Energieholzpotenzial im Oberland

  • Diese Arbeit untersucht das Energieholzpotenzial in der Region Oberland und stellt dieses dem aktuellen Holzeinschlag sowie dem Energieholzverbrauch gegenüber. Ziel ist es, das vorhandene Potenzial zu quantifizieren und zu bewerten, inwieweit zusätz-liche Nutzungsmöglichkeiten bestehen. Die Studie stellt dabei eine Aktualisierung früherer Untersuchungen zum Energieholzpotenzial des Privat- und Körperschafts-waldes in den Landkreisen Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen und Weilheim-Schongau dar und erweitert diese um den Staatswald sowie den Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Auf Grundlage von Daten der vierten Bundeswaldinventur, Einschlagsdaten sowie Geodaten wurden ein theoretisches, ein technisch-ökologisches und ein sozio-ökono-misches Potenzial ermittelt. Der Energieholzverbrauch wurde anhand der Kehrbuch-daten abgeschätzt. Die Ergebnisse zeigen, dass das jährliche Energieholzpotenzial bei rund 410.000 Fest-metern liegt, wenn von einem Energieholzanteil am Einschlag von 47% im Privat- und Körperschaftswald und von 27% im Staatswald ausgegangen wird. Damit liegt das Po-tenzial leicht über dem aktuellen Verbrauch (ca. 370.000 fm im Jahr 2023) sowie dem Energieholzeinschlag (ca. 350.000 fm). Daraus ergibt sich ein zusätzliches Potenzial von etwa 40.000 bis 60.000 Festmetern pro Jahr. Die Höhe dieses Potenzials hängt je-doch maßgeblich vom Energieholzanteil am Holzeinschlag ab, der durch Marktbedin-gungen und das Sortierverhalten beeinflusst wird. Zusätzlich wurde das Potenzial eines moderaten Vorratsabbaus untersucht, der zur Be-schleunigung des Waldumbaus und zur Reduzierung des Risikos von Kalamitäten bei-tragen kann und gleichzeitig eine temporäre Erhöhung der nutzbaren Holzmenge er-möglichen würde. Bei einer Reduzierung der Holzvorräte um 10% über einen Zeitraum von 20 Jahren ergäbe sich ein zusätzliches Nutzungspotenzial von rund 265.000 fm pro Jahr, das bei den zugrunde gelegten Energieholzanteilen einer Energieholzmenge von etwa 100.000 fm entspricht. Insgesamt zeigt die Studie, dass im Oberland ein begrenztes zusätzliches Energieholz-potenzial vorhanden ist, dessen Nutzung jedoch mit Unsicherheiten behaftet ist und unter Berücksichtigung von Klimaschutzaspekten erfolgen sollte.
  • This study analyzes the energy wood potential in the Oberland region and compares it with current timber harvest levels and energy wood consumption. The aim is to quantify the available potential and to assess the extent to which additional utiliza-tion potential exists. The study represents an update of previous analyses on the en-ergy wood potential of private and municipal forests in the districts of Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen, and Weilheim-Schongau, and extends these by including state forests as well as the district of Garmisch-Partenkirchen. Based on data from the Fourth National Forest Inventory, harvesting statistics, and geospatial data, a theoretical, a techno-ecological, and a socio-economic potential were determined. Energy wood consumption was estimated using records from chimney sweep inspections. The results show that the annual energy wood potential amounts to approximately 410,000 cubic meters (solid volume) assuming an energy wood share of 47% in pri-vate and municipal forests and 27% in state forests. This potential slightly exceeds current consumption (approx. 370,000 m³ in 2023) as well as energy wood harvest-ing (approx. 350,000 m³). This results in an additional potential of about 40,000 to 60,000 cubic meters per year. However, the magnitude of this potential strongly de-pends on the share of energy wood in total harvest, which is influenced by market conditions and assortment decisions. In addition, the potential of a moderate reduction in growing stock was analyzed. Such a reduction can contribute to accelerating forest conversion and reducing the risk of disturbances, while temporarily increasing the available timber supply. A re-duction of growing stock by 10% over a period of 20 years would result in an addi-tional usable volume of approximately 265,000 m³ per year, corresponding to an en-ergy wood volume of about 100,000 m³ under the assumed conditions. Overall, the study shows that a limited additional energy wood potential exists in the Oberland region. However, its utilization is associated with uncertainties and should be considered in the context of climate change mitigation.

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Metadaten
Author:Jolanda Webersinn
URN:urn:nbn:de:bvb:1028-1357
Subtitle (German):Aktualisierung und Erweiterung der bestehenden Daten auf Aufkommens- und Verbrauchsseite
Place of publication:Freising
Referee:Andreas RotheGND, Elisabeth Freundl
Document Type:Master's Thesis
Language:German
Date of Publication (online):2026/05/20
Date of first Publication:2026/04/03
Publishing Institution:Hochschule Weihenstephan-Triesdorf
Granting Institution:Hochschule Weihenstephan-Triesdorf
Release Date:2026/06/02
Page Number:76
Faculty:Nachhaltige Agrar- und Energiesysteme
Wald und Forstwirtschaft
Degree course:Climate Change Management (M. Sc.)
Campus:Weihenstephan
Licence (German): Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (Urheberrechtsgesetz)
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