BZPD - Bayerisches Zentrum Pflege Digital
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Die Anforderungen an werdende Pflegefachpersonen am Übergang in ihre verantwortliche Rolle zur Steuerung der Versorgung sind heute höher denn je. Mittels angepasster Ausbildungsverordnungen oder Gesetzesverfahren zum erweiterten Kompetenzeinsatz werden ihnen aktuell Türen geöffnet, durch die sie jedoch (noch) nicht treten können. Vorhandene Regelungen zur Unterstützung im Rahmen der praktischen Ausbildung können die Bedarfe in dieser Übergangsphase nicht auffangen. Deshalb untersucht das Regionale Kompetenzzentrum für innovative und gesunde Arbeit im Sozial- und Gesundheitswesen der Region Alb-Bodensee-Iller (KompIGA) Möglichkeiten der Kompensation. Im Rahmen qualitativer Interviews mit Führungskräften aus der professionellen Pflegepraxis (n=26) – und unterstützt durch Erkenntnisse aus einem narrativen Review – konnten Veränderungsbedarfe und -potenziale identifiziert werden. Unterstützung bieten können entsprechende Programme, die sich explizit an Personen in der Übergangsphase zur Pflegefachperson richten. Diese setzen neben innovativen Lehr-Lern-Methoden auf eine Verteilung von Zuständigkeiten in der Vermittlung von Wissen auf verschiedene Personen. In der Studie wurde eine erhebliche Diskrepanz zwischen internationalen Standards transitionsfokussierter Begleitung und der praktischen Realität werdender Pflegefachpersonen in Deutschland identifiziert. Strukturierte Programme zur Entwicklung von Entscheidungs- und Steuerungskompetenzen während der Übergangsphase fehlen weitestgehend, obwohl internationale Beispiele erfolgreiche Ansätze wie partizipative Übergangsprogramme und praxisnahe Szenarien demonstrieren. Als Alternative zu den ressourcenbegrenzten klassischen Betreuungsstrukturen wird der Einsatz erfahrener Pflegefachpersonen als Mentor/-innen für spezifische Kernkompetenzen vorgeschlagen, wobei eine umfassende Vorbereitung und organisationale Unterstützung zur Gewährleistung einer adäquaten Lernkultur essenziell sind.
Introduction
The digital transformation has substantially altered the competencies required of public health professionals. In Germany, digital public health (DiPH) content is inconsistently integrated into public health degree programs, reflecting the absence of a unified educational framework. To address this gap, this study aimed to establish expert consensus on core teaching content for a DiPH curriculum tailored to public health education in Germany.
CrossCare adressiert Herausforderungen grenzüberschreitender Pflegeversorgung am Beispiel der Region Bayern–Tirol. Der Beitrag zeigt, wie Community Nursing zu einer systemübergreifenden Koordinationsfunktion weiterentwickelt werden kann, um Versorgungsbrüche zu reduzieren und Kontinuität zu stärken. Dabei werden strukturelle Barrieren sichtbar und Perspektiven für eine evidenzbasierte Weiterentwicklung integrierter Versorgung aufgezeigt.
This paper explores how participatory reflection and knowledge sharing on the usage of Participatory Design (PD) and co-creation approaches can be enabled across distributed health-IT research consortia. Based on qualitative data from an Accompanying Research Project (ARP) in a national funding program on hybrid healthcare systems in Germany, we examine how thinking about using, attitudes towards, and research practices of PD can be supported beyond the project level – through infrastructuring practices that foster connection, reflection, and mutual learning across institutional boundaries. Rather than engaging in PD directly, the ARP operated as a sparring partner: a reflexive actor who facilitated meta-level dialogue, questioned assumptions, and created spaces for cross-project resonance. Through informal relational infrastructures the ARP extended the so-called "third space" of PD into a networked context, supporting agonistic reflection and shared methodological inquiry across diverse domains. Our findings contribute to ongoing discussions in PD about how to sustain participation under conditions of scale, fragmentation, and governance pressure. We argue that enabling participation in such contexts requires not only methodological guidance, but also new supportive roles and reflexive infrastructures that maintain the conditions for epistemic negotiation. By conceptualising the sparring partner as a novel role within PD ecosystems, this paper offers both theoretical and practical insights into how participatory reflection can be infrastructured across complex, multi-actor settings.
