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Mit einem jährlichem Beschaffungsvolumen von knapp 500 Milliarden Euro ist die öffentliche Hand die größte Beschaffungsorganisation in Deutschland. Damit kommt insbesondere den ca. 30.000 öffentlichen Beschaffungsstellen auf bundes-, länder- und kommunaler Ebene eine bedeutende Rolle als Innovationstreiber im Rahmen einer nachhaltigen Beschaffung zu. Darüber hinaus spielt die kommunale Ebene auch eine entscheidende Rolle bei der aktuellen Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes, die zu etwa 60% in der Verantwortung der ca. 11.000 Kommunen in Deutschland liegt. Vor dem Hintergrund untersucht diese Arbeit, wie die Verwaltungsdigitalisierung im Rahmen relevanter gesetzlicher Vorgaben genutzt werden kann, um die öffentliche Beschaffung künftig stärker an nachhaltigkeitsrelevanten Kriterien auszurichten. Dabei legt die Arbeit den Fokus auf die kommunalen Ebene, indem neben einer umfassenden Literaturrecherche fünf qualitative Experteninterviews mit relevanten Stakeholdern der Stadtverwaltung Eberswalde geführt wurden. Obwohl die Betrachtung des aktuellen Standes der OZG-Umsetzung deutlich zeigt, dass die Vorgaben hinsichtlich einer fristgerechten Umsetzung bis zum 31.12.2022 nicht erfüllt werden können, wird auch klar, dass das OZG mit dem Portalverbund und den IT-Basiskomponenten wichtige Grundlagen künftiger Digitalisierungsvorhaben bereitstellt und damit auch die weitere Digitalisierung der öffentlichen Beschaffung vorantreiben kann. Diese ist im Rahmen des Vergabeprozesses, wie die Ergebnisse der Arbeit zeigen, aufgrund gesetzlicher Vorgaben des europäischen Vergaberechts bereits heute schon weitgehend digitalisiert, wie auch die Praxisperspektive der Stadt Eberswalde zeigt. In diesem Kontext zeigen die Ergebnisse der Arbeit, dass die Digitalisierung bereits heute Ressourceneinsparungen im Beschaffungsprozess ermöglicht und zudem die (Informations-) Transparenz für alle am Vergabeprozess Beteiligten erhöht. Abschließend zeigt sich, dass künftige Digitalisierungsinitiativen im Rahmen der öffentlichen Beschaffung vor allem eine medienbruchfreie Integration sowohl interner und externer Prozesse als auch des Vergabeprozesses an sich in den übergeordneten Beschaffungsprozess einer strategischen Beschaffung ermöglichen
müssen. Hierfür kann die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes – wenn auch nicht fristgerecht – einen entscheidenden Beitrag leisten.
In der vorliegenden Arbeit wird untersucht, inwieweit sich Alltagspraktiken im Hinblick auf das Einkaufs- und Versorgungsverhalten durch die Corona-bedingten Beschränkungen verändert haben und welche Auswirkungen diese Verhaltensänderungen auf eine nachhaltige Entwicklung haben können. Grundlage dafür ist die Tagebuchstudie „Logbuch der Veränderung“ des Forschungsprojekts [Nachhaltigkeit – Transformation – Transfer]. Das untersuchte Handlungsfeld Einkauf- und Versorgung wurde mit Hilfe der Praxistheorie strukturiert und methodisch durch eine qualitative Inhaltsanalyse begleitet. Die Auswertung der fünf identifizierten Praktiken: Planung, Fortbewegung, Einkaufen Ver- und Gebrauchsgüter und Lebensmittelverwertung zeigte folgende Ergebnisse. Verhaltensänderungen treten in allen fünf Praktiken auf, wobei sich die größten Veränderungen in zwei Praktiken zeigen.
Die Logbuchschreiber*innen verwenden mehr Zeit für die Einkaufsplanung und bereiten deutlich häufiger als früher Mahlzeiten selbst Zuhause zu. Die Häufigkeit der Einkaufsgänge hat abgenommen, während die Menge der pro Einkauf gekauften Verbrauchsgüter zugenommen hat. Das Bedürfnis Gebrauchsgüter zu konsumieren ist entweder zurückgegangen oder es wurde auf Onlineangebote zurückgegriffen.
