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Die vorliegende Bachelorarbeit befasst sich mit der Thematik Beratung für Gehörlose. Hierbei wird zunächst der Charakter von Beratung in der Sozialen Arbeit im Allgemeinen beschrieben. Anschließend erfolgt die Festlegung der Zielgruppe Gehörloser, indem ethnisch Gehörlose von Menschen mit Hörbehinderung abgegrenzt werden. Folgend wird näher auf die kulturellen sowie sprachlichen Merkmale der Gehörlosengemeinschaften eingegangen. In einem weiteren Schritt wird das Recht auf barrierefreie Kommunikation akzentuiert. Zuletzt werden die bestehenden Angebote der Gebärdensprachkurse und der Gehörlosenberatung in Bayern vorgestellt. Im Rahmen der empirischen Forschung werden sechs erfahrene Gehörlosenberaterinnen zu ihren Praxiserfahrungen sowie zu ihrer Einschätzung des bestehenden Beratungsangebotes in Bayern interviewt. Das Ziel der Forschung ist unter Berücksichtigung sowohl der theoretischen als auch der empirischen Daten Spezifika einer Beratung für Gehörlose sowie Aspekte einer optimalen Gehörlosenberatung zu identifizieren. Die Ergebnisse dieser Arbeit können einerseits Berufseinsteiger*innen als Informationsquelle über die Arbeit mit der Zielgruppe Gehörloser, andererseits den bereits tätigen Berater*innen als Orientierungshilfe bei der Weiterentwicklung ihrer Fachkompetenzen sowie bei der Gestaltung von Beratungsangeboten dienen.
Die vorliegende Arbeit erforscht, in welcher Hinsicht belastende Lebenserfahrungen von Studierenden im Studium der Sozialen Arbeit an der Hochschule Landshut präsent sind und dieses beeinflussen. Zur Bearbeitung des Themas wurde mit einem Mixed-Methods-Ansatz gearbeitet. Hierbei wurden die Studierenden des Bachelorstudienganges der Sozialen Arbeit mit Hilfe einer anonymisierten Online-Umfrage zu den Arten sowie den Auswirkungen potenziell belastender Erfahrungen befragt. Insgesamt nahmen daran 145 Studierende teil. Des Weiteren wurden Expert*inneninterviews mit zwei Lehrpersonen der Hochschule Landshut geführt. Die Ergebnisse der Empirie werden anhand von Erkenntnissen aus der wissenschaftlichen Literatur gemessen und mit ihnen verglichen. Aus der Diskussion der Theorie mit den Ergebnissen der Forschung lässt sich ableiten, dass Studierende der Sozialen Arbeit mit hoher Wahrscheinlichkeit belastende Erfahrungen gemacht haben und diese das Potenzial haben, im Studium noch einmal aufgegriffen zu werden und unangenehme Emotionen hervorzurufen. Trotz eines Bewusstseins der Lehrpersonen für diesen Zustand zeigt sich, dass eine Bearbeitung jener Emotionen zwar essenziell für den späteren Beruf der Sozialen Arbeit ist, sich allerdings im Rahmen des Studiums durch verschiedene Faktoren eingeschränkt sieht. Hierbei wird deutlich, dass alle am Ausbildungsprozess beteiligten Personen und Institutionen eine Verantwortung für das Erlernen emotionaler Kompetenzen im Sozialarbeitsstudium tragen. Aus dieser Arbeit lässt sich ableiten, dass ein Bewusstsein für potenzielle Belastungen unter den Studierenden wichtig ist und neben bestehenden Ressourcen ein Bedarf an breiter und besser ausgebauten Unterstützungssystemen an der Hochschule besteht.
Im Idealfall werden psychische Störungen gemäß dem biopsychosozialen Modell von Gesundheit und Krankheit mittels pharmakotherapeutischen, psychotherapeutischen und psychosozialen Verfahren behandelt, was zu einer Beteiligung unterschiedlicher Berufsgruppen führt. Die Profession der Sozialen Arbeit bzw. die Teildisziplin der Klinischen Sozialarbeit stellt in der Therapie soziale Faktoren in den Fokus, wobei es auch zu Berührungspunkten mit anderen Professionen kommt. Neben einer eingehenden Untersuchung deutscher und US-amerikanischer Literatur zum Thema Medikamente und Soziale Arbeit steht in der vorliegenden Ausarbeitung die Frage im Mittelpunkt, welche Rollen Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen in der Arbeit mit Menschen mit psychischer Erkrankung beim Einsatz von Psychopharmaka einnehmen. Die mittels qualitativer Experteninterviews erhobenen Daten zeigen, dass Professi-onsangehörige in Verbindung mit Psychopharmaka sechs verschiedene Rollen einnehmen, welche für die Unterstützung der Klientinnen und Klienten von großer Bedeutung sind. Um die einzelnen Rollen adäquat ausführen zu können, bedarf es Kenntnisse über die psychopharmakologische Therapie. Diese eignen sich Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter überwiegend eigenständig und mit Hilfe einrichtungsinterner Schulungen in der Praxis an. Die Relevanz, die ein gewisser Fundus an Wissen für die Profession der (Klinischen) Sozialarbeit hat, steht der Tatsache gegenüber, dass dieses Thema kaum Berücksichtigung in der deutschen Literatur findet. So weisen die Untersuchungsergebnisse auf das Erfordernis hin, Psychopharmaka mehr in den Blick der Profession zu rücken, wofür sich die Klinische Sozialarbeit als gesundheitsbezogene Soziale Arbeit in besonderem Maße eignet.