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Das kreative Problemlösen ist ein wesentlicher Bestandteil des Ingenieurwesens. Ingenieurinnen und Ingenieure sind mit ihrer Kreativität wirksame Innovationstreiber in Unternehmen. Zwar lösen sie auch wohlstrukturierte Probleme mit der Hilfe von Algorithmen. Aber einen Großteil ihrer Zeit verwenden sie auf schlechtstrukturierte Probleme, die meist nur durch die Anwendung heuristischer Kreativitätstechniken lösbar sind. Der vorliegende Beitrag versteht Ingenieurkreativität als domänen-spezifische Form der Kreativität und stellt einen Test zur Messung der Ingenieurkreativität (TZMI) vor, der auf Basis dieser Annahme entwickelt wurde. Der TZMI besteht aus drei Arten von schlechtstrukturierten Problemen, die neben rein divergenten Aufgaben auch erfinderische Widersprüche und funktionale Fixierung umfassen und die darüber hinaus technisches Wissen beim Teilnehmenden voraussetzen. Es werden erste empirische Ergebnisse des Tests von wissenschaftlichen Mitarbeitenden und Master-Studierenden vorgestellt. Die Ergebnisse zeigen, dass der Test in sich plausibel erscheint und den Studierenden die Gelegenheit gibt, ihr eigenes Kreativitätsniveau zu reflektieren und ihre kreativen Fähigkeiten zu verbessern.
Die Energiewende erfordert eine tiefgreifende Umstellung des Wärmesektors, der in Deutschland etwa die Hälfte des Endenergieverbrauchs verursacht und noch immer stark auf fossile Energieträger angewiesen ist. Hybride Wärmeerzeugungssysteme, die konventionelle und erneuerbare Quellen wie Blockheizkraftwerke, Wärmepumpen und Solarthermie integrieren, gelten als vielversprechender Lösungsansatz. Ihre steigende Komplexität stellt jedoch hohe Anforderungen an das Energiemanagement. Diese Dissertation untersucht, inwieweit eine datenbasierte modellprädiktive Regelung (engl. Model Predictive Control, MPC) zur Optimierung des Betriebs solcher Systeme in einem Niedertemperatur-Nahwärmenetz beitragen kann.
Kern der Arbeit ist die Entwicklung von Approximationsmodellen und deren Einbindung in eine MPC, die automatisiert und prädiktiv die Fahrweise der Erzeuger steuert. Die Umsetzung erfolgt zunächst in einem Simulationsumfeld, anschließend im Reallabor. Dabei wird neben einer monokriteriellen Optimierung hinsichtlich Betriebskosten und Emissionen sowie einer multikriteriellen Optimierung beider Zielgrößen auch ein kombiniertes Offline-/Online-Optimierungskonzept betrachtet, bei dem am Vortag ein optimaler Fahrplan erstellt und am Erfüllungstag in Echtzeit angepasst wird.
Die Ergebnisse zeigen, dass die MPC im Simulationsumfeld eine flexible, preis- und emissions-sensitive Betriebsweise ermöglicht. Im Reallabor konnten diese Erfolge jedoch nur zum Teil repliziert werden, insbesondere aufgrund von Prognoseunsicherheiten sowie technischen Restriktionen und Unzulänglichkeiten beim Betrieb einzelner Systemkomponenten. Als Erkenntnisse folgen daraus die Notwendigkeit eines robusten MPC-Designs, einer für sie aktuellen und relevanten Datenbasis sowie einer kontinuierlichen Modellpflege.
Die entwickelten Methoden sind grundsätzlich auf andere hybride Wärmenetze übertragbar, erfordern jedoch eine anlagenspezifische Anpassung. Die Arbeit liefert damit praxisnahe Erkenntnisse für die Planung und Regelung nachhaltiger Wärmesysteme im Kontext der Transformation des Energiesystems.