Viele der Verhaltensänderungen lassen sich nachhaltigen Konsummerkmalen zuordnen. Trotz dessen konnten im nennenswerten Umfang keine positiven Auswirkungen des geänderten Konsumverhaltens auf eine nachhaltige Entwicklung festgestellt werden.
Die Coronapandemie als überraschendes kritisches Lebensereignis forderte Individuen heraus, Alltagspraktiken zu verändern. Im Rahmen des Logbuchs für Veränderungen dokumentierten Bürger*innen ihre Beobachtungen in sechs Handlungsfeldern. In dieser Masterarbeit wird das Handlungsfeld Information und Kommunikation unter der Fragestellung, inwieweit sich digitale Kompetenzen während der Coronapandemie veränderten, unter Einbeziehung der sozialen Nachhaltigkeit, ausgewertet.
Dazu wurden aus der aktuellen Forschung Konzepte zu digitalen Kompetenzen analysiert, sowie die Konzepte Resilienz, Selbstwirksamkeit und gesellschaftliche Teilhabe als Perspektiven einer sozialen Nachhaltigkeit ausgearbeitet. Aus den Logbucheinträgen im Handlungsfeld konnten, strukturiert durch die Praxistheorie und methodisch geleitet durch eine qualitative Inhaltsanalyse, sechs Alltagspraktiken rekonstruiert werden: Informationsbeschaffung, virtuelle Kommunikation und Begegnung, digitales Arbeiten, Freizeit und Unterhaltung, Social Media Nutzung und analoge Begegnungen.
Die in der Theorie beschriebenen Kompetenzen werden im Rahmen dieser Praktiken zu großen Teilen adressiert, wenngleich keine Aussage darüber getroffen werden kann, inwieweit diese Kompetenzen ausgeprägt sind. In allen Praktiken wird ein Bedürfnis nach Abgrenzung deutlich, was neuer Kompetenzen bedarf. Die Logbuchschreiber*innen befinden sich in einem Spannungsfeld zwischen zahlreichen neuen Möglichkeiten durch digitalisierte Alltagspraktiken und der Herausforderung mit dieser Vielfalt umzugehen. Hier wird die in der Literatur beschriebene „kulturelle Verzögerung“ sichtbar und es zeigt sich, dass es eines gesellschaftlichen Diskurses bedarf, um neue kulturelle Normen
und soziale Regeln zu entwickeln.
Die Corona-Krise hat zu weitreichenden individuellen und globalen Veränderungen geführt. Dabei ist besonders im medialen Diskurs auf die Bedeutung von Solidarität im täglichen Miteinander hingewiesen worden.
Zur Untersuchung zwischenmenschlichen solidarischen Verhaltens als wichtige Triebfeder sozial nachhaltiger Gesellschaften wurden im Zuge dieser Arbeit die Logbucheinträge aus der bürgerwissenschaftlichen Studie „Logbuch der Veränderungen“ des Forschungszentrums
[Nachhaltigkeit – Transformation – Transfer] ausgewertet. Bürger*innen aus dem deutschsprachigen Raum haben darin über drei Phasen hinweg von März bis September 2020 Online-Tagebucheinträge zu beobachteten gesellschaftlichen Veränderungen in sechs Handlungsfeldern notiert. Die Einträge des Handlungsfelds „Fürsorge und Betreuung“ sowie der „Gesamtbewertung“ wurden in einer qualitativen Inhaltsanalyse theoriegestützt mit der Praxistheorie ausgewertet. Die Ergebnisse der Forschungsarbeit zeigen, dass sich die routinierten Alltagspraktiken der Logbuchschreiber*innen durch die Nutzung neuer Materialität (z.B. Hilfsnetzwerke), Gewinn neuer Kompetenzen (z.B. mehr Achtsamkeit für
Bedürfnisse anderer) und veränderter Sinnzuschreibungen (z.B. Selbstverständlichkeit von Solidarität) sich stark gewandelt haben. Solidarisches Verhalten stößt allerdings auch an örtliche und zeitliche Grenzen und es werden sehr unterschiedliche Entwicklungstendenzen wahrgenommen, wobei man bei den Logbuchschreiber*innen auch eine Polarisierung zwischen egoistischem und solidarischem Verhalten beobachten kann. Die Ausübung proaktiver solidarischer Praktiken wird mit positiven Emotionen verbunden und Solidarität als hoher gesellschaftlicher Wert angesehen. Allerdings hemmen die Verstärkung sozialer Ungleichheiten und physische Distanzierung die Ausübung solidarischer Praktiken. Die erworbene Veränderungskompetenz sowie Erfahrung der gemeinsamen Verwundbarkeit können potentiell die Resilienz gegen weitere Krisen steigern und so eine Nachhaltigkeitstransformation positiv unterstützen.
