Fakultät Soziale Arbeit
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Das Kochbuch entstand im Rahmen der Studienleistung des Seminars „Gesunde Zukunft gestalten – ökologische Nachhaltigkeit in der Jugendhilfe“ im 6. Semester des Bachelorstudiengangs Soziale Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe im Sommersemester 2026.
Ziel des Projekts war es, praxisnah aufzuzeigen, wie eine umweltbewusste Ernährung im Sinne der Planetary Health Diet in den Alltag integriert werden kann. Das Kochbuch vereint neun ausgewählte Rezepte, die hinsichtlich ihrer ökologischen Nachhaltigkeit und Ausgewogenheit konzipiert wurden. Jedes Rezept enthält eine Zutatenliste, eine Schritt-für-Schritt-Zubereitung, Angaben zum Zeitbedarf sowie eine Abbildung zur Veranschaulichung. Über die reine Rezeptsammlung hinaus soll das Kochbuch dazu anregen, das eigene Ernährungsverhalten zu reflektieren und nachhaltige Handlungsweisen im Alltag zu fördern. Damit leistet es einen Beitrag zur Vermittlung von Ernährungskompetenz und unterstützt die sozialökologische Transformation, indem es ökologische Verantwortung mit gesundheitsförderlichem Handeln verbindet.
Der vorliegende Bericht dokumentiert die Ergebnisse der Forschungswerkstatt „PARSEL” – partizipative Selbsthilfeentwicklung, die im Rahmen des 6. Semesters der Bachelorstudiengänge “Soziale Arbeit” und “Soziale Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe” an der Hochschule Landshut im Sommersemester 2026 stattgefunden hat.
Ziel des partizipativen Forschungsprojekts PARSEL war es, gemeinsam mit Selbsthilfeaktiven, Fachkräften der Selbsthilfekoordination und Studierenden als Co-Forschende die Selbsthilfe in Niederbayern weiter zu entwickeln. Dabei sollen Erkenntnisse über Stärken und Schwächen gewonnen, Ideen gesammelt und Veränderungen angestoßen werden, die die Selbsthilfeangebote verbessern. Langfristig kann dadurch Gesundheit und Wohlbefinden gefördert und gesundheitliche Chancengleichheit gestärkt werden.
Am 22. April 2026 und am 13. Mai 2026 fanden jeweils Treffen in der Hochschule Landshut statt, an denen in Kleingruppen Studierende gemeinsam mit Selbsthilfeaktiven mit der partizipativen Methode des Community Mappings Weiterentwicklungspotentiale zunächst gesammelt (1. Treffen) und dann vertieft diskutiert haben (2.Treffen). Die Ergebnisse des zweiten Treffens sind für diesen Abschlussbericht in Bild und Textform aufbereitet. Am 10. Juni 2026 wurden diese Zwischenergebnisse mit Selbsthilfeaktiven und Akteuren der Selbsthilfe im Rahmen einer partizipativen Fokusgruppe diskutiert. Das Protokoll, Fotos und ein Bericht über die Fokusgruppe sind ebenfalls Bestandteil dieses Abschlussberichts.
Im Anhang finden sich die erarbeiteten Materialien für Selbsthilfeaktive und die Selbstshilfe Kontaktstelle Niederbayern zur freien Verwendung unter Angabe der Urheber.
Damit dienen der Bericht und der Anhang der Dokumentation der geleisteten Arbeit und zeigen den Impact dieser partizipativen Forschung auf.
Ziel der Masterarbeit war es, das Einsamkeitserleben bei Müttern im Setting der sozialpädago-gischen Familienhilfe zu untersuchen. Frau Maierhofer wählte hierfür ein anspruchsvolles exploratives Mixed-Methods-Design mit zwei Fragestellungen:
a) Wie ist das Ausmaß der wahrgenommenen Einsamkeit bei Müttern in der sozialpäda-gogischen Familienhilfe und in welchem Zusammenhang steht es mit Care Arbeit so-wie Alter und Familienstand?
b) Wie beschreiben Mütter in der sozialpädagogischen Familienhilfe „Einsamkeit“ und welche Bedeutung hat die Mutterrolle aus ihrer Sichtweise?
