Fakultät Soziales und Gesundheit
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Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen stehen nach Abschluss der medizinischen Rehabilitation häufig vor langfristigen Herausforderungen der sozialen Reintegration und gesellschaftlichen Teilhabe. Neben körperlichen und kognitiven Einschränkungen bestehen auch psychosoziale Belastungen für Betroffene und ihre Angehörigen. Niedrigschwellige, gemeindenahe Unterstützungsangebote sind in der Langzeitnachsorge bislang nur begrenzt verfügbar. Der gemeinnützige Verein Phoenix Freising e.V. hat mit der „Phoenix-OASE“ eine Begegnungsstätte geschaffen, die Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen durch psychosoziale Begleitung, soziale Begegnung und alltagsnahe Aktivitäten unterstützt. Ziel ist die Förderung von Selbstbestimmung, sozialer Teilhabe und Lebensqualität der Betroffenen sowie die Entlastung pflegender Angehöriger.
Ziel der Studie ist die Evaluation der Begegnungsstätte hinsichtlich ihrer Bedeutung für die Lebensqualität der Gäste sowie für das Belastungsempfinden pflegender Angehöriger. Untersucht wird, wie das Angebot im Alltag erlebt wird und welche Veränderungen sich durch die regelmäßige Nutzung ergeben.
Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und steigender Prävalenzen von Demenzerkrankungen gewinnen niedrigschwellige, sozialraumorientierte Unterstützungsangebote zunehmend an Bedeutung. Sog. Auszeithöfe stellen hierbei ein innovatives Konzept dar, das stundenweise Betreuungsangebote für ältere Menschen und Menschen mit Pflegebedarf auf landwirtschaftlichen Betrieben ermöglicht. Ziel des Beitrags ist es, erste empirische Erkenntnisse zum Konzept der Auszeithöfe und dessen Potenzial für eine demenzsensible Versorgung im ländlichen Raum zu analysieren.
Einleitung
Die Sturzprävention im häuslichen Umfeld gewinnt angesichts steigender Pflegebedürftigkeit an Bedeutung (BMG, 2022). „BeStärken+“ qualifiziert Alltagsbegleitende (AB) zu evidenzbasierten Bewegungs- und Aktivierungsübungen, die diese alltagsintegriert mit Pflegebedürftigen (PB) umsetzen. Ziel ist der Erhalt der Selbstständigkeit, Steigerung des Wohlbefindens und ein reduziertes Sturzrisiko der PB.
Methode
Die Prä Post Studie wurde im Eingruppendesign durchgeführt. Die Datenerhebung erfolgte telefonisch mittels standardisierter und selbst entwickelter Items zu Sturzereignissen sowie offener Fragen zu (un)erwünschten Veränderungen. Erfasst wurden vier Messzeitpunkte: t0 (Interventionsbeginn), t1 (8 Wochen), t2 (16 Wochen) und t3 (24 Wochen). Eingeschlossen wurden 61 ABs (97 % w; 40 65 J. 72 %; 62 % ehrenamtlich), die jeweils eine PB unterstützten (70 % w; 75 94 J. 76 %). Die Analyse der wiederholt erhobenen binären Sturzereignisse erfolgte mittels Generalized Estimating Equations (GEE) mit binomialer Verteilung und Logit-Link. Als Kovariaten wurden die motorische Selbstständigkeit (motorischer Functional Independence Measure, FIM), der Frailty-Status (Groningen Frailty Indicator, GFI) sowie kognitive Einschränkungen (Informant Questionnaire on Cognitive Decline in the Elderly, IQCODE) berücksichtigt. Ergänzend erfolgten deskriptive Auswertungen der offenen Angaben zu (un)erwünschten Veränderungen.
Ergebnisse
Die GEE-Analyse zeigte einen signifikanten Zeiteffekt auf die Wahrscheinlichkeit eines Sturzereignisses (Wald-χ² = 12,68; p = 0,005). Die Prävalenz berichteter Sturzereignisse verringerte sich von 28 % zu Interventionsbeginn auf 7 % nach acht bzw. 16 Wochen und lag nach 24 Wochen bei 19 %. Für die Kovariaten FIM, GFI und IQCODE ergaben sich keine signifikanten Effekte. Als unerwünschtes Ereignis gaben ABs häufig eine zeitweise Überforderung der PBs an. Wohingegen als positive Veränderung von einem verbesserten Gangbild, einer gesteigerten Mobilität sowie einer Erweiterung des sozialen Aktivitätsradius berichtet wurde.
