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Einleitung
Die Sturzprävention im häuslichen Umfeld gewinnt angesichts steigender Pflegebedürftigkeit an Bedeutung (BMG, 2022). „BeStärken+“ qualifiziert Alltagsbegleitende (AB) zu evidenzbasierten Bewegungs- und Aktivierungsübungen, die diese alltagsintegriert mit Pflegebedürftigen (PB) umsetzen. Ziel ist der Erhalt der Selbstständigkeit, Steigerung des Wohlbefindens und ein reduziertes Sturzrisiko der PB.
Methode
Die Prä Post Studie wurde im Eingruppendesign durchgeführt. Die Datenerhebung erfolgte telefonisch mittels standardisierter und selbst entwickelter Items zu Sturzereignissen sowie offener Fragen zu (un)erwünschten Veränderungen. Erfasst wurden vier Messzeitpunkte: t0 (Interventionsbeginn), t1 (8 Wochen), t2 (16 Wochen) und t3 (24 Wochen). Eingeschlossen wurden 61 ABs (97 % w; 40 65 J. 72 %; 62 % ehrenamtlich), die jeweils eine PB unterstützten (70 % w; 75 94 J. 76 %). Die Analyse der wiederholt erhobenen binären Sturzereignisse erfolgte mittels Generalized Estimating Equations (GEE) mit binomialer Verteilung und Logit-Link. Als Kovariaten wurden die motorische Selbstständigkeit (motorischer Functional Independence Measure, FIM), der Frailty-Status (Groningen Frailty Indicator, GFI) sowie kognitive Einschränkungen (Informant Questionnaire on Cognitive Decline in the Elderly, IQCODE) berücksichtigt. Ergänzend erfolgten deskriptive Auswertungen der offenen Angaben zu (un)erwünschten Veränderungen.
Ergebnisse
Die GEE-Analyse zeigte einen signifikanten Zeiteffekt auf die Wahrscheinlichkeit eines Sturzereignisses (Wald-χ² = 12,68; p = 0,005). Die Prävalenz berichteter Sturzereignisse verringerte sich von 28 % zu Interventionsbeginn auf 7 % nach acht bzw. 16 Wochen und lag nach 24 Wochen bei 19 %. Für die Kovariaten FIM, GFI und IQCODE ergaben sich keine signifikanten Effekte. Als unerwünschtes Ereignis gaben ABs häufig eine zeitweise Überforderung der PBs an. Wohingegen als positive Veränderung von einem verbesserten Gangbild, einer gesteigerten Mobilität sowie einer Erweiterung des sozialen Aktivitätsradius berichtet wurde.
Diskussion
Die Ergebnisse zeigen, dass die im Rahmen von BeStärken+ durch geschulte Alltagsbegleitende angeleiteten und in den Alltag integrierten Bewegungsübungen potenziell zur Senkung von Sturzereignissen bei pflegebedürftigen Personen beitragen können, wobei u.a. saisonale Einflüsse zu berücksichtigen sind. Durch die strukturierte Anleitung tragen Alltagsbegleitende indirekt zur Förderung der Lebensqualität und zur Stärkung der ambulanten Versorgungsstrukturen bei. Das praxisnahe Konzept erreicht zudem Zielgruppen, die klassische Präventionsangebote bislang nur eingeschränkt wahrnehmen.
Literatur
Bundesministerium für Gesundheit (2022). Stürze bei älteren Menschen: Vorbeugung durch Bewegung. Zugriff am 25.02.2026 unter https://gesund.bund.de/stuerze-aeltere-menschen?utm_source=chatgpt.com
Little is known about the role of cross-sectoral companionship (CSC) at hospital discharge or transfer to another facility/department and subsequent delirium incidence in older adults. We aimed to identify predictors of optimal CSC, and to evaluate its association with delirium incidence after discharge/transfer in this population.
Das Konzept der Auszeithöfe erschließt landwirtschaftliche Betriebe als niedrigschwellige, ressourcenorientierte Betreuungsorte für hochbetagte Menschen mit Unterstützungsbedarf sowie für Menschen mit Demenz. Im Rahmen stundenweiser Betreuungsangebote erleben die Teilnehmenden auf den Bauernhöfen sinnstiftende, naturnahe und gemeinschaftliche Aktivitäten, die Selbstwirksamkeit, soziale Teilhabe und Lebensqualität fördern. Gleichzeitig werden pflegende Angehörige entlastet und landwirtschaftlichen Betrieben neue Perspektiven der Einkommensdiversifizierung und gesellschaftlichen Mitverantwortung eröffnet.
