630 Landwirtschaft und verwandte Bereiche
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Die Bachelorarbeit analysiert die rechtlichen Rahmenbedingungen und Herausforderungen bei der Anerkennung von Solidarischen Landwirtschaften (Solawis) als landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland. Da gesetzliche Privilegien wie Baurechte, steuerliche Vorteile oder Zugang zu Fördermitteln an die formale Anerkennung als landwirtschaftlicher Betrieb geknüpft sind, führt die bislang unklare Rechtslage bei Solawis häufig zu Unsicherheiten und Benachteiligungen.
Die Arbeit legt eine empirische Datengrundlage für künftige Forschung und politische Entscheidungsprozesse vor. Durch einen Mixed-Methods-Ansatz werden sowohl quantitative Daten über die Verbreitung und Anerkennungspraxis von Solawis erhoben als auch qualitative Fallanalysen durchgeführt. Letztere beruhen auf Originaldokumenten aus behördlichen Anerkennungsverfahren (z. B. Anträge, Bescheide, Widersprüche), wodurch der tatsächliche Ablauf und die Argumentationslinien in den Entscheidungsprozessen nachvollzogen werden konnten.
Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere das Baurecht, Fragen der Gewinnerzielungsabsicht sowie die gewählte Rechtsform entscheidende Hürden darstellen. Regionale Unterschiede und behördliches Unverständnis gegenüber dem Solawi-Konzept verschärfen diese Problematik zusätzlich.
Die Arbeit formuliert konkrete Handlungsempfehlungen für Behörden und Politik: Sie betont die Notwendigkeit klarer, bundesweit einheitlicher Kriterien und eines verstärkten Dialogs mit Solawis, um eine rechtssichere Anerkennungspraxis zu ermöglichen.
This guide provides a structured methodology for developing and critically assessing strategies for sustainable food and biomass production through a participatory and systemic approach. It responds to the limitations of mainstream policies and strategies in agriculture and bioeconomy, which often prioritize technological solutions and lack bottom-up engagement of local stakeholders in knowledge-building and decision-making.
The PARSCO methodology presented in this guidebook is an adaptation of the MARISCO toolbox (Adaptive MAnagement of vulnerability and RISk at COnservation sites) developed at the Centre for Econics and Ecosystem Management. It has been tailored to assess and improve food and biomass production systems based on local knowledge, diverse stakeholder perspectives, and a systemic situation analysis using knowledge mapping and multi-criteria analysis tools. PARSCO is a landscape-based method primarily designed for application in local or regional settings, involving a series of participatory workshops with local stakeholders. It was developed over a period of five years at Eberswalde University for Sustainable Development and tested in workshops with smallholder farmers and other local actors in rural Kazakhstan, Tajikistan, and Pakistan.
The guidebook serves as a step-by-step manual for practitioners, planners, and transdisciplinary researchers applying PARSCO in project planning, policy evaluation, and sustainable land management. It emphasizes the importance of systemic thinking—understanding the interconnectedness and complex dynamics of social-ecological systems—and participatory decision-making to ensure inclusive, effective, and context-specific solutions. As a standalone guidebook, it can also be used as a complementary resource to existing MARISCO guides by offering more detailed guidance on the facilitation of participatory processes.
Standortgerechte Nutzung von Niedermooren bedeutet, sie so zu bewirtschaften, dass sie langfristig ohne weitere Qualitätseinbußen eine an den Lebensraum angepasste Pflanzendecke tragen, die eine stabile Biomasseproduktion liefert. Für Moorstandorte ist eine standortgerechte Nutzung nur unter nassen Verhältnissen gegeben.
Jedoch greift jede Form der Bewirtschaftung in den Lebensraum von Tier- und Pflanzenarten ein. Um möglichen negativen Wirkungen vorzubeugen, sollten deshalb nasse und sehr feuchte Bewirtschaftungsverfahren von Beginn an naturschutzfachlich flankiert, kontrolliert und gegebenenfalls angepasst werden. Im Teil 1 dieser Broschüre wird ein Katalog mit naturschutzfachlichen Maßnahmen für Bewirtschaftungsverfahren auf Niedermoor unterschiedlicher Feuchtestufen vorgestellt.
Die landwirtschaftliche Nutzung nasser und sehr feuchter Moorflächen ist nur mit daran angepasster Landtechnik oder Spezialmaschinen möglich. Im Teil 2 der Broschüre werden daher Empfehlungen zum Technikeinsatz in der moorschonenden Grünlandbewirtschaftung gegeben.
Das Ziel dieser Thesis ist es, zu erforschen, wie die Wissenschaftskommunikation
hin zu Öko-Landwirt*innen und -Beratenden gestärkt werden kann und ob es zu
beachtende Besonderheiten in den ostdeutschen Bundesländern gibt.
Der erste Teil der Arbeit ist eine Literatur- und Internet-Recherche – zur
Wissenschaftskommunikation im Allgemeinen und in Bezug auf den Ökolandbau,
zu den Einflüssen unter denen sie steht und auch zu den teils historisch
gewachsenen Strukturen der Agrarforschung und Praxis im Osten Deutschlands.
Aufbauend darauf werden im zweiten Teil Fokusgruppen-Interviews mit
Kommunikationsexpert*innen und Wissenschaftler*innen einiger Einrichtungen
mit Öko-Forschung geführt.