Vital-sign-based biometric authentication enables continuous and unobtrusive identity verification in healthcare using signals like ECG and PPG. To support systematic analysis of diverse application scenarios, this paper presents a taxonomy comprising 16 dimensions and 46 characteristics. Developed iteratively through literature review and use case classification, the taxonomy enables clear comparison and design guidance for biometric systems. The result is a practical framework for researchers and developers to evaluate and apply biometric authentication technologies across various healthcare contexts.
Dieses Arbeitspapier beschäftigt sich mit den wissenschaftlichen Wirkungen transdisziplinärer und partizipativer Forschung. Es wurde in einer Teilgruppe der AG Wirkung der Gesellschaft für transdisziplinäre und partizipative Forschung (GTPF) erarbeitet.
Ziel des Papiers ist es, das Verständnis wissenschaftlicher Wirkungen transdisziplinärer und partizipativer Forschung zu erweitern und einen Impuls zu setzen für ein breites Wirkungsverständnis. Herkömmliche Indikatoren der Wirkungsmessung erfassen meist nur einen kleinen der Veränderungen, die diese Forschungsmodi bewirken können. Das dem Arbeitspapier zugrunde liegende Wirkungsverständnis umfasst sowohl die Auswirkungen transdisziplinärer und partizipativer Forschung auf die Forschungspraxis als auch die Wirkungen transdisziplinärer und partizipativer Forschung auf das Wissenschaftssystem.
Begleitung von Behördengängen, Hilfe bei der Suche nach Beratungsstellen, Bewältigung von pflegerischen Aufgaben - wenn der Unterstützungsbedarf steigt, stellen sich für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen viele Fragen: wo gibt es passende Unterstützungsangebote? Welche Leistungen können beantragt werden? Und wie geht man mit körperlichen Einschränkungen um? Digitale Informationsangebote können niedrigschwellige Antworten auf diese Fragen geben, werden bisher aber noch selten genutzt. Im Rahmen eines Forschungsprojekts in Kooperation mit dem Medizinischen Dienst Bayern (MD Bayern) wurde untersucht, ob digitale Informations- und Unterstützungsangebote bei Pflegebedürftigen und deren Angehörigen bekannt sind und wieweit sie auf entsprechende Angebote zu Beginn der Pflege aufmerksam gemacht werden können.
Aufgrund ihres genuinen Fokus auf die Gesunderhaltung der Bevölkerung handelt es sich bei der Public Health um eine im Kern transformationsorientierte Disziplin in zweifacher Hinsicht. Einerseits zielt sie – im Sinne der Transformationsforschung (Wittmayer/Hölscher 2017) – auf das für eine Veränderung bestehender Ausgangslagen notwendige, miteinander eng verbundene System-, Ziel- und Transformationswissen. Im Kontext von Systemwissen geht es darum, neben bestehenden gesundheitsbezogenen Determinanten und Bedarfen auch Hürden und Potenziale für eine Veränderung der Gesundheit abträglicher Ausgangslagen zu identifizieren. Darauf aufbauend beinhaltet das Zielwissen hinsichtlich bestehender Bedarfe sowohl den größeren normativen Zielhorizont gewünschter Veränderung als auch daraus ableitbare und praktisch umsetzbare Vorschläge und Initiativen für Veränderungen.
This paper explores the use of Qualitative Pretest Interviews (QPIs) to refine the IT questionnaire module for the 10th wave of the Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe (SHARE). The study aimed to improve question clarity and validity by identifying respondent misunderstandings and to adapt the QPI method for large-scale, multinational surveys. An in-house team conducted 17 interviews with adults aged 50 and older, focusing on device access, online activities, and digital literacy. Analysis revealed ambiguities in question wording and response categories, leading to targeted revisions—such as clarifying definitions, adding examples, and simplifying response options—while balancing the need for longitudinal comparability. The findings highlight the effectiveness of QPIs in enhancing questionnaire quality and address challenges like sample diversity, interviewer training, and cross-cultural adaptability, offering insights for future survey development.