Zur nachhaltigen Weiterentwicklung und strukturellen Verankerung der Auszeithöfe wird am Institut für Gesundheit und Generationen (IGG) der Hochschule Kempten eine bayernweite Koordinierungsstelle aufgebaut. Diese bündelt zentrale Aufgaben in den Bereichen Konzeptentwicklung, Qualitätsmanagement, Angebotsgestaltung, Schulung, Beratung und Finanzierung. Ziel ist es, landwirtschaftliche Betriebe systematisch für die Durchführung alters- und demenzsensibler Betreuungsangebote zu qualifizieren, Qualitätsstandards zu etablieren und die Höfe in bestehende pflegerische Versorgungsstrukturen einzubinden.
Purpose
Geriatric rehabilitation (GR) is a key component of integrated care for older adults. This study aims to outline the current state of geriatric rehabilitation in the DACH region, highlighting national differences, comparing structural frameworks, and assessing the implementation of the European consensus statement and WHO recommendations.
Das Kapitel thematisiert zentrale Herausforderungen an den Schnittstellen der ambulanten Pflege und beleuchtet insbesondere die Zusammenarbeit zwischen Pflegediensten, hausärztlichen Praxen, Apotheken, therapeutischen Berufsgruppen, Krankenkassen sowie weiteren Akteuren des Gesundheitssystems. Im Fokus stehen organisatorische, kommunikative und administrative Prozesse, die für die Koordination der häuslichen Versorgung erforderlich sind und häufig durch medienbruchbehaftete Dokumentations- und Informationswege geprägt sind.
Es wird aufgezeigt, dass fragmentierte Kommunikationsstrukturen, analoge Arbeitsabläufe und unzureichend abgestimmte Prozesse zu erhöhtem Verwaltungsaufwand, Verzögerungen im Informationsfluss und potenziellen Versorgungsrisiken führen können. Vor diesem Hintergrund werden digitale Technologien und vernetzte Dokumentationssysteme als mögliche Ansatzpunkte zur Verbesserung der interprofessionellen Zusammenarbeit und zur Optimierung von Arbeitsabläufen diskutiert. Gleichzeitig wird betont, dass eine erfolgreiche Digitalisierung nicht allein eine technische Frage darstellt, sondern auch die Entwicklung digitaler Kompetenzen sowie organisationale Veränderungsprozesse innerhalb ambulanter Pflegedienste erfordert. Der Beitrag verdeutlicht somit die Bedeutung eines systematischen Schnittstellenmanagements für die Qualität und Effizienz der häuslichen Versorgung.
Entlastung in der Physiotherapie? BeStärken+ als gesundheitsfördernder Ansatz in der Regelversorgung
(2026)
Die Zahl Pflegebedürftiger (PB), die im häuslichen Umfeld versorgt und therapeutisch betreut werden, steigt. Aufgrund des zunehmenden Fachkräftemangels kann der wachsende Bedarf nicht vollständig gedeckt werden. In der Regelversorgung verankerte Alltagsbegleitende (AB), die Aktivitäten zur Unterstützung im Alltag (AUA) durchführen, könnten im Sinne eines gesundheitsfördernden Ansatzes unterstützen. Im Projekt „BeStärken+“ (Bewegen und Stärken: Gesundheitsförderung in der Alltagsbegleitung) werden AB zu evidenzbasierten Aktivitäten, u.a. Bewegungsübungen, fortgebildet, die sie anschließend mit PB zu Hause umsetzen, um deren Wohlbefinden und Selbstständigkeit zu fördern.
Fragestellung:
1. Welche Kompetenzen und Herangehensweisen benötigen AB, um Bewegungsförderung zu unterstützen?
2. Wie bewerten Sie Qualität und Lerntransfer der BeStärken+Fortbildung zur Praxis?
3. Wie hoch sind die Umsetzungsbereitschaft und -möglichkeiten?
Material und Methodik:
Die Prä-Post-Machbarkeitsstudie mit Eingruppen-Design gliedert sich in Vor- und noch laufende Hauptstudie. 168 AB nahmen an der 8-UE-Präsenzfortbildung zu Bewegungsaktivitäten, Psychosoziales und Ernährung teil, davon 69 als Studienteilnehmende. Neun AB wurden in der Vorstudie mit einem leitfadengestützten Interview nach der Fortbildung (t0), nach vier (t1) und acht Wochen (t2) interviewt. Die Auswertung erfolgte mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring. Für die Hauptstudie liegen Daten von 53 AB aus telefonischen Fragebogenerhebungen (t0) vor. Untersucht wurden Barrieren und Gelingensfaktoren der Fortbildungsumsetzung, berufsbezogene Selbstwirksamkeit (4-stufig; 1=stimmt gar nicht – 4=stimmt genau), Lerntransfer, Motivation und Fortbildungsqualität (5-stufig; 1=stimme überhaupt nicht zu – 5=stimme völlig zu). Ergebnisse: Bewegungsförderung gelingt bei ganzheitlicher, individueller und einfühlsamer Herangehensweise unter Einbeziehung und Motivation der PB. AB zeigen eine hohe berufliche Selbstwirksamkeit (MW=3,4-3,8; SD=0,4-0,6), Motivation (MW=4,2-4,6; SD=0,6-1,2), Umsetzungsbereitschaft (MW=4,0-4,5; SD=0,7-1,1) mit Anwendungsmöglichkeit (MW=3,6; SD=1,2). Die Fortbildung hatte eine hohe Qualität (MW=4,3-4,8; SD=0,6-0,9).