Vor dem Hintergrund zunehmender Mediennutzung bei Heranwachsenden, der Präsenz rassismusrelevanter Inhalte in digitalen Medien sowie ihres Einflusses auf die gesellschaftlichen und damit auch schulischen Strukturen, zielt die vorliegende Arbeit darauf ab, die Bedeutung einer rassismuskritischen Medienbildung an Schulen herauszuarbeiten. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Wie kann schulische Medienpädagogik im Sinne einer rassismuskritischen Medienbildung dazu beitragen, Schüler:innen zu einem reflektierten Umgang mit Rassismus in digitalen Medien zu befähigen? Dazu wird zunächst dargelegt, weshalb die Verbindung von Medienbildung und Rassismuskritik notwendig ist und es wird ein theoretisch-konzeptionelles Modell dieser Verbindung entwickelt. Auf dieser Grundlage soll verdeutlicht werden, in welchen Kompetenzen und auf welche Weise Schüler:innen durch rassismuskritische Medienbildung befähigt werden können, um rassistische Inhalte zu erkennen und kritisch-reflexiv damit umzugehen.
Zum Zeitpunkt der Abgabe dieser Arbeit ist das Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 zwei Jahre, zwei Monate und zehn Tage her. Auch wenn alle lebenden Geiseln freigelassen worden sind und ein Waffenstillstand in Kraft getreten ist, sind die Folgen noch deutlich spürbar; das Leben jüdischer Menschen in Israel und in Europa hat sich verändert. In dieser Arbeit soll untersucht werden, wie sich das Massaker der Hamas für sie angefühlt hat und wie sie damit umgehen.
Grundlage dafür sind zwei künstlerische Werke, die kurz nach dem 7. Oktober 2023 entstanden sind und diesen Zeitraum auch erzählen. Mit der Methode der qualitativen Inhaltsanalyse werden diese hinsichtlich der Fragestellung und deren künstlerischen Umsetzung vergleichend ausgewertet. Das Theaterstück „Wie man nach einem Massaker humanistisch bleibt in 17 Schritten“ (2023) der israelischen Dramaturgin Maya Arad Yasur beschreibt die Gefühle und Umgangsweisen mit dem Tag des Massakers und kurz danach aus der Perspektive einer Mutter. Auch Ofer Waldman ist Israeli: in dem autofiktionalen Briefwechsel „Gleichzeit. Briefe zwischen Israel und Europa“ (2024) tauscht er sich gemeinsam mit Sasha Marianna Salzmann über das Leben und den Alltag nach dem Angriff aus. Ihre Briefe sind zwischen Oktober 2023 und Januar 2024 entstanden. Daher betrachtet diese Arbeit die beiden Werke aus den Blickwinkeln dieses Zeitraums, auch wenn sich die gesellschaftliche Situation seitdem weiterentwickelt hat.
This master’s thesis examines the experiences of migrant women in transit toward the United States, focusing on collective care as a central political and relational practice in the struggle for a livable life. Situated within feminist, decolonial, and necropolitical frameworks, the study analyzes how contemporary migration regimes, shaped by neoliberal, patriarchal, colonial, and racialized power structures, produce conditions of violence, disposability, and forced precarity across the Americas.
Based on feminist and qualitative research, including an autoethnographic positioning, participant observation and narrative interviews, the study focuses on the lived experiences of migrant women traveling in groups and caravans in 2024 across different countries in the Americas toward the State of Mexico. It explores how migrant women navigate and resist structural conditions of violence through collective forms of care, solidarity, and embodied practices during transit.
The analysis demonstrates that collective care is not merely a survival strategy but a deeply political practice that emerges through emotional, relational, and embodied interconnections. It operates across different dimensions: collective care, relational care, and self-care, and is sustained through affect, shared knowledge, and everyday practices of solidarity.
The thesis argues that migrant women’s collective self-care constitutes an insurgent form of political agency that challenges neoliberal logics of individualization and necropolitical regimes of border control. It highlights the tension between a neoliberal logic of survival based on competition and individual benefit, and a feminist communal logic grounded in interdependence, care, and collective responsibility. In this sense, collective care becomes central to the production of livable worlds and to the struggle against the systemic production of disposable lives.