Studie 1 erfolgte anhand einer quantitativen Onlinebefragung mit 17 gültigen Fällen und der Langversion der UCLA-LS (20 Items). Die Auswertung erfolgte in SPSS mit deskriptiven Analysen sowie Fisher-Exact-Test und Gruppenvergleichen. Studie 2 umfasste drei leitfadengestützte Interviews, die mittels zusammenfassender qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden.
Die Ergebnisse zeigen a), dass 82,4 Prozent der Befragten hohe wahrgenommene Einsamkeit angeben. 71 Prozent der Befragten übernehmen die Care Arbeit überwiegend allein. Zwischen allein getragener Care Arbeit und hoher Einsamkeit zeigt sich ein signifikanter Zusammenhang (p = 0,032); für Alter und Familienstand ergeben sich keine signifikanten Zusammenhänge. Einsamkeit wird b) als relationales Erleben beschrieben, das an fehlende Verbundenheit, Anerkennung und Funktionalisierung gebunden ist. Einsamkeit umfasst affektive, kognitive und körperliche Dimensionen. Mutterschaft erscheint nicht als pauschale Ursache, sondern als Kontext, in dem Einsamkeit bei verdichteter Verantwortung, Zeitknappheit, ungleich verteilter Sorgearbeit und Mental Load an Gewicht gewinnen kann. Die SPFH wird als hilfreich eingeordnet, primär durch Niedrigschwelligkeit, Gesprächsangebote und alltagsnahe psychosoziale Unterstützung.
Als Limitationen führt Frau Maierhofer u.a. auf, dass die Ergebnisse aufgrund kleiner Stichproben (n = 17; n = 3), selektiver Rekrutierung und eingeschränkter Teststärke nicht verallgemeinerbar sind.
Über die Bedeutung der Diagnose für spätdiagnostizierte FLINTA* Personen im Autismus-Spektrum
(2026)
Die Diagnose Autismus-Spektrum stellt für viele Betroffene im Erwachsenenalter einen biografisch bedeutsamen Einschnitt dar und kann zugleich als Krise und Chance aufgefasst werden. Insbesondere bei weiblich sozialisierten bzw. FLINTA* Personen erfolgt die Diagnosestellung häufig spät, was mit langjährigen Erfahrungen von Anpassungsdruck, Masking und dem Gefühl des >Andersseins< einhergehen kann. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Bedeutung einer späten Autismus-Diagnose für FLINTA* Personen im Autismus-Spektrum zu beleuchten, mit besonderem Blick auf identitäre Prozesse, Gender und Masking. Die Arbeit verbindet eine theoretische Auseinandersetzung mit einer qualitativen empirischen Forschung. Grundlage bilden sechs leitfadengestützte, halbstrukturierte Interviews mit spätdiagnostizierten, weiblich sozialisierten Personen im Autismus-Spektrum, die in Anlehnung an eine inhaltlich strukturierende Inhaltsanalyse ausgewertet wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass die Autismus-Diagnose – ebenso wie bereits vorgelagerte Selbstidentifikationsprozesse – für die Befragten eine zentrale Bedeutung für die Identitätsentwicklung und die Neuaushandlung des Person-Umwelt-Passungsgefüges hat. Dennoch kommt der formalen Diagnose hier eine wichtige Rolle in Form von Validation und Wissen zu und kann entlastend wirken, (internalisierte) Selbstzweifel reduzieren und Prozesse von Selbstakzeptanz und Selbstfürsorge weiter anstoßen und somit einem Empowerment dienen. Gleichzeitig erweist sich Masking als ein zentraler, häufig unbewusster Anpassungsmechanismus. Für die Befragten geht dabei die Aufgabe des Unmaskings hervor, welche als ein andauernder und herausfordernder Prozess beschrieben wird und eng mit Fragen nach Authentizität und dem eigenen Selbstverständnis verbunden ist. Darüber hinaus werden auch zentrale Belastungen sichtbar, die nicht auf individueller Ebene verortet sind, sondern maßgeblich auf strukturellen und gesellschaftlichen Bedingungen beruhen. Die Arbeit leistet einen Beitrag zum besseren Verständnis der subjektiven Perspektiven, Erfahrungen und Bedeutungszuschreibungen von FLINTA* Personen im Autismus-Spektrum und unterstreicht die Notwendigkeit von Sensibilisierung, differenzierten Unterstützungsangeboten sowie einer neurodiversitätsorientierten Perspektive.
