61 Medizin und Gesundheit
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Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen stehen nach Abschluss der medizinischen Rehabilitation häufig vor langfristigen Herausforderungen der sozialen Reintegration und gesellschaftlichen Teilhabe. Neben körperlichen und kognitiven Einschränkungen bestehen auch psychosoziale Belastungen für Betroffene und ihre Angehörigen. Niedrigschwellige, gemeindenahe Unterstützungsangebote sind in der Langzeitnachsorge bislang nur begrenzt verfügbar. Der gemeinnützige Verein Phoenix Freising e.V. hat mit der „Phoenix-OASE“ eine Begegnungsstätte geschaffen, die Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen durch psychosoziale Begleitung, soziale Begegnung und alltagsnahe Aktivitäten unterstützt. Ziel ist die Förderung von Selbstbestimmung, sozialer Teilhabe und Lebensqualität der Betroffenen sowie die Entlastung pflegender Angehöriger.
Ziel der Studie ist die Evaluation der Begegnungsstätte hinsichtlich ihrer Bedeutung für die Lebensqualität der Gäste sowie für das Belastungsempfinden pflegender Angehöriger. Untersucht wird, wie das Angebot im Alltag erlebt wird und welche Veränderungen sich durch die regelmäßige Nutzung ergeben.
Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und steigender Prävalenzen von Demenzerkrankungen gewinnen niedrigschwellige, sozialraumorientierte Unterstützungsangebote zunehmend an Bedeutung. Sog. Auszeithöfe stellen hierbei ein innovatives Konzept dar, das stundenweise Betreuungsangebote für ältere Menschen und Menschen mit Pflegebedarf auf landwirtschaftlichen Betrieben ermöglicht. Ziel des Beitrags ist es, erste empirische Erkenntnisse zum Konzept der Auszeithöfe und dessen Potenzial für eine demenzsensible Versorgung im ländlichen Raum zu analysieren.
Sustained‐virological‐response (SVR) after direct‐acting‐antiviral (DAA) therapy improves outcomes in patients with HCV‐related compensated‐advanced‐chronic‐liver‐disease (cACLD). However, it remains unclear whether absolute post‐SVR LSM or LSM reduction better predicts prognosis after SVR. This study evaluated the prognostic performance of absolute‐values‐LSM versus dynamic‐change for predicting liver‐related‐events after SVR.
Background: Multimorbidity, defined as the coexistence of two or more chronic conditions, challenges traditional, single disease health care models. Although digital health technologies are increasingly applied to complex patient care, most interventions remain disease-specific and fail to account for interactions between coexisting conditions.
Objective: This scoping review aimed to systematically map and synthesize existing evidence on digital health interventions that explicitly address multimorbidity, focusing on how these solutions integrate disease interdependencies between coexisting diseases in their design, implementation, and evaluation. We aimed to identify underlying concepts, map frequently targeted disease clusters, and assess reported outcomes and barriers to real-world application.
Neben ihrem Unterhaltungswert, können Videospiele, Personen welche unter psychischen Belastungen leiden, als virtueller Rückzugsraum dienen. Einen Zugang zu Spielenden zu finden, welche in diese zur Vermeidung von Konfrontation ihrer Lebensumstände nutzen, kann mitunter eine Herausforderung darstellen.
Wirkungsvolle Kommunikation, sowohl im Umgang mit Mitmenschen als auch in der Psychotherapie, wird als ein einflussreicher Faktor auf dem Weg zur Verbesserung persönlicher Umstände gesehen. Die Formulierung einer Aussage kann maßgeblich beeinflussen, wie deren Inhalt wahrgenommen wird, hängt jedoch ebenfalls von den persönlichen Erfahrungen und Assoziationen eines Zuhörenden ab.
Um einen passenden Bezug zu Betroffenen aufzubauen, könnte ein auf persönliche Eigenschaften abgestimmter Kommunikationsstil einen Ansatz bieten, um Spielende möglichst wirkungsvoll zu erreichen und ggf. die Vermittlung von positiven Impulsen innerhalb des Spielgeschehens, langfristig auch über dieses hinaus zu verstärken.
Dies könnte sowohl zur Erleichterung der Kommunikation im Umgang mit Problemen mentaler Gesundheit und der Etablierung von Akzeptanz in Serious Games, als auch im allgemeinen Einsatz zur Verbesserung der Spielerfahrung und der Spielerbindung eingesetzt werden.