Die vorliegende Masterarbeit behandelt den Anstieg des Homeoffice als Maßnahme zum Schutz vor Infektionen während der Corona-Pandemie. Es wird den Fragen nachgegangen, welche Veränderungen bezogen auf die Arbeitsorganisation und die Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten sich aus der abrupten Umstellung ergaben und welche Auswirkungen hinsichtlich der sozial-ökologischen Nachhaltigkeit von Bedeutung sind.
Diesbezüglich wurden Daten der bürgerwissenschaftlichen Studie „Logbuch der Veränderungen“ qualitativ ausgewertet. Den konzeptionellen Rahmen für die Auswertung lieferte die Praxistheorie. Anhand der drei Elemente Materialität, Kompetenzen und Bedeutung wurden die drei soziale Praktiken – Homeoffice, Digitale Kommunikation und digitales Arbeiten und Präsenzarbeit – rekonstruiert.
Die Auswertung ergab, dass trotz teilweise unzureichender Arbeitsbedingungen zu Beginn der Pandemie, im Laufe der Zeit neue Routinen etabliert werden konnten und der größte Teil der Logbuchschreiber*innen sich wünscht, auch nach der Pandemie ein kombiniertes Arbeitsmodell aus Homeoffice und Büro umsetzen zu können.
Angesichts multipler Krisen, denen die Menschheit und ihre Mitwelt gegenüberstehen, bedarf es aus sozial-ökologischer Verantwortung heraus einer Transformation hin zu einer klimaverträglichen und nachhaltigeren Gesellschaft. Als Beitrag zu dieser Transformation hat Bildung im Nachhaltigkeitsdis- kurs eine zentrale Rolle inne. Aus diesem Grund wurde diese Arbeit als Teil des Forschungsfeldes ver- fasst, welches sich der Bildung, im Speziellen der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und der transformativen Bildung, in Großschutzgebieten (GSG) widmet. Letztere ist bislang nicht Forschungs- gegenstand im Zusammenhang mit GSG gewesen und auch der BNE bedarf es laut aktuellen Forschun- gen auch Jahrzehnte nach ihrer internationalen Etablierung an Konzeptionierung. Da GSG in ihrer gro- ßen Flächenausdehnung und ihren Zielstellungen für die Etablierung von non-formaler BNE von großer Relevanz sind, soll diese Arbeit zur Untersuchung des aktuellen Potentials von Bildungskonzepten wie der BNE und transformativer Bildung in GSG beitragen.
Die Beantwortung der Forschungsfrage, welche strukturellen und konzeptionellen Voraussetzungen hinsichtlich des transformativen Potentials für die Bildungsarbeit der Freiwilligen der Schutzstation Wattenmeer im BR und NP Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und Halligen existieren, erfolgte mit- hilfe eines qualitativen Forschungsdesigns: Mittels inhaltlich strukturierender Inhaltsanalyse nach Kuckartz (2018) wurden die Ergebnisse von zwei leitfadengestützten Expert:inneninterviews mit Semi- narleitungen der relevanten Träger und einer Fokusgruppendiskussion mit fünf Freiwilligendienstleis- tenden der Schutzstation Wattenmeer ausgewertet.