Diskussion
Die Ergebnisse zeigen, dass die im Rahmen von BeStärken+ durch geschulte Alltagsbegleitende angeleiteten und in den Alltag integrierten Bewegungsübungen potenziell zur Senkung von Sturzereignissen bei pflegebedürftigen Personen beitragen können, wobei u.a. saisonale Einflüsse zu berücksichtigen sind. Durch die strukturierte Anleitung tragen Alltagsbegleitende indirekt zur Förderung der Lebensqualität und zur Stärkung der ambulanten Versorgungsstrukturen bei. Das praxisnahe Konzept erreicht zudem Zielgruppen, die klassische Präventionsangebote bislang nur eingeschränkt wahrnehmen.
Literatur
Bundesministerium für Gesundheit (2022). Stürze bei älteren Menschen: Vorbeugung durch Bewegung. Zugriff am 25.02.2026 unter https://gesund.bund.de/stuerze-aeltere-menschen?utm_source=chatgpt.com
Little is known about the role of cross-sectoral companionship (CSC) at hospital discharge or transfer to another facility/department and subsequent delirium incidence in older adults. We aimed to identify predictors of optimal CSC, and to evaluate its association with delirium incidence after discharge/transfer in this population.
Aus dem Maschinenraum der Transformation: Transformationserleben der Beschäftigten bei Volkswagen
(2026)
Dieses Open-Access-Buch bietet einen tiefen Einblick in die duale Transformation von Digitalisierung und Elektromobilität, wie sie bei Volkswagen erlebt und gestaltet wird. Es beleuchtet die Herausforderungen und Chancen, die sich für Beschäftigte und Unternehmen in diesem dynamischen Wandel ergeben, und zeigt auf, wie Transformation nicht nur passiv hingenommen, sondern aktiv gestaltet werden kann.
In den Kapiteln werden zentrale Konzepte wie Transformationserleben, Transformationsressourcen und Transformationsbereitschaft detailliert untersucht. Fragen wie "Wie erleben Beschäftigte die Transformation?" und "Welche Potenziale und Hürden gibt es bei der Weiterbildung?" werden anhand von qualitativen und quantitativen Daten beantwortet. Die Studie zeigt, dass Wandel als Normalität empfunden wird und dass Vertrauen in die handelnden Akteure ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Transformation ist.
Dieses Buch richtet sich an Forscher, Wissenschaftler und Fachleute, die sich mit den Themen Digitalisierung, Elektromobilität und Arbeitsmarkttransformation beschäftigen. Es bietet wertvolle Erkenntnisse und praxisnahe Empfehlungen, die helfen, die duale Transformation erfolgreich zu gestalten. Leser mit einem Hintergrund in Arbeitssoziologie, Personalentwicklung oder Unternehmensführung werden von den detaillierten Analysen und den aufgezeigten Lösungsansätzen profitieren. Sie lernen, wie sie die Transformationsbereitschaft ihrer Belegschaft fördern und die vorhandenen Ressourcen optimal nutzen können, um den Wandel aktiv zu gestalten.
Der Übergang ins Fernstudium ist für Studienbeginnende mit besonderen Herausforderungen verbunden, da Interaktion und Beziehungsgestaltung ausschließlich digital und ohne physische Präsenz stattfinden. Der Beitrag analysiert auf Basis eines Scoping Reviews im Rahmen des Forschungsprojekts TiDE soziale Praktiken, die Studierende und Lehrende im digitalen Raum zeigen, um Zugehörigkeit, Gemeinschaft und Partizipation zu ermöglichen. Geeignete Praktiken haben das Potenzial, soziale Grundbedürfnisse zu erfüllen, Studienzufriedenheit zu erhöhen und den Studienerfolg zu fördern – vorausgesetzt, entsprechende Räume und Gelegenheiten werden geschaffen und aktiv genutzt. Abschließend werden praxisnahe Empfehlungen zur Gestaltung solcher Ermöglichungsräume gegeben.