Deutlich wird: Die Wissenschaftskommunikation zu Bio-Bäuer*innen und
-Beratenden ist nur dann erfolgreich, wenn die Forschung praxisrelevant und -reif
ist. Damit sie überhaupt stattfinden kann, sollte sie von Beginn an in die
Projektplanung einbezogen werden, auch bei öffentlichen Forschungshäusern –
denn deutlich wird, dass die Kommunikation zur Öko-Praxis aktuell meist nur in
den Ländereinrichtungen auch aus dem Kernhaushalt finanziert werden kann.
Für die Forschungseinrichtungen (Mikrobene) empfiehlt sich eine Strategie für die
Wissenschaftskommunikation (aufbauend auf einer Transferstrategie). Sie gäbe
allen Akteur*innen Orientierung für ihr Tun und enthielte eine Analyse der
Potenziale, Beschreibung der Maßnahmen und Zuständigkeiten,
Kommunikations- und Dokumentationsregeln und eine Evaluation.
Eine standardisierte Umfrage unter den Interviewten zu den
Kommunikationsformaten zeigt eine Tendenz für die Zukunft auf: On- und Offline-
Veranstaltungen, Videos und Artikel in Landwirtschaftszeitschriften sind am
relevantesten. Die neuen digitalen Formate werden ein stärkeres
Zusammenarbeiten der Wissenschaftler*innen und Kommunikationsexpert*innen,
aber auch Fortbildungsbedarf erfordern.
Der ostdeutsche Raum ist insofern speziell, weil hier ein Beratungsdefizit teils
durch die Forschung aufgefangen wird und die großbetriebliche Agrarstruktur
Besonderheiten für die Wissensvermittlung mit sich bringt.
Auf Makroebene existiert (noch) eine Diskrepanz zwischen dem gewollten
Wissenschaftstransfer und der Evaluation der Forschung, in der er derzeit nicht
honoriert wird. Es gibt jedoch politische, institutionelle und wissenschaftliche
Tendenzen, die eine Anpassung der Bewertungskriterien ankündigen.
The reestablishment of agroforestry systems in Central Asia, combining crop production with protective tree shelterbelts, provides significant potential to improve farming systems. This includes increasing crop yields, additional income from timber, as well as reducing soil degradation and wind erosion. Thus, adopting shelterbelts as a form of pro-environmental behavior provides a number of socio-economic benefits, although some trade-offs need to be considered as well. This paper investigates factors that shape the perception of—and attitude towards—the establishment of tree shelterbelts by farmers in two case study regions in Kyrgyzstan. Applying a conceptual framework distinguishing between extrinsic and intrinsic factors, research methods included semi-structured interviews with farmers and local policy makers. The results show spatial differences in the perception of shelterbelts, both on the regional and on the village scale. In general, shelterbelts were negatively perceived by more than half of the farmers. The main concern raised by farmers was the shading of crops by shelterbelts, resulting in a decrease of yield. In addition, small field sizes and potential conflicts with neighbors were key concerns. Furthermore, rules set by local self-government bodies were inconsistent with the legislative framework, posing significant restrictions to the adoption of sustainable land use practices.
Der Wandel zu einer „bio-basierten“ Wirtschaft, wie er in nationalen und internationalen Bioökonomie-Strategien propagiert wird, kann nur mit tiefgreifenden Veränderungen landwirtschaftlicher Systeme zur Steigerung der Agrarproduktion einhergehen. Besonders in Ländern des Globalen Südens gingen solche Prozesse jedoch meist mit unbeabsichtigten – oder in Kauf genommenen – negativen Konsequenzen wie Umweltdegradation oder die Verschärfung gesellschaftlicher Ungleichheiten einher. Dennoch finden die Kenntnisse über die Risiken bisheriger landwirtschaftlicher Interventionen kaum in politischen Bioökonomie-Strategien Berücksichtigung, die auf wirtschaftlich-technische Lösungen einer „nachhaltigen“ Intensivierung durch agrartechnologische Innovationen auf der einen, und eine Ausweitung von Produktionsflächen auf der anderen Seite setzen. Wie diese Produktionssteigerungen ökologisch und sozial nachhaltig gestaltet werden sollen, bleibt unklar, und bisherige Erfahrungen mit derartigen Interventionen lassen eher das Gegenteil befürchten. Anhand von zwei historischen Beispielen – der Grünen Revolution im Punjab Pakistans und der Neulandkampagne in Kasachstan – skizziert der Beitrag die vielschichtigen sozialen und ökologischen Folgen bisheriger, großangelegter landwirtschaftlicher Interventionen zur Produktionssteigerung und geht der Frage nach, inwiefern diese Erfahrungen (besser) in Bioökonomie-Strategien Berücksichtigung finden (können). Kritische Reflektion sollte dabei vor allem die Rolle institutioneller Pfadabhängigkeiten in der Gestaltung aktueller und zukünftiger Entwicklungen erfahren. Wie bisherige Erfahrungen im Landwirtschaftssektor deutlich machen, müssen Bioökonomie-Strategien ihren geforderten systemischen Ansatz ernst nehmen – was impliziert, dass technologie- und produktivitätsorientierte Ziele stets sozialen und ökologischen Zielen untergeordnet werden müssen.