Die computergestützte, kategorienbasierte Auswertung zeigt, dass vor allem die Vorgänger:innen der Freiwilligen relevante Personen der Einarbeitung darstellen. Neben gängigen Methoden wie dem Mit- laufen bei Veranstaltungen der Vorgänger:innen und der Nutzung von Veranstaltungskonzepten wurde hinsichtlich transformativer Elemente in der Ausbildung auf den Stationen Methoden der Par- tizipation festgestellt. Auf Seminaren finden Reflexion und Teilnehmendenorientierung genauso wie die multidimensionale Ansprache von Themen Anwendung. BNE und auch transformative Bildung sind damit grundsätzlich von Bedeutung, auch wenn diese Konzepte selbst zu keiner Zeit konkret vermittelt werden. Dasselbe gilt für die praktische Bildungsarbeit, von welcher ein Bruchteil BNE-zertifiziert ist. In ihrer Ausprägung nicht der transformativen Bildung entsprechend sind Reflexion bei Veranstaltun- gen genauso wie Partizipation, Handlungsoptionen und den Naturraum betreffende Themen relevant. Hinsichtlich der Rolle der Schutzgebiete im Zusammenhang mit dem Bildungsverständnis wurde deut- lich, dass das Erleben der Schutzgebiete in unterschiedlicher Weise möglich ist. Das Bildungsverständ- nis selbst ist vom Gelingen der Methoden der Bildungsarbeit geprägt. Deren Qualitätssicherung wird bei der Schutzstation nicht standardisiert, nicht regelmäßig und von diversen Hauptamtlichen durch- geführt. Ein fachlicher Austausch über die Bildungsarbeit als solches findet auf hauptamtlicher Ebene statt. Die mangelnde Unterstützung dieser Hauptamtlichen sowie die Motivation der Freiwilligen und der Personalwechsel wurden als weitere Einflüsse auf die Bildungsarbeit festgestellt. Ein möglicher Umgang mit diesen sowie Handlungsempfehlungen hinsichtlich des Gesamtbildes der Bildungsarbeit der Schutzstation schließen diese Arbeit ab.
In dieser Masterarbeit wird das Spannungsfeld zwischen Demokratie und Klimawende betrachtet. Dieses ist durch die globale demokratische Regression und durch die Dringlichkeit der Erreichung der Klimaziele besonders zugespitzt: Es gilt, die Klimaziele zu erreichen, ohne die Demokratie weiter zu gefährden, und anders herum, die Demokratie zu erhalten oder sogar zu stärken, ohne den Klimaschutz zu vernachlässigen. Demokratie und Klimawende müssen jedoch nicht grundsätzlich unvereinbar sein, sondern können sich sogar gegenseitig fördern. Das Spannungsfeld zwischen Demokratie und Klimawende findet in ostdeutschen ländlichen Räumen besondere Rahmenbedingungen. Der Landkreis Prignitz ist ein besonders anschauliches Beispiel für ostdeutsche ländliche Räume, wo sich ein relevanter Einfluss vom Zustand der Demokratie auf die Klimawende feststellen lässt.
In der vorliegenden Arbeit wird der Frage nachgegangen, wie die Klimawende in der Prignitz demokratisch gestaltet werden kann. Das Demokratieverständnis dieser Arbeit ist Demokratie als Gesellschafts- und Lebensform und umfasst elf Demokratie-Aspekte. Zudem wird auf die kommunale und regionale Politikebene fokussiert. Die demokratische Gestaltung der Klimawende in der Prignitz wird anhand zweier Fallstudien untersucht, in denen die Energie- beziehungsweise Mobilitätswende demokratisch verhandelt werden. In Fall 1 geht es um die Aufstellung des Sachlichen Teilplans Windenergienutzung (2024) und die Aktivitäten einer Bürger*inneninitiative, in Fall 2 um die Einrichtung einer Lastenradleihe in Wittenberge durch Bürger*innenbeteiligung. In der Arbeit werden nicht nur demokratische Ausgestaltungsmöglichkeiten der Klimawende, sondern zunächst die Bedeutung der Demokratie in der Prignitz für eine gelingende Klimawende analysiert. Hierzu werden fördernde und beeinträchtigende Wirkungen von Demokratie-Aspekten auf die Klimawende in der Prignitz betrachtet, um die folgenden Untersuchungsfragen zu beantworten: U1: Auf welche Aspekte einer funktionierenden Demokratie ist eine gelingende Klimawende in der Prignitz angewiesen? Und U2: Inwiefern erschweren Aspekte einer (nicht) funktionierenden Demokratie eine gelingende Klimawende in der Prignitz? Um diese Untersuchungsfragen beantworten zu können, wurde zunächst der Zustand der Demokratie in der Prignitz mithilfe von qualitativen Expert*inneninterviews und einer qualitativen Dokumentenanalyse erhoben. Darauf aufbauend, wurden qualitative Expert*inneninterviews zu beiden Fällen und je eine qualitative Dokumentenanalyse durchgeführt. Die Daten wurden mit einer inhaltlich strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet. Abschließend wurden die Fälle einander kontrastierend gegenübergestellt.
