsystems mit Windschutzgehölzen. Dabei wird analysiert, welcher Ar-beitsaufwand für die Etablierung erforderlich ist, welche Kosten für Pflanzung, Pflege und Ernte entstehen und in welchem Zeitraum sich die Investitionen amortisieren können. Grundlage der Untersuchung sind Zeitaufnahmen auf einer Praxisfläche sowie eine Kalku-lation der anfallenden Kosten und potenziellen Erlöse. Die Ergebnisse zeigen, dass die Anlage eines Agroforstsystems mit einem vergleichsweise hohen Arbeitsaufwand verbun-den ist, der jedoch durch eine geeignete Organisation der Arbeitsabläufe reduziert werden kann. Die Wahl des Pflanzverfahrens und des Baumschutzes beeinflusst den Zeitbedarf und die praktische Umsetzbarkeit der Pflanzung. Zudem bestätigen die Ergebnisse, dass insbesondere in den ersten Jahren hohe Etablierungs- und Pflegekosten anfallen, während Erlöse erst langfristig erzielt werden. Die Wirtschaftlichkeit hängt dabei maßgeblich von der erzielten Holzqualität ab. Insgesamt zeigen die Untersuchungen, dass Agroforstsysteme langfristig ein ökonomisches Potenzial besitzen, ihre Etablierung jedoch mit hohen An-fangsinvestitionen und wirtschaftlichen Unsicherheiten verbunden ist.
Biodiversity loss is becoming increasingly relevant for companies because it can create environmental risks and affect long-term business viability. At the same time, new sustainability reporting requirements in the EU, especially ESRS E4 under the CSRD, are expected to influence how companies address biodiversity. This master’s thesis examines how companies deal with biodiversity in this regulatory context, focusing on (1) corporate perception, (2) opportunities and drivers for action, and (3) barriers that hinder implementation.
The study uses a qualitative research design based on 11 semi-structured expert interviews from agriculture (n=4) and industry (n=7). The interview material was analyzed using inductive qualitative content analysis following Mayring. By combining cross-sector expert interviews with a structured qualitative content analysis, this study provides practice-relevant insight into how biodiversity is translated into corporate priorities, governance routines, and reporting readiness under ESRS E4. The findings show a heterogeneous picture: while some interviewees frame biodiversity as a strategic topic linked to long-term continuity and resilience, others treat it mainly as part of broader environmental themes or as a reporting-related category. Regulatory expectations can function as an internal lever for prioritization, while concrete site-based measures and external cooperation support implementation. However, major barriers remain, especially limited measurability, missing baselines, unclear indicators, regulatory uncertainty, and resource constraints. An exploratory Fisher’s exact test is reported as a descriptive verification of frequency differences; results are interpreted as hypothesis-generating due to small sample sizes. Overall, the findings indicate a heterogeneous corporate understanding of biodiversity that ranges from a strategic principle embedded in risk management and value creation to a narrowly framed reporting category, with substantial variation in perceived drivers and organizational traction.
Mit einem Bein im Gefängnis
(2026)
Die 22. Landschaftsbautagung der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf steht unter dem bewusst zugespitzten Titel „Mit einem Bein im Gefängnis – Zwischen Normen und Alltag im GaLaBau“. Der Tagungsband bündelt Beiträge, die ein zentrales Spannungsfeld der Branche aufgreifen: Landschaftsbau ist heute gleichermaßen gestalterische, technische, organisatorische und rechtlich hoch regulierte Praxis. Normen, Fachregeln, Vertragsrecht, Tariffragen und Umweltvorgaben prägen die tägliche Arbeit auf Baustellen. Zugleich müssen Betriebe unter Zeitdruck funktionale, dauerhafte, ästhetische und zunehmend klimaangepasste Freiräume herstellen. Die Publikation zeigt, dass Rechtssicherheit nicht im Gegensatz zur Praxis stehen muss, sondern durch fachliche Kompetenz, sorgfältige Planung, klare Kommunikation und dokumentierte Entscheidungen entsteht.
