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Die Dezentralisierung von Verantwortlichkeiten innerhalb von Behörden mit einer damit einhergehenden Zunahme der Führungsautonomie zur Leistungssteigerung sowie zur verbesserten Anpassung des öffentlichen Dienstes an lokale Erfordernisse waren während der letzten beiden Jahrzehnte in zahlreichen Ländern Hauptthemen bei der Modernisierung der öffentlichen Verwaltung. Eine gesteigerte individuelle Motivation und Leistungsfähigkeit werden oftmals als Belege hierfür angeführt. Insbesondere hinsichtlich der HRM-Praxis scheinen zahlreiche europäische Länder Strategien zu verfolgen, mit denen hoch zentralisierte HRM-Systeme und -Verfahren durch dezentralisierte HRM-Prozesse ersetzt werden, bei denen Entscheidungen lokaler getroffen werden, so dass leitenden Beamten/innen und verantwortlichen Führungskräften größerer Ermessensspielraum und mehr Verantwortlichkeit zugewiesen wird. In dieser Publikation von Christoph Demmke, Gerhard Hammerschmid und Renate Meyer wird analysiert, inwieweit HRM-Zuständigkeiten und Befugnisse in den europäischen Ländern auf untere Führungsebenen verlagert wurden und wie die unterschiedlichen Beteiligten, wie etwa die für den gesamten öffentlichen Dienst arbeitenden HRM-Einheiten, die zuständigen Minister, die ministeriumsinternen HRM-Einheiten, die leitenden Verwaltungsebenen, das zuständige Management und die Arbeitnehmervertreter/innen in die Entscheidungsfindung der HRM-Praxis einbezogen werden. Kommt es zu einer Europäisierung der Verwaltungsreformprogramme und zu einer allgemeinen Auflösung traditioneller hierarchischer, zentral organisierter HRM-Leitlinien aufgrund einer zunehmenden Machtdezentralisierung hin zu den unteren Ebenen der öffentlichen Verwaltung oder zu den teilautonomen Verwaltungen (Agenturen usw.)? Wie finden die Verwaltungen des öffentlichen Dienstes und der Regierungen in Europa einen angemessenen Ausgleich zwischen den zeitgleich vorliegenden Forderungen nach Dezentralisierung von Verantwortlichkeiten und der Berücksichtigung von Zentralkoordinierung sowie Kontrollerfordernissen?
Neue Wege des Haushaltsmanagements : Internationale Erfahrungen, Herausforderungen und Trends
(2012)
Die Modernisierung des Haushaltswesens hat in den letzten Jahren zunehmend an Dynamik gewonnen und wird in einem immer breiteren Verständnis interpretiert, so dass in jüngster Zeit auch Reformen und Veränderungsprozesse in den Begriff eingeschlossen werden, die bislang nicht darunter subsumiert wurden. So beschränkt sich die Haushaltsmodernisierung nicht länger auf die Einführung von Kosten- und Leistungsrechnung oder doppischer Rechnungslegung, auf mittel- und langfristige Budgetmodelle oder auf die Flexibilisierung bzw. verstärkte Ergebnisorientierung von Haushalten, sondern sie entwickelt sich zu einem integrativen Verwaltungsführungsinstrument. Die Neuausrichtung des Haushalts auf Nachhaltigkeit und Ergebnisorientierung resultiert im Idealfall in einer neuen Steuerungsphilosophie und umfasst strategische Aspekte sowie Organisations- und Personalmanagement. Die Autorinnen und Autoren dieses Bandes präsentieren und diskutieren internationale und nationale Trends, Best Practices und Herausforderungen für eine erfolgreiche Umsetzung. Sie stellen die erforderlichen Verknüpfungen der einzelnen Elemente des Haushaltswesens dar und verweisen auf unverzichtbare Eckpunkte der Implementierung integrierter Systeme.