Zusammenfassung:
BeStärken+qualifiziert Alltagsbegleitende zur Gesundheitsförderung bei Pflegebedürftigen zu Hause. Die Ergebnisse zeigen eine hohe Umsetzungsbereitschaft, Selbstwirksamkeit und Nutzen durch eine einfühlsame, individuelle Herangehensweise.
BeStärken+als gesundheitsfördernder Ansatz von Pflegebedürftigen in der ambulanten Regelversorgung
(2025)
Die Zahl Pflegebedürftiger (PB), die im häuslichen Umfeld versorgt und therapeutisch betreut werden, steigt. Aufgrund des zunehmenden Fachkräftemangels kann der wachsende Bedarf nicht vollständig gedeckt werden. In der Regelversorgung verankerte Alltagsbegleitende (AB), die Aktivitäten zur Unterstützung im Alltag (AUA) durchführen, könnten im Sinne eines gesundheitsfördernden Ansatzes unterstützen. Im Projekt „BeStärken+“ (Bewegen und Stärken: Gesundheitsförderung in der Alltagsbegleitung) werden AB zu evidenzbasierten Aktivitäten, u.a. Bewegungsübungen, fortgebildet, die sie anschließend mit PB zu Hause umsetzen, um deren Wohlbefinden und Selbstständigkeit zu fördern.
Die systemische Soziale Arbeit orientiert sich an einer ganzheitlichen Perspektive und basiert auf mehreren Grundsätzen, die insbesondere die Beratung von und Kommunikation mit Klientinnen und Klienten prägen. Dazu zählen unter anderem: Ressourcenorientierung, Lösungs- und Zielorientierung, Anerkennung von Autonomie, Zirkularität und Kontextualität. Im Studium oder in Weiterbildungen werden systemische Frage- und Gesprächstechniken gelehrt und in Rollenspielen erprobt. Damit werden zwar wichtige Grundsteine gelegt, jedoch mangelt es häufig an wiederholtem Training, das notwendig ist, um die Kommunikationstechniken wirksam zu verinnerlichen. Im Vortrag sollen Möglichkeiten des Einsatzes von KI-gestütztem Kommunikationstraining vorgestellt – und deren Chancen und Risiken diskutiert werden.
Introduction
Cognitive impairment is considered a challenge in medication management for both the affected patient as well as their caregiver. Numerous studies have investigated interventions aiming to improve medication therapy safety in this population; however, there is insufficient knowledge on interventions which support patients and caregivers effectively. The aim of this systematic review is to (1) identify interventions to improve medication therapy safety in older patients with cognitive impairment, and (2) to evaluate their effectiveness.
Methods and analysis
We will conduct a systematic review of literature with participatory elements of public involvement in every step of the process. Five literature databases (PubMed, CENTRAL, Embase, PsycINFO and CINAHL) will be screened to identify interventions to improve medication therapy safety in older (≥65 years of age) adults with cognitive impairment. To support methodology and evidence synthesis, we will conduct expert panel discussions as well as focus group discussions of caregivers and healthcare professionals. Study selection, data extraction and bias assessment will be conducted independently by two reviewers. For data synthesis, studies will be organised by setting (eg, community setting, hospital setting, nursing home setting).
Der Vortrag von Prof. Dr. Hanne Detel untersucht die Zukunft des Journalismus im digitalen Zeitalter und nimmt dabei Bernhard Pörksens Konzept der „redaktionellen Gesellschaft“ als Ausgangspunkt. Diese von Pörksen entwickelte Vision beschreibt eine Öffentlichkeit, in der journalistische Normen und Prinzipien zu grundlegenden Orientierungsrahmen gesellschaftlicher Kommunikation werden. Darauf aufbauend leitet Detel zentrale Aufgaben für den Journalismus ab: die Sicherung relevanter und verlässlicher Informationen, die transparente Offenlegung journalistischer Prozesse („Gatereporting“) sowie die Stärkung dialogischer Formen, die die wechselseitigen Erwartungen zwischen Journalist*innen und Publikum ernst nehmen. Anhand empirischer Beispiele aus ihrer Forschung zeigt sie, wie Interaktionen mit dem Publikum redaktionelle Praxis verändern können. Abschließend betont der Vortrag die neue Rolle von Journalist*innen, journalistische Kompetenzen breit in der Gesellschaft zu verankern, um Medienmündigkeit als Bürgerkompetenz zu fördern und Verantwortung im digitalen Raum gemeinsam zu tragen.