„Besser spät als nie?!“ Nachträgliche Einbindung von Praxispartner:innen in die Wirkungsorientierung eines transdisziplinären Projekts am Beispiel von InNoWest
- In Form einer Fallstudie geht diese Arbeit der Frage nach, wie sich die nachträgliche Einbeziehung von Praxispartner:innen in die Wirkungsorientierung in einem transdisziplinären Forschungsprojekt auswirkt.
Transdisziplinarität hat es sich auf die Fahnen geschrieben, zur Lösung komplexer realweltlicher Probleme beizutragen, sodass gesellschaftliche Wirkungen einen wichtigen Aspekt in diesem Forschungsmodus ausmachen (Kny, Claus, et al., 2023). Um diese noch gezielter ansteuern zu können, hat sich in den letzten Jahren die „Wirkungsorientierung“ als wichtiger methodischer Ansatz entwickelt. Das Verbundvorhaben InNoWest arbeitet hieran nach der Methodik von Schäfer et al. (2021, 2024), deren Grundlage die Theory of Change bildet. Das weitere Hauptmerkmal transdisziplinärer Forschung ist die Zusammenarbeit mit außerwissenschaftlichen Akteur:innen, die von Anfang an in den Prozess der Wirkungsorientierung einbezogen werden. In InNoWest wurde der Prozess jedoch ohne Praxisbeteiligung begonnen.
Um die Konsequenzen einer nachträglichenIn Form einer Fallstudie geht diese Arbeit der Frage nach, wie sich die nachträgliche Einbeziehung von Praxispartner:innen in die Wirkungsorientierung in einem transdisziplinären Forschungsprojekt auswirkt.
Transdisziplinarität hat es sich auf die Fahnen geschrieben, zur Lösung komplexer realweltlicher Probleme beizutragen, sodass gesellschaftliche Wirkungen einen wichtigen Aspekt in diesem Forschungsmodus ausmachen (Kny, Claus, et al., 2023). Um diese noch gezielter ansteuern zu können, hat sich in den letzten Jahren die „Wirkungsorientierung“ als wichtiger methodischer Ansatz entwickelt. Das Verbundvorhaben InNoWest arbeitet hieran nach der Methodik von Schäfer et al. (2021, 2024), deren Grundlage die Theory of Change bildet. Das weitere Hauptmerkmal transdisziplinärer Forschung ist die Zusammenarbeit mit außerwissenschaftlichen Akteur:innen, die von Anfang an in den Prozess der Wirkungsorientierung einbezogen werden. In InNoWest wurde der Prozess jedoch ohne Praxisbeteiligung begonnen.
Um die Konsequenzen einer nachträglichen Einbeziehung zu explorieren, wurde deshalb ein Workshop konzipiert und durchgeführt, der Teile des wissenschaftlichen Teams und ausgewählte Praxispartner:innen eines Teilvorhabens zusammenbrachte und den Beteiligten die Möglichkeit gab, die in früheren Workshops erarbeitete Theory of Change (Wirkungspfad) anzupassen.
Anschließend wurden der Audiomitschnitt des Workshops und der angepasste Wirkungspfad anhand von aus der Literatur abgeleiteten Kriterien analysiert. Die Resultate wurden mit den Ergebnissen einer Teilnehmendenbefragung und Aussagen der Co-Moderation trianguliert.
Hierbei zeigte sich, dass die Theory of Change durch den Workshop zwar an methodischer Qualität verlor, jedoch gleichzeitig Zustimmung von den Beteiligten erfuhr und in ihrer Funktion als Übersetzungshilfe zwischen Wissenschaft und Praxis gestärkt wurde. Zudem erhöhte die Anpassung des Wirkungspfads die Wahrscheinlichkeit, dass die Ergebnisse des Teilvorhabens verstetigt werden.
Es wurde deutlich, dass die Zusammenarbeit im Teilvorhaben bisher eher der consulting transdisciplinarity (Mobjörk, 2010) zuzuordnen ist, die nicht dem Idealbild der gleichrangigen Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis entspricht. Die Verständigung über Ziele und Rollen im Workshop erlaubte es jedoch, Offenheit für andere Modi der Zusammenarbeit zu zeigen, die auf die bisherige, als positiv bewertete Zusammenarbeit aufbauen. Die im
Workshop diskutierten Themen deuteten auf den Beginn einer neuen Phase der Arbeit im Projekt hin, in der der Fokus stärker auf dem Transfer der Ergebnisse liegt. Dies stärkt ebenfalls mittel- und langfristige Wirkungen. Damit diese Wirkungen tatsächlich eintreten, muss die Wissenschaft-Praxis-Zusammenarbeit fortgesetzt werden. Es braucht jedoch auch Unterstützung auf struktureller Ebene, wie geeignete Förderformate.…