Den Einstieg bilden die Prämierungen zweier herausragender Bachelorarbeiten. Sie verweisen auf Zukunftsfragen des GaLaBaus: digitale Plattformen und Künstliche Intelligenz zur Organisation von Wissensprozessen in der Bauleitung sowie Unternehmensnachfolge durch den Einstieg konzernorganisierter Investoren und Unternehmensgruppen. Beide Arbeiten machen deutlich, dass die Branche nicht nur auf rechtliche Risiken reagieren muss, sondern aktiv neue Strukturen, Geschäftsmodelle und Werkzeuge entwickelt. Damit wird der akademische Teil der Tagung bewusst mit aktuellen Herausforderungen mittelständischer Betriebe verknüpft.
Die Fachbeiträge verbinden Forschung, Normenwissen und Baustellenrealität. Der Beitrag zum „Klimastein“ zeigt exemplarisch, wie aus einer Idee in Zusammenarbeit von Wirtschaft und Hochschule ein anwendungsreifes System entstehen kann. Im Mittelpunkt stehen Regenrückhalt, Versickerung, Verdunstung und Temperaturdämpfung befestigter Flächen als Bausteine einer klimaangepassten Schwammstadt. Der Beitrag „Nach allen Regeln der Kunst“ ordnet Normen und anerkannte Regeln der Technik in den größeren Zusammenhang von Gestaltung, Nachhaltigkeit, Inklusion und Verantwortung ein. Normen erscheinen dabei nicht als starres Korsett, sondern als Instrumente, die fachlich verstanden, projektspezifisch eingeordnet und verantwortungsvoll angewendet werden müssen. Dadurch entsteht ein Perspektivwechsel: Gute Baupraxis bedeutet nicht blinde Regelbefolgung, sondern begründete, nachvollziehbare und qualitätsorientierte Entscheidungen.
Weitere Beiträge widmen sich den rechtlichen und wirtschaftlichen Risikofeldern der Praxis: Tarifbindung und Abgrenzungsfragen zum Bautarif, die Handwerksabgrenzung im GaLaBau, die Prüfung von Vorgewerken und Schwachstellen an Fassadenanschlüssen, der rechtssichere Umgang mit Bodenaushub sowie die Abnahme von Pflanzarbeiten. Durchgehend wird deutlich, dass Konflikte häufig dort entstehen, wo Zuständigkeiten ungeklärt bleiben, Leistungsverzeichnisse Lücken enthalten, Vorleistungen ungeprüft übernommen werden oder rechtliche Vorgaben zu spät berücksichtigt werden. Der Tagungsband plädiert deshalb für frühes Nachfragen, eindeutige Vereinbarungen, Bedenkenanmeldungen, Materialtrennung, Prüf- und Dokumentationsroutinen sowie einen realistischen Umgang mit lebenden Baustoffen wie Pflanzen.
Insgesamt versteht sich der Tagungsband als praxisnaher Orientierungsrahmen für Studierende, Unternehmerinnen und Unternehmer, Planende, Bauleitende und Sachverständige. Er nimmt die Sorge vor Haftung ernst, löst sie aber nicht durch Verunsicherung, sondern durch Wissen auf. Die Landschaftsbautagung 2026 macht deutlich: Wer Normen, Alltag und Gestaltung zusammendenkt, kann Risiken minimieren, Qualität sichern und zugleich zukunftsfähige, klimaresiliente Freiräume schaffen. Der Band lädt damit zum fachlichen Austausch ein und stärkt die Verbindung von Wissenschaft, Recht und handwerklich-technischer Umsetzung im Garten- und Landschaftsbau. Besonders wertvoll ist die Zusammenstellung, weil sie technische Innovation, Vertrags- und Normenfragen sowie praktische Baustellenentscheidungen nicht getrennt behandelt, sondern als miteinander verbundene Aufgaben einer professionellen Bauleitung sichtbar macht. Damit eignet sich der Tagungsband sowohl als Nachschlagewerk für konkrete Problemstellungen als auch als Impuls für eine selbstbewusste, lernende und verantwortliche Branche.