Der vorliegende Bericht dokumentiert die Ergebnisse der Forschungswerkstatt „Suchthilfe”, die im Rahmen der Bachelorstudiengänge “Soziale Arbeit” und “Soziale Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe” an der Hochschule Landshut im Sommersemester 2025 stattgefunden hat. Das Ziel war eine Bestandsaufnahme aktueller Herausforderungen der Suchthilfe in Bayern. Die Schwerpunkte lagen hierbei auf den Themen Digitalisierung, Fachkräftemangel und Diversität.
Zu diesem Zweck wurden mehrere Träger der Suchthilfe in Bayern kontaktiert und im Rahmen von Praxistagen mit Hospitationen besucht. Insgesamt haben n=8 Praxistage in drei Einrichtungen stattgefunden, sowie n=5 leitfadengestützte Expert*inneninterviews mit Fachreferent*innen der freien Wohlfahrtspflege, Einrichtungsleitungen und Praktiker*innen. Die Interviews wurden mit der inhaltlich strukturierenden Qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz und Rädiker (2022) ausgewertet.
Im Ergebnis zeigt sich zum einen die prekäre Lage bezüglich der Finanzierung, wobei Digitalisierung als besonders kostenintensiv beschrieben wird. Berichtet wurde zudem eine zunehmende (Problem-)Vielfalt der Klient*innen, das eine diverse und fachübergreifende Belegschaft unabdingbar mache. Darüber hinaus habe sich die Suchthilfe in Deutschland auf die Zielgruppe des mittleren Alters spezialisiert, was dazu führe, dass Randgruppen wie z.B. Unter 18-jährige, Menschen in höherem Alter oder Menschen mit Behinderung vernachlässigt werden. Um dem Fachkräftemangel im Handlungsfeld der Suchthilfe zu überwinden, sei eine gute Vernetzung und Kooperation mit Hochschulen ebenso wichtig wie ein wertschätzendes Arbeitsklima, um Fachkräfte zu gewinnen und langfristig zu binden.
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die professionelle Beziehungsgestaltung mit Kindern mit traumatischen Erfahrungen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Mittels leitfadengestützter Expert:inneninterviews (N=5) wurden Fachkräfte zu ihrer Beziehungsarbeit, den damit verbundenen Herausforderungen sowie Entwicklungspotenzialen befragt. Die Interviews wurden anhand der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet. Als zentrale Faktoren für den Aufbau sicherer Beziehungen identifizierten die Expert:innen Sicherheit, Zeit und eine wertschätzende Grundhaltung. Besondere Herausforderungen zeigten sich im Umgang mit Übertragungs- und Gegenübertragungsphänomenen sowie in der Balance zwischen Struktur und individueller Flexibilität. Die Ergebnisse verdeutlichen die hohe Komplexität professioneller Beziehungsgestaltung und die Bedeutung kontinuierlicher Reflexion im Team. Zudem weisen sie auf die präventive Relevanz professioneller Beziehungsgestaltung hin sowie auf Zusammenhänge mit strukturellen Limitationen wie Personalmangel und hoher Gruppengröße. Entwicklungsbedarfe bestehen hinsichtlich systematischer Personal- und Teamentwicklung sowie der Implementation bindungstheoretisch fundierter Konzepte. Die Befunde werden im Kontext aktueller Forschung zu frühen traumatischen Erfahrungen sowie theoretischer Modelle zur Beziehungsgestaltung nach Lang, Gahleitner und Gearity diskutiert. Daraus werden Handlungsempfehlungen für die traumapädagogische Praxis und Klinische Sozialarbeit abgeleitet. Diese zielen besonders auf die Stärkung beziehungsorientierter Interventionen sowie die Professionalisierung der Fachkräfte durch spezifische Fort- und Weiterbildungskonzept.