Die Ergebnisse zeigen, dass je nach Fall verschiedene Demokratie-Aspekte eine Rolle spielen und das mit einer unterschiedlichen Einflussstärke. Die wirkmächtigsten Demokratie-Aspekte sind in Fall 1 Gerechtigkeit, Bürger*innenbeteiligung und Diskurs- und Kompromissbereitschaft und Konfliktfähigkeit, und zwar sowohl auf eine fördernde als auch auf eine beeinträchtigende Weise. In Fall 2 sind es die Aspekte Bürger*innenbeteiligung, bürgerschaftliche Verantwortung und Engagement. In Bezug auf die Unterschiede zwischen den Fällen ist nicht klar, ob diese auf die spezifischen Fallbedingungen oder auf grundlegende Unterschiede zwischen der demokratischen Verhandlung von Energie- und Mobilitätswende zurückgeführt werden können. Selbst die wirkmächtigsten Aspekte haben nur eine sehr indirekte Wirkung. Fallübergreifend lässt sich zusammenfassen, dass nur funktionierende Demokratie-Aspekte förderlich wirken, und beeinträchtigend vor allem nicht funktionierende Demokratie-Aspekte. Anders formuliert, ist es bedeutend für den Energie- beziehungsweise Mobilitätswende-Erfolg in den Fällen, wenn auch nur indirekt, dass die Demokratie-Aspekte funktionieren. Die Vorschläge zur demokratischen Gestaltung der Klimawende zeigen, dass diese möglich und erwünscht ist. Insgesamt beziehen sich die Ergebnisse spezifisch auf eine gelingende Energie- beziehungsweise Mobilitätswende in den Fällen und nicht allgemein auf eine Klimawende in der Prignitz. Rückschlüsse von den erhobenen Daten auf eine gelingende Klimawende in der Prignitz sind sehr vorsichtig zu ziehen bis nicht möglich. Aufgrund dessen und aufgrund der Indirektheit der Wirkungen konnten die Untersuchungsfragen nicht beantwortet werden, sondern wurden anhand der vorhandenen Daten umformuliert und erst anschließend beantwortet.
Die Untersuchung verdeutlicht schließlich, dass eine funktionierende Demokratie und eine gelingende Energie- beziehungsweise Mobilitätswende in der Prignitz keine grundsätzlichen Widersprüche sein müssen, sondern überwiegend miteinander vereinbar sind. Dementsprechend zielen auch Vorschläge für eine demokratische Gestaltung der Energie- und Mobilitätswende in den Fällen darauf ab, funktionierende Demokratie-Aspekte auszubauen und vor allem, nicht funktionierende Demokratie-Aspekte zu beheben. Die Empfehlungen, die aus dieser Arbeit abgeleitet werden können, umfassen weiteren Forschungsbedarf, Maßnahmen zur Stärkung der Demokratie in der Prignitz sowie Vorschläge zur demokratischen Gestaltung der Klimawende in der Prignitz. Insgesamt leistet die Arbeit einen theoretischen Beitrag durch die explizite Fokussierung auf Demokratie als Gesellschafts- und Lebensform, durch die detaillierte Betrachtung einzelner Demokratie-Aspekte und die Verknüpfung dieser mit spezifischen Wenden der Klimawende.
This thesis examines the transfer and application of community-supported economy (CSX) in the specific field of gastronomy. The aim of the research is to develop an application-oriented CSX model as a prototype of transformative economics for this supply field.
First, the introduction elaborates the arguments in favour of conceptualising and further developing of alternative entrepreneurial practice from the perspective of transformative economics. The theoretical discussion then locates the work first in the context of an expanded concept of economics and then introduces three alternative economic concepts that are important for the study. Finally, existing CSX models are discussed, and a synthesis is developed from them as a working basis for the research.
Between the theoretical discussion and the empirical study lies an intermediate step with the transfer. This is where the concrete transfer of the CSX model to gastronomy takes place. In combination with desk research on existing examples of alternative economic practice in gastronomy, the first possible contents of the model of community-supported gastronomy as well as open questions arise.