Klimaanschauungsgarten
(2026)
Climate change has become one of the most pressing global challenges. Almost daily, media reports highlight events and developments illustrating its consequences. Climate adaptation and mitigation are therefore essential tools not only on a global scale but on a local level. In this context, questions arise regarding the future management of gardens, parks and green spaces: Which climate-change-related variations can already be quantified? Where can reliable data be obtained? And how can this knowledge be translated into practical measures enhancing the resilience of the affected gardens and parks?
Using the Oberdieckgarten and the Weihenstephaner South Terraces of the University of Applied Sciences Weihenstephan-Triesdorf in Freising, Bavaria, as case studies, this master thesis investigates available data sources on soil characteristics and dominant soil types, trends in average annual precipitation and temperature, and changes in the annual phenological cycle over the last decades. Combined with an analysis of the historical development and current situation of the two gardens, a methodological approach for adapting them to the impacts of climate change and for fostering a climate-resilient future will be developed.
After examining the effects of climate change and potential adaptation strategies, the role and responsibilities of a climate demonstration garden are discussed. Based on the collected data and analyses, a conceptual design for the partial remodeling of the Oberdieckgarten and the Weihenstephaner South Terraces is proposed, aiming to enhance their function as climate-adapted and educational gardens.
In summary, it can be said that scrub encroachment plays a central role in the development of alpine pastures in the Berchtesgaden National Park.
Due to the specific methodology of the surveys, the full extent of scrub encroachment could not be fully recorded, but the results nevertheless provide valuable insights. Future projects can build on this and further optimize the methods to enable comprehensive analyses.
The results show how scrub encroachment is defined and that there are significant differences between individual alpine pastures. In particular, environmental factors such as altitude or exposure influence the degree of scrub encroachment on the alpine pastures. In addition, it can be noted that almost all of the alpine pastures studied have forest pasture areas, which underlines the historical interlocking of forest and pasture in the region. This form of use not only influences the vegetation structure, but also the dynamics of woody growth, as succession processes in former forest pasture areas take place differently than in classic open pastures (Dornheim, 2005).
In addition, it has been shown that turning promotes plant growth in the short term and that the cane root system plays a central role with regard to woody plant growth.
As a result, this study presented various alternatives to turning to regulate woody plant growth. In particular, combined grazing with goats and sheep and the concept of the “magic triangle of alpine pasture management” proved to be a sustainable form of management. The latter is based on three central measures: adjusting the number of grazing animals, an earlier upland grazing period and targeted grazing management to ensure that the alpine pastures remain open in the long term.
The aim of this work, to develop a scientific basis for practical recommendations on alpine pasture management, was achieved. On this basis, the other sub-projects of the overall research project should contribute to adapting the legal framework to the current challenges of alpine pasture management.
Orchard meadows are culturally evolved structures and relevant habitats for biodiversity. Due
to abandonment and climate change, these structures are in danger, as pests are also
increasing on the land and putting the harvest and thus the benefit of the structures at risk.
(Henle et al., 2024)
This study investigates the influence of habitat structures on the occurrence and severity of
pest infestations in traditional orchard meadows, particularly in the context of climate change
and is embedded in the project StreuWiKlim (“Streuobstwiesen im Klimawandel”), conducted
by Weihenstephan-Triesdorf University of Applied Sciences (HSWT) and the Technical
University of Munich (TUM).
First, beneficial arthropods and their habitat requirements were identified through an extensive
literature review. Field surveys were then carried out in three different climate regions of
Bavaria to map relevant habitat structures.
These structural parameters – grouped into categories such as deadwood, forest edges, treebased
microhabitats, meadow care, tall herbaceous vegetation, and wooded areas – were
statistically analysed in relation to pest infestations and weather data from 2024. Significant
correlations between individual habitat structures and pest pressure confirm the regulatory
effect of habitats that are favourable to beneficial species.
For all study regions, the main parameter categories of deadwood, structure on fruit trees, tall
herbaceous vegetation, meadow care, forest edge and wooded areas are relevant for
influencing pest infestation.