Die Zahl der Apotheken, die auf maschinell produzierte Karten- und Becherblister setzen, hat zuletzt deutlich zugenommen. Die Anschaffung eines solchen Verblisterungsautomaten rechnet sich ab 500 – 1.000 wöchentlich versorgten Patienten. Laut einer aktuellen Befragung stehen für die Apotheker vor allem Produktivitätskriterien im Fokus. Die Zukunft der maschinellen Verblisterung bewerten sie positiv und planen den Ausbau dieses Geschäftsfelds.
Diskriminierungserfahrungen stellen eine zentrale Herausforderung für gesellschaftliche Teilhabe, Chancengleichheit und sozialen Zusammenhalt dar. Während für Deutschland mittlerweile umfangreiche Erkenntnisse zu Diskriminierungserfahrungen auf Bundesebene vorliegen, existieren auf kommunaler Ebene bislang vergleichsweise wenige empirische Untersuchungen. Die vorliegende Studie untersucht daher Ausmaß, Merkmale, Kontexte und Folgen von Diskriminierungserfahrungen in der Stadt Kempten (Allgäu).
Grundlage der Untersuchung bildet eine mehrsprachige Online-Befragung, die zwischen September 2023 und Januar 2024 durchgeführt wurde. Insgesamt wurden 231 gültige Fälle in die Analyse einbezogen. Die Befragung erfasste Diskriminierungserfahrungen, Diskriminierungsmerkmale, betroffene Lebensbereiche, Reaktionsmuster sowie Zusammenhänge mit Lebenszufriedenheit, Institutionenvertrauen und Sicherheitsgefühl.
Die Ergebnisse zeigen, dass 42 Prozent der Befragten innerhalb der vergangenen zwei Jahre Diskriminierungserfahrungen in Kempten berichtet haben. Besonders häufig wurden Diskriminierungen aufgrund der Herkunft, des Geschlechts, der Migrationsgeschichte, eines geringen Einkommens sowie der Hautfarbe genannt. Die berichteten Erfahrungen treten insbesondere im Bildungsbereich, auf dem Wohnungsmarkt, im Arbeitsleben sowie im Kontakt mit Behörden und Sicherheitsinstitutionen auf. Eine logistische Regressionsanalyse weist darauf hin, dass Frauen, Personen mit Migrationsgeschichte sowie Personen, die sich als People of Color bezeichnen, ein signifikant erhöhtes Risiko aufweisen, von Diskriminierungserfahrungen zu berichten.
Darüber hinaus zeigen die Ergebnisse, dass Diskriminierungserfahrungen mit geringerer Lebenszufriedenheit, geringerem Institutionenvertrauen sowie einem reduzierten Sicherheits- und Schutzgefühl in der Stadt Kempten einhergehen. Betroffene berichten häufiger von Vermeidungsstrategien, Rückzugstendenzen und der Sorge, erneut diskriminiert zu werden. Die Befunde verdeutlichen damit, dass Diskriminierung nicht ausschließlich individuelle Auswirkungen besitzt, sondern auch gesellschaftliche Teilhabeprozesse, Zugehörigkeitsgefühle und das Vertrauen in öffentliche Institutionen beeinflussen kann.
Die Studie liefert erstmals eine empirische Bestandsaufnahme von Diskriminierungserfahrungen in der Stadt Kempten (Allgäu). Die Ergebnisse können als Grundlage für die Weiterentwicklung kommunaler Antidiskriminierungsarbeit dienen und Impulse für die Förderung von Chancengleichheit, Teilhabe und gesellschaftlichem Zusammenhalt auf lokaler Ebene geben.
In this paper, we investigate the term ‘mindset’, which is increasingly being used in business contexts in the German-speaking business world. We explore both its theoretical origins and the current discourse around it in academic and trade publications focusing on the German management discourse. In conclusion, we present a tentative critique of the ideology underpinning the concept of mindset.