These open questions form the basis for the following empirical study. In the sense of a "multi-method design", it combines guided expert interviews with a transdisciplinary workshop. The collected data was analysed by means of content structuring qualitative content analysis.
The central result of the research is a model of community-supported gastronomy that defines 18 characteristics in three thematic categories which enterprises can use to realise a community-based form of economic activity in the sense of the CSX model. In addition, the research is able to make statements about the types and areas of gastronomy in which community-based economy is rather easy or rather difficult to realise. By means of various questions on the foundation of a community-supported gastronomy, the results of the research provide potential users with orientation in the foundation process. The application-oriented research is summarised in its central product, the community-supported gastronomy model, in the form of a self-standing manual.
There is a need for further research on individual features of the community-supported gastronomy model as well as the sustainability impact of community-supported gastronomy.
In Form einer Fallstudie geht diese Arbeit der Frage nach, wie sich die nachträgliche Einbeziehung von Praxispartner:innen in die Wirkungsorientierung in einem transdisziplinären Forschungsprojekt auswirkt.
Transdisziplinarität hat es sich auf die Fahnen geschrieben, zur Lösung komplexer realweltlicher Probleme beizutragen, sodass gesellschaftliche Wirkungen einen wichtigen Aspekt in diesem Forschungsmodus ausmachen (Kny, Claus, et al., 2023). Um diese noch gezielter ansteuern zu können, hat sich in den letzten Jahren die „Wirkungsorientierung“ als wichtiger methodischer Ansatz entwickelt. Das Verbundvorhaben InNoWest arbeitet hieran nach der Methodik von Schäfer et al. (2021, 2024), deren Grundlage die Theory of Change bildet. Das weitere Hauptmerkmal transdisziplinärer Forschung ist die Zusammenarbeit mit außerwissenschaftlichen Akteur:innen, die von Anfang an in den Prozess der Wirkungsorientierung einbezogen werden. In InNoWest wurde der Prozess jedoch ohne Praxisbeteiligung begonnen.
Um die Konsequenzen einer nachträglichen Einbeziehung zu explorieren, wurde deshalb ein Workshop konzipiert und durchgeführt, der Teile des wissenschaftlichen Teams und ausgewählte Praxispartner:innen eines Teilvorhabens zusammenbrachte und den Beteiligten die Möglichkeit gab, die in früheren Workshops erarbeitete Theory of Change (Wirkungspfad) anzupassen.
Anschließend wurden der Audiomitschnitt des Workshops und der angepasste Wirkungspfad anhand von aus der Literatur abgeleiteten Kriterien analysiert. Die Resultate wurden mit den Ergebnissen einer Teilnehmendenbefragung und Aussagen der Co-Moderation trianguliert.
Hierbei zeigte sich, dass die Theory of Change durch den Workshop zwar an methodischer Qualität verlor, jedoch gleichzeitig Zustimmung von den Beteiligten erfuhr und in ihrer Funktion als Übersetzungshilfe zwischen Wissenschaft und Praxis gestärkt wurde. Zudem erhöhte die Anpassung des Wirkungspfads die Wahrscheinlichkeit, dass die Ergebnisse des Teilvorhabens verstetigt werden.
Es wurde deutlich, dass die Zusammenarbeit im Teilvorhaben bisher eher der consulting transdisciplinarity (Mobjörk, 2010) zuzuordnen ist, die nicht dem Idealbild der gleichrangigen Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis entspricht. Die Verständigung über Ziele und Rollen im Workshop erlaubte es jedoch, Offenheit für andere Modi der Zusammenarbeit zu zeigen, die auf die bisherige, als positiv bewertete Zusammenarbeit aufbauen. Die im
Workshop diskutierten Themen deuteten auf den Beginn einer neuen Phase der Arbeit im Projekt hin, in der der Fokus stärker auf dem Transfer der Ergebnisse liegt. Dies stärkt ebenfalls mittel- und langfristige Wirkungen. Damit diese Wirkungen tatsächlich eintreten, muss die Wissenschaft-Praxis-Zusammenarbeit fortgesetzt werden. Es braucht jedoch auch Unterstützung auf struktureller Ebene, wie geeignete Förderformate.