Im Rahmen der Arbeit wird ein Konzept vorgestellt und ein Prototyp für ein adaptives Dialogsystem entwickelt, welches Persönlichkeit mithilfe eines Large Language Modell (LLM) möglichst wissenschaftlich fundiert abbildet und Spiel-Dialoge in der Unity Game Engine abhängig des Spielerprofils umformuliert. Der gewählte Ansatz beruht auf psychologischen Grundlagen und Kommunikationsforschung, Erfahrungen aus dem Game-Design, sowie aktuellen Erkenntnissen im Umgang mit Intelligent Virtual Agents (IVAs) im Bereich der Human-Computer-Interaction (HCI). Zudem wird im Rahmen der Arbeit untersucht, inwiefern LLM zur Umformulierung von Dialogen im Spielkontext eingesetzt und in bestehende Prozesse der Spielentwicklung integriert werden können. Besonderes Augenmerk wird darauf gelegt ein universell anwendbares System zu entwickeln, welches durch die Umformulierung bestehender Inhalte nicht in die narrative Struktur und kreative Vision des Spielkonzeptes eingreift.
Background: Tuberculosis (TB) is the leading global cause of death from a single infectious agent. Recent reductions in global health funding have threatened TB control, making comprehensive assessment of TB, HIV-related TB, and drug-resistant TB burdens before these disruptions essential for shaping effective responses. The WHO End TB Strategy sets targets of a 95% reduction in TB deaths and a 90% reduction in TB incidence between 2015 and 2035. Using results from the Global Burden of Diseases, Injuries, and Risk Factors Study (GBD) 2023, this study aims to assess the burden of TB and multidrug-resistant TB (MDR-TB) across 204 countries and territories, and to evaluate progress towards the WHO End TB incidence and mortality targets.
Einleitung
Die Sturzprävention im häuslichen Umfeld gewinnt angesichts steigender Pflegebedürftigkeit an Bedeutung (BMG, 2022). „BeStärken+“ qualifiziert Alltagsbegleitende (AB) zu evidenzbasierten Bewegungs- und Aktivierungsübungen, die diese alltagsintegriert mit Pflegebedürftigen (PB) umsetzen. Ziel ist der Erhalt der Selbstständigkeit, Steigerung des Wohlbefindens und ein reduziertes Sturzrisiko der PB.
Methode
Die Prä Post Studie wurde im Eingruppendesign durchgeführt. Die Datenerhebung erfolgte telefonisch mittels standardisierter und selbst entwickelter Items zu Sturzereignissen sowie offener Fragen zu (un)erwünschten Veränderungen. Erfasst wurden vier Messzeitpunkte: t0 (Interventionsbeginn), t1 (8 Wochen), t2 (16 Wochen) und t3 (24 Wochen). Eingeschlossen wurden 61 ABs (97 % w; 40 65 J. 72 %; 62 % ehrenamtlich), die jeweils eine PB unterstützten (70 % w; 75 94 J. 76 %). Die Analyse der wiederholt erhobenen binären Sturzereignisse erfolgte mittels Generalized Estimating Equations (GEE) mit binomialer Verteilung und Logit-Link. Als Kovariaten wurden die motorische Selbstständigkeit (motorischer Functional Independence Measure, FIM), der Frailty-Status (Groningen Frailty Indicator, GFI) sowie kognitive Einschränkungen (Informant Questionnaire on Cognitive Decline in the Elderly, IQCODE) berücksichtigt. Ergänzend erfolgten deskriptive Auswertungen der offenen Angaben zu (un)erwünschten Veränderungen.
Ergebnisse
Die GEE-Analyse zeigte einen signifikanten Zeiteffekt auf die Wahrscheinlichkeit eines Sturzereignisses (Wald-χ² = 12,68; p = 0,005). Die Prävalenz berichteter Sturzereignisse verringerte sich von 28 % zu Interventionsbeginn auf 7 % nach acht bzw. 16 Wochen und lag nach 24 Wochen bei 19 %. Für die Kovariaten FIM, GFI und IQCODE ergaben sich keine signifikanten Effekte. Als unerwünschtes Ereignis gaben ABs häufig eine zeitweise Überforderung der PBs an. Wohingegen als positive Veränderung von einem verbesserten Gangbild, einer gesteigerten Mobilität sowie einer Erweiterung des sozialen Aktivitätsradius berichtet wurde.
