Vergleich innovativer und konventioneller Anbausysteme in der
Zuckerrübenproduktion: Eine produktionstechnische und
ökonomische Bewertung verschiedener Verfahren
- Im Rahmen dieser Bachelorarbeit wurden sechs unterschiedliche Anbausysteme in
der Zuckerrübenproduktion hinsichtlich ihrer agronomischen, technischen und
ökonomischen Leistungsfähigkeit untersucht. Ziel war es, die Auswirkungen
verschiedener Verfahren der Unkrautregulierung (mechanisch, chemisch sowie
kombiniert) auf Ertrag, Zuckergehalt und Produktionskosten zu analysieren.
Besonderes Augenmerk galt dem Einsatz innovativer Technologien wie dem
autonomen Hackroboter Farmdroid sowie dem Vergleich zu konventionellen Verfahren
mit einer Einzelkorn-Sämaschine und breitflächigen Applikation von
Pflanzenschutzmitteln, sowie die Anwendung innovativer Techniklösungen wie eine
Bandspritze und Hacke.
Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede in der Wirtschaftlichkeit und
Ertragsleistung der untersuchten Systeme. Während die unbehandelte
Nullparzelle (V1) erwartungsgemäß die niedrigsten Erträge erzielte, konnten Systeme
mit kombinierter mechanisch-chemischer Unkrautkontrolle (V4, V5) trotz deutlicher
Herbizideinsparung stabile Erträge und hohe bereinigte Zuckererträge (BZE) erzielen.
Die höchste Wirtschaftlichkeit wurde bei diesen Varianten festgestellt. Die
robotergestützte Variante (V3) erzielte ebenfalls gute Ergebnisse, zeigte jedoch
Einschränkungen bei der Unkrautregulierung innerhalb der Reihe sowie beim
Bearbeitungsaufwand. Ergänzend zur pflanzenbaulichen Bewertung wurde eine
umfassende ökonomische Auswertung durchgeführt. Auf der Grundlage von
Aufwandmengen, Arbeitszeiten und Maschinenkosten erfolgte ein Kostenvergleich auf
Basis der bisherigen betriebsüblichen Variante. Die daraus abgeleitete
Gegenüberstellung von Produktionskosten und Erlösen je Variante ermöglichte eine
finale Bewertung der Wirtschaftlichkeit.
Die Analyse verdeutlicht, dass integrierte Systeme mit reduzierter Herbizidstrategie
und mechanischer Pflege in Zukunft einen tragfähigen Kompromiss zwischen
Wirtschaftlichkeit, Umweltschutz und gesellschaftlicher Akzeptanz darstellen können.
Autonome Verfahren bieten großes Innovationspotenzial, sind jedoch aktuell oft noch
kostenintensiv und in der Flächenleistung reduziert. Die Ergebnisse leisten einen
praxisnahen Beitrag zur Weiterentwicklung ressourcenschonender und
zukunftsfähiger Produktionssysteme im Ackerbau.