Climate projections suggest shifts in pest dynamics, emphasizing the importance of adaptive
management. As a conclusion, this study proposes nature-based habitat management
strategies – such as deadwood management, meadow care adjustments, or enhancing tall
herbaceous vegetation structures – to strengthen beneficial organisms and support resilient,
ecologically balanced orchard systems under future climate conditions.
Diese Arbeit untersucht das Energieholzpotenzial in der Region Oberland und stellt dieses dem aktuellen Holzeinschlag sowie dem Energieholzverbrauch gegenüber. Ziel ist es, das vorhandene Potenzial zu quantifizieren und zu bewerten, inwieweit zusätz-liche Nutzungsmöglichkeiten bestehen. Die Studie stellt dabei eine Aktualisierung früherer Untersuchungen zum Energieholzpotenzial des Privat- und Körperschafts-waldes in den Landkreisen Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen und Weilheim-Schongau dar und erweitert diese um den Staatswald sowie den Landkreis Garmisch-Partenkirchen.
Auf Grundlage von Daten der vierten Bundeswaldinventur, Einschlagsdaten sowie Geodaten wurden ein theoretisches, ein technisch-ökologisches und ein sozio-ökono-misches Potenzial ermittelt. Der Energieholzverbrauch wurde anhand der Kehrbuch-daten abgeschätzt.
Die Ergebnisse zeigen, dass das jährliche Energieholzpotenzial bei rund 410.000 Fest-metern liegt, wenn von einem Energieholzanteil am Einschlag von 47% im Privat- und Körperschaftswald und von 27% im Staatswald ausgegangen wird. Damit liegt das Po-tenzial leicht über dem aktuellen Verbrauch (ca. 370.000 fm im Jahr 2023) sowie dem Energieholzeinschlag (ca. 350.000 fm). Daraus ergibt sich ein zusätzliches Potenzial von etwa 40.000 bis 60.000 Festmetern pro Jahr. Die Höhe dieses Potenzials hängt je-doch maßgeblich vom Energieholzanteil am Holzeinschlag ab, der durch Marktbedin-gungen und das Sortierverhalten beeinflusst wird.
Zusätzlich wurde das Potenzial eines moderaten Vorratsabbaus untersucht, der zur Be-schleunigung des Waldumbaus und zur Reduzierung des Risikos von Kalamitäten bei-tragen kann und gleichzeitig eine temporäre Erhöhung der nutzbaren Holzmenge er-möglichen würde. Bei einer Reduzierung der Holzvorräte um 10% über einen Zeitraum von 20 Jahren ergäbe sich ein zusätzliches Nutzungspotenzial von rund 265.000 fm pro Jahr, das bei den zugrunde gelegten Energieholzanteilen einer Energieholzmenge von etwa 100.000 fm entspricht.
Insgesamt zeigt die Studie, dass im Oberland ein begrenztes zusätzliches Energieholz-potenzial vorhanden ist, dessen Nutzung jedoch mit Unsicherheiten behaftet ist und unter Berücksichtigung von Klimaschutzaspekten erfolgen sollte.
Diese Bachelorarbeit analysiert die ökonomischen Optimierungspotenziale bei der Gassenanlage von Fichtenbeständen im schwachen Baumholz auf einer Fläche des Forstbetriebs Fürst zu Fürstenberg (Südschwarzwald). Ziel ist es, den holzerntekostenfreien Erlös mittels verschiedener Aushaltungsstrategien zu maximieren. Die Methodik basiert auf einer Bestandsaufnahme von 200 Probebäumen und einer simulationsgestützten Schaftmodellierung in der Statistiksoftware R. Im Fokus stehen drei Szenarien von der klassischen Fixlängenaushaltung bis zur optimierten Aushaltung von Leitungsmasten. Die Ergebnisse zeigen, dass die softwaregestützte Leitungsmasten-Aushaltung trotz strenger Qualitätsvorgaben den höchsten holzerntekostenfreien Erlös erzielt und den hiebsbezogenen Deckungsbeitrag signifikant steigert. Die algorithmische Optimierung erweist sich somit als überlegenes Instrument, um die wirtschaftliche Effizienz bei der Feinerschließung und die Rohholzwertschöpfung in frühen Bestandsphasen zu maximieren.