Diskussion
Die Ergebnisse zeigen, dass die im Rahmen von BeStärken+ durch geschulte Alltagsbegleitende angeleiteten und in den Alltag integrierten Bewegungsübungen potenziell zur Senkung von Sturzereignissen bei pflegebedürftigen Personen beitragen können, wobei u.a. saisonale Einflüsse zu berücksichtigen sind. Durch die strukturierte Anleitung tragen Alltagsbegleitende indirekt zur Förderung der Lebensqualität und zur Stärkung der ambulanten Versorgungsstrukturen bei. Das praxisnahe Konzept erreicht zudem Zielgruppen, die klassische Präventionsangebote bislang nur eingeschränkt wahrnehmen.
Literatur
Bundesministerium für Gesundheit (2022). Stürze bei älteren Menschen: Vorbeugung durch Bewegung. Zugriff am 25.02.2026 unter https://gesund.bund.de/stuerze-aeltere-menschen?utm_source=chatgpt.com
Background/Objectives: The prevalence and management options of bland (non-neoplastic) portal vein thrombosis (PVT) in patients with hepatocellular carcinoma (HCC) are poorly characterized and data remain limited. Methods: We performed a retrospective analysis of a prospectively collected single-center cohort of 638 patients with HCC. Bland PVT was identified at baseline or during follow-up. Treatment exposure was modeled as time-varying to account for differences in timing of anticoagulation initiation. Results: Bland PVT was identified in 39 patients (25 at baseline and 14 during follow-up). Patients with PVT showed features of more advanced portal hypertension (lower platelet count and higher prevalence of ascites) and had a higher tumor burden (more often outside the Milan criteria; higher AFP). A total of 30 patients received anticoagulation. Anticoagulation was associated with partial or complete recanalization in 30% of cases at three months and with decrease in bilirubin, but was not associated with improved 1 year survival. Bleeding events occurred in four anticoagulated patients (13.3%). Conclusions: Bland PVT in HCC is associated with more severe liver disease. Our data indicate that anticoagulation in patients with HCC and concomitant bland PVT was generally well-tolerated and was associated with thrombus regression in one-third of cases. However, we did not observe an improved survival in patients on anticoagulation.
Little is known about the role of cross-sectoral companionship (CSC) at hospital discharge or transfer to another facility/department and subsequent delirium incidence in older adults. We aimed to identify predictors of optimal CSC, and to evaluate its association with delirium incidence after discharge/transfer in this population.
Die Anforderungen an werdende Pflegefachpersonen am Übergang in ihre verantwortliche Rolle zur Steuerung der Versorgung sind heute höher denn je. Mittels angepasster Ausbildungsverordnungen oder Gesetzesverfahren zum erweiterten Kompetenzeinsatz werden ihnen aktuell Türen geöffnet, durch die sie jedoch (noch) nicht treten können. Vorhandene Regelungen zur Unterstützung im Rahmen der praktischen Ausbildung können die Bedarfe in dieser Übergangsphase nicht auffangen. Deshalb untersucht das Regionale Kompetenzzentrum für innovative und gesunde Arbeit im Sozial- und Gesundheitswesen der Region Alb-Bodensee-Iller (KompIGA) Möglichkeiten der Kompensation. Im Rahmen qualitativer Interviews mit Führungskräften aus der professionellen Pflegepraxis (n=26) – und unterstützt durch Erkenntnisse aus einem narrativen Review – konnten Veränderungsbedarfe und -potenziale identifiziert werden. Unterstützung bieten können entsprechende Programme, die sich explizit an Personen in der Übergangsphase zur Pflegefachperson richten. Diese setzen neben innovativen Lehr-Lern-Methoden auf eine Verteilung von Zuständigkeiten in der Vermittlung von Wissen auf verschiedene Personen. In der Studie wurde eine erhebliche Diskrepanz zwischen internationalen Standards transitionsfokussierter Begleitung und der praktischen Realität werdender Pflegefachpersonen in Deutschland identifiziert. Strukturierte Programme zur Entwicklung von Entscheidungs- und Steuerungskompetenzen während der Übergangsphase fehlen weitestgehend, obwohl internationale Beispiele erfolgreiche Ansätze wie partizipative Übergangsprogramme und praxisnahe Szenarien demonstrieren. Als Alternative zu den ressourcenbegrenzten klassischen Betreuungsstrukturen wird der Einsatz erfahrener Pflegefachpersonen als Mentor/-innen für spezifische Kernkompetenzen vorgeschlagen, wobei eine umfassende Vorbereitung und organisationale Unterstützung zur Gewährleistung einer adäquaten Lernkultur essenziell sind.